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SEO für Shopware Shops

SEO für Shopware Shops

Lesezeit: 10 Min | Autor: Kai Spriestersbach

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Für alle Betreiber eines Shopware Shops wird früher oder später das Thema SEO (Search Engine Optimization; dt.: Suchmaschinenoptimierung) relevant. Denn wenn Dein Shop nicht irgendwo auf den vordersten Positionen bei Google gefunden wird, kann auch niemand, der Deinen Onlineshop noch nicht kennt, bei Dir bestellen. Shopware SEO meint also die Optimierung von Shopware Shops für eine bessere Platzierung in den Suchmaschinen und unterscheidet sich im Grunde nicht von den SEO-Maßnahmen jedes anderen Shopsystems. Dabei gilt es jedoch die individuellen Möglichkeiten und Einschränken des jeweiligen Systems zu beachten, um den eigenen Onlineshop optimal auf gezielte Suchanfragen auszurichten und der Suchmaschine ein ideales Crawling sowie eine sinnvolle Indexierung zu ermöglichen.

Der goldene Weg im Shopware SEO

Die fünf wichtigsten Faktoren, die für erfolgreiches Shopware SEO optimal ineinandergreifen müssen, lauten:

  1. Technik– Effizientes Crawling und optimale Indexierung bilden die Grundlage von allem, so auch in Deinem Shopware Shop.
  2. Strategie– Du benötigst eine nachfrageorientierte Informationsarchitektur und einen SEO-Maßnahmenplan, beides auf Deine Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmt. Du musst wissen, für welche Suchanfragen Du gefunden werden solltest und wonach Deine Kunden bei Google suchen.
  3. Inhalt– Ohne hochwertigen Content und sinnvolle Produkt- und Kategorietexte mit zielgruppenspezifischer Ansprache ist ein gutes Ranking nur sehr schwer zu erreichen. Statt dumpfer SEO-Texte solltest Du hier den Kunden beraten und zum richtigen Produkt führen. Nicht nur die zuletzt ausgerollten Google Updates – darunter besonders das BERT Update – haben die Wichtigkeit von natürlichen, auf den Nutzer ausgerichteten Texten verdeutlicht. So kann Dein Inhalt auch zusätzlich eine konversionssteigernde Wirkung haben!
  4. Branding– Die richtige Positionierung Deines Shops und der Aufbau einer echten Marke sorgen für ein nachhaltiges Wachstum der Sichtbarkeit. Das bedeutet konkret, dass Du neben Verlinkungen und Traffic von anderen Webseiten idealerweise auch in Social Media, dem Radio oder anderen Offline-Medien für Präsenz sorgen solltest. So bekommen sowohl Deine Kunden als auch Google mit, dass Du ein vertrauenswürdiger Anbieter bist. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Du Deinen Expertenstatus auf Deinem Gebiet herausarbeitest und deutlich machst. Denn das wird sich auch in Deinen Rankings positiv bemerkbar machen.
  5. User Experience – Heutzutage kann man UX (User Experience) nur schwer von SEO abgrenzen, da Usersignals im Ranking stark gewichtet werden. Die Zufriedenheit des Nutzers sollte immer an oberster Stelle stehen. Es fängt schon mit der Ladezeit bzw. der gefühlten Ladezeit an. Je schneller, einfacher und intuitiver die Seite zu bedienen ist, desto eher bindest Du die Nutzer und desto eher werden sie zu wiederkehrenden Kunden, was sich natürlich auch im Ranking spiegelt. Für ein positives Branding ist dieser Aspekt ebenfalls unabdingbar.

Die richtige Shopware SEO-Strategie

Genauso wie es hunderte verschiedene Shop-Systeme gibt und niemand behaupten kann, eine einzige Variante wäre für alle die Richtige, so gibt es auch unzählige Strategien und Ansätze um das Thema Suchmaschinenoptimierung. In erster Linie hängt die Wahl der Strategie von den eigenen Zielen, Fähigkeiten, Ressourcen, aber auch von den Einschränkungen ab.

Ein weltweites E-Commerce Unternehmen mit sechsstelligem Monatsbudget kann selbstverständlich ganz andere Maßnahmen realisieren als ein Einzelunternehmer, der gerade einen Nischenshop gestartet hat und sich noch selbst um die Verpackung und Rechnungsstellung kümmert. Die Wahl der jeweiligen Strategie ist sehr individuell und sollte mit möglichst vielen Informationen über Dein Unternehmen sowie viel Erfahrung getroffen werden.

Schaut man sich jedoch die Einflussfaktoren der Suchmaschinen an, sind die notwendigen Schritte bei sämtlichen Onlineshops stets dieselben, wenn auch die individuelle Ausgestaltung dann den Anforderungen und Möglichkeiten des Unternehmens unterworfen sind.

In unserem Whitepaper zum Thema SEO haben wir bereits über die Herausforderungen für Onlineshop-Betreiber und E-Commerce Entscheider im Bereich der Suchmaschinenoptimierung inkl. Strategie- und Handlungsempfehlungen geschrieben. Die darin aufgeführten Maßnahmen sind selbstverständlich auch für jeden Shop auf Shopware-Basis gültig.

