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Recruiting durch Content: 10 Tipps für erfolgreiche Karriere-Blogs

Recruiting durch Content: 10 Tipps für erfolgreiche Karriere-Blogs

Lesezeit: 9 Min | Autor: René Ramcke | 0 Kommentare

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Wer sichtbar ist, gewinnt. Dies gilt nicht nur für das Produkt- und Dienstleistungsangebot, sondern ebenso für das Karriereangebot. Digitale Sichtbarkeit im Bereich Karriere bedeutet, als Arbeitgeber online vor Ort zu sein, wenn potenzielle Arbeitnehmer sich mit dem Thema Karriere beschäftigen.

Bildlich gesprochen ist digitale Sichtbarkeit in diesem Zusammenhang eine Art Brücke, die Arbeitgeber online mit potenziellen Bewerbern verbindet. Diese Digitale Sichtbarkeit wird heutzutage besonders durch herausragenden Content und ein starkes Content Marketing erreicht.

Content Marketing ist im heutigen Recruiting, das zunehmend online stattfindet, unverzichtbar, da es:

  • Fragen der Zielgruppe beantwortet,
  • eine Beziehung zur Zielgruppe aufbaut,
  • Vertrauen bei der Zielgruppe schafft,
  • das eigene Brandbuilding als Arbeitgeber stärkt und
  • schlussendlich Leads bzw. Bewerbungen erzeugt
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Warum ist Content für das Online-Recruiting wichtig?

Die Mehrheit der Unternehmen hat auf der Unternehmenswebsite einen Abschnitt, der das Thema Karriere – in der Regel sehr prägnant – behandelt. Diese Inhalte sind jedoch nicht sichtbar und können nur erreicht werden, wenn potenzielle Bewerber*innen entweder aktiv nach dem Stellenangebot des Unternehmens suchen oder auf der Website des Unternehmens sind und dann zufällig auf das Karriereangebot stoßen.

Das hat zur Folge, dass vor allem B2B Unternehmen, die keine bekannte Marke sind, nur schwierig als potenzieller Arbeitgeber erkannt und begehrt werden. Besonders zu Zeiten von COVID-19, in denen Präsenz-Messen und andere Offline-Events nicht stattfinden, müssen Lösungen her, die eigene Arbeitgebermarke zu kommunizieren.

Damit potenzielle Bewerber*innen nicht nur auf das Unternehmen aufmerksam werden, sondern sich auch letzten Endes bewerben, müssen zusätzliche Touchpoints geschaffen werden.

Das bedeutet, es muss ein vollkommenes, ineinander greifendes Content-Angebot vorhanden sein, das die potenziellen Bewerber*innen nicht nur über Top-Rankings auf die eigene Website holt, sondern die Content-Journey weiter ebnet.

Es müssen demnach zu jedem Inhalt weiterführende oder thematisch affine Inhalte existieren, die Fragen oder Bedürfnisse befriedigen, die durch das Konsumieren des “vorherigen” Inhaltes aufkommen könnten.

Durch strategisch aufgebaute Karriere- und Azubi-Blogs, SEO-optimierte Stellenanzeigen wie Google Jobs und nachhaltige Content Marketing Kampagnen kann ein solches Content-Angebot erreicht werden.

Ein Funnel, der zeigt, wie der organische Traffic über die Google-Suche zu steigenden Anzahl an Azubi-Bewerbungen führt.

Der Funnel, zeigt, wie der organische Traffic über die Google-Suche zu steigenden Anzahl an Azubi-Bewerbungen führt.

Es wird ein effektiver Bewerber-Funnel aufgebaut, der automatisiert junge Talente auf das eigene Unternehmen aufmerksam macht und die Anzahl der Bewerbungen nachhaltig erhöht.

Übrigens: Weitere 15 Tipps, wie Du deine Firmenwebsite optimaler gestaltest, findest Du in diesem Artikel!

