Influencer Marketing | Definition und Grundlagen - Starte jetzt durch!

Was ist Influencer-Marketing?

Unter Influencer-Marketing versteht man die Verbreitung von maßgeschneiderten Werbebotschaften durch digitale MeinungsfĂŒhrer an eine genau definierte Zielgruppe innerhalb der Social-Media Welt. Dabei unterliegt diese Disziplin keinem bestimmten Content-Format. Viele Influencer bespielen mehrere Social-Media-KanĂ€le mit unterschiedlichen Formaten. Influencer bieten Unternehmen einen hohen Multiplikator in Bezug auf die Reichweite, den Unternehmen so allein nur schwer erreichen könnten.

Wenn auch Du Dich mit dem Thema Influencer Marketing beschÀftigen willst, findest Du hier auf unserer Themenwelt zahlreiche Tipps und Tricks, die Dir bei der Umsetzung helfen.

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Im 42. OMT-Podcast wird es ziemlich speziell. Gastrednerin Inken Kuhlmann-Rhinow berichtet im GesprĂ€ch mit OMT-GrĂŒnder Mario Jung, wie man Mitarbeiter als Markenbotschafter einsetzt und so unternehmensinternes Influencer Marketing ausfĂŒhren kann. Wie das gehen soll, fragst Du dich? Hör doch einfach rein! 🙂

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Influencer Marketing Konferenzen

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Was ist Influencer-Marketing?

Unter Influencer-Marketing versteht man die Verbreitung von maßgeschneiderten Werbebotschaften durch digitale MeinungsfĂŒhrer an eine genau definierte Zielgruppe innerhalb der Social-Media Welt. Dabei unterliegt diese Disziplin keinem bestimmten Content-Format. Viele Influencer bespielen mehrere Social-Media-KanĂ€le mit unterschiedlichen Formaten. Influencer bieten Unternehmen einen hohen Multiplikator in Bezug auf die Reichweite, den Unternehmen so allein nur schwer erreichen könnten.

Was sind die Grundlagen des Influencer-Marketings?

Influencer-Marketing ist derzeit die wohl prĂ€senteste Marketingdisziplin in den Medien. Ein ausschlaggebender Punkt fĂŒr die Entwicklung im Influencer-Marketing ist das schwindende Vertrauen gegenĂŒber klassischer Werbung. Verglichen mit dieser, werden Werbeplatzierungen durch Influencer als weniger störend und aufdringlich empfunden.

Die Entwicklung zeigt deutlich, dass Konsumenten dazu neigen, immer mehr den persönlichen Empfehlungen aus dem nĂ€heren Umfeld und auch von Experten zu folgen anstelle von klassisch platzierten Werbebotschaften. Und genau dies kommt den Influencern zugute, da viele ein hohes Vertrauen der eigenen Community genießen dĂŒrfen und ihre Botschaften daher ebenfalls als persönliche Empfehlungen wahrgenommen werden.

Influencer sind meist Experte auf einem oder mehreren Gebieten. Sei es im Bereich Technik, Gaming, Beauty oder auch Food. Sie nutzen ihren Expertenstatus und auch ihre Reichweite, um eigene Inhalte in die Außenwelt zu tragen. Der Begriff Influencer legt also zugrunde, dass Personen Content kreieren, den sie auf unterschiedlichen Social-Media Plattformen veröffentlichen und damit innerhalb ihrer Reichweite Einfluss ausĂŒben.

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Wie erreiche ich meine Zielgruppe mithilfe von Influencern? Welche Social Media KanĂ€le sind fĂŒr meine Branche am besten geeignet? Diese und weitere Fragen klĂ€ren wir in unserem Basis Webinar zum Thema Influencer Mark...

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Wie funktioniert Influencer-Marketing?

Das Grundprinzip des Influencer-Marketings existiert schon lange. In den vergangenen Jahrzenten wurde beispielsweise von Word-Of-Mouth, Empfehlungsmarketing, Testimonial-Werbung oder auch Ambassador-Werbung gesprochen. Kombiniert man diese Markendisziplinen und fĂŒgt die Komponente Social-Media hinzu, entsteht der neue Bereich Influencer-Marketing.

Im Influencer-Marketing gibt es drei Akteure: Unternehmen, Influencer und Follower. Das Unternehmen bzw. die Marke beauftragt einen oder mehrere Influencer, eine bestimmte Werbebotschaft an seine Follower zu ĂŒbermitteln.

Es geht also primĂ€r darum, MarkenbefĂŒrworter mit entsprechender Reichweite und Einfluss zu gewinnen, die durch Expertenstatus und Vertrauen der Followerschaft glaubwĂŒrdig die Wertigkeit der eigenen Markenbotschaft steigern. Dies geschieht durch eine authentische Übermittlung seitens der Influencer, die bestenfalls dazu fĂŒhrt, dass die Follower mit der Marke interagieren und daraus schlussendlich potenzielle Kunden hervorgehen. FĂŒr diese Werbeleistung erhĂ€lt der Influencer das zu bewerbende Produkt gratis und zudem meist eine finanzielle Entlohnung.

Die Besonderheit im Influencer-Marketing ist die Art der Ausspielung. Die Markenbotschaft oder das Produkt werden so geschickt in den Content des Creators integriert, dass sich daraus ein harmonisches und glaubwĂŒrdiges Gesamtbild ergibt. Um dies zu ermöglichen ist es wichtig, den Influencern eine möglichst große gestalterische Freiheit einzurĂ€umen. Dadurch lĂ€sst sich eine Marke gezielt und positiv bei der Zielgruppe etablieren. Da viele Influencer eine sehr enge Verbindung zu ihrer Community haben, merken diese schnell, wenn dem Influencer Worte in den Mund gelegt werden, was die AuthentizitĂ€t enorm mindern kann.

Aus einzelnen Kooperationen, die durch hohen Brand-Audience-Fit und starker Performance des Influencers herausragen, können dann langfristige Influencer Relations geschlossen werden.

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Wie unterscheidet man Influencer-Marketing und Influencer Relations?

Influencer-Marketing und Influencer Relations unterscheiden sich in ein paar wenigen, aber wesentlichen Punkten. WĂ€hrend im Influencer-Marketing das Ziel verfolgt wird, eine möglichst große Reichweite zu generieren, stehen bei Influencer Relations die Beziehungen zwischen Marke und Influencer im Mittelpunkt. Influencer nehmen hier die Position eines Markenbotschafters ein.

Das Influencer-Marketing wird also durch gezielte Aktionen gesteuert, die möglichst breit gestreut fĂŒr entsprechende Reichweite sorgen und dadurch kurzfristig angelegte Ziele bedienen. Influencer Relations werden aufgebaut, um mittel- und langfristige Ziele durch wiederkehrende Werbeplatzierungen bei sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlten Influencern zu erfĂŒllen. GlaubwĂŒrdigkeit und Vertrauen sind hierbei zwei besonders wichtige Faktoren.

Welche Ziele verfolgt Influencer-Marketing?

Die Ziele einer Influencer-Marketing Kampagne können je nach Unternehmen stark differieren. Klar muss aber sein, dass Influencer-Marketing im Bereich Branding angesiedelt ist. Daher ist das Hauptziel meist die Steigerung der Brand Awareness. Zudem kann das Marken-Image durch Zusammenarbeit mit den richtigen, fĂŒr die Marke geeigneten Influencern einen deutlichen Push bekommen. Dieser Fakt sollte bei der Umsetzung der Marketing-Strategie auf jeden Fall berĂŒcksichtigt werden.

Auch nutzen viele StartUps diese Marketing Methode, um ihre Marke aufzubauen. Verglichen mit Werbeformen wie beispielsweise der TV-Werbung ist sie um einiges gĂŒnstiger und weist zudem geringere Streuverluste auf. Soll der eigene Social-Media-Kanal gestĂ€rkt werden, kann die Reichweite der Influencer ebenfalls einen enormen Sprung nach vorne bewirken.

Letztendlich sollen alle Marketing Maßnahmen eine Umsatzsteigerung bewirken. Im Influencer-Marketing ist dies nicht anders. Gezielte Kampagnen zur Neukundengewinnung und StĂ€rkung des Abverkaufs sind durchaus möglich. Jedoch sollte im Hinterkopf behalten werden, dass es primĂ€r um die Interaktion mit der Marke und die Übermittlung der Markenbotschaft geht. Daher ist der direkte Erfolg einer Influencer Kampagne nicht immer unmittelbar an diesen KPIs messbar. Es zielt dennoch strategisch darauf ab, eine Basis fĂŒr weitere Performance-Marketing-Maßnahmen zu schaffen.

