Wer verwendet Matomo?

Matomo kann für alle Größen von Websites für die Reichweitenanalyse verwendet werden. Matomo eignet sich sowohl für einfache Business-Websites als auch für Onlineshops mit Ecommerce-Tracking sowie für die Erfassung von Online-Marketing-Kampagnen.

Was ist Matomo?

Matomo ist ein Webanalytics Tool für das Tracking von Besuchern auf Webseiten. Bis 2018 war Matomo noch unter dem Namen Piwik bekannt.

Mit einem Marktanteil von über 15% bei .de Domains ist Matomo auf Platz 2 nach Google Analytics eines der am häufigsten verwendeten Analytics Tools. Matomo ist OpenSource, d.h. es kann kostenfrei auf eigenen Servern betrieben werden. Matomo wird sogar vom Datenschutzbeauftragen des Landes Baden-Württemberg bei bewusst datensparsamen Einstellungen als Empfehlung (Beispiel?) für Reichweitenanalyse ohne Opt-In genannt.

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Matomo Funktionen

Matomo ist Open Source

Matomo kann kostenfrei auf www.matomo.org als „On-Premise“ Version heruntergeladen werden und bei den meisten gängigen Hosting-Angeboten mit PHP und MySQL-Datenbank installiert und betrieben werden.
Je höher die Anzahl der Seitenabrufe auf der zu überwachenden Seite sind, desto höher werden allerdings auch die Anforderungen an das Hosting. Bei kleineren Websites unter 30.000 Seitenabrufen kann man in der Regel Matomo direkt mit auf dem Hosting der Webseite betreiben. Darüber hinaus sollte man sich überlegen, Matomo auf einem separaten, kleinen vServer zu installieren. Matomo empfiehlt bei Webseiten ab 100.000 Seitenabrufen einen Server mit 2 CPUs, 2GB RAM und mind. 50GB SSD Speicher. Kommt man in die Region von 10 Mio Seitenabrufe sollte mit mindestens zwei Servern, einem für die Datenbank und einem für die Anwendung, gearbeitet werden. Details zu den Anforderungen finden Sie unter https://matomo.org/docs/requirements/

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Datenschutzkonforme Reichweitenanalyse mit Matomo

Eines der Leitprinzipien von Matomo ist die Achtung der Privatsphäre.

Betreibst Du Matomo in Eigenregie, gehören alle gesammelten Daten Dir und können nicht von Dritten für Marketingzwecke o.ä. verwertet werden. Ein unschätzbarer Vorteil, wenn es um die Datensicherheit und die Privatsphäre geht.

In den Grundeinstellungen empfiehlt Matomo des Weiteren Vorgaben, um sich vollständig Datenschutzkonform einsetzen zu lassen. Dies beginnt bei der Anonymisierung der IP-Adressen vor der weiteren Verarbeitung, der Pseudonymisierung von Benutzerkennungen und Bestellnummern bis hin zur Möglichkeit, Matomo ohne Cookies zu betreiben. In Verbindung mit einem Opt-Out-Mechanismus und dem grundsätzlichen Respektieren der DoNotTrack-Einstellung kann Matomo potentiell ohne vorgeschalteten User-Consent betrieben werden, dies jedenfalls sagt u.a., der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg.

 

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Matomo Grundfunktionen

Matomo bietet in den Grundfunktionen über 30 Berichte in den vier Kategorien Besucher, Aktionen, Verweise und Ziele / E-Commerce. Zu den Standard-Statistiken zählen:

  • Top-Seiten-URLs
  • Seitentitel
  • Engagement (Zeit vor Ort, Seiten pro Besuch, wiederholte Besuche)
  • Top-Ein- / Ausstiegsseiten
  • Ziele der Ausstiege (externe Links)
  • heruntergeladene Dateien
  • Betriebssystem, Browser, Bildschirmauflösung, Desktop VS Mobile
  • Benutzerländer, Region und Orte (Zusatzdatenbank notwendig)
  • Suchmaschinen, Websites, Social-Media-Websites und Kampagnen
  • benutzerdefinierte Variablen, Event- und Content-Tracking
  • Auswertung der internen Suche incl. Suchbegriffe ohne Suchergebnis
  • E-Commerce

    Durch die Mandantenfähigkeit können in einer Matomo Installation mehrere Websites bzw. unterschiedliche Datenquellen gesammelt werden.

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    Woher kommen die Besucher?