Tipp 1: Suchmaschinen-optimierte Inhalte

Der wichtigste Knotenpunkt, den die deutschen Internetnutzer durchqueren, sind Suchmaschinen. Mit 84,96% Marktanteil bei der Desktop-Suche sowie 97,5% Marktanteil bei der Mobile-Suche ist die Suchmaschine Google der wichtigste Kanal (Quelle Statista.de).

Durch die ständige Erweiterung der eigenen Suchmaschine wie beispielsweise Google Flüge, Google Shopping oder auch Google Jobs versucht Google, den gesamten Search Traffic im eigenen Kosmos zu behalten und dritten “Nischen”- bzw. vertikalen Suchmaschinen wie Booking.com, Amazon oder auch Indeed keinen Traffic zu überreichen.

Potenzielle Mitarbeiter*innen suchen heutzutage gezielt bei Google nach ihrem Ausbildungs- oder Jobwunsch und informieren sich ebenfalls zu karrierenahen Themen. Die Suchanfrage “Bewerbungsschreiben Aufbau” wird im Schnitt rund 10.900 Mal im Monat bei Google gestellt, die Suchanfrage “Lebenslauf Schüler” etwa 12.200 Mal.

Durch für suchmaschinen-optimierten Content können diese Suchanfragen besetzt und wertvolle Sichtbarkeit gewonnen werden, um qualitativ hochwertigen Traffic zu generieren.

Tipp 2: Auf aktuelle Trends eingehen

Thematisch sollte man auf aktuelle Trends und Dynamiken eingehen und herausfinden, was ausbildungs- und arbeitssuchende Menschen umtreibt sowie welche Fragen und Ängste sie – vor allem hinsichtlich eines Arbeitgebers – haben.

Themen wie New Work, Work-Life-Blending und die Zukunftsfähigkeit der eigenen Branche sollten im Karriere-Content behandelt werden, um Vertrauen zu schaffen und als Arbeitgeber zu kommunizieren, dass man sich mit diesen Entwicklungen aktiv auseinandersetzt.

Darüber hinaus sollten auch trendige Kanäle wie beispielsweise Tik Tok in den Kanalmix mit aufgenommen werden, da hier meist schnell und vergleichsweise leicht große Reichweiten für den eigenen Content aufgebaut werden können, wodurch zusätzlicher Traffic für den Karriereblog generiert wird.

Tipp 3: Ausgewogener Content-Mix

Ein guter Karriereblog hat mitreißende Erfahrungsberichte aus dem Alltag der aktuell Beschäftigten und bietet weiteren Content zum Unternehmen wie beispielsweise Berichte über aktuelle Events, Projekte und Engagements.

Ein herausragender Karriereblog bietet darüber hinaus mehrwertstiftenden Ratgeber-Content wie zum Beispiel “Nach dem Abi: Das sind deine Möglichkeiten” oder “Videointerview: 7 Tipps, mit denen du es meisterst” und interessanten Content wie spannende Statistiken, Fakten oder Studien zu Karriere- und Branchenthemen.

Ein Ausschnitt aus dem Keyword-Finder, der zeigt, wie oft das Keyword nach dem abitur im Monat gesucht wird.

Ein Ausschnitt aus dem Keyword-Finder, der zeigt, wie oft das Keyword nach dem abitur im Monat gesucht wird.

Wer ein ausgewogenes und diversifiziertes Content-Angebot bereitstellt, stärkt nicht nur das Nutzererlebnis im Blog, sondern kann auf lukrative Long-Tail Keywords oder Top of the Funnel Suchanfragen ranken und die Sichtbarkeit des Karriereblogs signifikant erhöhen.

Insbesondere wenn die eigene Domain Autorität der Unternehmenswebsite relativ gering ist, sollten vor allem eher Long-Tail- oder Top of the Funnel Keywords fokussiert werden, da hier die Konkurrenzsituation erfahrungsgemäß niedriger ist. Dadurch steigen die eigenen Chancen für Top-Rankings.