Umso wichtiger ist es daher, vorab genaue Ziele und entsprechende KPIs zu definieren, um die Kampagne anhand dieser auszurichten. Dadurch lÀsst sich im Nachhinein bewerten, ob die Kampagne erfolgreich war oder gegebenenfalls noch etwas nachjustiert werden muss.

Warum ist Influencer-Marketing wichtig?

Influencer-Marketing hat vor allem in den Generationen Y (1980 – 1998) und Z (1999 – 2012) einen hohen Stellenwert, da sich diese ihre Informationen hauptsĂ€chlich aus sozialen Netzwerken ziehen. Dadurch treten sie unausweichlich mit Influencern in Verbindung. Sei es auf YouTube, auf Instagram oder auch auf TikTok.

Laut der Gesellschaft fĂŒr Konsumforschung (GFK) geben Millennials rund 15 Milliarden Euro jĂ€hrlich aus, was bereits 12 % des Gesamtumsatzes an Fast Moving Consumer Goods (FMCG) sind. Die Nachfolgergeneration Gen Z sind „Digital Natives“ durch und durch. Laut einem aktuellen Forbes-Report entwickelt sich die aktuell jĂŒngste Generation zur grĂ¶ĂŸten KĂ€ufergeneration. Daher besteht kein Zweifel an der Notwendigkeit, diese Generationen mit relevanten Marketingmaßnahmen abzuholen.

Influencer zĂ€hlen fĂŒr Jugendliche und junge Erwachsene mittlerweile zu den glaubwĂŒrdigsten Quellen fĂŒr Produktempfehlungen. Damit öffnen Influencer TĂŒren zu Zielgruppen, die ĂŒber klassische Marketing-Maßnahmen, wie zum Beispiel Fernsehwerbung kaum noch erreichbar sind.

Eine Studie von PWC zeigt, dass jeder Dritte bereits auf Social-Media durch den Einfluss von Influencern auf ein Produkt aufmerksam geworden ist. Betrachtet man ausschließlich die Generation Z sind es sogar 76 %. Eine andere Studie zeigte, dass fast die HĂ€lfte der Befragten ihre Meinung zu einem Produkt aufgrund der Meinung eines Influencers schon einmal Ă€nderten.

Demzufolge ist Influencer-Marketing in der heutigen Gesellschaft ein wichtiger Hebel, der einen enormen Einfluss auf die Kaufentscheidung hat.

Was sind Chancen und Risiken im Influencer-Marketing?

Oftmals wird dem Influencer-Marketing unterstellt, dass die Wirksamkeit mangels Messbarkeit harter KPIs wie dem Return-on-Invest (ROI) und dem Umsatz nicht nachweisbar ist. Trotzdem wÀchst der Markt stetig weiter. In diesem Jahr soll sich das Influencer-Marketing laut Prognosen einer Goldmedia-Studie zu einem Millardenmarkt entwickeln. Daher gibt es viele Chancen, die diese Marketingdisziplin mit sich bringt, aber auch Risiken, denen sich Unternehmen durchaus bewusst sein sollten und die ebenfalls in die Entwicklung der Marketing-Strategie mit einbezogen werden sollte.

Nahbarkeit und persönliche Bindung

Ein großer Vorteil, den keine andere Marketingdisziplin in diesem Maße bieten kann, ist die Schaffung von Nahbarkeit. Zwischen Konsumenten und Unternehmen herrscht oftmals eine Distanz, da keine persönliche Bindung vorherrscht. Influencer werden jedoch als Person wahrgenommen. Sie gelten als Vorbild und gleichermaßen als virtuelle Freunde. Sie bringen die Kommunikation auf eine persönliche Ebene, die den Unternehmen zugutekommen kann. Das Image des Influencers ĂŒbertrĂ€gt sich auf die Marke und schafft damit eine einzigartige Möglichkeit, der Marke mehr Persönlichkeit zu verleihen.

Kosten

Auch die Kosten sind im Influencer-Marketing ein klarer Vorteil. Vergleicht man beispielsweise Instagram-Stories mit TV-Werbung liegt der TKP (Tausenderkontaktpreis) im Influencer-Marketing deutlich unter TV-Werbung, da der durchschnittliche TKP fĂŒr TV-Werbung zwei- bis viermal so hoch ist. Somit erreicht man im Influencer-Marketing deutlich gĂŒnstiger eine viel spezifischere Zielgruppe.

Reichweite mit geringem Streuverlust

Die Followerschaft der Influencer bietet den Unternehmen eine starke Reichweite mit geringen Streuverlusten. Wichtig ist, dass vor der Zusammenarbeit die Community der Influencer mit der eigenen Zielgruppe abgeglichen wird. Liegt ein Zielgruppen-Match vor, lassen sich durch Influencer zielgruppengenaue Konsumenten ansprechen und das mit sehr geringem Streuverlust. Zudem können durch Influencer neue, junge Zielgruppen erschlossen werden oder NischenmÀrkte bedient werden, die mit einer breit angelegten Marketingkampagne kaum noch angesprochen werden.

Messbarkeit

Da es sich im Influencer-Marketing vorrangig um einen Branding- und keinen direkten Abverkaufs-Kanal handelt, ist es wie oben bereits geschildert, tatsĂ€chlich schwer, KPIs wie den Umsatz zu messen. Dennoch gibt es viele MessgrĂ¶ĂŸen, die den Erfolg einer Kampagne wiederspiegeln:

  • Reichweite = Anzahl an erreichten Personen
  • Impressionen = Wie oft wurde der Content insgesamt angesehen
  • Engagement = kumulierte Likes, Kommentare, Shares
  • Klicks bzw. SwipeUps = Nur bei Instagram-Posts kann keine direkte Verlinkung eingebaut werden
  • Gutschein-Einlösungen = Wie oft wurde der Gutscheincode verwendet?
  • QualitĂ€t der Kommentare = stimmt der Inhalt der Kommentare mit der eigentlichen Botschaft des Contents ĂŒberein?

Langlebiger Content

Social-Media-KanĂ€le wie Blogs, YouTube oder Podcasts haben auch den strategischen Vorteil, dass der Content dauerhaft im Netz bestehen bleibt. Dadurch können Marken langfristig von der Kooperation profitieren. Insbesondere wenn die Influencer eine hohe Sichtbarkeit auf den jeweiligen KanĂ€len aufweisen, denn dann wird der Content sehr hĂ€ufig aufgerufen. Bei Themen, die das ganze Jahr ĂŒber relevant sind oder wiederkehrende Relevanz aufweisen, wie beispielsweise bei einer Kooperation zu Weihnachten, hallt der Erfolg auch nach der eigentlichen Kooperation in den darauffolgenden Jahren nach.

Kreative Konzeption

Influencer ĂŒberlegen sich ein kreatives Konzept, ĂŒbernehmen das Fotografieren, sind Model und bearbeiten den Content im Anschluss. Diese Punkte können somit einfach abgegeben werden und mĂŒssen nicht mĂŒhsam von Unternehmen erstellt oder an unterschiedlichen Stellen beauftragt werden. Der Influencer benötigt hierzu lediglich ein Briefing mit allen wichtigen Eckpunkten. Dieser Vorteil kann jedoch auch als Nachteil ausgelegt werden, denn gleichzeitig geht dies auch mit einem gewissen Kontrollverlust einher. Um authentischen und zielgruppengerechten Content zu produzieren, sollten Influencer ihre kreative Freiheit ausleben dĂŒrften. Unternehmen mĂŒssen daher die Kontrolle weitestgehend abgeben. NatĂŒrlich kann der Content vor Veröffentlichung zur Freigabe eingesehen werden, jedoch sollte man hier einfach dem Influencer vertrauen und bedenken, dass er schlussendlich am besten weiß, was seine Community sehen will und wie man sie am besten erreicht.