    Da eine Analyse der Herkunft eines Besuchers einer Datenbasis bedarf, die eine IP-Adresse zu einem Land und bestenfalls auch einer Stadt zuweist, muss man hierfür auf Daten von Spezialisten zurückgreifen. Glücklicherweise bieten zwei Anbieter sogenannte City-Datenbanken kostenfrei an. Sowohl Maxmind als auch von DBIP kann man entsprechende Datenbanken erhalten die in Matomo als Datenquelle hinterlegt werden können. Die kostenfreien Datenbanken sind allerdings nicht so aktuell und beinhalten zumeist auch nicht alle IP-Bereiche so das man nicht erwarten sollte das wirklich für alle Besucher diese Informationen zu Verfügung stehen. Für eine grobe Übersicht reicht dies allerdings sehr gut. Maxmind bietet eine wesentlich exaktere Datenbasis im Monatsabo an.

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    … und was machen die Besucher?

    Während bei einigen anderen Analytics Produkten nur die Abrufe einzelner Seiten und Verzeichnisstrukturen ausgewertet werden können, bietet Matomo die Möglichkeit die gesamte Reise eines Besuchers in einem Besucherprofil zu speichern. Sofern man mit einem Langzeit-Cookie für die Analyse arbeitet (hierzu bedarf es wohl eines User-Consent), kann ein einzelner Besucher auch über mehrere Sitzungen hinweg über die Schulter schauen.

    In Verbindung mit dem kostenpflichtigen Premium-Modul „Heatmap & Session Recording“ aus dem Marketplace (siehe nächster Abschnitt) können die einzelne Session auch direkt nachvollziehen, d.h., wie der Besucher seine Maus bewegt hat und wie lange er auf den einzelnen Seiten war. Diese Überwachung wird jedoch mit hoher Sicherheit einen User-Consent benötigen.

    Ob die grundlegende Funktion zur Bildung eines Besucherprofils auch bei Nicht-Verwendung von Cookies im Rahmen eine Consent-freien Integration zulässig ist, sollte mit dem jeweiligen Datenschutzbeauftragten abgestimmt werden. Die Vermutung liegt nahe das auch hierfür bereits ein User-Consent notwendig ist.

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    Matomo erweitern – der Marketplace

    Die Grundfunktionen von Matomo sind für einen großteil der Analytics-Vorhaben ausreichend. Aber nichts ist so, dass es nicht noch erweiterbar wäre. Und hier kommt der Marketplace ins Spiel. Neben diversen kostenfreien Erweiterungen u.a. z.B. für die Übernahme von Daten aus Google Analytics, gibt es einige sogenannte Premium-Funktionen, die der Hersteller von Matomo kostenpflichtig anbietet. Wer also Funktionen wie Funnels, Kohorten-Analysen, A/B Testing oder Heatmaps vermisst, der kann diese Funktionen über den Marketplace nachrüsten.

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    Matomo kann mehr als nur Websites

    Neben der klassischen Integration von Matomo über einen Javascript-Code in eine Webseite kann Matomo auch über eine eigene API-Daten für die Analyse zugespielt werden. Damit eignet sich Matomo auch für die Analyse z.B. von iOS und Android Apps als auch für jede Art von CRM-Systemen die Zugriffe statisch auswerten wollen.

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    Matomo Bewertungen / Erfahrungen

    Diese Matomo-Bewertungen werden automatisch aus 0 eingereichten Nutzer-Erfahrungen ermittelt.

    Gesamt
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    Benutzerfreundlichkeit
    /5
    Support / Kundenbetreuung
    /5
    Eigenschaften & Funktionalitäten
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    Preis-Leistungs-Verhältnis
    /5
    Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung
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    Matomo Alternativen

    Matomo Anwendungstipps

    Vollständiges Besucher-Tracking aus der Anwendung mit Matomo

    Auf der Suche nach dem fehlenden Umsatz

    Als Softwareentwickler betreue ich seit über 20 Jahren diverse Klein- und Mittelständische Unternehmen bei ihren Aktivitäten im Internet. So kam es natürlich auch dazu, das ich Google Analytics und das Remarketing für Google Ads integrieren sollte.

    Schnell wurde klar, das bei den Trackingdaten von Analytics aber vor allem auch bei den Conversions von Google Ads irgendetwas nicht stimmen kann; denn die Umsätze stimmten nie mit denen der von mir entwickelten Software zur Vermarktung von Ferienwohnungen überein.

    Lange wurde herumgerätselt und die Ursache in falsch eingebundenen Trackingcodes gesucht, aber die Ursache lag ganz woanders …

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    Matomo – eine Alternative zu Google Analytics

    Eine der ersten Untersuchungen führt zum Einsatz von Matomo in Ergänzung zu Google Analytics. Matomo ist eine Open Source Lösung für das Tracking von Besuchern und war lange unter dem Namen Piwik bekannt.

    Ein großer Vorteil von Matomo ist, dass diese Software auf dem eigenen Server betrieben werden kann und man damit die gesamten erfassten Daten zur Verfügung hat. Aber auch in Hinsicht auf die Anforderungen im Rahmen der DSGVO bietet Matomo Vorteile. Natürlich erkauft man sich diese Vorteile mit neuen Aufgaben und teilweise auch durch Lizenzkosten für bestimmte Module. Aber dazu später mehr.