Tipp 4: Social Media nutzen und stärken

Social Media eignet sich hervorragend, um Aufmerksamkeit und eine Community aufzubauen. Darüber hinaus kann man dort auch Menschen erreichen, die vielleicht noch gar nicht wissen, dass ein beruflicher Paradigmenwechsel für sie infrage käme.

Man kann hier demnach Bedürfnisse triggern, die latent vorhanden sein könnten. Bei Social Media können Blogbeiträge exzellent distribuiert werden, um die Reichweite des Contents zu erhöhen.

Darüber hinaus erfordert Social Media eine hohe Aktivität seitens der Profil-Betreiber, um die hart verdienten Follower nicht zu verlieren. Das Posten der Blogartikel hält die Follower bei Laune und zieht sie auf die eigene Website, auf der die Unternehmen nicht eines von vielen im Social Feed sind, sondern die ungeteilte Aufmerksamkeit der Nutzer genießen, um diese aktiv steuern zu können.

Neben den beruflichen Netzwerken wie Linkedin und Xing, werden tatsächlich auch Facebook, Whatsapp und YouTube genutzt, um aktiv nach Stellenanzeigen zu suchen. (Quelle: statista.de)

Tipp 5: Call To Action nutzen

Der hart erarbeitete und qualitativ hochwertige Traffic des Blogs sollte aktiv genutzt und gesteuert werden. Durch smarte und auffällige Call to Actions sollten die potenziellen Bewerber*innen auf weiterführenden Content oder auf das Karriereportal aufmerksam gemacht und zum Klicken animiert werden.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, die zu besetzenden Berufe in Form einer conversionoptimierten Landingpage zu präsentieren. Die Landingpages sollten dann insbesondere aus dem Bottom of the Funnel Content heraus via Call to Action verlinkt werden. Dort werden den potenziellen Bewerber*innen die letzten Zweifel genommen, um eine Bewerbung zu einzureichen.

Ein Call to action vom OMT, die dazu auffordert, sich jetzt zu bewerben.

Das Call to Action des OMT fordert dazu auf, sich zu bewerben.

Durch die Aufforderung zum Kommentieren können offene Fragen der Zielgruppe herausgefunden und eine Verbindung zu den Lesern aufgebaut werden. Außerdem schafft User Generated Content Vertrauen und kann den Mehrwert eines Inhalts bereichern.

Tipp 6: Bei Auszubildenden die Eltern nicht vergessen

Die Eltern stellen bei Auszubildenden einen signifikanten Entscheidungsparameter dar. Rund die Hälfte der Eltern suchen aktiv nach Ausbildungsstellen für ihren Nachwuchs und nehmen aktiv am Bewerbungsprozess teil.

Suchanfragen wie “mein sohn findet keine lehrstelle” oder “kinder motivieren” zeigen, dass viele Eltern einen Einfluss auf die Berufswahl ausüben. Die Eltern sind demnach ein wichtiger Karriereberater Ihrer Kinder.

Demnach sollten die Eltern nicht vergessen – und auch entsprechender Content für sie bereitgestellt werden. Werden die Eltern inhaltlich abgeholt und überzeugt, wird die Bewerbungswahrscheinlichkeit des Nachwuchses signifikant erhöht.

Tipp 7: Aktiv Content outreachen

Besonders am Anfang, wenn der Karriereblog noch keine große Reichweite hat, sollte der Content aktiv kommuniziert und an mögliche Multiplikatoren distribuiert werden. Solche Multiplikatoren können beispielsweise themenrelevante Blogs oder Magazine sein.

Suchanfrage Karriere Magazin bei der Google-Suche.

Suchanfrage Karriere Magazin bei der Google-Suche.

Dies schafft einerseits Referral Traffic sowie erstes Brandbuilding und andererseits können wertvolle Backlinks generiert werden, die wiederum die Sichtbarkeit des eigenen Karriereblogs pushen.