Überschneidung der Zielgruppen

Viele Unternehmen möchten ihre Botschaft ĂŒber möglichst viele Influencer breit streuen. Der Vorteil ist, dass eine große Zielgruppe erreicht werden kann. Jedoch besteht auch die Gefahr, dass sich die Zielgruppen stark ĂŒberschneiden und die Follower dann auf mehreren KanĂ€len von der Kooperation ĂŒberflutet werden. Dies kann zu einem Vertrauensverlust gegenĂŒber den Influencern fĂŒhren und dadurch die Kampagne negativ behaften.

Falsche Reichweite

Wird vorab zu wenig Zeit seitens der Unternehmen investiert, um die Zielgruppe der Influencer genauestens zu analysieren, kann es sein, dass eine Kooperation mit einem Influencer eingegangen wird, dessen Reichweite absolut nicht der eigenen Zielgruppe entspricht oder ein hohes Maß an Fake-Followern im Spiel sind. Dadurch lĂ€uft die Kampagne ins Leere, der Influencer verliert an AuthentizitĂ€t und das Unternehmen verbrennt unnötig Geld. Letztendlich ist der Fit zwischen Marke und Influencer und dessen GlaubwĂŒrdigkeit fĂŒr den Erfolg der Kampagne verantwortlich.

FĂŒr wen ist Influencer-Marketing geeignet?

Influencer-Marketing bietet fĂŒr fast jede Art von Business passende Einbindungsmöglichkeiten und damit die Chance, interessante Inhalte zielgruppengenau auszusteuern. Vor allem die Bereiche Food, Fashion, Fitness, Beauty, Reise und auch Gaming haben sich bereits fest etabliert. Der Großteil des Influencer-Marketings spielt sich im B2C-Bereich ab. Dennoch gibt es auch genĂŒgend Beispiele, die zeigen, dass Influencer-Marketing auch im B2B-Bereich möglich ist.

Ein entscheidender Faktor bei der Überlegung, ob in Influencer-Marketing investiert werden soll, ist die Zielgruppe und die Auswahl der KanĂ€le, auf der sich diese aufhalten. WĂ€hrend auf Facebook beispielsweise eine Ü25-Zielgruppe erreichbar ist, bewegt sich auf TikTok eine sehr junge Generation. Frauen verfolgen das Geschehen ihrer Influencer ĂŒberwiegend auf Instagram, wĂ€hrend bei MĂ€nnern der Hauptkanal YouTube ist. Unternehmen sollten daher genau ĂŒberdenken, wie und wo sie ihre Zielgruppe ansprechen möchten, bevor sie sich ins Influencer GetĂŒmmel stĂŒrzen.

Welche Eigenschaften bringt der ideale Influencer mit?

Viele Influencer haben sich ihre Community und deren Vertrauen ĂŒber mehrere Jahre hinweg auf den verschiedenen Social-Media KanĂ€len aufgebaut. Neben einer anhaltenden Ausdauer gibt es einige Eigenschaften, die der ideale Influencer hierfĂŒr mitbringen muss.

Zum einen ist es besonders wichtig, dass Influencer mit der Zeit gehen und Digital Natives sind. Sie benötigen eine hohe digitale Kompetenz und eine starke AktivitÀt auf den sozialen Medien, um ihren Followern stets neuen, spannenden Content zu liefern. Um Aufmerksamkeit zu erregen und diese langfristig zu halten, ist eine gewisse KreativitÀt und OriginalitÀt notwendig.

Robert Cialdini hat in seinem Buch “Influence” dem idealen Influencer eine Reihe an Eigenschaften zugeschrieben, die Menschen dazu bringen, einer Person zu glauben und zu vertrauen:

Sympathie:
Man hegt Zuneigung gegenĂŒber dem Influencer und verspĂŒrt eine gewisse Vertrautheit und Vereinbarkeit im Miteinander. Dies kann zum einen durch das Verhalten, Mimik und Gestik hervorgerufen werden, aber auch durch das Aussehen. Das menschliche Gehirn ist so ausgelegt, dass attraktive Personen automatisch als sympathischer erachtet werden und ihnen dadurch mehr Glauben geschenkt wird.

AutoritÀt:
Der Influencer vermittelt den Eindruck, er hat Ahnung auf seinem Gebiet. Daher wird ihm vertraut. Wer eine gewisse AutoritĂ€t besitzt, ist Vorbild fĂŒr viele, die sich im Denken und Handeln nach ihm richten. Ein gewisser Bekanntheitsgrad kann hierbei die AutoritĂ€t stĂŒtzen, indem es bezeugt, dass der Influencer bereits einen gewissen Einfluss hat.

Wertekonsistenz:
Die Empfehlungen und das Verhalten des Influencers stimmt mit den eigenen, tief verankerten Werten ĂŒberein. Man kann sich mit dieser Person identifizieren. Folgt man ihren Empfehlungen, handelt man innerhalb seiner Komfortzone. Voraussetzung fĂŒr diese Identifikation ist ein gewisses Maß an Vertrauen.

ReziprozitÀt:
Hierbei handelt es sich um ein menschliches Grundprinzip – das Prinzip des Gebens und Nehmens. Das Gesetz der ReziprozitĂ€t ist tief in unserer Kultur und DNA verankert. Es ist das GefĂŒhl der Schuld, nachdem jemand etwas Gutes fĂŒr einen getan hat. Liefert der Influencer uns also guten Content in Form von Unterhaltung und nĂŒtzlichen Empfehlungen, haben wir automatisch das GefĂŒhl, ihm etwas zu Schulden bzw. ihm etwas zurĂŒckgeben zu wollen. Dies gelten wir dann in Form von Likes, Kommentaren, usw. ab.

Knappheit/ExklusivitÀt:
Die Informationen, die mir ein bestimmter Influencer bietet, sind nicht ĂŒberall zu bekommen. Das macht den Influencer in den Augen der Follower besonders. HierfĂŒr wird der Influencer bewundert und das löst den Wunsch aus, ihm nachzuahmen. Seine exklusiven Empfehlungen unterstreichen seine Besonderheit.

Social Proof:
Auch hinter dem Begriff Social Proof steckt ein tief verankertes menschliches Prinzip. Es ist der menschliche Instinkt, dem zu vertrauen, was wir aus den Erfahrungen anderer lernen. Weil andere Personen bestimmten Influencern folgen und deren Empfehlungen nachgehen, verlassen wir uns ebenfalls darauf. Dadurch haben wir das GefĂŒhl, nicht allein mit der Entscheidung zu sein und mit dem Zeitgeist zu gehen.

Welche Arten von Influencern gibt es?

In der Welt des Influencer-Marketings ist ein Influencer nicht einfach ein Influencer. Es wird aufgrund der Reichweite in verschiedenen Kategorien unterschieden. GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich sagen, dass mit Steigernder Anzahl an Followern, die Engagement-Rate sinkt. Es gibt insgesamt vier GrĂ¶ĂŸenstufen und zusĂ€tzlich eine spezielle Influencergruppe, der Promi- oder Star-Influencer.

Nano- bzw. Everyday-Influencer

Everyday Influencer betreiben ihre KanĂ€le meistens nicht hauptberuflich. Es handelt sich um Privatpersonen, welche ihren Content in der Freizeit produzieren. Mit ihren bis zu 10.000 Followern/Freunden fĂŒhren sie bereits erste kleinere Kooperationen durch.

Umso kleiner der Influencer ist, desto höher ist die GlaubwĂŒrdigkeit. Die Everyday Influencer kennen viele ihre Follower persönlich und können somit eine enge Beziehung ĂŒber Social-Media aufbauen. Ein großes Plus der Everyday Influencer ist, dass sie eine ĂŒberdurchschnittliche Engagementrate erzielen können. Die Follower interagieren regelmĂ€ĂŸig mit dem Influencer und hinterlassen gerne Kommentare und Likes, um den Newcomer in der Szene zu unterstĂŒtzen.

Micro Influencer / Nischen Influencer

Die Hidden Champions im Social Web sind die Micro Influencer. Mit ihren 10.000 bis 100.000 Followern weisen sie eine hohe Reichweite auf und sind dennoch nahbar, was sie oftmals authentischer wirken lĂ€sst. Wenn sie ein Produkt oder eine Marke empfehlen, nehmen die Follower dies als eine Empfehlung eines Freundes war. Dies wird meistens auch noch durch RegionalitĂ€t des Influencers unterstĂŒtzt.

