Inhaltsverzeichnis:

Affiliate Marketing Trends 2021: Affiliate als Alternative zu GAFA

Affiliate Marketing Trends 2021: Affiliate als Alternative zu GAFA

Lesezeit: 16 Min | Autor: Markus Kellermann

Teile den Artikel

2020 war sicherlich kein Jahr wie jedes andere. Wer hätte sich vor einem Jahr ausmalen können, welche ungeahnten Ereignisse und Herausforderungen im Jahr 2020 auf uns alle zukommen. Corona hat das Leben von jedem Einzelnen sowohl privat als auch beruflich auf den Kopf gestellt. Dennoch gehört gerade die performanceorientierte Affiliate-Branche sicherlich mit zu den großen Krisengewinnern.

Nicht nur, dass 50 Prozent der Nutzer wegen Corona häufiger online bestellen als vor der Pandemie und 39 Prozent mehr Pakete empfangen als vor der Krise, so hat die Pandemie lt. IBM die Verschiebung der Marktanteile zugunsten des Online-Handels um etwa fünf Jahre beschleunigt.

Ausgabe 2 jetzt verfügbar!!!
OMT Magazin - Ausgabe 2

Endlich online! Die 2. Ausgabe des OMT-Magazin. 176 Seiten geballtes Online Marketing-Wissen!

Jetzt kostenfrei downloaden

Kumuliert hat der E-Commerce lt. bevh allein bis Anfang Dezember 2020 ein Wachstum von 12,2 Prozent auf 73,4 Mrd. Euro (brutto) erreicht. Hinzu kommt noch das Weihnachtsgeschäft, bei dem es ebenfalls deutliche Verschiebungen der Weihnachtseinkäufe ins Internet gab. Vor allem Bekleidung (+20,5 Prozent) wurde online deutlich mehr bestellt. Auffällig war laut Verband zudem der große Zuspruch für Hersteller, die direkt an Kunden verkaufen. Diese konnten ihre Umsätze um 31,6 Prozent steigern.

Und auch die Affiliate-Branche hat kräftig profitiert. Marc Hundacker, Managing Director DACH des Affiliate-Netzwerkes Awin vermeldete in seinem Video-Rückblick 2020 das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Geschichte von Awin. Auch Webgains konnte beispielsweise im 2. Quartal 2020 ein Wachstum von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aufweisen und auch Adcell vermeldete ein Wachstum sowohl an Umsatz als auch an neuen Partnerprogrammen (600 neue Partnerprogramme in 2020).

Auch der BVDW hat neue Marktzahlen veröffentlicht. Im Rahmen einer Erhebung hat das Affiliate-Marketing im Jahr 2019 ca. 10 Mrd. Euro Umsatz im Bereich E-Commerce hervorgebracht. Auf den gesamten Umsatz von 70 Mrd. Euro betrachtet bedeutet dies, dass jeder siebte Euro des Online-Handels durch Affiliate-Marketing generiert wird.

omt logo

Diesen Artikel jetzt als Podcast anhören

Jetzt anhören aut: Spotify | iTunes | Google Podcast

Um einen objektiven Blick auf die weiteren Trends und Entwicklungen im Affiliate-Marketing im Jahr 2021 zu werfen, haben wir in Kooperation mit der Affiliate-Marketing-Agentur xpose360 und dem Affiliateblog.de auch in diesem Jahr wieder eine große Trend-Umfrage unter 1.200 Affiliates, Merchants, Agenturen und Netzwerken/Technologien durchgeführt. Damit wollen wir unabhängig von der eigenen Meinung weiteres Experten-Wissen abfragen, um uns darüber ein unabhängiges Bild über weitere Entwicklungen einzuholen.

Denn auch die Branchen-Teilnehmer selbst sehen lt. der Affiliate-Trend-Umfrage 2021 die Entwicklung im vergangenen Jahr als äußerst positiv. 83 Prozent der Affiliates, 79 Prozent der Advertiser und sogar 95 Prozent der Agenturen/Netzwerke und Technologien konnten in 2020 steigende Umsätze verzeichnen. 48 Prozent der Advertiser und 65 Prozent der Affiliates gaben zudem an, dass Corona positive Auswirkungen auf ihre Affiliate-Umsätze hatte.