To Do-Liste Shopware SEO

  • Keyword-Research: Wie sucht meine Zielgruppe? Bei welchen Suchanfragen muss ich gefunden werden?
  • Keyword-Targeting: Welche (vorhandene) Seite kann für welches Keyword(-Set) ranken und ist diese dafür optimiert?
  • Informationsarchitektur: Wie strukturiere ich meinen Shop, um dem Nutzer gerecht zu werden und die Keyword-Welt optimal abzudecken?
  • Crawlability: Kann der Bot den Shopware-Shop optimal auslesen und indexieren?
  • Interne Verlinkung: Werden die wichtigsten Seiten priorisiert und ist die Linkkraft ideal innerhalb des Shops verteilt?
  • Indexierung: Wird jeder Artikel, jede Kategorie und jeder redaktioneller Inhalt nur einmal indexiert?
  • Content: Gibt es ausreichend hochwertige und einzigartige Inhalte, Kategorie- und Produktbeschreibungstexte?
  • Brand: Wird der Shop als Marke wahrgenommen? Suchen Kunden gezielt nach dem Shop-Namen?
  • Backlinks: Habe ich ausreichend verlinkungswürdige Inhalte und sorge ich für eine natürliche Verlinkung?
  • Speed, Mobile & Security: Ist mein Webshop schnell, auf Mobilgeräten sinnvoll bedienbar und mittels HTTPS sicher verschlüsselt? Obwohl Letzteres zum Standard gehört, gibt es leider immer noch Webseiten, die unverschlüsselt sind.

Und mit diesen SEO-Maßnahmen ranke ich dann gleich?

Nein, tust Du nicht. Auch wenn alle beschriebenen Maßnahmen umgesetzt worden sind, dauert es meist eine Weile, bis ein messbarer Effekt eintritt.

Google muss Deinen Onlineshop erst wieder und wieder crawlen, beseitigte Fehler erkennen (z. B. Duplicate Content), neue Seiten finden und indexieren (z. B. Seiten durch Filternavigation) oder neue Verlinkungen des Shops entdecken, beobachten und bewerten.

„Suchmaschinenoptimierung wirkt nicht von heute auf morgen!“

Je nachdem, wie umkämpft die Plätze in den Suchergebnissen in Deiner Branche sind, kann das einige Wochen bis Monate dauern. Für die Suchmaschinenoptimierung wird derjenige belohnt, der Ausdauer und Durchhaltevermögen beweist.

Wer seinen Shop kontinuierlich verbessert, kann die begehrten SEO-Früchte ernten: Rankings, Traffic und Umsatz.

Shopware 6 SEO Guide

Shopware 6 macht einiges richtig in Sachen SEO und setzt im Vergleich zu Shopware 5 noch einiges drauf!

Doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Im Gegensatz zu Version 5 hat Shopware 6 den SEO-Router nicht integriert, welcher für globale SEO Einstellungen benutzt wurde. Diesen SEO-Router gibt es in der neuen Version nicht. Demzufolge sind einige Funktionalitäten wie zum Beispiel die Möglichkeit, Großbuchstaben aus der URL zu entfernen, in der aktuellen Version weggefallen. Jedoch sollen diese Möglichkeiten, laut Angaben von Shopware, bald wieder zur Verfügung stehen. Demzufolge können wir darauf hoffen, dass diese asap wieder verfügbar sind.

Suchmaschinenfreundliche URLs

Während in der Vorgängerversion die URLs individuell konfiguriert werden konnten, ist das Einstellen der notwendigen SEO-URLs in der Shopware 6 mithilfe von Templates auf Produkt- / und Kategorie-Ebene umsetzbar. Hierzu stellt Shopware die notwendigen Variablen zur Verfügung, welche einfach und intuitiv verwendet werden können.

Idealerweise sehen die URLs auf Kategorie-Ebene wie folgt aus:

https://www.domain.de/hauptkategorie/nebenkategorie/

Bei tiefen Kategorie-Bäumen könnte die URL-Struktur ggf. so aussehen:

https://www.domain.de/kategorie/

Da Produkte meistens mehreren Kategorien zugeordnet werden können, bietet es sich an, die Produktseite ins Rootverzeichnis zu packen. So bekommst du eine saubere URL- und Verzeichnis-Struktur hin, ohne Produkte mehrmals anlegen zu müssen. Dadurch vermeidest Du nicht nur Duplicate Content, sondern schonst zudem noch dein Crawlbudget.

Produkt-URL:

https://www.domain.de/produktxyz

Snippets in Shopware 6 optimieren

Es lohnt sich auf allen Kategorien und Produktseiten den Seitentitel zu verbessern, denn die Standardkonfiguration von Shopware 6 bietet kaum einen optimalen, ansprechenden Titel im Snippet eines Suchergebnisses.

