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Searchmetrics, SEMrush, Sistrix und Xovi – 4 namhafte SEO-Tools im Vergleich

Searchmetrics, SEMrush, Sistrix und Xovi – 4 namhafte SEO-Tools im Vergleich

Lesezeit: 22 Min | Autor: Matthias Koprek

SEO-Tools sind aus dem Alltag von Suchmaschinenoptimierern, Marketern und Webseitenbetreibern nicht mehr wegzudenken. Sie liefern mit ihren vielfältigen Daten die Grundlage für die Entwicklung erfolgreicher und nachhaltiger SEO-Strategien, weisen darauf hin, welche SEO-Maßnahmen ergriffen werden sollten und erledigen die zeitraubenden Fleißaufgaben in der Suchmaschinenoptimierung fast von allein. Doch welches der zahlreichen Tools ist das beste? Wir haben vier Branchengrößen unter die Lupe genommen!

Das Angebot an SEO-Tools ist mittlerweile so groß, dass es schwer fällt den Überblick zu bewahren und das Werkzeug zu finden, das am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Neben vielen internationalen Anbietern gibt es eine beachtliche Auswahl in Deutschland entwickelter Software, die den Vergleich keinesfalls scheuen muss. Ganz im Gegenteil: Größen wie Searchmetrics, Sistrix und Xovi setzen international Maßstäbe.

All-in-One-Lösungen sind für Professionals unverzichtbar

Nicht wenige SEO-Tools sind einst aus selbstprogrammierten Agenturlösungen hervorgegangen, die ausgebaut und auch Dritten zugänglich gemacht wurden. Neben spezialisierten Tools, die sich beispielsweise auf die Keyword-Recherche oder Backlink-Erfassung konzentrieren, gibt es viele All-in-One-Lösungen (Suites, Toolboxen), die alle Aspekte der Suchmaschinenwerbung (SEO und SEA) abdecken.

Mit SEO-Tools lassen sich eigene und fremde Domains analysieren und überwachsen. Die Tools liefern dem Anwender eine Reihe relevanter Key Performance Indicators (KPIs), die Aufschluss darüber geben, wie gut eine Webseite – auch im Vergleich mit Mitbewerbern – in Bezug auf SEO dasteht und wo es Optimierungspotential gibt. Außerdem decken sie OnPage-Fehler auf, die negativen Einfluss auf die Sichtbarkeit und das Ranking haben. Dadurch, dass die SEO-Tools Sichtbarkeit und Ranking ständig im Auge behalten, kann auf signifikante Veränderungen zeitnah reagiert und der Erfolg von SEO-Maßnahmen unmittelbar kontrolliert werden kann.

Googles Qualitätsanspruch wächst unaufhörlich

In den letzten Jahren haben sich weniger der Rankingfaktoren verändert, als vielmehr Googles Qualitätsanspruch. Vor allem durch die User Signals, die neben dem Content und den Backlinks mittlerweile zu den Top-Rankingfaktoren gehören, kann Google das Qualitätsniveau einer Webseite relativ genau bestimmen. Das lässt wenig Raum für Tricks, dafür zahlt sich Qualität in Form von stabilen Rankings aus.

Seitdem die Nutzersignale an Gewicht gewonnen haben, haben auch SEO-Tools an Bedeutung zugenommen. Mit ihnen lässt sich verhältnismäßig einfach ermitteln, worin schlechte User Signals begründet liegen, so dass proaktiv eine Verbesserung herbeigeführt werden kann. Um Googles Anspruch gerecht zu werden, richten immer mehr SEO-Tools ihren Blick auch auf die Inhalte und bieten passende Lösungen zur Content-Entwicklung und Content-Optimierung.

SEO-Tools erleichtern die Arbeit, erledigen sie aber nicht von selbst

So hilfreich SEO-Tools aus sind: Letztlich sind es wie in jedem Handwerk nur Hilfsmittels, die bei der Arbeit helfen, sie aber nicht selbstständig erledigen. Sie machen Fehler und Probleme überhaupt erst sichtbar und verständlich, aber nur wer die Zusammenhänge versteht, kann damit erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung betreiben. SEO-Software hilft bei der Diagnostik, für die richtige Behandlung muss sich jedoch der Arzt (= SEO) entscheiden und sie auch fachgerecht durchführen.