    Schon der direkte Vergleich der Besucherströme und der Umsätze ließ aufhorchen; im Gegensatz zu Google Analytics wurden teils 10 bis 15 % mehr Besuchersessions und einige Umsätze mehr erfasst; aber die Umsätze waren noch immer nicht identisch mit denen aus dem Verwaltungssystem.

    Webinar
    Vollständiges Besucher-Tracking aus der Anwendung mit Matomo — Joachim Nickel

    Das Tracking von Besuchern innerhalb der Webseite wird zunehmend schwieriger; sei es durch Zählverluste durch Opt-In-Bannern auf Grund der DSGVO oder durch die zunehmende Anzahl an Besuchern mit AdBlockern. In di...

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    Besucher-Tracking aus der Anwendung

    Im weiteren Verlauf entwickelte ich dann die Idee, Javascript als Tracking-Quelle abzulösen und direkt aus der Anwendung jede Aktion auf der Webseite zu protokollieren.

    Leider bietet Google Analytics keine Schnittstellen, um Daten unabhängig von der Javascript-API zu erfassen, aber Matomo verfügt über eine umfangreiche API, um alle gewünschten Daten direkt zu erfassen.

    Die Umsetzung eines Trackings aus der Anwendung – ich nenne das Background-Tracking da es im Hintergrund ohne Zutun des Benutzers/Browsers erfolgt – ist umfangreicher als nur einen Javascript-Code in ein HTML-Template zu integrieren. Aber es ist auch kein Hexenwerk. Im Grunde braucht es nur eine zentrale Funktion die zum Laufzeit-Ende der Anwendung die zuvor gesammelten Daten an die API von Matomo übergibt. Die von mir entwickelte Erweiterung für das CMS Contao, die auf Github (https://github.com/chopsol/contao-matomo-tracker) zur Verfügung steht, kann gerne als Grundlage verwendet werden.

    Doppelt so viele Besucher und 90 % mehr Page-Views?

    Neben den korrekten Umsatzzahlen waren die weiteren Kennzahlen bemerkenswert. Es gab auf einmal mehr als doppelt so viele Besuchersessions und auch die Anzahl der Page-Views war fast doppelt so hoch gegenüber denen Zahlen bei Google Analytics. Wie kann das sein?

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    Ausflug in die Analyse der Logfiles

    Leider war die Analyse etwas aufwendiger, denn dank der DSGVO waren die IP-Adressen komplett zu 0.0.0.0 anonymisiert. Aber es gibt ja zumindest noch den User-Agent und den Zeitstempel um im Groben die zusammengehörigen Anfragen zu identifizieren.

    Glücklicherweise sollten durch den Einsatz von Matomo und der lokalen Installation diese Zugriffe ebenfalls im Logfile (siehe auch unser Artikel zur Logfile-Analyse) auftauchen; wäre nur Google Analytics verwendet worden, hätte man deren Nutzung dort natürlich nicht gefunden.
    Wir konnten nachvollziehen, dass es massenhaft Zugriffe auf die HTML, Image, CSS und Javascript-Dateien gab, aber bei vielen Browsern keinerlei Logfile-Einträge für das Javascript von Matomo auftauchten. Ergo musste irgendetwas diese Aufrufe blockieren.

    Ad-Blocker blockieren auch Besucher-Tracking

    Die Antwort war erstaunlich: mit hoher Wahrscheinlichkeit waren es Ad-Blocker oder Browser wie Brave, die Tracking-Skripte nicht ausführen.

    Laut einer Untersuchung von statista lag der Anteil der Ad-Blocker 2018 in Deutschland bei 33 % 1). Weltweit sah Globalwebindex einen Traffic-Anteil von 47 % durch Ad-Blocker 2) – also fast die Hälfte des Traffics wird demnach auch beim Javascript-basierten Tracking von Besuchern nicht erfasst.

    In der gleichen Studie geht Globalwebindex in Europa Ende 2018 von etwa 40 % der User aus, die mindestens einmal monatlich mit einem Ad-Blocker surfen.

    1) https://www.statista.com/statistics/351862/adblocking-usage/
    2) https://www.globalwebindex.com/reports/global-ad-blocking-behavior

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    Der Anteil der Desktop-User, die einen Ad-Blocker nutzen, liegt dabei laut Globalwebindex für Europa mit 36 % der User am höchsten; auf Tablets sind es mit 13 % der User am wenigsten und bei den Smartphone-Usern sind es 23 %.