Viele der Micro Influencer sind Experten in einem Bereich und fĂŒhren sogenannte Special-Interest-KanĂ€le, abseits des Mainstreams. Dementsprechend sind Micro Influencer vielseitig einsetzbar. Sie fĂŒhren klassische Produkttests durch, sind aber auch fĂŒr Nischen- und erklĂ€rungsbedĂŒrftigen Produkte offen. Diese Nahbarkeit ist im Influencer-Marketing besonders interessant und bietet großes Potential. Mehr Informationen zum Thema Micro-Influencer findet ihr im Blogpost der Agentur Influencer360.

Macro Influencer

Macro Influencer haben in der Regel eine Follower Anzahl zwischen 100.000 und einer Million. Sie können somit mit einer hohen Reichweite punkten und sind meistens in einer bestimmten Richtung spezialisiert, in die sie ihren Content dann fokussieren. Einige Influencer schaffen es, eine so starke Bindung zu ihrer Community aufzubauen, dass die Engagementrate weiterhin enorm stark ist. Beim Großteil ist es jedoch so, dass die Interaktion prozentual mit steigender Reichweite nachlĂ€sst. Besonders beliebt sind dabei das Beauty-, Travel-, Fashion-, Fitness- und Food-Genre. Sie sind die Vorbilder ihrer Zielgruppe aber auch ihrer noch nicht so großen Influencer-Kollegen. Die Nutzung dieser Möglichkeit ist fĂŒr die Unternehmen interessant, die im Influencer-Marketing hohe Reichweiten einem hohen Engagement vorziehen.

Mega Influencer

Mega Influencer haben eine Follower Anzahl von ĂŒber eine Million. Das heißt sie haben einen hohen Bekanntheitsgrad und genießen dadurch eine Art Promi-Status. Oftmals werden die Accounts der Influencer von Agenturen betreut. Soll das Produkt oder die Marke einer breiten Masse prĂ€sentiert werden, ist die Zusammenarbeit mit einem Mega Influencer durchaus sinnvoll. Es sollte jedoch genug Budget fĂŒr eine Kooperation eingeplant werden.

Promi- oder Star-Influencer

Promi- oder Star-Influencer sind im Influencer-Marketing als gesonderte Gruppe anzusehen. Sie haben oftmals eine hohe Reichweite auf sozialen Netzwerken, allerdings haben sie sich ihre Reichweite nicht von Null auf in den sozialen Netzwerken aufgebaut, sondern ihre Bekanntheit aus anderen Bereichen gezogen. Hierzu zĂ€hlen internationale Prominente wie Schauspieler, SĂ€nger und Sportler. Es gibt auch Influencer, die durch landesĂŒbliche TV-Shows eine große Bekanntheit gewonnen haben und die Zeit der Ausstrahlung nutzen, um in das Berufsfeld der Influencer zu wechseln.

influencer-pyramide

Was sind die wichtigsten Social-Media-KanĂ€le fĂŒr Influencer-Marketing Kampagnen?

Die Auswahl der passenden Social-Media Plattform fĂŒr eine Kampagne ist eine wichtige Entscheidung, der genĂŒgend Beachtung geschenkt werden sollte. Sie ist abhĂ€ngig von der Marke, deren Zielgruppe und auch der Zielsetzung. Es ist wichtig zu wissen, welche Personengruppe sich auf welcher Plattform bewegt und was die Kernelemente dieser sind.

Instagram

Instagram ist aktuell das beliebteste soziale Netzwerk, um Influencern zu folgen. Diese Plattform vereint drei Komponenten. Bilder im Instagram-Feed, die Ausschnitte aus dem Leben der Influencer zeigen, Instagram-Stories, die die Follower live an den Erlebnissen teilhaben lassen und fĂŒr 24 Stunden online sind und Instagram-TV (IGTV) fĂŒr Videos, die lĂ€nger als eine 15-sekĂŒndige Story sind und dauerhaft auf Instagram platziert werden. Instagram hat eine aktive monatliche Nutzeranzahl von einer Milliarde Personen, wobei 90 % der User jĂŒnger als 35 sind. GrundsĂ€tzlich ist der Algorithmus von Instagram sehr schnelllebig konzipiert, was bedeutet, dass der Content eine kurze Sichtbarkeitsphase aufweist.

YouTube:

YouTube ist die grĂ¶ĂŸte Videoplattform und zugleich eine der grĂ¶ĂŸten Suchmaschinen. Betrachtet man die Art der Ausspielung von relevantem Content, sind Bewegbilder in Form von Videos das derzeit bevorzugte Format. TĂ€glich werden Videos mit einer Gesamtdauer von rund einer Milliarde Stunden auf YouTube wiedergegeben. Auf der Social-Media Plattform tummelt sich eine Vielzahl an Influencern, wie beispielsweise YouTuber, Vlogger oder Streamer. Unter den 12 – 19-jĂ€hrigen ist YouTube bislang die beliebteste Online Plattform. Der Videocontent ist dabei dauerhaft im Netz verfĂŒgbar und kann somit langfristig fĂŒr Aufmerksamkeit sorgen.

Facebook:

Mit ĂŒber 2 Milliarden Nutzern ist Facebook nach wie vor die grĂ¶ĂŸte Social-Media Plattform. Die Hauptzielgruppe bewegt sich im Alter zwischen 25 und 34 Jahren und ist somit im Durchschnitt Ă€lter als die Zielgruppe der anderen Plattformen. Facebook wird von Influencern selten als alleinige Plattform genutzt. Dennoch gibt es einige Formate, die auf Facebook gut von der Zielgruppe angenommen wird. Zum einen sind es Videos, die auf Facebook geteilt werden und zum anderen Erfahrungsberichte. Auch im B2B-Bereich ist Facebook ein nĂŒtzliches Tool, um Markenbotschaften zu verbreiten und erfahrbar zu machen.

Pinterest:

Pinterest ist eine Bilderplattform. Die Nutzer können nach Bildern suchen und sich relevante Inhalte auf ihrem Board merken. Die gemerkten Bilder lassen sich auf PinnwĂ€nden zu verschiedenen Themenbereichen sortieren. Somit fungiert Pinterest zum einen als Suchmaschine und zum anderen als Inspirationsquelle fĂŒr die User und steht somit in keiner direkten Konkurrenz zu anderen sozialen Netzwerken. Vielmehr hat es sich als Traffic-Lieferant fĂŒr andere KanĂ€le etabliert. Rund 25 % der 18-29-jĂ€hrigen nutzen Pinterest aktiv. Die Hauptzielgruppe befindet sich im Alter von 18 – 44 Jahren und ist ĂŒberwiegend weiblich.

Twitch:

Auf Twitch hingegen ist der mĂ€nnliche Anteil der Nutzer mit 75 % sehr dominant. Dies resultiert aus der Tatsache, dass Twitch durch LetÂŽs Plays und Live-Streams aus den Bereichen Gaming und eSports gewachsen ist. Mittlerweile haben sich die Themenfelder auf Twitch gewandelt, sodass es fĂŒr nahezu jeden Interessenbereich Videos auf Twitch gibt. Anders als auf YouTube liegt der Fokus auf der Live-Interaktion mit den Zuschauern. Diese werden direkt an Ort und Stelle abgeholt. 45 % der Nutzer sind zwischen 13 und 24 Jahren alt und damit eine sehr junge Zielgruppe.

TikTok:

Auch TikTok bietet Unternehmen die Chance, eine sehr junge Zielgruppe zu erreichen. Mit knapp 70 % bewegt sich das Alter der Zielgruppe zwischen 13 und 24 Jahren und ist somit sehr auf die Generation Z fokussiert. Auf TikTok werden selbstgedrehte Videos hochgeladen, die mit Musik untermalt und mit zahlreichen Effekten bearbeitet sind. Der Ursprung der App war Musicaly – eine App mit Playback Funktion, zu der die User synchron mitsingen und tanzen konnten. Zudem ist die Plattform fĂŒr ihre Challenges bekannt, die mit einem entsprechenden Hashtag versehen werden und dazu aufrufen, nachgeahmt zu werden. Wer noch weitere Informationen zu der Plattform Tik Tok benötigt, finde im Blogspost weitere Informationen dazu.