SEO-Tools sind in der täglichen Praxis auch deshalb so wichtig, weil es in der Suchmaschinenoptimierung keinen Standard- oder Königswegs gibt. Jede Webseite ist anders aufgebaut. Hat eine andere Zielgruppe, ein anderes Wettbewerbsumfeld, andere Ziele. Hinzu kommt, dass keine Suchmaschine offenlegt, wie der Algorithmus im Detail funktioniert, also welche Rankingfaktoren mit welcher Gewichtung hineinfließen. Mithilfe von SEO-Tools aber lassen sich Best Practices finden, von denen man lernen kann und die bei der Optimierung der eigenen Projekte unverzichtbar sind.

Branchengrößen im Vergleich

Für diesen Vergleich auf Augenhöhe wurden vier namenhafte SEO-Tools unter die Lupe genommen, die alle nach dem Prinzip Software as a Service (SaaS) funktionieren. Die SEO-Software wird also in der Cloud betrieben und muss nicht heruntergeladen werden. Searchmetrics, SEMrush, Sistrix und Xovi sind umfangreiche All-in-One-Lösungen, die allesamt rund zehn Jahre Erfahrung mitbringen und sich im ähnlichen Preissegment bewegen. Trotzdem hat jedes Tool seine Stärken und Schwächen.

searchmetrics-350x106Semrush-350x152sistrix-toolbox_logoXovi-350x151
SearchmetricsSEMrushSistrixXovi
Umfang5/5 Sternen4,5/5 Sternen4,5/5 Sternen5/5 Sternen
Usability4,5/5 Sternen4,5/5 Sternen5/5 Sternen4,5/5 Sternen
Support5/5 Sternen4/5 Sternen5/5 Sternen4,5/5 Sternen
SichtbarkeitswertSEO VisibilityTrafficSichtbarkeitsindexOVI
OnPage
Keywords
Content
Backlinks
Social Signals
Affiliate
Reportings
Reports
Datenexport
API
Preisab 69 Euro/Monatab 99,95 Dollar/Monatab 100 Euro/Monatab 99 Euro/Monat
kostenloser TestDemo14 Tage14 Tage14 Tage
WebseiteLink zu SearchmetricsLink zu SEMrushLink zu SistrixLink zu Xovi
Gesamtwertung5/5 Sterne4,5/5 Sterne5/5 Sterne4,5/5 Sterne

Searchmetrics im Test

Herzstück von Searchmetrics ist die Research Cloud, die nichts weniger als die weltgrößte Datenbank aller SEO-Tools umfasst. Sie enthält laut Anbieter über 250 Millionen ständig aktualisierte Informationen zu Search, Content, PPC, Social und Mobile. Die Research Cloud ermöglicht nicht nur die Analyse der eigenen Webprojekte, sondern auch die Wettbewerbsanalyse – und zwar auf Content-Ebene.

SEO Visability sorgt für Vergleichbarkeit

Global SEO, Local SEO und Mobile SEO sind für Searchmetrics kein Problem, sondern eher eine gelungene Pflichtübung. Was bei Sistrix der Sichtbarkeitsindex, ist bei Searchmetrics die SEO Visibility. Die Berechnung des plakativen Werts, mit dem Webseiten hinsichtlich ihrer Sichtbarkeit untereinander vergleichbar werden, basiert unter anderem auf der Suchintention, dem Suchvolumen und der Klickrate. Die genaue Formel ist ein Betriebsgeheimnis. Wie bei den anderen Sichtbarkeitswerten auch, bedarf es ein wenig Erfahrung, um die blanke Zahl einschätzen zu können.

Anders als bei einigen anderen Tools, die differierende Keyword-Sets nutzen, setzt Searchmetrics für die Desktop Visibility und die Mobile Visibility auf die gleiche Keyword-Datenbank. Im Bereich der Keyword-Analyse ist die Anzeige von Shared Keywords ein Alleinstellungsmerkmal. So lässt sich untersuchen, welche Schlüsselwörter man gemeinsam mit der Konkurrenz nutzt und wer dazu aktuell besser rankt.

Ein weiterer Unique Selling Point von Searchmetrics ist das Modul zum Mobile App Ranking, mit dem man ganz klar die wachsende Zielgruppe der App-Anbieter ansprechen will. Damit lässt sich das Ranking von Apps sowohl in den organischen als auch in den bezahlten Suchergebnissen tracken, um letztlich gezielte Optimierungsmaßnahmen ergreifen zu können, die zur Steigerung der Nutzerzahlen und Conversions führen.

