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Google for Jobs – so werden Deine Stellenanzeigen bei Google gelistet

Google for Jobs – so werden Deine Stellenanzeigen bei Google gelistet

Lesezeit: 12 Min | Autor: Markus Fritzsche

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Wer heute nach Stellenanzeigen sucht, landet nicht mehr sofort bei einer Jobbörse, sondern bekommt ganz oben auf der ersten Seite erst einmal Vorschläge von Google. Das ist „Google for Jobs“, das Konzept, mit dem der Suchmaschinenriese nun ebenfalls in die Jobsuche einsteigt. Das Konzept ist aber noch relativ neu und viele Unternehmer und Jobsuchende wissen noch nicht genau, wie es funktioniert und welche Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestehen. Ich erkläre Dir alles Wissenswerte rund um das Thema!

Was ist “Google for Jobs”?

Google ist die Nummer Eins unter den Suchmaschinen, und auch die Suche nach Stellenanzeigen beginnen die meisten Menschen dort mit einer Suchanfrage. Daher war es eigentlich nur nur eine Frage der Zeit, bis die Suchmaschine sich auch dem Bereich Recruiting und Suchanfragen für Stellenanzeigen genauer widmen würde: Das Ergebnis ist Google for Jobs. Das Konzept dazu wurde 2017 entwickelt und seit Frühling 2019 ist es auch in Deutschland online. Die Funktion wurde somit zu den bisherigen Reitern wie Bilder, News oder Shopping hinzugefügt und ist damit Googles eigene Jobbörse.

Wie sehen die Jobangebote aus?

Google for Jobs ist ein eigener Such-Index, auf den User über die normale Suche gelangen. Bei der Eingabe von allgemeinen oder spezifischen Keywords zu Stellenanzeigen in einer bestimmten Region oder Branche ins allgemeine Suchfeld werden ganz oben auf er ersten Seite eine Box mit passenden Stellenanzeigen ausgespielt, erst danach folgen die organischen Suchergebnisse. Der User wird nicht auf eine andere Seite, auf der die Anzeige ursprünglich erschienen ist, weitergeleitet, sondern gelangt mit einem Klick zur vollständigen Stellenanzeige. Außerdem werden direkt alle Seiten angezeigt, über die man sich für die jeweilige Stelle bewerben kann, und bietet einen Filter für eine genauere Suche an.

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In den SERPs zeigt sich die Jobbox von Google for Jobs. Eine Shortlist wird angezeigt. Es besteht die Möglichkeit sich weitere Einträge oder das einzelne Jobangebot anzeigen zu lassen.

 

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So sieht ein Stellenangebot in der Detailansicht aus. Links die weiteren Stellenangebote und rechts die Detailview in Google for Jobs.

Wie funktioniert der Algorithmus für die Auflistung von Stellenanzeigen in Google für Jobs?

Wie schafft es Google, passende und relevante Stellenanzeigen für die jeweiligen Suchanfragen zu finden? Wie werden die Ergebnisse generiert? Der Algorithmus funktioniert so ähnlich wie die anderer Jobbörse(n), zum Beispiel Indeed oder Kimeta: Goolges Jobcrawler sucht im Internet anhand von Keywords nach passenden Stellenanzeigen zur jeweiligen Suchanfrage und greift dabei auf Stellenanzeigen zu, die bereits in anderen Jobbörse(n) oder auf Unternehmensseiten online sind. Die Suchergebnisse werden dann ausgespielt und der User kann darauf zugreifen. Damit die Stellenanzeigen aber gefunden und aufgelistet werden und die Ergebnisse aktuell bleiben, müssen allerdings ein paar Voraussetzung bei der Erstellung von Stellenanzeigen beachtet werden, die ich Dir unten vorstelle. Ohne diese Voraussetzung fällt es dem Algorithmus schwerer, aktuelle und relevante Stellenanzeigen in die Jobbox zu integrieren.

Wahrscheinlich fragst Du Dich gerade: Jobbörse(n) gibt es doch schon genug, aber welche praktischen Vorteile gibt es für Arbeitgeber beim Recruiting und für Arbeitnehmer bei der Jobsuche? Auch darauf habe ich die Antwort!

Welchen Mehrwert hat Google for Jobs für Arbeitnehmer?