Tipp 8: Daten auswerten

Ein performantes Content-Angebot ist data-driven. Es sollte ein kontinuierliches Content-Monitoring stattfinden, sodass gut performende Inhalte weiter ausgebaut und die korrespondierende Themen stärker fokussiert werden.

Darüber hinaus sollten schlecht performende Inhalte entweder optimiert oder entfernt werden, um die Nutzererfahrung und die Google-Rankings (Stichwort Crawl-Budget) nicht negativ zu beeinflussen.

Auf Grundlage der Daten kann dann evaluiert werden,

  • welche Kanäle den meisten Traffic bringen,
  • welche Themen am beliebtesten sind,
  • welche Content-Arten am meisten konsumiert werden,
  • ob die gewünschte Zielgruppe erreicht wird und
  • wie die User Experience auf der Karriereseite ist

Tipp 9: Content Marketing Kampagnen fahren

Ein Karriereblog bzw. einzelne Inhalte sollten aktiv vermarktet werden, um die Reichweite zu erhöhen und durch SEO-orientiertes Content Marketing beispielsweise die Offpage-SEO des Blogs zu stärken.

Damit die Content-Marketing Kampagne zum Erfolg wird, sollten einerseits eigens vorhandene Content-Highlights gesucht bzw. erstellt und andererseits Content-Gaps in der eigenen thematischen Nische recherchiert werden.

Mit strategischen Content Marketing Kampagnen können spannende und trendige Inhalte vermarktet werden wie beispielsweise

  • interessante Infografiken,
  • catchy Videos oder
  • coole Quiz-Formate

Es gibt bereits eine Vielzahl an Unternehmen, die Content Marketing aktiv nutzen. Von diesen Unternehmen schätzen rund drei viertel der Unternehmen die eigene Content Marketing Strategie als erfolgreich ein. (Quelle: statista.de)

Tipp 10: Linkable Assets

Um das Backlinkprofil und somit die Autorität des Karriereblogs bei Google zu stärken, sollten wertvolle linkable Assets generiert werden. Linkable Assets sind Inhalte, die einen signifikanten Mehrwert stiften, unique, fundiert oder originär sind, sodass andere Blogs und Websites diese Assets auf eine natürliche Art und Weise verlinken.

Das könnten beispielsweise Insights aus der eigenen Forschung- und Entwicklungsabteilung, eigens erhobene Daten und Case Studies, ein eigenes Ranking bestimmter Blogs (“Die 20 besten Karriereblogs”), ein umfassendes Tutorial (“So schreibst du die perfekte Bewerbung”), aber auch spannende Tools wie ein Online-Eignungstest oder ein eigens entwickelter Konfigurator sein.

Ein Online-Tool, mit dessen Hilfe man sich auf einen Einstellungstest vorbereiten kann.

Das Tool hilft Dir dabei, Dich auf einen Einstellungstest vorzubereiten.

Fazit

Dank eines strategisch aufgezogenen Karriereblogs können Suchanfragen bzw. Keywords besetzt werden, die in der oberen Phase der Bewerber-Journey matchen (bspw. “Unzufriedenheit im Job”, “Nach dem Abi”, “Studium vs. Ausbildung”) und mit entsprechendem branded Content bedient werden können.

Dadurch bekommt man die potenziellen Bewerber ziemlich früh in den eigenen Online-Kosmos bzw. Karriereblog des Unternehmens, kann die Nutzer aktiv steuern und generiert erste wichtige Touchpoints, die am Ende der Content-Journey in einer Bewerbung münden.

Durch ausgeklügelten Karriere-Content kann demnach

  • die Reichweite des Unternehmens erhöht,
  • die Arbeitgebermarke gestärkt,
  • Vertrauen zu den potenziellen Bewerbern aufgebaut und
  • die Anzahl an Bewerbungen signifikant erhöht werden.
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