Durchdachtes Modul zur Content-Entwicklung

Seine große Stärke zeigt Searchmetrics beim wichtigsten Rankingfaktor überhaupt: beim Content. Wie kein anderer Anbieter verstehen sich die Berliner darauf, Content nicht nur zu analysiere, sondern die Anwender auch bei der Content-Entwicklung zu unterstützen. Dafür gibt es das Content-Experience-Modul, das auf Basis von Deep Learning funktioniert. Der Topic Explorer dient der Recherche und macht dabei beispielsweise die Nutzererwartung deutlich. Praktisch für Agenturen, die Texte an externe Autoren vergeben, ist das Briefing-Tool.

Der eigentliche Clou ist jedoch der Content Editor, der in Echtzeit anzeigt, wie gut ein Text aus SEO-Sicht ist. So wird beispielsweise angezeigt, welche Keywords noch fehlen, damit der Text besser optimiert ist als die der Mitbewerber. Der Content Score spiegelt eine qualitative Bewertung des Textes wieder. In den numerischen Wert fließen neben der Keyword-Abdeckung auch Aspekte wie die Wortanzahl, Satzstruktur und Leserlichkeit ein.

Zugegeben: Die Content Experience ist nicht in den Standardversionen enthalten, sondern nur in der Suite, die sich jeder Kunde individuell zusammenstellen lassen kann und deshalb auch keinen Listenpreis hat. Der Preis hängt vielmehr vom benötigten Umfang und der Nutzungsintensität ab. Da es auf dem Markt jedoch kein vergleichbar starkes Tool für alle Aspekte des Contents gibt, kann sich die Anschaffung durchaus rentieren. Guter Content ist schließlich der Schlüssel zum Erfolg.

Searchmetrics Essentials zum günstigen Einsteigerpreis

Prinzipiell ist Searchmetrics in drei Abstufungen erhältlich. Searchmetrics Essentials ist mit 69 Euro pro Monat vergleichsweise günstig, aber auch recht eingeschränkt. Die Update-Hinweise am Ende von abgeschnittenen Listen und Auswertungen können mit der Zeit nerven. Für kleinere Webseitenbetreiber hat die Basisversion aber durchaus ihre Berechtigung.

Essentials Pro kostet mit 149 Euro mehr als das doppelte, unterscheidet sich aber nur marginal von der günstigeren Variante. Der wesentliche Unterschied liegt daran, dass sich die Rankings bis zu vier Wochen nachverfolgen lassen, statt das nur die aktuellen Rankings angezeigt werden. Für die Searchmetrics Suite wird ein bedarfsgerechtes Angebot erstellt.

Suite-Kunden dürfen sich dann aber auch über einen sogenannten Client Success Manger freuen, der nicht nur bei der Einrichtung der SEO-Software hilft (was bei der Komplexität sehr sinnvoll ist), sondern die Kunden auch bei den ersten Erfolgen begleitet. Dabei handelt es sich um einen festen Ansprechpartner, der flexibel erreichbar ist.

Aktuell gibt es die Searchmetrics Suite in der sechsten Generation. Die siebte Generation, die im Laufe des Jahres 2019 auf den Markt kommt, befindet sich bereits in der Erprobungsphase. Mit der neuen Version wird Searchmetrics nicht nur deutlich schicker, sondern auch übersichtlicher. Zudem rückt das Tool die Suchintention stärker in den Vordergrund und erleichtert somit vor allem Anfängern das Verständnis. Über 100 Mitarbeiter allein in der Produktentwicklung beweisen, wie wichtig es dem Anbieter ist, stets mit Updates auf Veränderungen und Trends reagieren zu können und generelle Verbesserungen zu realisieren.

Vorteile von Searchmetrics:

  • Weltgrößte Datenbank
  • Ausschließlich eigene Datenerfassung
  • Großer Funktionsumfang
  • Starke Content-Expertise
  • Persönlicher Kundenbetreuer
  • Schnelle Reaktion auf Veränderungen und Trends

Nachteile von Searchmetrics:

  • Einarbeitung notwendig
  • Wenige Erklärungen in der Software
  • Analysen nur auf Domain-Ebene

Für wen ist Searchmetrics geeignet?

  • Agenturen
  • Inhouse-SEOs
  • Webentwickler
  • Webseitenbetreiber
  • Content Specialists

SEMrush im Test

SEMrush ist ein SEO-Tool aus den Vereinigten Staaten von Amerika, das wie auch alle hier vorgestellten Tools aus Deutschland international verfügbar ist. Obwohl es wie die anderen Dienste sehr mächtig ist, handelt es sich um ein relativ anfänger- und einsteigerfreundliches SEO-Tool.