Für Arbeitnehmer bringt Google for Jobs einige Vorteile mit sich:

  • Die Jobsuche ist einfacher, denn der Algorithmus findet die passendsten Stellenangebote für die jeweilige Suchanfrage. Darüber hinaus haben Jobsuchende die Möglichkeit, durch die Ergebnisse detailliert zu filtern und somit Jobangebote zu finden, die genau zu ihren Vorstellungen und Fähigkeiten passen. Google for Jobs bietet eine Filterung nach Kategorie, Standort mit Entfernung, Datum der Veröffentlichung, Art des Jobs (Vollzeit, Teilzeit, Praktikum, Auftragnehmer) und die konkrete Suche nach einem Arbeitgeber an. Dabei werden je nach Standort automatisch weitere Standorte und Arbeitgeber in der Nähe angezeigt. Mit diesem Filter ist eine sehr genaue Suche möglich, sodass es mit Google for Jobs für Arbeitssuchende einfacher ist, eine passende Stelle zu finden.
  • Die verschiedenen Stellenangebote werden strukturiert angezeigt, doppelte Anzeigen werden erkannt und jedes Jobangebot wird nur einmal angezeigt. Das macht die Jobsuche übersichtlicher.
  • Das Konzept ermöglicht nicht nur eine schnelle und genaue Suche, sondern funktioniert ohne die Umleitung auf andere Websites. Arbeitnehmer können somit direkt die ganze Stellenanzeige lesen. Über Links oberhalb der Stellenanzeige gelangen Jobsuchende dann zu verschiedenen Portalen, über die eine Bewerbung möglich ist.
  • Die genaue Filterung, die übersichtliche Strukturierung und die Möglichkeit, die Stellenanzeigen sofort komplett zu lesen und direkt zu den Bewerbungsmöglichkeiten zu gelangen tragen dazu bei, dass Arbeitnehmer sich bei der Jobsuche über die Jobbox viel Zeit sparen können.
  • Die Nutzung von Google for Jobs ist auch für Jobsuchende kostenlos.

Welchen Mehrwert hat Google for Jobs für Arbeitgeber?

Die Nutzung von Google for Jobs durch Jobsuchende hat auch Vorteile für Arbeitgeber:

  • Googles Jobbox ist eine zusätzliche Möglichkeit für Arbeitssuchende, eine Stelle zu finden. Das bedeutet für Arbeitgeber gleichzeitig, dass ihre Stellenanzeige von mehr Usern gefunden werden kann, da die Jobbox ganz oben in den Suchergebnissen erscheint.
  • Die Indexierung in der Jobbox ist kostenlos, jede Stellenanzeige, die online gestellt wird, kann also indexiert werden.
  • Es besteht die Möglichkeit einer sehr genauen Filterung der angezeigten Ergebnisse. Auch der Algorithmus sorgt dafür, dass die zur Suchanfrage passenden Stellenanzeigen angezeigt werden. Dadurch können Jobsuchende sich auf Stellenanzeigen bewerben, die wirklich zu ihnen passen. Arbeitgeber erhalten somit mehr Bewerbungen von Kandidaten, die ins gewünschte Bewerberprofil passen, da der Bewerbung eine genauere Suche vorangegangen ist. Wenn Unternehmen passende Bewerbung erhalten, beschleunigt und erleichtert dies das Recruiting.

Google for Jobs – Risiken für Arbeitgeber

Neben den Vorteilen bringt Google for Jobs auch einige Risiken für Arbeitgeber mit sich:

  • Damit der Algorithmus eine Stellenanzeige in den Ergebnissen anzeigt, braucht er viele Informationen. Das bedeutet, dass eine Stellenanzeige umfangreiche Beschreibungen der Stelle und der Anforderungen und weitere Informationen beinhalten muss. Solch lange Stellenanzeigen werden jedoch möglicherweise von Jobsuchenden nicht gelesen und übersprungen.
  • Es dominieren vor allem die Stellenanzeigen bei Google for Jobs, die der Algorithmus in den bereits existierenden Jobbörse(n) sowie auf Xing und LinkedIn findet. Jobangebote von Unternehmenswebsites schaffen es dagegen nur schwer in die Jobbox. Somit geht der Umweg über die etablierten Jobbörse(n), die vom zusätzlichen Traffic durch Google for Jobs profitieren.

Tauchen meine Stellenanzeigen mehrmals auf, wenn ich in allen kooperierenden Jobbörse(n) gelistet bin?

Wie bereits erwähnt, wird die Darstellung der Suchergebnisse für Stellenanzeigen in Google for Jobs so strukturiert, dass doppelt oder mehrfach auftauchende Stellenanzeigen dennoch nur einmal gelistet werden. Daher bedeutet es keinerlei Vorteil, wenn eine Stellenanzeige in mehreren Jobbörse(n) gelistet ist – da jede Stellenanzeige bei in der Jobbox nur einmal erscheint, ist das allerdings auch kein Nachteil. Wenn Stellenanzeigen nur einmal angezeigt werden, ermöglicht das jedoch eine schnellere und einfachere Suche für Jobsuchende.