Entwicklung der vermittelten Umsätze, Affiliate-Trend-Report 2021

Entwicklung der vermittelten Umsätze aus dem Affiliate-Trend-Report 2021.

Entwicklung der Werbeausgaben

Die meisten Ökonomen rechnen damit, dass die Pandemie mit dem Impfstoff 2021 unter Kontrolle gebracht werden kann und frühestens Anfang 2022 das Vorkrisenniveau erreicht werden wird. Dennoch rechnen die „Wirtschaftsweisen“ damit, dass im Falle eines wirksamen Impfstoffes die Verbraucher wieder reisen und ihr Geld mehr in den Konsum stecken und dadurch der Konjunktur einen Schub geben können. Der Sachverständigenrat erwartet daher im kommenden Jahr ein Wachstum von 3,7 Prozent.

Für den globalen Werbemarkt rechnen sowohl die Group M als auch Magna, Zenith und JOM mit einem Wachstum. Lt. des jährlichen Zenith Advertising Expenditure Forecasts wird für das Jahr 2021 eine Steigerung der globalen Werbeinvestitionen um 5,6 Prozent auf 620 Milliarden Dollar gerechnet. Begünstigt wird dieses Wachstum auch durch die mit einem Jahr Verzögerung stattfindenden Olympischen Sommerspiele sowie die Fußball-Europameisterschaft.

Vor allem bei den digitalen Werbeausgaben glaubt Zenith an ein entsprechendes Wachstum und der Anteil der digitalen Werbeinvestitionen soll weiter ansteigen. Bis 2023 wird die Digitalwerbung in Deutschland 47,5 Prozent aller Werbeinvestitionen umfassen.

Umsatzprognosen für das Affiliate-Marketing 2021

Gerade das Affiliate-Marketing wird von diesem Wachstum profitieren, da gerade in der Pandemie die Unternehmen die performanceorientierten Marketing-Kanäle enorm schätzen gelernt haben und Werbebudgets von anderen Marketingkanälen wie Branding oder Out-of-Home auch geshiftet wurde, zugunsten von Performance-Marketing, welches in der Krisenzeit besser skalierbar ist.

So gaben 42 Prozent der Advertiser an, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie zusätzliches Budget in Affiliate-Marketing investiert haben und 21 Prozent haben Budgets von anderen Marketing-Kanälen in Affiliate-Marketing geshiftet.

zusätzlich investiertes Budget in Affiliate-Marketing infolge von Corona

aus dem Affiliate-Trend-Report 2021 zum Thema: zusätzlich investiertes Budget in Affiliate-Marketing infolge von Corona.

 

Auch im Affiliate-Netzwerk Awin generieren die Unternehmen aktuell 10 bis 15 Prozent ihrer Online-Sales mithilfe von Affiliate-Marketing, in bestimmten Bereichen wie Telko sogar zwischen 30 und 40 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Trend-Umfrage, wonach bei 46 Prozent der Unternehmen 5 bis 10 Prozent der gesamten Online-Umsätze über Affiliate-Marketing generiert werden. Bei 21 Prozent sind es zwischen 10 und 15 Prozent und bei 19 Prozent sogar mehr als 15 Prozent Affiliate-Umsätze.

Auch die weiteren Umsatzprognosen der Branchenteilnehmer sind weiterhin sehr positiv. 75 Prozent der Advertiser und 72 Prozent der Affiliates rechnen für 2021 mit steigenden Umsätzen. Bei den Agenturen/Netzwerken und Technologien rechnen ebenfalls 74 Prozent mit einem Umsatzwachstum für 2021. 2020 waren es noch 59 Prozent, die ein Wachstum prognostiziert haben.