Site und Backlink Audit

Mithilfe des SEO-Moduls lässt sich unter anderem ein technisches Site Audit durchführen, das Fehler, Warnungen und Hinweise zur OnPage-Optimierung liefert. Zu jeder Meldung lassen sich Informationen zum Grund und zur Behebung abrufen, die zwar kompakt, für Anfänger dadurch aber auch nicht immer wirklich hilfreich sind. Kleines Gimmick: Mit einem Klick lassen sich die Probleme an Trello senden, damit sie nicht vergessen werden, sondern vom zuständigen Mitarbeiter gleich abgearbeitet werden können.

Neben einem Site Audit wird auch ein Backlink Audit angeboten. Die Analyse zeigt unter anderem die Geolocations der Backlinks und die Backlink-Typen. Mithilfe der Kennzahlen lässt sich erkennen, wie angesehen eine verweisende Domain ist.

Umfassende Lösung zur Keyword-Recherche

Eine der Stärken von SEMrush liegt im Bereich der Keyword-Analyse und Keyword-Recherche. Die Keyword-Übersicht zeigt nicht nur Informationen zu den organischen Suchergebnissen, sondern auch zu Anzeigen in den Suchergebnissen. Nutzer des Tools können zudem die Keyword Difficulty zu beliebigen Schlüsselwörtern abfragen und erhalten dann eine prozentuale Einschätzung wie schwierig es ist, für ein Keyword die Position von Mitbewerbern zu erobern.

Besonders hervorzuheben ist das Keyword Magic Tool, das eine umfassende Lösung zur so wichtigen und zeitaufwendigen Keyword-Recherche liefert. Auf Basis des Haupt-Keywords werden alle relevanten Keyword-Kombinationen ermittelt und mit allen wichtigen KPIs in hierarchischer Folge aufgelistet. Mithilfe der Gruppierungsfunktion lassen sich Themenschwerpunkte leicht erkennen und beispielsweise in der Content-Produktion berücksichtigen.

Her gehts zu ausführlichen SEMrush-Testbericht

Werbeaktivitäten von Mitbewerbern analysieren

Wie der Name des SEO-Tools bereits vermuten lässt (SEM = Search Engine Marketing), liegt ein Schwerpunkt von SEMrush auf der Anzeigenrecherche. So lassen sich Werbestrategien und Werbebudgets der Mitbewerber ergründen, Anzeigentexte und Keywords der Konkurrenz analysieren und neue Rivalen im Kampf um den besten Anzeigenplatz und günstigsten Klickpreis ausfindig machen. Das gilt nicht nur für Google Ads, sondern auch für Bing Ads. SEMrush hat zudem die Display-Werbung auf dem Radar, was bei vielen anderen Anbietern nicht der Fall ist.

Abschließend sei noch das umfangreiche Berichtswesen erwähnt. Kunden können sich individuelle Berichte zusammenstellen, selbst abrufen oder regelmäßig zuschicken lassen. Für das Agenturgeschäft gibt es sowohl White-Label-Reportings als auch die Möglichkeit Berichte individuell zu branden, also mit dem eigenen Logo zu versehen. Die einzelnen Übersichtsseiten mit Listen, Grafiken, etc. lassen sich auf Knopfdruck auch als PDF exportieren – ebenfalls mit allen genannten Gestaltungsmöglichkeiten.

Vorteile von SEMrush:

  • Anfänger- und einsteigerfreundlich
  • Konkreter Traffic-Wert
  • Schnelle KPI-Übersicht
  • Benutzerfreundlich
  • Starke Anzeigen-Expertise
  • Kostenlose Schulung

Nachteile von SEMrush:

  • Nicht konsequent ins Deutsche übersetzt
  • Kein deutschsprachiger Support
  • Magere Dokumentation

Für wen ist SEMrush geeignet?

  • Agenturen
  • Inhouse-SEOs
  • Webentwickler
  • Webseitenbetreiber
  • Social Media Manager
  • Public Relations Manager

Sistrix im Test

Die Sistrix Toolbox ist eine Erfindung von Johannes Beus, der ursprünglich SEO-Beratung angeboten hat und dafür ein Programm schrieb, das ihm die wichtigsten Key Performance Indicators für seine tägliche Arbeit lieferte. Daraus hervorgegangen ist die Toolbox, die seit 2008 auf dem Markt ist und vor allem im deutschsprachigen Raum zu den Standarddiensten gehört.