Was kostet Google for Jobs?

Google for Jobs ist völlig kostenlos für Arbeitgeber, die Stellenanzeigen müssen lediglich entsprechend optimiert sein, um von der Suchmaschine gefunden und gelistet zu werden. Auch für Jobsuchende ist die Nutzung von Google for Jobs kostenlos, was die Konkurrenz zu den anderen Jobbörse(n) erhöht.

Was sind die Voraussetzungen für die Auflistung einer Stellenanzeige?

Wie auch bei der Strukturierung von Daten möchte der Suchmaschinenriese auch bei der Auflistung von Stellenanzeigen Ordnung und Einheitlichkeit schaffen und hat einige Eigenschaften festgelegt, die eine Homepage haben muss, damit die Stellenanzeige bei Google for Jobs angezeigt wird. Google unterteilt dabei in notwendige Eigenschaften und empfohlene Eigenschaften, die auf Schema.org genannt werden.

Notwendige Eigenschaften: Folgende Daten müssen angegeben sein

  • Datum der Veröffentlichung (datePosted)
  • Titel der Stellenanzeige (title)
  • Vollständige Stellenanzeige in HTML (description)
  • Unternehmen, das die Stelle anbietet (hiringOrganization)
  • Arbeitsort (jobLocation)
  • Ende der Bewerbungsfrist, falls vorhanden (validThrough)

Empfohlene Eigenschaften:

  • Angabe der Standorte, falls die Arbeit von einem anderen als dem Standort des Unternehmens aus möglich ist (applicantLocationRequirement)
  • Angabe des Gehalts (baseSalary)
  • Art der Beschäftigung employmentType)
  • ID oder Kennzeichnung vom Unternehmen (identifier)
  • Ort der Arbeit, wenn es ein anderer als der Standort des Unternehmens ist (jobLocationType)

Exkurs: Was sind strukturierte Daten?

Bislang war es für die Suchmaschine relativ umständlich, relevante Stellenanzeigen in ihren Index zu übernehmen, weshalb es auch relativ lange gedauert hat, bis Stellenanzeigen im Index von Google for Jobs erschienen sind – gerade für kurzlebige und nur für einen begrenzten Zeitraum aktuelle Seiten wie Stelleanzeigen ein Problem, denn diese Seiten sind von schnellen Aktualisierungen abhängig. Mit der Indexing API ist dieses Problem gelöst: Damit kann jeder Betreiber einer Website die Suchmaschine informieren, sobald eine Seite entfernt oder neu hinzugefügt wird. Somit kann die entsprechende Website noch einmal gecrawlt werden, wodurch der Index nahezu in Echtzeit auf den neuesten Stand gebracht wird.

Dies gilt unter anderem für Seiten, die ein „JobPosting“ enthalten, und somit nicht nur für die Jobbörse(n), sondern auch für die Karriereseiten von Unternehmen. Stellt ein Unternehmen also eine neue Stellenanzeige online, erscheint diese fast sofort im Index der Jobbox von Google for Jobs.

Mit dem Structured Data Testing Tool können Betreiber einer Website überprüfen, ob die technischen Voraussetzungen beim Bewerbungssmanagementsytem für eine schnelle Indexierung in der Jobbox gegeben sind. Dabei müssen einfach nur die URL oder das Code Snippet eingegeben werden und die strukturierten Daten werden analysiert.

Aber was sind strukturierte Daten überhaupt? Wie bereits erwähnt, strebt Google immer Ordnung an, um Seiteninhalte crawlen, ordnen und in einer übersichtlichen Struktur anzeigen zu können. Strukturierte Daten können dabei helfen: Dabei handelt es sich um nichts anderes als ein standardisiertes Format, indem Informationen im HTML-Code einer Website geordnet zur Verfügung gestellt werden. Der Umfang dieser Informationen wird dabei durch die notwendigen und empfohlenen Eigenschaften bestimmt. Die verschiedenen Elemente auf der Website werden anhand verschiedener Kriterien in Kategorien unterteilt und so strukturiert. Mit strukturierten Daten kann Google relevante Informationen leichter erfassen, was sich auch positiv auf die Indexierung auswirkt. Es ist für Unternehmen für das Recruiting also durchaus von Vorteil, die eigenen Seiten auf die Strukturiertheit der Daten zu testen, damit neu erstellte oder veraltete Stellenanzeigen von Google entsprechend registriert werden.