Affiliate Marketing als Alternative zu GAFA

63 Prozent der werbetreibenden Unternehmen sehen zudem in Affiliate-Marketing eine wichtige Alternative zu den GAFA-Unternehmen (Google, Amazon, Facebook und Apple).

Lt. einer Forrester Studie schätzen 54 Prozent der CMOs Affiliate-Marketing sogar als einen der stärksten Kanäle zur Neukundengewinnung.

Denn immer weniger Verbraucher vertrauen den US-Unternehmen wie Google, Facebook und Co. 80 Prozent der Deutschen haben wenig oder gar kein Vertrauen mehr in die GAFA-Unternehmen. Bei jungen Menschen liegt der Wert sogar bei 81 Prozent. Immerhin 79 Prozent der Bevölkerung sind daher der Meinung, dass die Konzerne stärker reguliert werden müssten. Das ergab eine Civey-Umfrage im Auftrag der Next Conference.

Auch die Markenloyalität geht immer mehr zurück. Das heißt: Das Konsumverhalten ändert sich und die Unternehmen hinterfragen immer mehr, ob sich Ausgaben im Branding Display überhaupt noch lohnen.

Daher geht der Trend auch weiterhin immer mehr in Richtung Performance, Messbarkeit und Mehrwert. 43 Prozent der Unternehmen in Europa gaben laut der Unternehmensberatung KPMG an, dass eine sinkende Markentreue wahrzunehmen ist.

Dementsprechend suchen die Unternehmen immer mehr Alternativen, um unabhängiger von der steigenden Marktmacht der großen US-amerikanischen Player zu werden und sehen dabei im Affiliate-Marketing eine wichtige und vor allem kostengünstige Alternative.

Datenschutz und Tracking-Alternativen

Auch 2021 wird das Thema Datenschutz und Regulierungen ein wichtiges Thema im Affiliate-Marketing bleiben und die Anpassung des Telekommunikations-Telemedien-Datenschutz-Gesetzes (TTDSG), die derzeit noch offene ePrivacy-Verordnung sowie der neue EU Digital Service Act werden weiterhin die Innovationen im Tracking beschleunigen.

Bereits im letzten Jahr haben die meisten Affiliate-Netzwerke und -Technologien ihr Tracking auf First-Party-Cookies umgestellt, so dass das Tracking komplett ohne personenbezogene Daten funktioniert. Zudem wurden Alternativlösungen etabliert, die sich nicht auf Cookies von Drittanbietern stützen und durch eine Kombination von First-Party-Tracking und Server-to-Server-Tracking einen guten Kompromiss sicherstellt, dass Bestellungen und Umsätze über Affiliate-Partner weiterhin aufgezeichnet und zugeordnet werden können.

Dennoch fehlt bei vielen Advertisern noch die Akzeptanz und die Priorisierung, neue Trackingalternativen zu implementieren, auch wenn lt. Trend-Umfrage mittlerweile bereits 45 Prozent der Advertiser auf First-Party-Tracking oder Mastertag-Tracking setzt. Trotzdem haben 51 Prozent der Werbeunternehmen noch ein veraltetes Third-Party-Tracking im Einsatz, welches baldmöglichst ausgetauscht werden sollte.

Des Weiteren könnten die Restriktionen auch zukünftig sowohl von der Politik als auch von den Browserherstellern weiter zunehmen. Dementsprechend könnten auch Log-in-Plattformen wie die European netID Foundation eine Alternative darstellen, da diese durch eine Anbieter-übergreifende Anmeldemöglichkeit für digitale Angebote durch ein Single Sign-On über detaillierte Log-in-Daten verfügen, die sie für Werbezwecke nutzen dürfen. Allerdings fehlt dafür derzeit noch die Akzeptanz bei den Endkunden und somit müssen die Log-in-Allianzen noch viel Werbeleistung erbringen, damit die Thematik beim Kunden verankert wird.