Blogs:

Blogs zĂ€hlen zwar nicht zu den klassischen Social-Media KanĂ€len, sind aber dennoch ein wichtiger Hebel fĂŒr Influencer bzw. Blogger. Blogs bieten die Möglichkeit zur ausfĂŒhrlichen Berichtserstattung, meist in Form einer Mischung aus Text und Bildern. Zudem haben BlogbeitrĂ€ge den Vorteil, langfristigen Content zu generieren, da diese meist dauerhaft im Netz bestehen bleiben. Blogs gibt es fĂŒr nahezu jeden Bereich und jedes Alter und können daher fĂŒr jede Zielgruppe integriert werden. Sie mĂŒssen nur genau auf die Inhalte und Zielgruppe abgestimmt und ausgewĂ€hlt werden.

Podcasts:

Podcasts stehen verglichen mit den anderen sehr visuell ausgeprĂ€gten Social-Media KanĂ€len außer Konkurrenz. Podcasts sind auditive Sendungen, die online ĂŒber unterschiedliche Streaming-Anbieter angehört werden können. Diese Art der Übermittlung kommt bei allen Generationen gut an und ist somit nicht nur an die junge Generation Z gebunden. Der Großteil der User bewegt sich in der Altersgruppe von 21 – 35 Jahren. Es kann zum Storytelling, aber auch zur reinen InformationsĂŒbermittlung eingesetzt werden. Die Akzeptanz von Werbeeinbindungen ist bei Podcasts vergleichsweise hoch.

social-media-kanÀle

Welche Influencer-Marketing Formate gibt es?

Im Influencer-Marketing gibt es unterschiedliche Formate, um Produkte und Dienstleistungen zu prÀsentieren. Folgende Auflistung zeigt die gÀngigsten Kooperationsformen:

Post – das Produkt oder die Markenbotschaft wird in Foto oder Video eingebettet und mit passenden Hashtags, Links und Text versehen

Unboxing – Pakete mit Produkten werden vor laufender Kamera ausgepackt, bewertet und ggf. getestet

Coupons – Influencer erhalten Rabattcodes, die durch unterschiedliche Einbindungsmöglichkeiten an ihre Follower weitergegeben werden

Gewinnspiel – Influencer prĂ€sentieren das zu gewinnende Produkt und erlĂ€utern die Teilnahmebedingungen des Gewinnspiels

Fashion-Haul – Influencer zeigen die neuesten Errungenschaften einer Bestellung und prĂ€sentieren mögliche Kombinationen meist direkt getragen

Tutorial – Influencer zeigen die Anwendungsmöglichkeiten der Produkte auf

Live-Event – Influencer nehmen ihre Follower via Social-Media zu einem Event mit und geben ihre EindrĂŒcke wieder

Take-Over – Influencer ĂŒbernehmen fĂŒr einen begrenzten Zeitraum den Account des Unternehmens/der Marke

Welche Rolle spielt Influencer-Marketing in der Customer Journey?

Wie bereits geschildert, befindet sich das Influencer-Marketing am Anfang der Customer Journey. Dennoch können Influencer dabei helfen, bestehende, aber auch neue Zielgruppen zu erreichen und diese durch die gesamte Customer Journey zu begleiten. Die klassische Customer Journey unterteilt sich in fĂŒnf Bereiche: Awareness – Consideration – Purchase – Retention – Advocacy

Die Steigerung der Awareness ist das Hauptziel im Influencer-Marketing. Die Reichweite der Influencer und deren persönliche Bindung zu ihrer Community kann dazu genutzt werden, die Markenbotschaft zu verbreiten. Etablierte Marken können auf aktuelle Aktionen oder tiefergreifendere Werte des Unternehmens aufmerksam machen, wĂ€hrend neue Marken und StartUps ihre Marke und ihre Produkte gegenĂŒber potenziellen Kunden vorstellen können.

In der Consideration-Phase kennen die Follower bereits die Marke und deren Produkte, formen sich aktuell ihre Meinung ĂŒber die Marke und entscheiden, ob sie die Marke gut finden und ihr Vertrauen schenken möchten. Influencer sind bestens dafĂŒr geeignet, dieses Vertrauen gegenĂŒber der Marke aufzubauen. Ihre Community schĂ€tzt ihre Meinung und folgt deren Empfehlungen. Daher kann die Meinung eines Influencers letztendlich der ausschlaggebende Punkt sein, der fĂŒr oder gegen eine Marke spricht.

Auch in der Purchase-Phase können Influencer Unternehmen in ihren Zielen unterstĂŒtzen. Durch das Einsetzen von Gutscheincodes oder Aufmerksam machen auf gezielte Aktionen können Influencer als treibende Kraft fungieren und ihre Follower durch direkte Ansprache und Verlinkung auf die Webseite (SwipeUp auf Instagram, Buyable Pins auf Pinterest, Shop Now auf Facebook) zum Kauf motivieren.

Im vierten Step, dem Retention-Bereich, geht es darum, aus einem Neukunden einen Bestandskunden zu generieren. HierfĂŒr ist die Kundenbindung ein entscheidender Faktor. Durch den Ausbau von langfristigen Influencer Relations werden deren Follower regelmĂ€ĂŸig mit den Produkten konfrontiert und sehen, dass ihre Idole ein Fan der Marke sind. Im gleichen Zuge wird dadurch die Bindung zur Followerschaft gestĂ€rkt, aus der ebenfalls MarkenbefĂŒrworter und langfristige Kunden hervorgehen.

In der Advocacy-Phase sind die Kunden bereits so ĂŒberzeugt und begeistert von der Marke und den Produkten, dass sie ihren Freunden, ihrer Familie und Ihren Kollegen davon erzĂ€hlen. Auch hier kann das Influencer-Marketing unterstĂŒtzen, indem Influencer dabei helfen, auf Markenbotschafter-Programme Aufmerksam zu machen und selbst Teil davon sind und ĂŒber die Vorteile berichten.

customer-journey

Wie verlÀuft der Influencer-Marketing Prozess?

Um eine Kampagne erfolgreich umzusetzen und richtig in der Customer Journey zu platzieren, ist die Festlegung der Rahmenbedingungen und Ziele eines der wichtigsten Punkte. Welche Zielgruppe soll mit dieser Kampagne erreichen? Welche KanĂ€le soll die Kampagne bedienen? Soll es sich um eine reine Influencer Kampagne handeln oder ist die Zusammenarbeit mit Influencern Teil einer großen kanalĂŒbergreifenden Kampagne. Ist der Start der Kampagne an eine feste Deadline gekoppelt und welche ĂŒbergeordneten Ziele möchtest du mit dieser Kampagne erreichen? Welche KPIs spielen dabei eine wichtige Rolle? Erst nachdem ein grober Rahmen mit allen wichtigen Eckpunkten gesteckt wurde, kann es an die eigentliche Planung der Kampagne gehen.

HierfĂŒr benötigt es zunĂ€chst einmal den passenden Influencer, der zur Marke passt, dessen Zielgruppe mit der des Unternehmens ĂŒbereinstimmt und der qualitativ hochwertigen Content liefert. Als Hilfestellung fĂŒr die Auswahl der Influencer gibt es unterschiedliche kostenfreie und kostenpflichtige Tools, die die Influencer auf alle harten KPIs prĂŒft, damit ein Abgleich mit den festgelegten Marketingzielen durchgefĂŒhrt werden kann. Eine genaue Beschreibung der gĂ€ngigsten Tools ist unten zu finden. Wichtig ist jedoch auch die Bindung zur Community genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ist die Auswahl getroffen, gibt es zwei Möglichkeiten, wie eine erfolgreiche Kampagne umgesetzt werden kann. Zum einen kann ein Briefing erstellt werden, das die Punkte aufweist, die unbedingt beachtet werden mĂŒssen. In der restlichen Ausgestaltung des Contents ist der Influencer komplett frei und kann seiner KreativitĂ€t freien Lauf lassen. Zum anderen kann gemeinsam mit dem Influencer eine Kampagne kreiert werden, in der beide Parteien ihre Ideen einfließen lassen können und dann gemeinsam eine konkrete Vorstellung definieren und umsetzen. Die zweite Variante kommt oftmals bei großen Projekten, die in der Umsetzung sehr aufwĂ€ndig sind, zu tragen.

Egal welche Umsetzungsform letztendlich gewĂ€hlt wird ist es wichtig, dem Influencer genug Vertrauen zu schenken und ihn in seiner gewohnten Art und Weise mit seiner Community interagieren zu lassen. Nur so wird ein authentisches Gesamtbild geschaffen, das angenommen wird und die gewĂŒnschten Erfolge erzielen kann.

