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Linkquellen bewerten – was ist ein guter Backlink?

Linkquellen bewerten – was ist ein guter Backlink?

Lesezeit: 11 Min

Zum Thema Linkbuilding gibt es unterschiedliche Meinungen. Die eine Hälfte der SEO-Welt sagt: „Linkbuilding ist tot und hat keinen Einfluss mehr auf das Ranking!“, während die andere Hälfte sagt: „Backlinks sind immer noch einer der wichtigsten Rankingfaktoren!“.

Diese Diskussion möchte ich einfach mal außen vor lassen und mich nur um das Thema „Linkbewertung“ kümmern. Hierbei unterscheiden wir einmal in die Bewertung der Linkquelle, also der URL, die uns den Backlink gibt, und einmal in die Bewertung des Backlinks, also die einzelnen Faktoren und KPIs des Backlinks.

Beginnen möchte ich damit, wie Dein Backlinkprofil am besten aussehen sollte!

Wie sollte dein Backlinkprofil aussehen?

Ein ausgewogenes Backlinkprofil ist wichtig und sollte regelmäßig kontrolliert werden, um möglichen Abstrafungen von Google vorzubeugen.

Wie kann ich meine Backlinks sehen?

Um Dein Linkprofil sehen zu können, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die vermutlich genaueste Vorgehensweise ist die über die Google Search Console.

screenshot google search console backlinks linkprofil

Screenshot aus der Google Search Console

Hierzu einfach im linken Menü auf „Links“ und dann auf „verweisende Webseiten“ klicken, um eine Übersicht über alle externen Links zu bekommen. Zudem kann bei „externe Links“ eine Übersicht der gesamten verlinkten Seiten eingesehen werden. Das Ganze kann in Form von XLS-Dateien heruntergeladen werden.

Der Nachteil hier ist, dass Du die Links anschließend manuell prüfen musst, dass es seitens Google keine „Bewertung“ gibt und dass Du hier nur eine Übersicht der verlinkenden Domains bekommst.

Um dem entgegenzuwirken, bieten sich zum Beispiel die kostenpflichtigen Link Research Tools (LRT) an. LRT zeigt Dir mit dem sogenannten DTOXRISK an, wie „toxisch“ der einzelne Link für Deine Website ist. Zudem bekommst Du direkt Informationen über Ankertexte, no-follow/do-follow und kannst Deine schlechten Backlinks direkt in eine Disavow-Liste packen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, sein Linkprofil mit kostenfreien Tools wie dem Openlinkprofiler zu überprüfen. Dies ist jedoch die ungenaueste Variante.

Wie muss ein ausgewogenes Backlinkprofil aussehen?

Damit Du von einem ausgewogenen Linkprofil sprechen kannst, solltest Du auf verschiedene Aspekte achten. Der erste Aspekt (die genannte Reihenfolge spiegelt nicht die Relevanz wieder!), den wir beachten können, ist die Anzahl der Backlinks und das Verhältnis zwischen verlinkenden URLs und verlinkenden Domains.

Verhältnis Domains / URLs

Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, ist es nicht sehr vielversprechend, wenn 10 Domains insgesamt 1500-mal auf Deine Seite verlinken. Dieses Problem haben oft regionale Dienstleister, die einen Sportverein sponsoren. Hier wird in der Regel das Logo in den Footer gesetzt und man bekommt einen Backlink von jeder einzelnen URL. Da aber eine Verlinkung von jeder URL nicht bei jeder URL thematisch passt, ist das als negativ zu bewerten.

Sinnvoller ist es hier, dass die URLs und Domains in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Eine festgeschriebene Formel dazu gibt es nicht. Sieh halt zu, dass jeder Backlink an der eingesetzten Stelle auch sinnvoll ist und einen Mehrwert gibt.

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Anzahl

Auch bei der Anzahl der Backlinks gibt es keinen Wert, der „richtig“ ist. Theoretisch kann man sagen: „Je mehr, desto besser!“. Das gilt aber auch nur, wenn die Qualität und die Themenrelevanz passen.

Wenn Du einfach nur stupide Backlinks kaufst und die „Themenrelevanz“ nicht beachtest, kann die Abstrafung durch Google schneller kommen, als dir lieb ist.