Cookie-Consent-Management wird zur Pflicht

Das Planet49-Urteil des BGH vom 28. Mai 2020, wonach eine Cookie-Einwilligung nur dann wirksam abgegeben werden kann, wenn der Nutzer aktiv die Häkchen in den Ankreuzkästchen setzt und somit die aktive Einwilligung des Nutzers erfolgt, hat die Verbreitung von Cookie-Consent-Tools im Jahr 2020 massiv beschleunigt.

Auch am OMT ist diese Entwicklung nicht vorbeigegangen. In unserem Tool-Vergleich erfährst Du alles wichtige rund um das Thema Cookie-Consent-Tools sowie verschiedene Anbieter: 

Während in der Vergangenheit viele Marktteilnehmer der Meinung waren, dass ein Cookie-Info-Banner ausreicht und dem Nutzer lediglich ein Widerspruchsrecht (Opt-Out) eingeräumt wurde, haben viele Webseiten nachgerüstet.

Auch im Bereich Cookie-Consent wird es 2021 weitere Entwicklungen geben. Bereits 88 Prozent der Advertiser (Vgl.: 61 Prozent in 2020) und 52 Prozent der Affiliates setzen ein Cookie-Consent-Tool ein, um damit das Nutzer-Opt-In der User einzuholen und damit den rechtlichen Bedingungen Rechnung zu tragen.

Einsatz eines Cookie-Management-Tools für das Cookie-Opt-in.

aus dem Affiliate-Trend-Report 2021 zum Thema: Einsatz eines Cookie-Management-Tools für das Cookie-Opt-in.

Doch gerade bei den Affiliates sehen auch 74 Prozent der Publisher eine Gefahr durch den Einsatz von Consent-Management-Tools. Dementsprechend wünschen sich auch 61 Prozent der Affiliates mehr Transparenz und Einblicke in die Trackinglogik der Advertiser.

Der BVDW hat deswegen im vergangenen Jahr zwei wichtige Whitepaper zum Thema „Datenschutzkonformes Affiliate-Marketing“ und „Der digitale Perspektivwechsel: Rechtliche und technische Grundlagen für digitale Absatzsteuerung – eine funktionale Betrachtung“ veröffentlicht. Beide Leitfäden sollen Aufklärungsarbeit und mehr Transparenz für das Thema schaffen und liefern Empfehlungen, in welche Klassifizierung die Affiliate-Cookies fallen und wann man sich auf berechtigtes und legitimes Interesse berufen kann.

Weiteres Wachstum von Mobile-Traffic und Cross-Device-Tracking

Von 2017 bis 2022 erhöht sich in Deutschland der mobile Datenverkehr pro Einwohner von 1,2 auf 4,5 GB monatlich und damit um fast das Vierfache. Und auch der Aufbau von 5G-Netzen wird den Mobile-Traffic noch einmal beschleunigen, so dass 2022 der mobile Datenverkehr in Deutschland 4,4 Exabyte betragen wird im Vergleich zu 1,2 Exabyte im Jahr 2017.

Bis 2022 wird es weltweit 5,5 Mrd. mobile Nutzer geben, das entspricht dann etwa 71 Prozent der Weltbevölkerung.

Dementsprechend steigt auch die Relevanz von Mobile im Affiliate-Marketing. So betrug beispielsweise am Black Friday der Anteil der Mobile Sales bei Awin in Deutschland bereits 53 Prozent.

Umso unverständlicher ist es, dass nach wie vor 71 Prozent der Advertiser noch kein übergreifendes Cross-Device-Tracking im Einsatz hat, um damit kanalübergreifend die Bestellungen über mehrere Devices hinweg abzubilden. Dadurch besteht die Gefahr, dass Bestellungen den Affiliates nicht korrekt zugewiesen werden. 33 Prozent der Advertiser nutzen sogar nicht einmal das Mobile-Tracking der Affiliate-Netzwerke, um damit die Sales über Apps oder mobile Webseiten zu messen.

Daher ist gut nachvollziehbar, dass sich 43 Prozent der Affiliates ein Cross-Device-Tracking von den Advertisern wünschen.

