Was ist der Sichtbarkeitsindex?

Was ist der Sichtbarkeitsindex?

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Mit dieser Frage beschäftigt sich jeder zwangsläufig, wenn es um das Thema Online-Marketing geht. Stelle Dir vor, Du sitzt in einem Boot und angelst. Dein Boot ist Deine Homepage, unter dir schwimmen die Kunden wie Fische durch den ewigen Datenstrom. Du wirfst Deine Angel aus, um neue Kunden zu Deinem Boot zu locken. Der Köder am Haken ist dein Keyword.

    Inhaltsverzeichnis:

Welche Bedeutung hat der Sichtbarkeitsindex?

Auf dem Datenstrom sind weitere Boote und riesige Kreuzer unterwegs, die alle nach Kunden fischen. Darum braucht es Regeln, wie sich die Fischgründe verteilen lassen. Übertragen auf den Sichtbarkeitsindex ist das eine Kennzahl, die den Rang Deines Bootes ausmacht. Dieser Rang zeigt an, wie gut die Kunden Deine Webseite finden. Darum Vorsicht beim Auswerfen von Ködern, Angler!

Das Zauberwort heißt Keywords. Um den Sichtbarkeitsindex zu berechnen, braucht es ein Keyword. Dies geschieht mithilfe einer Software wie beispielsweise Sistrix. Das Programm kennt rund 250.000 Keywords, mit denen es die ersten 100 Positionen auf Google misst. Wenn ein Kunde ein bestimmtes Keyword sucht, erscheint eine Auswahl an Webseiten, die mit dem Keyword zusammenhängen.

Es gibt viele weitere Programme wie XOVI, Searchmetrics und Co., die alle einen Sichtbarkeitsindex erstellen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Aus diesem Grund werden sie Suchmaschinenoptimierung (engl. SEO = Search engine optimization) genannt. Der Einfachheit halber konzentriert sich der Text auf Sistrix.

Über einen längeren Zeitraum wertet Sistrix Daten über das Suchverhalten von Kunden aus. Diese werden in einem Diagramm einer Kurve abgebildet. Durch das Diagramm lässt sich eine Entwicklung ablesen, die die Wertung des Sichtbarkeitsindex zeigt. Auf diese Weise erfährst du, wie gut deine Vorkehrungen sind.

Wie wird der Sichtbarkeitsindex berechnet?

Bevor Du ein Tool wie Sistrix benutzt, ist es gut zu wissen, dass jedes Tool einen eigenen Algorithmus benutzt. Diese erheben auf ähnliche Weise die Daten. Experten empfehlen, für mehrere Webseiten dasselbe Tool zu benutzen, um einen Sichtbarkeitsindex auf gleicher Rechengrundlage zu erhalten. Die Berechnung lässt sich auf folgende Formel herunterbrechen, die bei allen Tools gleich ist.

Σ = ( Keyword Suchvolumen * Klickrate (Ranking) )

Den griechischen Buchstaben kennt der eine oder andere aus der Mathematik, wo er als Symbol für die Summe steht. Das „Keyword Suchvolumen“ steht für die Menge, wie oft die Kunden ein Keyword suchen. Diese Menge multipliziert das Programm mit einer erwarteten Klickrate auf ein Suchergebnis. Für diese Erwartung liegen in den verschiedenen Tools unterschiedliche Algorithmen zugrunde.

Um sich das genauer vorstellen zu können, beschreiben wir ein kurzes Beispiel. Das Programm Sistrix weiß durch statistische Daten, wie häufig Kunden auf die ersten Ergebnisse klicken, die sie finden. Steht beispielsweise eine Webseite auf Rang eins, besteht eine Chance von 20 %, dass ein Kunde darauf klickt. Während eine Webseite auf Rang 10 eine Klickrate von 2 % besitzt.

Mit jeder weiteren Google-Seite sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde eine gewünschte Webseite findet. Das liegt daran, weil die Webseite an Sichtbarkeit verliert. Weil Google die am meisten verwendete Suchmaschine ist, benutzen Tools hauptsächlich Daten von Google. Zu diesen Daten gehören Ranking und Suchvolumina, die in die Berechnung einfließen.

Welche Aussagekraft steckt im Sichtbarkeitsindex?

Durch das Auf- und Absteigen der Kurve lässt sich der Erfolg einer Optimierung nachvollziehen. Wie üblich steckt der Teufel im Detail. Bei dieser Betrachtung der Kurve gilt es, zwei Dinge im Auge zu behalten. Das eine betrifft Google, da dessen Ranking ein dynamischer Prozess ist und sich ständig Dinge verändern. Das zweite ist der Sichtbarkeitsindex, der mit angibt, wie viele potenzielle Besucher auf einer Webseite zu erwarten sind.

Der Sichtbarkeitsindex ist als Richtwert zu verstehen. Die ständigen Einflüsse von außen verändern den Wert, die einen positiven oder negativen Effekt auf das Ranking ausüben. Ein Onlineshop, der T-Shirts verkauft, kann durch eine andere Webseite eine Aufwertung erfahren. Sie schreibt in einem Blog über ein T-Shirt und löst ein Interesse an dem Blog aus.