Die Einstellungen der Meta-Title für die Standard-Templates sind wie folgt vorgegeben:

  • Produkttemplate {Produktname}|{Shopname}
  • Kategorietemplate {Kategoriename}

Auch die Meta-Description sollte nach Möglichkeit individuell formuliert werden, jeweils aussagekräftig zur jeweiligen Seite inkl. USPs und einem Call-to-Action. Dadurch kann die Click-Through-Rate gesteigert werden, was zu mehr Traffic und besseren Positionen in der Suchmaschine führen kann.

Im Gegensatz zur Vorgängerversion, in der eine Zeichenanzahl zwischen 150 und 240 Zeichen zugelassen war, hat Shopware 6 keine Zeichenbegrenzung mehr. Nichtsdestotrotz empfehlen wir auf eine Zeichenbegrenzung bei der Meta-Beschreibung von max. 145 Zeichen zu achten. Wobei der Call-to-Action ab dem 128. Zeichen erfolgen sollte. Falls die Description im Snippet nicht komplett angezeigt wird, so ist zumindest der Hauptinhalt sichtbar.

Mittels SEO-Plugin können auch Rich Snippets für Produkte, Kategorien und Breadcrumbs umgesetzt werden, damit Dein Onlineshop noch besser in der Suchergebnisseite ins Auge springt.

Erlebniswelten in Shopware erschaffen

Der Content ist das Herzstück jeder Landingpage. Es ist unabdingbar, dass der Content für den Nutzer einen Mehrwert bietet und nutzerfreundlich geschrieben ist. Hier steckt die Keyword Recherche das Themenfeld ab.

Shopware 6 bietet dir die Möglichkeit, sogenannte Erlebniswelten zu erschaffen, welche den gewünschten Kategorien zugewiesen werden. Der Content kann sowohl als reiner SEO-Text als auch als Grafik eingepflegt werden.

Leider ist nach Angaben von Shopware aktuell die Datenzuordnung zwischen Erlebniswelt und Zusatzfeld (Erweiterung eines Datensatzes, welcher für die Erweiterung von Informationen dient) noch nicht möglich. Es ist jedoch möglich, die hinterlegten Informationen aus dem Zusatzfeld in der jeweiligen Erlebniswelt einzubinden.

Weitere Möglichkeiten der SEO-Optimierungen in Shopware 6

  • Geografische und sprachliche Zuordnung
    Durch die Verwendung des „hreflang“-Tags kann die geografische sowie sprachliche Zuordnung der jeweiligen URLs den Suchmaschinen mitgegeben werden. Dies ist vor allem bei international tätigen Shops besonders wichtig, damit die Suchmaschine weiß, für welche Sprache oder Region sie welche URL anzeigen soll. Ohne eine automatisierte Lösung war die Verwendung dieses Tags bisher zum Scheitern verurteilt, da gerade bei der Sprach- und Landzuordnung ein großes Fehlerpotenzial besteht.
  • Tracking und Cookies
    Cookies dienen nicht nur der Nutzerfreundlichkeit in Deinem Shop, um beispielsweise dem Besucher ein personalisiertes Angebot zu bieten. Diese Cookies liefern Dir darüber hinaus noch wichtige Performancedaten Deines Shops, anhand derer Du wichtige strategische Entscheidungen treffen kannst. Shopware 6 hat die Trackingintegration vereinfacht. Ebenfalls neu ist das einfache Event Tracking wie z.B. des Checkouts, Log-Ins. Laut dem Anbieter soll zukünftig die Integration einer Cookie Bar weitere Funktionalitäten bieten.
  • Opt-out Newsletter
    Opt-out ist im Onlinemarketing eine Anmeldemöglichkeit, bei der der Nutzer aktiv widersprechen muss. Diese Widerspruchsmöglichkeit ist bei Newslettern sehr beliebt.  Ab Shopware 6 kann diese Möglichkeit im Newsletter Marketing genutzt werden.

Über Shopware

Shopware ist ein modulares Online-Shopsystem, das seit 2004 existiert und in Deutschland entwickelt wurde. Neben der Community-Edition, die als Open-Source-Software für jedermann kostenlos erhältlich ist, gibt es auch mehrere kommerzielle Editionen für verschiedene Einsatzzwecke (Professional Edition und Enterprise Edition). Shopware wird in PHP entwickelt und basiert auf dem MVC-Framework „enlight“. Als Datenbank wird eine relationale MySQL- oder MariaDB-Datenbank benötigt.

Die Shop-Software kann, wie viele andere auch, in seinen Funktionen durch die Installation zusätzlicher Plugins erweitert werden und über die gut dokumentierte API können Systeme anderer Anbieter, zum Beispiel Zahlungsdienste oder Warenwirtschaftssysteme, angebunden werden.

Der Einstieg in das Thema Shopware SEO ist nicht immer leicht, es lohnt sich in jedem Fall mal die populärsten SEO-Plugins und Erweiterungen im Shopware-Store genauer anzuschauen und zu sehen, welche Sinnvoll für den eigenen Onlineshop in Sachen Suchmaschinenoptimierung sein könnten.

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