Gerade in einer digitalen Welt, in der es nicht nur eine Omnipräsenz verschiedener Kanäle gibt, sondern zusätzlich immer mehr unterschiedliche Endgeräte, gilt es eine Vielzahl von Attributionen zu beachten. Hierzu gibt es mittlerweile viele Unternehmen wie Intelliad, Exactag oder Emetriq, die ein Cross-Device-Tracking abbilden können und es gibt mehrere Möglichkeiten wie probabilistische oder deterministische Methoden, das Tracking rechnerisch und technisch umzusetzen. So kann beispielsweise über Device-Fingerprinting anhand einer Kombination aus IP-Adresse, eindeutiger Benutzerkennungen und der entsprechenden WLAN-Verbindung die Attributwerte in ein einheitliches Bild umgewandelt werden, wodurch Nutzer bzw. Nutzergruppen endgeräteübergreifend erkannt werden. Eine andere Möglichkeit ist die algorithmische Kennung, welche auf einer Wahrscheinlichkeitsberechnung beruht und bei der Klick- und generelle Verhaltensmuster beim Einkauf und Navigieren auf einer Website abgeglichen werden. Ähnlich wie beim Fingerprinting werden dabei im Bezug auf Verhaltensmuster ein einheitliches Bild entworfen.

Anbieter wie Facebook oder Google bieten zudem ein Cross-Device-Tracking anhand von Social-Media-Konnektoren oder Login-IDs an. Dabei werden Daten des Nutzers bereits im Log-in-Prozess abgefragt und die Third-Party-Log-ins können werbetreibenden Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, um damit deviceübergreifend die Kunden wiederzuerkennen.

Dennoch ist die Thematik um das Verständnis von Cross-Device-Tracking komplex. Dadurch ist das Thema wahrscheinlich bei vielen Advertisern noch nicht auf der Prioritätenliste. Allerdings sollte man aufpassen, den Lauf der Zeit nicht zu verpassen und sich nicht zulange auf alte Tracking-Modelle zu stützen, denn gerade die umsatzstarken Affiliates können mittlerweile aus einer Vielzahl von Affiliate-Programmen auswählen und wer kein faires und transparentes Tracking und Vergütung gewährleisten kann, läuft Gefahr, seine Top-Affiliates und somit Umsatz an Wettbewerber zu verlieren. Daher können sich gerade Advertiser einen Marktvorsprung verschaffen, wenn sie sich intensiv mit dem Thema Mobile- und Cross-Device-Tracking beschäftigen und hier Attributionslösungen für Affiliates anbieten.

Bleibt Customer-Journey weiterhin ein Buzzword?

Das Thema Customer Journey gehört seit Jahren in jeden Trend-Ausblick und somit auch wieder für 2021, auch wenn nach wie vor viele Advertiser das Potential immer noch nicht erkannt haben.

Zwar geben in der Trend-Umfrage bereits 54 Prozent der Advertiser an, ein Customer-Journey-Tracking einzusetzen (2020 waren es noch 48 Prozent), aber dennoch nutzen viele Unternehmen noch nicht das volle Potential, um auf Basis von neuen Attributionsmodellen die Affiliates besser zu bewerten und neue Provisionsmodelle zu finden, auch wenn 54 Prozent der Meinung sind, dass Attribution und Customer-Journey-Tracking in 2021 die wichtigsten Trend-Themen werden. Im Vergleich waren es 2020 nur 32 Prozent, wonach zumindest eine steigende Tendenz zu erkennen ist.

Einsatz eines Customer-Journey-Trackings

aus dem Affiliate-Trend-Report 2021 zum Thema: Einsatz eines Customer Journey Trackings.