Ein SEO-Tool kann nicht unterscheiden, was das eigentliche Ziel einer Suchanfrage ist. Es erkennt die Häufigkeit einer Suchanfrage und bewertet sie als positiv. Darum landet der Online-Shop auf einem höheren Rang, obwohl das Ziel der Kunden der Blog ist.

Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Berechnungen der SEO-Tools. Jedes Tool verwaltet eigene Indizes, die zur Erhebung der Daten herangezogen werden. Wie aktuell die Daten sind, ist bei jedem Tool anders. Das Gleiche trifft auf die Keywords zu. Durch all die Unterschiede kommt es zu Verzerrungen der Daten, die eine genaue Analyse brauchen.

Was kann unternommen werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen?

Keywords sind der Schlüssel für eine bessere Sichtbarkeit im Internet. Um das Beste aus ihnen zu holen, baut sich ein Domain-Besitzer ein Keyword-Set, welches seine Webseite beschreibt. Damit das Keyword-Set gelingt und der Sichtbarkeitsindex einem weiterhilft, gibt es diese drei Regeln.

  • Keyword-Recherche

Die Keword-Recherche ist der Grundbaustein einer gelungenen Optimierung. Wer sich die Zeit nimmt, um mehr über Suchvolumen, Konkurrenz und Suchintention zu lernen, erhält ein Bewusstsein für das Business. Ohne diese Tätigkeit bleibt es bei einer Raterei.

  • Relevante Inhalte

Die Keywords zeigen dir die Richtung, was dein Geschäft ausmacht. Um es für den Kunden schmackhaft zu machen, braucht es gute Inhalte auf der Webseite. Schaue ruhig bei der Konkurrenz, wie sie es macht, und lass dich inspirieren.

  • Webanalyse

Eine ausgewogene Webanalyse besteht aus verschiedenen Quellen. Verlasse dich nicht allein auf den Sichtbarkeitsindex. Mit Google Analytics und der Google Search Console besitzt du kostenlose Alternativen, um deine Entwicklung zu verfolgen.

Ein langsames Wachstum ist ein gutes Zeichen für ein gelungenes Geschäft. Die Inhalte zeugen von Qualität, die Anklang beim Kunden finden. Versuche, diesen Wert stabil zu halten, damit du auf lange Sicht ein funktionierendes Geschäft behältst. Mit den drei Regeln kannst du den Verlauf deines Geschäfts hinterfragen und anpassen.

Wie lässt sich der Sichtbarkeitsindex interpretieren?

Nischenseiten verursachen die größten Probleme bei der Bestimmung des Sichtbarkeitsindex. Diese Seiten decken einen kleinen Bereich ab und sind auf ein Gebiet spezialisiert. Sistrix deckt diese Keywords nicht ab, was zu dem Problem führt, dass eine Suche im Internet nicht einberechnet wird. Um das zu vermeiden, stelle eine gute Mischung aus Keywords zusammen, um einen aussagekräftigen Sichtbarkeitsindex zu erhalten.

Befolgst du diesen Ratschlag nicht, kann es passieren, dass dein Sichtbarkeitsindex einen niedrigen Wert erhält. Es ist fraglich, wie hoch der Rang gehen kann bei einer Nischenseite. Die Organisation Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF) beschäftigt sich mit dieser Frage. Sie erkannten, dass ein Anstieg des Sichtbarkeitsindex nicht zwingend zu mehr Besuchen auf der Webseite führt. Andere Faktoren sind wichtiger für eine bessere Sichtbarkeit.

Der Sichtbarkeitsindex zeigt nicht den aktuellen Stand an. Die Auswertung der Daten sind als rückwirkend zu verstehen, die ein paar Tage alt sind. Freust du dich über einen hohen Wert, beziehe weitere Daten ein. Mit diesen lässt sich überprüfen, wie gut die Qualität deiner Webseite ist. Die gute Platzierung kann jedoch auch mehr Schein als Sein bedeuten, wenn sich auf der Webseite nichts anderes tut.

Schuld an der Stagnation kann ein schlechtes Snippet sein. Ein Snippet besteht aus dem ersten Text über deine Webseite, den ein Kunde in einer Liste von Webseiten sieht. Nachdem ein Kunde durch den guten Sichtbarkeitsindex deine Webseite in der Liste entdeckt, spricht ihn dein Snippet nicht an. Das kann daran liegen, dass es wenig einladend formuliert ist.

Was sind die Vor- und Nachteile des Sichtbarkeitsindex?

Sistrix und Co. geben mit dem Sichtbarkeitsindex einen guten Eindruck, welche Sichtbarkeit die Webseite hat. Das hilft, bessere Entscheidungen für die Optimierung zu treffen. Wie bei allen Sachen hat der Sichtbarkeitsindex seine Vor- und Nachteile. In der folgenden Liste werden die wichtigsten aufgezählt.