Das Unternehmen sollte sicherstellen, dass alle Links, Tags und ErwÀhnungen richtig platziert werden und am Ende der Kampagne die Ergebnisse entsprechend den vorab definierten KPIs auswerten.

Wie funktioniert die QualitÀtssicherung im Influencer-Marketing?

Eine Community auf Social-Media Plattformen aufzubauen ist mit viel Arbeit verbunden. Dazu ist es nötig seinen Follower regelmĂ€ĂŸig mit neuem Content zu versorgen, kreative Ideen auszuleben und sich immer weiter zu entwickeln. Dies ist einigen anstrebenden Influencern zu aufwendig und greifen deshalb zu Tricks, um ihre Reichweite kĂŒnstlich zu pushen. HierfĂŒr gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

Engagement-Gruppen

Seit 2016 sortiert Instagram Posts nicht mehr chronologisch, sondern nach Relevanz. Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich auf WhatsApp, Telegram, Messenger oder auf Instagram Engagement-Gruppen gebildet. Diese Gruppen, auch Instagram Pods genannt, bestehen aus Influencern, die gegenseitig ihre Posts liken und kommentieren, um vom Algorithmus im News Feed von Instagram höher priorisiert zu werden. Innerhalb der Gruppen gibt es Regeln, die jedes Mitglied befolgen muss, um nicht wieder entfernt zu werden. So ist beispielsweise geregelt in welchen ZeitabstĂ€nden gepostet werden darf und wie viele Wörter die Kommentare mindestens beinhalten mĂŒssen. Besonders Telegram erfreut sich großer Beliebtheit, da in Gruppen bis zu 30.000 Teilnehmer hinzugefĂŒgt werden können.

Allerdings zweifeln immer mehr Nutzer von Engagement-Gruppen an der Sinnhaftigkeit und EffektivitĂ€t solcher Gruppen. Zum einen entsteht ein großer Druck bei den Teilnehmern immer rechtzeitig zu liken und zu kommentieren, um nicht rausgeworfen zu werden und zum anderen leidet die QualitĂ€t der Kommentare darunter. Meist werden nur Emojis oder immer derselbe Kommentar verwendet, der gar keinen Bezug zum Inhalt des Bildes nimmt.

Follow/Unfollow-Bots

Wer kennt es nicht? Plötzlich erhĂ€lt man eine Follow-Anfrage von Personen, die man weder kennt noch jemals etwas zu tun hatte. Unerfahrene User bestĂ€tigen die Anfragen und folgen den Profilen zurĂŒck, merken jedoch nicht, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder entfolgt werden. Dahinter stecken meist Follow/Unfollow-Bots die automatisch ununterbrochen irgendwelchen Profilen folgen und nach ein paar Tagen wieder entfolgen. Mit dieser Methode sammeln die Bots innerhalb kĂŒrzester Zeit enorm viele Follower. Allerdings ist dieses Vorgehen nicht sehr effektiv. Auf Instagram ist es möglich, maximal 7.500 Profilen zu folgen, deshalb mĂŒssen die Bots einigen Profilen wieder entfolgen, um das Gleichgewicht zu halten. Stellt der Influencer also den Bot Service ab, verliert sein Account mehr Follower als er gewinnt.

Follower und Engagement kaufen

Die Ă€lteste Methode, um schnell mehr Reichweite zu erhalten, ist sich Follower zu kaufen. Dies ist allerdings inzwischen kaum noch lukrativ, da Instagram Fake Profile erkennt und löscht. Zudem interagieren die Fake Accounts nicht mit dem Content des Users. Deshalb kaufen sich einige BetrĂŒger neben den Followern das Engagement gleich mit. Bei dieser Methode erhĂ€lt das Profil des Influencers keine tausende Follower auf einen Schlag, sondern einige wenige pro Tag, die Posts liken und kommentieren. Dies vermittelt auf den ersten Blick den Eindruck, dass es sich um ein organisches Wachstum des Accounts handelt. Bei nĂ€herer Betrachtung der Kommentare fĂ€llt jedoch schnell auf, dass diese nur Emojis beinhalten oder keinen Bezug auf den Content nehmen.

Welche Tools zur QualitÀtssicherung gibt es?

Wie kann man sicherstellen, dass ein Influencer sauber arbeitet? Im Internet gibt es zahlreiche kostenlose sowie kostenpflichtige Tools, die dabei unterstĂŒtzen, die QualitĂ€t eines Profils zu analysieren. Durch die Erkenntnisse der Informationen ist es möglich, Betrug vorzubeugen. Eine hundertprozentige Garantie gibt es leider nicht. Die QualitĂ€tssicherung stellt im Influencer-Marketing einen wesentlichen Bestandteil dar, da somit relevante Influencer vorselektiert werden können. Hier ein kurzer Einblick in beliebte Tools:

InfluencerDB

Die wahrscheinlich grĂ¶ĂŸte und bekannteste Datenbank von Influencern liefert Influencer DB. Mithilfe des Analyse Tools lassen sich die Insights von öffentlichen Instagram Profilen auswerten und vergleichen. Das vereinfacht nicht nur das Scouting geeigneter Influencer, sondern ermöglicht es das Wachstum der Profile zu beobachten. Gewinnt oder verliert ein Profil in kurzer Zeit mehr Follower als die anderen, sollte man sich das genauer ansehen. Diese Methode ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn man Influencer aus demselben Themengebiet vergleicht.

DarĂŒber hinaus verfĂŒgt das Tool ĂŒber einen Algorithmus, der es ermöglicht, den Wert einzelner Postings zu beurteilen. Wie genau dieser Algorithmus funktioniert, ist nicht bekannt. Allerdings verschafft er einen Einblick in die wichtigsten Werte. NatĂŒrlich kann man nicht ausschließen, dass ein Influencer den Wert kĂŒnstlich erhöht indem er Engagement kauft, jedoch liefert der Algorithmus eine Entscheidungsgrundlage, um den Account nĂ€her einzusehen und einschĂ€tzen zu können, ob eine Kooperation lohnend ist.

Mit der Funktion „Research“ lĂ€sst sich mithilfe detaillierter Filterfunktionen gezielt nach Influencern suchen. So ist es möglich, Influencer nach unterschiedlichen Kriterien zu sortieren. Mithilfe eines internen Scores wird die Wertigkeit eines Accounts eingestuft und untereinander vergleichbar gemacht.

Likeometer

Das Analyse-Tool Likeometer ermöglicht es, Livetatistiken von Instagram Profilen auszuwerten. Dabei werden die Daten stĂŒndlich aktualisiert. Beispielsweise lĂ€sst sich erkennen, ob ein Influencer Gebrauch von Bots macht, da sich durch das pausenlose Folgen und Entfolgen von Accounts entsprechende Auf und Abs in den Statistiken bilden.

In der Follower-Statistik wird schnell ersichtlich, ab welchem Zeitpunkt ein Profil schlagartig tausende von neuen Followern dazugewinnt, sollten diese gekauft worden sein.

Des Weiteren liefert Likeometer Informationen ĂŒber die Engagement-Rate eines Accounts, wie hoch die Interaktionsrate auf den letzten 12 Bildern war, sowie eine TagesĂŒbersicht der dazugekommen und entfolgten Followern eines Profils.

HypeAuditor

Mithilfe von HypeAuditor lassen sich u. a. demographische Daten von Influencern erheben, die zum einen dabei helfen, die Zielgruppe des Influencern besser zu identifizieren und zum anderen einschĂ€tzen zu können, ob getrickst wurde. Wenn beispielsweise das Publikum eines deutschsprachigen Influencers ĂŒberwiegend aus Indien kommt, sollte man skeptisch werden.

Zudem teilt das Tool das Publikum des Influencers in reale Personen, andere Influencer und unseriöse Profile ein, wodurch man besser beurteilen kann ob man mit dem Influencer zusammenarbeiten möchte.

DarĂŒber hinaus wertet das Tool das Engagement von Profilen aus. Dies gibt Auskunft darĂŒber, ob Likes und Kommentare echt sind oder gekauft wurden. Die Likes-Differenz zeigt dabei den Unterschied in der Anzahl an Likes zwischen den BeitrĂ€gen. Ist die Differenz niedrig, kann dies ein Indiz dafĂŒr sein, dass fĂŒr Likes bezahlt wurde. Zudem wird das VerhĂ€ltnis von Likes zu Kommentaren bewertet. Ist der Unterschied im Vergleich zu anderen Profilen signifikant, wurde entweder bei den Likes oder den Kommentaren nachgeholfen.