Welches Potential Customer Journey Tracking bietet, zeigt eine Studie von CJ Affiliate, welche zur Erkenntnis gekommen ist, dass das Vorhandensein von Affiliate-Marketing im Kaufprozess zu durchschnittlich 88 Prozent mehr Umsatz pro Käufer führt. Dies zeigt, dass man mit Investitionen in Publisher, die bereits vor dem Last-Click in der Customer Journey auftauchen, inkrementelle Umsätze erzielen kann. Weitere Erkenntnisse zeigen, dass bei den meisten Affiliate Customer Journeys nur ein einziger Publisher am Path-to-Purchase beteiligt ist und Publisher somit in der Regel nicht um die Conversions konkurrieren. Zudem sprechen Publisher loyale und unterschiedliche Zielgruppen mit einer Vielzahl von kundenorientierten Modellen an. Sie informieren die Kunden und geben ihnen mehr Sicherheit bei der Kaufentscheidung. Zudem waren an 17 Prozent der Affiliate Customer Journeys mehrere Publisher beteiligt, was unabhängig von der Art oder Rolle des Publishers zu höheren Durchschnittsbestellwerten geführt hat.

Advertiser sollten sich daher zukünftig intensiver mit der Thematik Customer-Journey-Tracking auseinandersetzen, um das volle Potential aus dem Affiliate-Kanal zu holen und durch die Optimierung der verschiedenen Publisher diese langfristig an das Partnerprogramm binden.

Alternative Provisionsmodelle zur Risikominimierung

61 Prozent der Affiliates empfinden intransparentes und nicht richtig funktionierendes Tracking als das größte Problem für 2021. Ebenso wünschen sich 61 Prozent mehr Transparenz und 57 Prozent ein sicheres Tracking. Daher ist es nicht großartig verwunderlich, dass immer mehr Affiliates ihr Risiko mit dem Advertiser teilen möchten, da sie Werbeleistung erbringen und keine Sicherheit mehr haben, dass die Bestellungen auch wirklich den Affiliates korrekt zugewiesen werden.

50 Prozent der Affiliates wünschen sich daher generell höhere Provisionen und 61 Prozent sehen für 2021 auch mit das größte Wachstumspotential in zusätzlichen Budgets in Form von WKZ (Werbekostenzuschuss) oder alternativen Vergütungsmodellen.

58 Prozent der Advertiser zahlen diesbezüglich auch bereits einen WKZ oder Hybridprovisionen und 61 Prozent konnten dadurch auch steigende Umsätze erreichen.

Zahlung zusätzlicher Provisionen von Merchants als WKZ oder Hybridmodell

aus dem Affiliate-Trend-Report 2021 zum Thema: Zahlung zusätzlicher Provisionen von Merchants als WKZ oder Hybridmodell.

 

Daher wird sich auch 2021 der Trend zu hybriden Provisionsmodellen durchsetzen und weiter etablieren und es wird vermehrt Mediakits von Affiliates geben mit fixen Preisen für Sonderplatzierungen und zusätzlicher Reichweitenwerbung.

Content als wichtiges Publisher-Modell

54 Prozent der Advertiser sehen neue Affiliates als größtes Wachstumspotential für 2021. Die Affiliate-Netzwerke haben dieses Potential bereits erkannt und hierzu in den letzten Monaten neue Technologien gelauncht. So hat das Affiliate-Netzwerk Webgains in eine KI-gesteuerte Lösung investiert, welche Content- und Produkt-fokussiert ist, um dabei den perfekten Match zwischen Produktangebot der Advertiser und Inhalt der Publisher-Seiten zu schaffen. Auch Adcell hat mit der „Publisher-Arena“ eine Plattform geschaffen, bei der man mit Hilfe einer großen Auswahl an Suchfiltern passende Publisher finden kann und auch die anderen Netzwerke haben sich geöffnet und bieten einfacheren Zugang zu den Netzwerk-Publishern als in der Vergangenheit.

Gerade die Content-Affiliates gehören mit 58 Prozent für die Advertiser mit zu den bedeutendsten Publisher-Modellen für 2021, da diese einen hohen Wertbeitrag innerhalb der Customer-Journey liefern. Zudem hat das Affiliate-Netzwerk CJ Affiliate in einer Studie ermittelt, dass die Interaktion mit Affiliate-Content und Social-Publishern durch die Suche nach Informationen zur Pandemie im Jahresvergleich (YoY) um 40 Prozent gestiegen ist.