Themenrelevanz

Womit wir schon wieder beim nächsten Punkt wären. Die Themenrelevanz! In meinen Augen sollte die Themenrelevanz über allem stehen. Wenn Nutzer auf einen Backlink klicken und nicht das finden, was sie erwarten, gibt das negative Nutzersignale. Diese Signale sind für Google relevant und können auf die Rankings drücken. Also pass auf, wo und wie Deine Backlinks verbaut sind!

Bei LRT kannst du dein Linkprofil bewerten lassen. Die Bewertung erfolgt hier in einem Ampelsystem (Rot / Gelb / Grün). Logischerweise ist hier Grün sehr erstrebenswert und auch relativ einfach zu erreichen. Später mehr dazu.

Ankertext

Auch auf den Ankertext solltest Du achten. Hierbei kannst du in „harte“, „weiche“ und „Brand“-Ankertexte unterscheiden. Im Idealfall zeigt der Ankertext dem User direkt, was es auf der verlinkten Seite zu sehen gibt. Es muss ein Anreiz geboten werden, überhaupt auf den Link zu klicken.

Weiche Ankertexte

Bei weichen Ankertexten spricht man von Wörtern, die kein sogenanntes Money-Keyword sind wie z. B. „Weitere Informationen dazu findet ihr hier!“

Harte Ankertexte

Keywords wie z. B. Kaffeemaschineoder Laptopsind „harte“ Ankertexte. Sie lassen keinen Spielraum und zeigen direkt und ohne Alternative, um was es in dem verlinkten Artikel geht. Hier sollte man sehr vorsichtig sein, denn zu viele „harte“ Ankertexte wirken unnatürlich und können bei Google für viel Ärger (aka Abstrafung) führen.

Brand-Ankertexte

Wie Du Dir sicher schon gedacht hast, handelt es sich bei den „Brand“-Ankertexten um Wörter, die einen Markennamen in sich tragen und kein natürliches Keyword sind. Beispiel: „Viele Webinare bekommt ihr beim OMT!“
Da Google auf Brands steht, sind Brand-Links insgesamt als positiv zu bewerten.

Verlinkte URL

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verteilung der verlinkten Seiten. In der Google Search Console kannst Du bei den externen Links sehen, welche Eurer Seiten am meisten verlinkt wird. Hierbei solltest Du darauf achten, dass nicht alle Backlinks nur auf Deine Startseite verlinken. Das wirkt unnatürlich! Es gibt keine klare Formel, wie das Verhältnis zwischen Verlinkungen auf Unterseiten und Startseiten sein soll. Das unterscheidet sich von Branche zu Branche. Ein Informationsportal wie Wikipedia hat wesentlich mehr Verlinkungen auf die unterschiedlichen Unterseiten als auf die Startseite. Ein Dienstleister wie z. B. ein Arzt hat dahingegen vermutlich mehr Backlinks auf seine Startseite. Gerne könnt ihr auch mal hier bei seonative.denachschauen.

No follow / do follow

Viele sagen zwar: „No-follow-Links braucht keiner, die haben eh keine Auswirkungen.“, trotzdem sind No-follow-Links nicht zu unterschätzen. Der No-follow-Tag gibt nämlich nur eine Empfehlung, diesen Link nicht zu verfolgen. Seitens Google gibt es keine genauen Angaben, ob die No-follow-Links Auswirkungen auf die Sichtbarkeit Deiner Domain haben. Zudem kann es sein, dass andere Suchmaschinen den No-follow-Tag unterschiedlich bewerten und ihm vielleicht mehr Gewichtung schenken, als Google es macht.

Ein bekanntes Beispiel: Wikipedia-Links stehen alle auf No follow, aber willst Du diese nicht haben?

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Linkgebende Seite bewerten

Nun weißt Du, wie Du Dein Linkprofil sehen kannst und worauf Du achten sollst. Doch woher weißt Du, wann die linkgebende Seite eine „gute“ Seite ist?