Sichtbarkeitsindex als etablierter Maßstab

Einen Namen hat sich Sistrix durch den Sichtbarkeitsindex gemacht, der im Online Marketing längst ein Standard-KPI ist. Die Kennzahl gibt die Sichtbarkeit einer Domain bei Google wieder und basiert auf der Summe der gefundenen organischen Rankings in den Top-100 zu einem vorgegebenen repräsentativen Keyword-Set, das 250.000 Suchphrasen umfasst. Je höher der Sichtbarkeitsindex, desto mehr Traffic erhält die Webseite über Google.

So bekannt der Sichtbarkeitsindex auch sein mag: Der künstliche Wert ist relativ abstrakt und vor allem für Neulingen und diejenigen, die nicht täglich SEO betreiben, schwer zu greifen. Erst die Erfahrung lässt eine Einschätzung darüber zu, wie gut oder schlecht ein Wert ist. Vor allem lässt sich bei Sistrix nicht konkret erkennen, warum sich der Sichtbarkeitsindex verbessert oder verschlechtert hat. Da sind andere Dienste wie Metrics Tools transparenter, indem sie ganz klar anzeigen, welche Ranking-Veränderungen Einfluss auf den Wert für die Sichtbarkeit hatten.

Um den Sichtbarkeitsindex einer Domain abzufragen, braucht man nicht die Toolbox. Doch um die Sichtbarkeit und das Ranking zu verbessern, gehört sie zweifelsfrei zu den Tools der ersten Wahl. Immerhin haben die Macher von Sistrix mehr als zehn Jahre Erfahrung und sich eine Vorreiterstellung in der Branche aufgebaut. Sie bezeichnen ihren Dienst selbst als das “meistgenutzt Tool der SEO-Profis”, wobei natürlich Auslegungssache ist, wer zu den Professionals zählt.

5 eigenständige Module für je 100 Euro

Sistrix gliedert sich in insgesamt sechs Module:

  • SEO-Modul

Basismodul mit allen wichtigen SEO-Daten auf Mobil- und Desktopebene

  • Optimizer-Modul

OnPage-Analyse mit konkreten Verbesserungsvorschlägen und Keyword-Monitoring

  • Link-Modul

Echtzeit-Auswertung und qualitative Backlink-Prüfung

  • Ads-Modul

Analyse von Suchmaschinenanzeigen auf Keyword- und Domainbasis

  • Social-Modul

Analyse der beliebtesten und erfolgreichsten Social-Media-Inhalte

  • Marketplace-Modul

Auswertung von Geschäftsaktivitäten auf dem Amazon Marketplace (Amazon SEO)

Jedes Modul kann einzeln und unabhängig voneinander gebucht werden. Die Preisgestaltung ist relativ simpel, indem jedes Modul 100 Euro kostet. Ab dem dritten gebuchten Modul gibt es 25 Prozent Rabatt. Trotz der sechs Nutzer, die automatisch inklusive sind (nur unternehmensintern), ist Sistrix damit wahrlich kein Schnäppchen. Für das Komplettpaket werden pro Jahr immerhin mehrere tausend Euro fällig. Dafür bekommt man aber auch einiges geboten!

Trotz des mächtigen Funktionsumfangs ist das User Interface extrem aufgeräumt, übersichtlich und klarlinig. Das ist zweifelsfreie eine Stärke, mit der man sich deutlich von der Konkurrenz abhebt. Die Bedienung erfolgt intuitiv. Die Dokumentation ist sehr umfangreich. Über das Fragezeichen-Symbol werden alle Bestandteile schon im Interface erklärt. Es gibt Fragen und Antworten, Video-Tutorials und eine Wissensdatenbank. Der Support ist per Ticketsystem, E-Mail, Telefon und Live-Chat erreichbar.

Viele Hintergrundwissen und tiefgehende Analysen

Eine Besonderheit von Sistrix ist das Augenmerk auf Google Updates, die in allen Grafiken mit speziellen Markern sichtbar gemacht werden, so dass man auf den ersten Blick sieht, zu welchen Veränderungen ein Update geführt hat. Jedes Google Update wird auf einer eigenen Seite umfassend erklärt, so dass mit dem nötigen Verständnis eventuelle Einbußen bei der Sichtbarkeit und dem Ranking wieder ausgebügelt werden können. Außerdem können individuelle Marker gesetzt werden, die zum Beispiel einen Relaunch kennzeichnen und die Auswertungen sowohl für einen selbst, als auch für Dritte verständlicher machen.