Daneben zählen weiterhin Cashback/Bonus-Affiliates (58 Prozent), Deal-Seiten (46 Prozent) und Gutscheine/Couponing-Affiliates (38 Prozent) mit zu den wichtigsten Publisher-Modellen.

Lt. CJ Affiliate heizte der Wunsch nach Kostenersparnis und Sicherheit die Schnäppchenjagd weiter an, worauf die Advertiser mit hohen Rabatten reagierten und die Käufe über Coupon-Websites im Jahresvergleich um 20 Prozent gestiegen sind.

Darüber hinaus werden sich die Publisher noch weiter professionalisieren und große Publisher werden vertikal übergreifend enger zusammenarbeiten (Voucher, Cashback, Loyalty, Content etc.) und ihr Produktangebot weiter ausbauen.

Aber auch neue Publisher-Modelle wie z.B. Particular Audience, welche Erlebnisse auf der Website durch Suche, Merchandising und Empfehlungen generiert oder Publisher aus dem Bereich Native Ads oder Consideration Content, welche durch den nativen Charakter Zusatzreichweite generieren kann, können zu einem Umsatzwachstum im Affiliate-Marketing führen.

Und auch neue Publisher-Technologien wie z.B. Act2Access, welches installierte AdBlocker beim User erkennt und dann als Alternative mit einer sog. ActWall eine Interaktionsumfrage einblendet, um dadurch Bestellungen weiterhin messbar zu machen, gehören zu den neuesten Innovationen der Branche.

Der Affiliate-Kanal ist daher immer noch der Marketing-Kanal, der sich am schnellsten auf neue Gegebenheiten einstellen kann und mit immer wieder neuen Innovationen für Wachstum sorgt.

Fazit und Entwicklung

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr sowohl Stärken als auch Schwächen aufgezeigt, wobei Unternehmen, die in der Lage waren, schnell auf die digitale Nachfrage zu reagieren, am meisten davon profitiert haben. Das Einkaufsverhalten der Verbraucher hat sich grundlegend verändert und eine Studie von IBM deutet darauf hin, dass die Pandemie die Verlagerung hin zum digitalen Shoppen um etwa fünf Jahre beschleunigt hat, wovon die Affiliate-Branche auch weiterhin profitieren wird.

Gerade Affiliate Marketing fungiert daher auch 2021 mit seinem kosteneffizienten und risikofreien Performancemodell als sicherer Hafen für Marketinginvestitionen, welcher anpassungsfähig bleibt und agil auf Veränderungen der Verbrauchernachfrage, Angebote und Erreichbarkeit reagieren kann. Daher wird auch 2021 Affiliate Marketing ein starkes und stetiges Wachstum erleben.

Die Themen ePrivacy, Datenschutz und Browser-Regulierungen werden uns auch 2021 weiter begleiten und weitere Innovationen der Branche erfordern. Dabei werden jene Akteure profitieren, die technisch flexibel aufgestellt sind und sich schnell auf ändernde Marktanforderungen einstellen können.

Zudem werden Anbieter, die sich intensiver mit den Themen Cross-Device- und Customer-Journey-Tracking auseinandersetzen, einen Marktvorsprung gegenüber den Wettbewerbern erreichen, denn auf der Advertiser-Seite wird der Kampf um die besten Platzierungen und die reichweitenstärksten Affiliates einem immer härteren Wettbewerbsdruck unterliegen. Die WKZ-Provisionen werden dadurch ebenfalls weiter steigen und um die besten Publisher-Platzierungen wird ein Preiskampf entfachen. Zudem werden sich die Publisher weiter professionalisieren und ihr Produktangebot weiter ausbauen.

Affiliate Marketing wird also auch 2021 weiterwachsen und Marktanteile im Online-Marketing-Mix dazu gewinnen. Dennoch muss die Branche bestrebt sein, Innovationen weiter zu treiben und sich schnell auf neue Situationen einstellen.

Teile den Artikel