Hierfür gibt es mehrere KPIs, die Dir vermutlich bereits ein Begriff sind:

Themenrelevanz

Wie bereits erwähnt, steht für mich die Themenrelevanz an erster Stelle. Nutzer, die für Deine Domain relevant sind, findest Du auch nur auf Seiten, die zu Deinem Thema passen. Wenn Du als Kranvermieter einen Backlink auf einem Blog zum Thema Nachhaltigkeit setzt, sprichst du gewiss nicht die Leute an, die danach dann bei Dir einen Kran mieten würden. Logisch, oder? 😊

Es ist davon auszugehen, dass Google dies auch so bewertet und vor allem mittlerweile auch problemlos dazu in der Lage ist.

Sichtbarkeitsindex bzw. Keywordrelevanz

Um eine Domain zu bewerten, kommt einem zuerst der Sichtbarkeitsindex in den Sinn.

Der Sichtbarkeitsindex setzt sich aus den unterschiedlichen Rankings und dem Suchvolumen der rankenden Keywords zusammen. Hierbei sollte immer wieder ein Auge auf die Themenrelevanz geworfen werden. Rankt die Seite auf Keywords, die irgendwie in Bezug zu Deinem Thema stehen oder rankt die Seite nur auf irrelevante Keywords?

Abstrafung

Ein weiterer Aspekt ist das Verweilen in einer Abstrafung. Hat die Sichtbarkeit der linkgebenden Seite in den letzten Jahren einen radikalen Einsturz gehabt und bleibt seitdem auf einem gleichbleibend niedrigen Wert? Deckt sich der Zeitpunkt des Abfalls vielleicht sogar mit einem Google-Pinguin-Update? Sollte dies der Fall sein, ist eine Abstrafung naheliegend. Diese Webseiten stehen voraussichtlich bei Google auf der „Roten Liste“. Daher ist ein Backlink hier nicht sehr empfehlenswert.

Linkschleuder

Sicher kennst Du diese Webseiten, die nur zum Linkverkauf erstellt wurden. Ein erfahrener SEO riecht diese Seiten 10 km gegen den Wind. Hier kannst Du dir eigentlich sicher sein, dass Google ein Auge darauf hat. Wie Du dir denken kannst, kann das negative Auswirkungen auf Deine Seite haben bzw. hat es keine positiven Auswirkungen.

Diese Seiten sind leicht zu identifizieren. Einfach mal in die letzten 5 – 10 Artikel schauen und nachsehen, was dort verlinkt wurde. Sind nur harte Anker zu finden und am besten vom Sinn her richtig aus der Nase gezogen, dann „Finger weg“!

Bewertungseinheiten durch Toolanbieter

Zusätzlich zu den „offensichtlichen“ Bewertungseinheiten gibt es auch bereits bestehende Bewertungseinheiten, die von unterschiedlichen Toolanbietern ermittelt werden.

LRT Power/Trust

Beim Link Research Tool gibt es einen weiteren KPI: den Power/Trust-Faktor. Dieser setzt sich aus der Stärke und der Vertrauenswürdigkeit Deiner Webseite zusammen. Wie genau der Algorithmus hier bewertet, ist uns zwar nicht bekannt, aber er bietet schon eine gute Einschätzung des potenziellen Linkgebers.

link research tools logo screenshot backlinkprofil

Majestic

Auch bei Majestic gibt es einen sogenannten Domain-Trust, der Dir Auskunft über die Vertrauenswürdigkeit einer Domain gibt.

majestic logo backlinkprofil

Tools vertrauen

Die Bewertungseinheiten der unterschiedlichen Tools sind definitiv empfehlenswert. Trotzdem sollte sich nicht nur auf eine einzige Bewertungseinheit verlassen werden. Eine neue bzw. junge Domain hat möglicherweise einen sehr geringen Domain-Trust, wodurch ein Backlink von dieser Seite als „schlecht“ eingestuft werden kann. Es kann jedoch dazu kommen, dass die Seite seriös geführt und in den nächsten Monaten zu einer absoluten Autorität in ihrer Themennische wird. So kann ein heute gesetzter Backlink langfristig zu einer guten Linkquelle werden

 

Link bewerten

Wenn Du einen neuen Backlink hast und diesen bewerten willst, solltest du auf mehrere Faktoren achten. Bedenke hierbei bitte, dass Du nicht alle Faktoren nachträglich beeinflussen kannst (davor natürlich auch nicht). Viele Blogger bzw. Besitzer der linkgebenden Seiten sind jedoch bei Änderungswünschen gesprächsbereit.