Influencer Netzwerke und persönlicher Austausch

Netzwerke von Influencern geben zwar nur grobe Einblicke in die Statistiken der Influencer, können aber dank ihrer Trackingdienste den Erfolg von Kampagnen auswerten. Diese Erkenntnisse sind besonders fĂŒr die zukĂŒnftige Zusammenarbeit mit Influencern sehr hilfreich. Ein weiterer Vorteil ist, dass die meisten Netzwerke QualitĂ€tschecks durchfĂŒhren bevor sie Influencer annehmen. Somit werden schwarze Schafe bereits im Vorfeld aussortiert.

Die Website Influence.co kann man wie eine Anzeigenbörse von Influencern verstehen. Über die Suchfunktion lĂ€sst sich nach Themengebiet, Land und Reichweite des Influencers filtern. In den Suchergebnissen ist dann ersichtlich, mit welchen Marken der Influencer bereits zusammengearbeitet hat und wie das das Engagement wĂ€hrend der Kooperation war. Außerdem erhĂ€lt man eine Übersicht ĂŒber die Social-Media-KanĂ€le des Influencers, wenn er diese mit seinem Profil verknĂŒpft hat. Dies bietet die Möglichkeit, das Wachstum der KanĂ€le zu vergleichen und den Content besser bewerten zu können.

Schlussendlich ist es immer zu empfehlen, mit den potenziellen Influencern vor einer Kooperation persönlich zu sprechen. Bereits in einem kurzen Telefonat können erste Zweifel aus der Welt geschaffen und die Rahmenbedingungen fĂŒr die Kooperation klar definiert werden. Dadurch erhĂ€lt man nicht nur einen Einblick in die Arbeitsweise des Influencers, sondern entwickelt auch ein GefĂŒhl dafĂŒr, ob die richtige Wahl getroffen wurde.

Was kostet Influencer-Marketing?

Im Influencer-Marketing gibt es keine festgelegten Preislisten, die einem verraten, wie viel eine Kooperation mit einem Influencer kostet. Am Markt haben sich ĂŒber die Zeit unterschiedliche Preismodelle etabliert, die einen dabei helfen die Kosten besser einschĂ€tzen zu können. Eine hundertprozentige Garantie gibt es allerdings nicht, dass dieser Preis dann auch tatsĂ€chlich anfĂ€llt, da noch variable Faktoren wie z. B. die Dauer der Kooperation, Aufwand der Umsetzung und der gewĂ€hlte Social-Media-Kanal beachtet werden mĂŒssen.

Tausender-Kontakt-Preis (TKP)

Die wohl gĂ€ngigste und bekannteste Methode im Online Marketing, Kosten zu ermitteln, ist der Tausender-Kontakt-Preis (TKP). Bei diesem Vorgehen wird ermittelt, wie viel Geld in eine Werbemaßnahme investiert werden muss, um tausend Personen einer Zielgruppe zu erreichen.

Die Formel lautet wie folgt:
Preis der Schaltung / Reichweite x 1.000 = TKP

Der TKP ist sehr eindimensional gedacht und richtet sich ausschließlich nach der Reichweite. Dabei wird außer Acht gelassen, wie aktiv die Community ist und wie viele Personen der Influencer tatsĂ€chlich mit seinem Content erreicht. Viele Follower rechtfertigen bei dieser MessgrĂ¶ĂŸe einen höheren Gesamtpreis, der pro Post angesetzt wird, allerdings ist dies strategisch nicht die ideale Kennzahl, da tatsĂ€chliche Nutzerreichweiten enorm von der Followerzahl abweichen.

Cost-Per-Engagement (CPE)

Eine weitere, nicht sehr gĂ€ngige VergĂŒtungsart im Influencer-Marketing, ist die Abrechnung nach Cost-per-Engagement (CPE). Hierbei wird das Engagement ins VerhĂ€ltnis zum investierten Media-Budget gesetzt. Zudem ist zu beachten, dass der Influencer vorab keine konkrete Summe zugesagt bekommt, da diese vom tatsĂ€chlichen Engagement des Contents abhĂ€ngig ist.

Bevor man diese Methode anwendet, sollte man sich auch hier die Interaktionen der Postings genauer ansehen. Bestehen die Kommentare nur aus nur aus Emojis oder beschĂ€ftigen sich die Follower tatsĂ€chlich mit dem Inhalt? Steht die Anzahl der Likes im VerhĂ€ltnis zu den Followern oder ist diese ungewöhnlich hoch bzw. niedrig? Diese VergĂŒtungsmethode wird Marketing von Influencern vor allem dann benutzt, wenn sie der Meinung sind, dass sie Ihre Community gut einschĂ€tzen können, ansonsten bietet Ihnen eine Variable VergĂŒtung eher ein hohes Risiko.

Affiliate-Links

Viele Influencer nutzen Affiliate-Links zur Monetarisierung ihrer Social-Media-KanĂ€le. Der Influencer erhĂ€lt damit fĂŒr jedes Produkt, das ĂŒber ihn verkauft wird, eine Provision. FĂŒr Unternehmen bietet dies klar den Vorteil, dass nur dann etwas an den Influencer gezahlt wird, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung verkauft wurde. Außerdem haben die Influencer einen Anreiz das Produkt so zu prĂ€sentieren, dass es zum Abverkauf kommt. Kleine Influencer können dadurch ihr Hobby finanzieren, um ihren Followern weiterhin Content anbieten zu können. FĂŒr große Influencer hingegen sind Affiliate Provisionen eher ein Nebenverdienst, da sie meistens mit einer fixen Summe vergĂŒtet werden. FĂŒr Unternehmen bietet diese Maßnahme einen großen Multiplikatoreffekt. Sie erreichen im Vergleich zu einem eigenen Post durch einen Influencer das Vielfache der Zielgruppe und können somit ihre VerkĂ€ufe enorm steigern.

Budget-VergĂŒtung

In der Regel verlangen die meisten Influencer ein fixes Budget fĂŒr eine Kooperation. Da es hier im Grunde keine festen Richtlinien gibt, können die Influencer ihre Preise relativ frei gestalten. Allerdings gibt es bei der Preiskalkulation einige Faktoren zu beachten, damit der angesetzte Preis auch realistisch und nachvollziehbar ist.

Folgende Kriterien fließen u. a. in die Kosten mit ein:

  • Kreativer Aufwand
  • Content Erstellung
  • Reichweite und Engagement
  • Media-Buyout

Oft wird von Unternehmen der kreative Aufwand, der hinter einem Post oder Video steckt, unterschĂ€tzt. In die Ausarbeitung eines Konzepts bis zur Umsetzung können viele Arbeitsstunden fließen. Zudem stellen die Influencer ihre FĂ€higkeiten in der Bild- oder Videobearbeitung zur VerfĂŒgung, um hochwertigen Content fĂŒr Unternehmen zu produzieren. Manche Influencer mĂŒssen einen Fotographen fĂŒr ein Shooting engagieren oder haben bereits ein kleines Team, das sie bei der Content Produktion unterstĂŒtzt. Wird ein Influencer fĂŒr die Moderation eines Evens beauftragt, stellt er viel seiner Zeit zur VerfĂŒgung und es mĂŒssen Reise- und Hotelkosten gedeckt werden.

NatĂŒrlich orientieren sich Influencer bei der Preisgestaltung auch an ihrer Reichweite und dem Engagement ihrer Community. Je höher die Interaktionsrate ist, desto intensiver beschĂ€ftigen sich die Follower mit dem Content des Influencers. Dies signalisiert Unternehmen, dass ihre Produkte von der richtigen Zielgruppe gesehen werden und dass der Influencer einen starken Einfluss auf sein Publikum hat.

Durch einen Media-Buyout erhĂ€lt das Unternehmen alle Rechte an dem Content des Influencers der im Rahmen der Kooperation entstanden ist. Firmen nutzen dies, um nach der Kampagne die Inhalte fĂŒr werblich Zwecke zu nutzen. DafĂŒr erhĂ€lt der Influencer ein festgelegtes Honorar, welches zusĂ€tzlich zu den Leistungen der Kooperation berechnet wird. Influencer können damit nochmal einen zusĂ€tzlichen Gewinn einstreichen, allerdings wechselt der selbst erstellte Content in den Besitz des jeweiligen Unternehmens ĂŒber.