Sistrix überzeugt mit einer unglaublichen Analysetiefe, was allerdings auch ein gewisses Grundverständnis von der Materie voraussetzt und etwas Einarbeitungszeit benötigt. Einmal mit der Toolbox vertraut gemacht, profitiert man allerdings von einem einfachen und schnellen Workflow im SEO-Alltag. Hat man sich für ein oder mehrere Module entschieden, können diese ohne Einschränkungen genutzt werden. Keine begrenzten Analysen, keine abgeschnittenen Listen und Zugriff auf die komplette Datenhistorie seit 2008. Genau das schätzen SEOs, die einen datengetriebenen Ansatz verfolgen.

Vorteile von Sistrix:

  • Etablierter Sichtbarkeitsindex als akzeptierter Maßstab
  • Großer Funktionsumfang
  • Sehr benutzerfreundlich
  • Umfassende Dokumentation
  • Guter Support
  • Transparentes Preismodell

Nachteile von Sistrix:

  • Sichtbarkeitsindex zu intransparent
  • Umfang überfordert Einsteiger
  • Erfordert SEO-Grundverständnis

Für wen ist Sistrix geeignet?

  • Agenturen
  • Inhouse-SEOs
  • Webentwickler
  • Webseitenbetreiber
  • Social Media Manager
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Tipp!
Mit Sistrix Smart bietet der Anbieter für Einsteiger ein kostenloses SEO-Tool, das in seinen Funktionen stark eingeschränkt ist und keinen Support bietet, für kleine Webmaster aber dennoch hilfreich ist. Die Sistrix Toolbox kann 14 Tage kostenlos getestet werden.

Xovi im Test

Xovi ist eine SEO- und Social-Software, die ebenfalls aus Deutschland stammt und seit 2009 auf dem Markt ist. 2017 wurde Xovi zu 100 Prozent von Plesk übernommen. Die Suite ist in drei Versionen erhältlich, die sich weniger im Funktionsumfang, als vielmehr im Inklusivvolumen unterscheiden.

So ist die Anzahl der Analysen, Mitbewerber und Projekte jeweils unbegrenzt. Je teurer die Version, desto mehr Keyword-Monitoring-Abfragen, OnPage-Crawls und API-Credits sind enthalten. In der Enterprise-Version findet außerdem eine tägliche statt eine wöchentliche Linkprüfung statt. Auch wer mit mehreren Personen mit Xovi arbeiten will, muss zur Business- oder Enterprise-Version greifen. Pro gibt es für 99 Euro im Monat, die Vollversion kostet 499 Euro monatlich.

Auswertung chancenreicher Keywords und Priorisierung von Fehlern

Xovi bietet das Rundum-Sorglos-Paket mit einem gewaltigen Funktionsumfang. Mit dem Keyword-Tool lassen sich Keywords tagesaktuell überwachen um auf Rankingveränderungen zeitnahe reagieren zu können. Hervorzuheben sind hier die Keyword-Chancen, die im Vergleich mit Tools anderer Anbieter recht realistisch ausfallen. Der Keyword Effectiveness Index (KEI) sagt aus, wie chancenreich ein Keyword ist. Je höher der Wert, desto größer die Chance mit diesem Keyword ein gutes Ranking zu erreichen. Im Rahmen des Monitorings lassen sich besonders wichtige Keywords überwachen.

Das OnPage-Tool dient insbesondere der technischen Analyse, die auch Content-Aspekte wie Überschriften berücksichtigt. Xovi nimmt eine Gewichtung der gefundenen Fehler vor, so dass diese priorisiert abgearbeitet werden können. Die Gewichtung erfolgt anhand aktueller Erkenntnisse aus der Suchmaschinenoptimierung.

Das Link-Tool listet Backlinks nicht nur auf, sondern gibt auch Aufschluss darüber, welche neu hinzugekommen sind und welche verloren wurden. Eine Erweiterung ist der Link-Manager, der beim Aufbau eines authentischen Backlink-Profils hilft. Die Disavow-Analyse hilft beim Auffinden schädlicher Backlinks, die entweder eine Gefahr werden könnten schon zu einer Penalty geführt haben.