Was sind strukturierte Daten und wie werden sie eingesetzt?

Jeder, der sich mit einer Website beschäftigt, hat mit Sicherheit schon einmal von ihnen gehört, den „strukturierten Daten“. Doch was verbirgt sich dahinter? Welche Arten es gibt und vieles mehr darüber erfahrt Ihr in meinem Artikel.

Mehr zu strukturierten Daten gibt es hier!

Kann ich meine Stellenanzeige optimieren, damit sie weiter oben gelistet wird?

Mittlerweile ist es schon selbstverständlich, Seiteninhalte mit den Methoden der Suchmaschinenoptimierung so zu optimieren, dass sie im Ranking weiter oben erschienen. Aber gilt diese Vorgehensweise auch für die Jobbox von Google for Jobs? Zwar ist die Optimierung von Stellenanzeigen in Form von strukturierten Daten wichtig, um überhaupt gelistet zu werden, doch eine gezielte Optimierung darüber hinaus, um ganz oben in den Suchergebnissen zu erscheinen, ist bislang nicht möglich. Im Moment gelten also vor allem die Anforderungen von Schema.org. Dennoch lohnt es sich bereits, die Seiten mit Stellenanzeigen für die Jobbox zu optimieren, da diese ganz oben auf der ersten Seite noch vor den organischen Suchergebnissen erscheint.

Gibt es WordPress-Plugins für Google for Jobs?

Zu den vielen WordPress-Plugins gehört auch ein Plugin für Google for Jobs, das „Jobs for WordPress“-Plugin. Dieses Plugin hilft dabei, Stellenanzeigen auf eine strukturierte Weise in die eigene Website zu integrieren, wobei die Strukturierung sich an den Vorgaben von Schema.org orientiert. Mit diesem Plugin können Stellenanzeigen also speziell für die Auflistung in der Jobbox optimiert werden.

Mehr zu Google for Jobs in WordPress gibt es hier!

Welche Jobbörse(n) arbeiten mit Google for Jobs?

Bislang arbeiten noch nicht alle Jobbörse(n) mit Google for Jobs, dabei gibt es auch Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Markt. In Deutschland stellen bislang unter anderem folgende Jobbörse(n) der Jobbox ihre Inhalte zur Verfügung: Xing, LinkedIn, Monster.de, Stellenanzeigen.de, Ausbildung.de, Gigajob, Aubi-Plus, Azubiyo, Studentjob.de und Randstad.

Einige Jobbörse(n) fühlen sich allerdings auch bedroht und haben Beschwerde eingereicht, darunter Experteer und Kimeta.

Im Moment befindet sich die Zusammenarbeit zwischen Google for Jobs und den verschiedenen Jobbörse(n) in der Entwicklung. Es wird sich also erst noch zeigen, ob die Beschwerde einiger Jobbörse(n) für Google for Jobs Folgen haben werden und ob in Zukunft mehr Jobbörse(n) mit Google for Jobs kooperieren werden.

Fazit: Wie verändert sich die Jobsuche durch Google for Jobs?

Da Google for Jobs in Deutschland noch recht neu ist, bleibt abzuwarten, wie sich die Neuerung von Google auf die Jobsuche auswirken wird. Der Erfolg der Neuerung hängt auch damit zusammen, wie viele Unternehmen die Jobbox von Google als Chance wahrnehmen und ihre Stellenanzeigen entsprechend optimieren. Nur so können relevante Stellenanzeigen in ausreichender Zahl ausgespielt werden, die es wiederum für Jobsuchende attraktiv machen, in der Jobbox anstatt in den etablierten Jobbörse(n) zu suchen. Bislang wird das Potenzial von den Verantwortlichen für das Recruiting noch nicht genügend wahrgenommen, und auch das Suchverhalten der User bei der Jobsuche muss sich erst noch an die neue Möglichkeit der Jobsuche gewöhnen. Außerdem wird sich erst zeigen, ob Google for Jobs mehr als andere Jobbörse(n) genutzt wird und ob Unternehmen dadurch mehr oder passendere Bewerbungen erhalten. Die Voraussetzungen dazu sind zwar gegeben, doch die Entwicklungen seit der Einführung von Google for Jobs in Deutschland müssen erst noch länger beobachtet werden.

Fest steht jedoch, dass Google for Jobs dank der klaren Strukturierung der Suchergebnisse und der umfangreichen Informationen zu den Jobangeboten und die dadurch ermöglichte genauere Jobsuche zweifellos Vorteile sowohl für Jobsuchende als auch für Arbeitgeber bietet.

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