Was sind die rechtlichen Grundlagen im Influencer-Marketing?

FĂŒr die Verbreitung von Werbung auf Social-Media gibt es bestimmte Anforderungen – unter anderem die sogenannte Werbekennzeichnungspflicht. Diese Werberegel besagt, dass Werbung als solche leicht erkennbar und von restlichen redaktionellen Inhalten klar getrennt sein muss. Die Einhaltung und Kontrolle dieser Regelung hat im Influencer-Marketing fĂŒr großes Aufsehen gesorgt.

Inhalte im Influencer-Marketing werden oftmals wie redaktionelle BeitrĂ€ge aufgebaut oder die zu bewerbenden Produkte oder Dienstleistungen in Fotos und Videos so eingebaut, dass es rein optisch nicht ersichtlich wĂ€re, ob es sich hierbei um Werbung handelt oder nicht. Die Kennzeichnung von Werbung dient dem Erhalt der Meinungs- und Medienfreiheit, der UnabhĂ€ngigkeit medialer Angebote, der GlaubwĂŒrdigkeit der Anbieter und dem Schutz der Verbraucher vor IrrefĂŒhrung.

Das Gesetz unterscheidet hinsichtlich der unterschiedlichen Ausspielungsmöglichkeiten zwischen Video-Angeboten und Foto-/Textangeboten. Bei Videos greifen die §§ 7 und 8 RStV (Rundfunkstaatsvertrag), fĂŒr Foto und Text § 58 Abs. 1 RStV sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 TMG (Telemediengesetz).

Der Leitfaden der Medienanstalten hat eine Kennzeichnungs-Matrix fĂŒr Social-Media erstellt, aus der die unterschiedlichen Kennzeichnungspflichten fĂŒr die jeweiligen Ausspielungsarten hervorgehen.

Die Gesetzgebung sagt aus, dass BeitrĂ€ge ĂŒber Produkte, Dienstleistungen, Marken, Events, etc., die entweder gegen eine Gegenleistung veröffentlicht wurden oder kostenlos erhalten wurden und deren Veröffentlichung an eine Vereinbarung geknĂŒpft ist, als Werbung gekennzeichnet werden mĂŒssen. Gleiches gilt fĂŒr Affiliate Links, Werbliche Links und Rabattcodes. BeitrĂ€ge ĂŒber Produkte der eigenen Marke mĂŒssen dann werblich gekennzeichnet werden, wenn die eigene Unternehmerschaft nicht deutlich wird.

Nicht gekennzeichnet werden mĂŒssen Inhalte, die aus eigener Motivation und ohne kommerziellen Anreiz Dritter veröffentlicht werden und BeitrĂ€ge von eigenen Produkten, wenn die Unternehmerschaft fĂŒr die User klar hervorgeht.

Links und Tags auf Freunde und eigene Produkte und Marken liegen in einer Grauzone. Laut Kennzeichnungsleitfaden ist in der Regel keine Kennzeichnung notwendig. Wird das Produkt oder die Dienstleistung allerdings in einer so positiven Art und Weise dargestellt, dass die User annehmen könnten, es handle ich um eine absatzfördernde Verkaufsmaßnahme oder eine klare Aufforderung zum Kauf geĂ€ußert wird, sollte der Beitrag gekennzeichnet werden.

BeitrĂ€ge in deutscher Sprache mĂŒssen auch mit Werbekennzeichnungen in deutscher Sprache, wie beispielsweise „Werbung“ oder „Anzeige“ versehen werden. Die englischen Begriffe „ad“ oder „sponsored by“ sind nicht ausreichend deutlich. Zudem reicht es nicht aus, auf seinem Kanal einen allgemeinen Hinweis zu geben, dass die BeitrĂ€ge insgesamt Werbung enthalten. Jeder einzelne Contentbeitrag muss klar abgegrenzt gekennzeichnet sein. Durch die EinfĂŒhrung dieser Regelung sind auch Marketing-Agenturen ebenfalls dazu angehalten, den Influencer auf die kennzeichnungspflichtig hinzuweisen, da diese ebenfalls rechtlich belangt werden können. Hier sollte also eine ÜberprĂŒfung stattfinden, ob die Vorgaben vom Influencer eingehalten wurden.

Ein Beispiel, warum man diese Kennzeichnungsplicht ernst nehmen sollte, ist die Geldstrafe, die der YouTuber Flying Uwe in Kauf nehmen musste. Mehr dazu findet ihr hier.

Abmahnwelle Instagram & YouTube:

3 Tipps fĂŒr eine erfolgreiche Kampagnenplanung

1. Die passenden Influencer finden

Der Erfolg einer Kampagne steht und fĂ€llt mit dem richtigen Influencer. Wie bereits beschrieben, gibt es einige hilfreiche Tools, die Unternehmen und Marketing Agenturen nutzen können, um geeignete Influencer zu finden und um schwarze Schafe im Vorfeld auszufiltern. Außerdem erhĂ€lt man nĂŒtzliche Informationen ĂŒber die Zielgruppe und Reichweite der Influencer. Bei der Suche sollte man den Fokus nicht nur auf die Reichweite legen, sondern sich auch mit dem Content des Influencers nĂ€her beschĂ€ftigen. So kann man besser bewerten, ob die Arbeitsweise des Influencers zu den eigenen Vorstellungen passt und wie die Gestaltung der Kooperation aussehen könnte. Zudem ist darauf zu achten, welche Ansichten und Meinungen der Influencer vertritt und ob diese zur Unternehmensphilosophie passen.

2. Kommunikation ist das A und O

Influencer sind keine wandelnde Werbetafeln oder Tools, bei denen man die Reichweite bucht. In erster Linie sind es Menschen, die einer bestimmten Leidenschaft nachgehen und die FĂ€higkeit haben, andere Leute von ihrer Meinung zu ĂŒberzeugen. Diese Begeisterung kann nur ĂŒberzeugend weitergebenen werden, wenn die Kommunikation auf Augenhöhe geschieht, sowohl zwischen der Community und dem Influencer als auch zwischen dem Unternehmen oder Marketing-Agenturen und dem Influencer.

Es ist von Vorteil, gleich mit dem Konzept der Kampagne an den Influencer zu heranzutreten und zu begrĂŒnden, warum man der Meinung ist, dass er dafĂŒr perfekt passt. So kann ein Dialog entstehen aus dem erkenntlich wird, ob sich der Influencer mit dem Produkt und der Werbebotschaft identifizieren kann oder ob Zweifel bestehen. Aus den Erkenntnissen dieses GesprĂ€chs kann dann der Content der Zusammenarbeit gestaltet werden. Sind die Zweifel beim Influencer zu groß, wird er sich auf die Kooperation nicht einlassen, da er sonst seine GlaubwĂŒrdigkeit gegenĂŒber seiner Community verliert. Solch ein ehrlicher Input ist sehr wichtig, da sich im Notfall ein „Shitstorm“ auch auf das Unternehmen ĂŒbertragen kann und das Image beschĂ€digt.

3. Gestaltungsfreiheit fĂŒr die Influencer

Ein von Influencer-Marketing Agenturen oder Unternehmen erstelltes Briefing ist immer empfehlenswert bei einer Kampagne, da darin alle wichtigen Rahmenbedingungen festgehalten werden und es dem Influencer als StĂŒtze bei der Umsetzung dient. Allerdings sollte sich das Briefing nicht wie in Skript zu einem TV-Spot lesen, in dem steht wie und was genau der Influencer zu sagen und zu tun hat. Letztendlich kennt der Influencer seine Community am besten und weiß genau, wie er die Inhalte glaubwĂŒrdig vermittelt. Hier ist es von Vorteil dem Influencer die grĂ¶ĂŸtmögliche gestalterische Freiheit zu geben, damit er die Kooperation ganz natĂŒrlich neben seinem restlichen Content miteinfließen lassen kann.

Storytelling heißt hier das Zauberwort, wodurch der Influencer ausfĂŒhrlich berichten kann, warum er sich zu einer Zusammenarbeit mit dem Unternehmen entschieden hat.

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