Starke Tools für Social Media Manager und Affiliates

Dem eigenen Anspruch, auch eine Social-Software zu sein, wird Xovi mit dem Social-Signals-Tool und dem Social-Analytics-Tool gerecht. Ersteres gibt einen tagesaktuellen Überblick über die Sichtbarkeit einer Webseite in den sozialen Netzwerken. Mit letzterem lassen sich Social-Media-Profile anhand wichtiger Kennzahlen kontinuierlich überwachen. Das gilt übrigens nicht nur für die eigenen, sondern auch für die Profile der Konkurrenz.

Natürlich verfügt Xovi auch über ein SEA-Tool. Hervorgehoben werden soll an dieser Stelle allerdings das Affiliate-Tool, das ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist. Damit lässt sich zum Beispiel herausfinden, mit welchen Partnerprogrammen die Mitbewerber arbeiten oder welche ihre wichtigsten Affiliates sind.

Verknüpfung mit Webanalyse-Tools

Punkten kann Xovi auch damit, dass man beliebige Webanalyse-Tools mit dem SEO-Tool verknüpfen kann und so verlässliche Zahlen darüber erhält, über welche Keywords tatsächlich Traffic kommt. Damit will Xovi seinem Anspruch noch näher kommen, alle relevanten SEO-Daten in einem einzigen Tool zu bündeln. Dazu trägt bei, dass neben Google auch Bing analysiert werden kann.

Trotz des zweifelsfrei mächtigen Funktionsumfangs ist das User Interface recht übersichtlich, wenngleich nicht so schick wie bei Sistrix. Statt vieler kleiner Updates, setzt Xovi auf eher umfangreichere Aktualisierungen, was das Update-Intervall im Vergleich mit anderen Tools relativ lang macht.

Vorteile von Xovi:

  • Kompletter Funktionsumfang
  • Video-Tutorials
  • Starkes Social-Tool
  • Einziger Anbieter mit Affiliate-Tool
  • Guter Support

Nachteile von Xovi:

  • Gewisse Einarbeitungszeit notwendig
  • Projekte müssen angelegt werden
  • Mitunter etwas langsam
  • Relativ große Update-Intervalle

Für wen ist Xovi geeignet?

  • Agenturen
  • Inhouse-SEOs
  • Webentwickler
  • Webseitenbetreiber
  • Affiliates und Affiliate Manager
  • Social Media Manager
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4 SEO-Tools im Test: Das Fazit
Alle vier Tools sind starke All-in-One-Lösungen, mit denen selbst Profis ihre Freude haben. Searchmetrics ist das beste Tool für SEOs, die exzellenten Content schätzen. Die Stärke von SEMrush liegt in der Keyword-Recherche. Sistrix ist für datengetriebenes SEO ideal und bietet den besten Workflow. Xovi füllt die Lücke des Affiliate Marketings und ist stark beim Thema Social Media.

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um SEO-Tools

Was sind SEO-Tools?

SEO-Tools sind Onlinedienste und Programme, die Suchmaschinenoptimierer und Webseitenbetreiber bei der Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, kurz SEO) unterstützen.

Was können SEO-Tools?

SEO-Tools dienen in erster Linie der Analyse und dem Monitoring von Domains. Dabei lassen sich je nach Tool verschiedene Aspekte einer Webseite unter die Lupe nehmen, wie zum Beispiel die Struktur, die Ladegeschwindigkeit, die Keywords, der Content, die Usability, die User Signals und die Backlinks. SEO-Tools liefern verschiedene Key Performance Indicators (KPIs), die Aufschluss über den Erfolg einer Webseite geben, insbesondere in Bezug auf das Ranking und die Sichtbarkeit.

Warum sollte man SEO-Tools nutzen?

Anhand der Daten, die SEO-Tools liefern, wissen Suchmaschinenoptimierer, an welchen Stellschrauben sie ansetzen müssen, um das Ranking und die Sichtbarkeit einer Webseite zu verbessern. Die Tools dienen der anfänglichen Analyse des Ist-Zustandes und helfen bei der Entwicklung einer nachhaltigen SEO-Strategie. Sie zeigen Fehler und Potentiale auf und geben somit die Richtung vor. Außerdem dienen sie der Erfolgskontrolle, indem mit ihnen überprüft werden kann, ob SEO-Maßnahmen zu Verbesserungen oder Verschlechterungen geführt haben oder keinerlei Auswirkungen hatten.

Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Wettbewerbsanalyse, schließlich kann man nicht nur seine eigene Webseite überprüfen und überwachen. Ein probater Weg in der Suchmaschinenoptimierung ist es, von der erfolgreichen Konkurrenz zu lernen. Doch dafür muss sie zunächst fundiert analysiert werden, wobei die SEO-Tools helfen. So lassen sich beispielsweise Keywords finden, die der Mitbewerber gar nicht bedient oder wozu er nur schwach rankt und die somit ein hohes Potential aufweisen. Mit vielen SEO-Tools kann zudem das Backlink-Profil analysiert werden, was möglicherweise beim Akquirieren neuer Backlinks für die eigene Webseite hilfreich ist.

Welche Arten von SEO-Tools gibt es?

SEO-Tools lassen sich grob in Generalisten und Spezialisten unterteilen. Generalisten sind Tools wie die hier genannten, die die gesamte Bandbreite der Suchmaschinenoptimierung abdecken und sich vor allem an Agenturen und Inhouse-SEOs wenden. Sie sind meist modular aufgebaut, so dass sich jeder ein Tool mit dem von ihm benötigten Funktionsumfang zusammenstellen kann, ohne allzu hohe Gebühren für Bestandteile zu bezahlen, die ohnehin nicht genutzt werden.

Spezialisten hingegen konzentrieren sich auf einen Fachbereich und wollen darin möglichst gut sein. So ist beispielsweise der KWFinder auf die Keyword-Recherche spezialisiert und hat es geschafft, sich in diesem Segment auch einen Namen zu machen. Weil der Funktionsumfang in der Summe etwas geringer ist, sind spezialisierte SEO-Tools in der Regel etwas günstiger.

Worin liegt der Unterschied zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen SEO-Tools?

Der wesentliche Unterschied liegt im Funktionsumfang. So bieten kostenpflichtige Tools in der Regel viel mehr Möglichkeiten. Bei kostenlosen Tools hingegen handelt es sich meist um stark eingeschränkte Versionen eines kostenpflichtigen Tools, die als Lockmittel dienen. Neben dem Funktionsumfang ist mitunter sogar die Nutzungsintensität eingeschränkt, indem pro Tag beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl an Abfragen möglich ist.

Kostenpflichtige SEO-Tools weisen keinerlei Beschränkungen auf und geben so nicht nur Aufschluss über alle Leistungskennzahlen, sondern garantieren auch einen effektiven Workflow. Während sich die kostenfreien Dienste eher an Privatperson und Kleinunternehmer richten, haben die umfangreichen Tools die Professionals – also SEOs, Marketer und Webseitenbetreiber – als Zielgruppe. Somit ermöglichen kostenpflichtige Dienste im Unterschied zu kostenfreien häufig auch die parallele Nutzung durch mehrere Personen. Ferner stellen sie Sheets und Reportings zur Verfügung, die der Präsentation und Kommunikation mit den Endkunden dienen.

Was kostet ein SEO-Tool?

Die Preise für SEO-Tools variieren zum Teil stark und hängen im Wesentlichen vom Funktionsumfang ab. Auch die Anzahl der (gleichzeitigen) Nutzer beeinflusst den Preis. Gute kostenpflichtige Tools liegen zwischen 50 und 150 Euro pro Monat. Einige Tools sind modular aufgebaut, so dass sich Kunden bewusst für die Bestandteile entscheiden können, die sie tatsächlich benötigen und auch nur diese bezahlen müssen.

Beim Preisvergleich gilt es nicht nur auf die Features zu achten, sondern beispielsweise auch auf die im Preis enthaltene Anzahl an Abfragen für Domains, Keywords, etc. Abfragen, die das Inklusivvolumen überschreiten, kosten extra. Das spielt vor allem für Agenturen, die mit einem SEO-Tool viele Kundenprojekte betreuen, eine Rolle.

Welche Abrechnungsmodelle für SEO Tools gibt es?

Manche SEO-Tools lassen sich als Freeware kostenlos nutzen, meist jedoch mit eingeschränktem Funktionsumfang. Einige wenige Anbieter verlangen eine einmalige Gebühr, nach dessen Entrichtung man das Tool dann unbeschränkt und in vollem Umfang verwenden kann. Das gängigste Abrechnungsmodell ist die regelmäßige Zahlung, meist monatlich oder jährlich, für Software as a Service. Bei Abrechnung über einen längeren Zeitraum gewähren viele Anbieter einen Rabatt. Gelegentlich verlangen Softwareunternehmen auch eine Zahlung pro Volumen, also beispielsweise ein bestimmtes Kontingent an Suchabfragen.
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