Vorteile

  • Im Vergleich zur Konkurrenz

Durch den Sichtbarkeitsindex siehst du, wie du im Vergleich zu den anderen stehst. Das kann dir einen Hinweis darauf geben, ob du alles richtig machst. Stehst du weit unten im Ranking, ist es ratsam, etwas zu ändern. Im Falle, dass ein Konkurrent dich überflügelt, kann es an der Aktualität deiner Webseite liegen.

  • Erster Warnhinweis

Leichte Fluktuationen sind nichts Ungewöhnliches. Sobald die Kurve stärker hin und her schwankt oder der Sichtbarkeitsindex sinkt, ist die Zeit gekommen, Veränderungen vorzunehmen.

  • Sichtbarkeitsindex für PC und Smartphone

Sistrix und andere SEO-Tools besitzen für PC und Smartphone unterschiedliche Indizes. Der Grund, warum das getrennt betrachtet wird, liegt daran, dass Kunden die Geräte verschieden benutzen. Auf einem Smartphone schauen sich Kunden statistisch gesehen häufig mehrere Seiten an als an einem PC. Seit Jahren steigt die Nutzung von Smartphones an.

Nachteile

  • Vergleich mit falschen Konkurrenten

Der Vergleich mit einem unpassenden Konkurrenten führt zu falschen Erwartungen. Es gibt in vielen Branchen einen Branchenriesen, der der Platzhirsch ist. Als kleines Unternehmen ist es wenig hilfreich, sich zu Anfang mit dem Branchenriesen zu messen. Der Branchenriese hat ein breiteres Angebot, das ganz andere Kunden anzieht als ein kleines Geschäft.

  • Benutzung von zu vielen Nischen-Keywords

Sistrix erfasst nicht alle Nischen-Keywords, wodurch der Sichtbarkeitsindex sie nicht mehr berücksichtigt. Longtail-Keywords gehören ebenfalls in diese Kategorie. Das sind Keywords, die aus einer Kette von Keywords bestehen. Auf der einen Seite sind sie nützlich für Suchanfragen, auf der anderen Seite fallen sie für den Sichtbarkeitsindex nicht ins Gewicht.

Wie relevant ist der Sichtbarkeitsindex für die SEO?

Der Key Performance Indicator (KPI) ist eine Kennzahl, die den Erfolg eines Unternehmens anhand der Zielsetzung misst. Aus diesem Grund liegt es nahe, den Sichtbarkeitsindex mit einzuberechnen in diese Bilanz. Wie schon festgestellt, geht das nicht ohne Probleme. Weil gerade kleine Firmen damit Schwierigkeiten haben, festzustellen, wie gut die SEO-Maßnahmen greifen.

Darum bietet Sistrix eine Variante an, mit der ein kleines Unternehmen ein individuelles Keyword-Set erstellen kann. Das wird von Sistrix erkannt und in den Sichtbarkeitsindex mit eingerechnet. Durch die Konkurrenzanalyse von Sistrix ermittelt das Unternehmen, wie gut das Keyword-Set funktioniert und ob ähnliche existieren. Ohne das Programm wäre der Aufwandungleich höher.

Zu SEO gehören die Suchergebnisseiten (engl.: Search Engine Result Pages = SERP). Bei einer Suchanfrage speichert die Suchmaschine dieses Keyword in den SERPs und sortiert sie nach Relevanz. Dies wird von Sistrix erfasst und in die Bewertung des Sichtbarkeitsindex aufgenommen. Die Frage ist, wie wichtig das bei SEO ist? Die Antwort ist „sowohl als auch“.

Die Gründe sind in der Klickrate und der Verweildauer zu finden. Befinden sich Mängel auf einer Webseite, verlassen Kunden schnell die Seite. Die Ursache kann beispielsweise ein unpassender Text sein. Dieser liest sich auf einem PC gut, während er auf einem Smartphone zu lang wirkt. Für Google sind Klickrate und Verweildauer wichtige Faktoren, die in die Bewertung des Sichtbarkeitsindex einfließen.

Fazit

Der Sichtbarkeitsindex ist ein wesentliches Instrument beim Thema SEO. Google stellt die Daten bereit und durch die Schnittstelle von Sistrix lassen sich diese Daten verwerten. Die erworbene Kennzahl des Sichtbarkeitsindex ist ein guter Indikator, wie gut eine Webseite performt.

Diese Kennzahl steht nicht für sich allein, sondern ist im Kontext mit weiteren Daten zu betrachten. Erst die Entwicklung über einen längeren Zeitraum bringt valide Daten über den Verlauf. Eine aufmerksame Analyse der Daten ist begrüßenswert.

Eine Verbesserung der Webseite durch ausgehende und interne Verlinkungen wirkt sich positiv aus. Google registriert diese Nutzung durch Kunden und wertet darum den Sichtbarkeitsindex auf. Wer eine Webseite für Kunden betreiben will, hat sich mit verschiedenen Daten zu beschäftigen.

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