Nun möchte ich Dir kurz zeigen, welche Möglichkeiten du bei der Kontrolle und der Optimierung hast.

Traffic

Wenn Du bei Deinem täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Reporting Deinen Traffic anguckst, siehst Du natürlich auch den Traffic, der über externe Verlinkungen auf Deine Seite kommt. Guter und kontinuierlicher Traffic ist natürlich das Beste, was Dir ein Backlink bringen kann.

Du darfst hier natürlich nicht erwarten, dass jetzt jeden Monat hunderte von Usern über einen Backlink auf Deine Seite kommen. Die Klickrate bei Backlinks ist relativ gering. Wie hoch sie jedoch wirklich ist, ist von der Branche und anderen Faktoren (wie der oben beschriebenen Optimierung) abhängig.

Doch den Traffic kannst Du im ersten Moment nicht optimieren. Es gibt jedoch zwei Möglichkeiten, die dazu beitragen, dass Du mehr Traffic über einen Backlink bekommst. Erstens, indem Du selbst mehr Nutzer auf die verlinkende Seite organisierst (dazu braucht die Seite mehr Rankings usw.), und zweitens müssen mehr Seitenbesucher auf Deinen Backlink klicken. Nur, wie lässt sich das optimieren?

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Rankings

Bei Xovi und Sistrix gibt es auch die Funktion der URL-Analyse. Hier bekommst Du Sichtbarkeit und Rankings der einzelnen URLs. Um mehr Traffic zu bekommen, sind gute Rankings natürlich wichtig. Also schau am besten, wo bereits Rankings sind, und optimiere anschließend den Text auf der linkgebenden Seite (das geht natürlich nur in Kooperation mit dem Betreiber der linkgebenden Seite). Wie man das macht, kannst Du Dir in dem Artikel meines Kollegen Daniel Sternberger genau durchlesen.

Linkposition

Bei vielen Artikeln werden nur die ersten 25 % gelesen/gesehen. Der Bereich, der direkt nach dem Laden der Seite zusehen ist, wird logischerweise am häufigsten gelesen 😉.Daher ist es mehr als sinnvoll, im ersten Absatz einen Backlink zu bekommen. Auch hier muss man auf die Gesprächsbereitschaft des Webseitenbetreibers bauen. Zusätzlich ist es wichtig, dass der Backlink ersichtlich ist. Wenn der Ankertext einfach schwarz ist und alle anderen Wörter im Text auch Schwarz sind, ist er auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Möglichkeiten sind hier eine andere Schriftfarbe, den Anker fett zu markieren oder ihn mit Farbe zu hinterlegen.

Themenrelevanz

Der nächste wichtige Faktor (Du merkst, ich erwähne es nicht zum ersten Mal.) ist die Themenrelevanz. User, die auf einen Umweltblog gehen und hier etwas über das neuste Samsung-Smartphone sehen, werden ganz sicher nicht auf Deinen Backlink klicken. Der Inhalt der linkgebenden Seite muss im Zusammenhang mit Deiner Seite stehen. Wichtig ist, dass Deine Seite „weiterführende“ Informationen liefern kann. Schließlich wirst Du ja „empfohlen“.

No Follow / Do Follow

Ein weiterer Aspekt ist die Verwendung des No-follow-Tags. Wenn der Betreiber der linkgebenden Seite nicht mit Deiner Seite in Verbindung gebracht werden will, greift er in den meisten Fällen zum No-follow-Tag. Wie bereits erwähnt, sagt dieser Tag Google, dass kein Linkjuice vererbt werden darf. Diese Links können trotzdem guten Traffic und damit Nutzerdaten auf die Seite bringen! Also nicht unterschätzen 😊.

Gerade die aktuell viel diskutierten Nutzerdaten will ich auf meinen Dokumenten haben, damit wir Google beweisen können, wie geil unsere Inhalte sind.