    Die geringere Verbreitung bei den Mobil-Devices liegt vermutlich an der fehlenden Plug-in Architektur. Um einen Ad-Blocker auf iOS oder Android nutzen zu können, muss man vom Standard-Browser auf eine Alternative wie Brave oder Ghostery zurückgreifen; und ich merke es bei mir selbst – Safari auf iOS gewinnt derzeit noch häufiger in der Nutzung, da es der Standard-Browser beim Anklicken von Links aus E-Mails & Co ist. Aber das wird sich mit iOS14 ändern, da dort der Standard-Browser selber festgelegt werden kann.

    Dass der Anteil der „Jungen“ Internet-Nutzer bei der Nutzung von Ad-Blocking höher liegt als in der älteren Generation, ist wohl kaum verwunderlich.

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    Weitere Untersuchungen mit dem Background-Tracking

    Im Weiteren habe ich das Tracking der Besucher aus der Anwendung heraus auf diversen Webseiten eingesetzt. Je nach Kundenstruktur konnte man zwischen 30 % und 100 % mehr Besucher-Sessions und Page-Views identifizieren. In diesen Werten ist jedoch noch eine gewisse Quote an Bots und Spidern enthalten, die nicht erkannt wurden; denn genau diese Erkennung ist eine der größten Herausforderungen beim Tracking aus der Anwendung.

    Interessant ist auch der Vergleich der Geräteklassen. Aufgrund der bereits genannten höheren Verbreitung von Ad-Blockern auf Desktop-Systemen konnte ich bei fast allen Seiten in den Auswertungen eine Verschiebung zwischen Mobil- und Desktop sehen; im Background-Tracking waren immer weit mehr Desktop-Systeme erfasst als beim Javascript-Tracking.

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    Grundlage für das Background-Tracking

    Background-Tracking aus der Anwendung und Caching vertragen sich nicht

    Um Background-Tracking aus der Anwendung durchführen zu können, muss jeder Zugriff des Besuchers von der Anwendung beantwortet werden. Jede Form des Caching ist hierbei ein Hindernis, da dadurch die vollständigen Klickpfade nicht protokolliert werden können.

    Browser-Caching muss deaktiviert werden

    Das Caching der HTML-Seiten im Browser muss durch entsprechende Header deaktiviert werden. Wenn zum Beispiel die Webseite erstmalig abgerufen wird und der Browser das HTML speichert, dann würde nach dem Besuch einer weiteren Seite und dem Zurückkehren zur Ausgangsseite diese nicht erneut vom Server angefordert; ergo würde die Anwendung diesen Aufruf auch nicht protokollieren können und der Klickpfad wäre somit nicht vollständig.

    Im Gegensatz dazu kann beim Tracking per Javascript auch lokales Caching genutzt werden. Javascript wird unabhängig davon, ob das HTML aus dem Cache oder frisch vom Server geladen wird, immer ausgeführt.

    HTTP Caching muss umgangen werden

    Wenn der gesamte Traffic einer Website über einen HTTP Cache für Lastverteilung geleitet wird, kommen die Anfragen ebenfalls nicht in der Anwendung an. Dies trifft sowohl auf Content Delivery Networks (CDN) als auch auf Reverse-Proxys wie Varnish oder HAProxy zu. Selbst vollwertige lokale HTTP Caches, wie sie im CMS Contao ab 4.9 zum Einsatz kommen, müssen deaktiviert werden, um das Background-Tracking zu ermöglichen oder auf Mediendateien (Bilder, Videos, Javascript, CSS) beschränkt werden.

    Alternativ ließe sich das Tracking aber auch im Proxy realisieren. Diesen Ansatz habe ich allerdings bisher nur theoretisch durchgespielt.

    Bei Anwendungen die lediglich HTML-Fragmente cachen und bei denen das Framework an sich bei jedem Request gestartet wird, können in der Regel weiterhin verwendet werden. Ob dies im Fall Deiner Anwendung möglich ist, müsste bei der Umsetzung geprüft werden.

    Nichts Cachen und trotzdem einsetzen?

    Caching ist bei vielen Anwendungsfällen eine wichtige Komponente. Überall da, wo es bisher nicht zum Einsatz kommt, steht dem Background-Tracking nichts im Wege. Da, wo es zum Einsatz kommt, stellt sich natürlich die Frage, ob Background-Tracking eine sinnvolle Lösung sein kann. Die Antwort ist ein klares Jain.

    Um Kennzahlen für das eigene Kundenprofil zu erhalten, kann das Background-Tracking bei Anwendungsfällen mit HTTP-Caching ggf. nur kurzzeitig oder über A/B-Tests durchgeführt werden. Im Laufe verschiedener Tests hat sich gezeigt, dass – zumindest innerhalb eines definierten Zeitraums – die Verhältnisse zwischen Background- und Javascript-Tracking sich immer eingepegelt haben. Wenn also auf einer Seite in der Regel (real) viele Nutzer mit Smartphones unterwegs sind, ist die Diskrepanz zwischen Background- und Javascript-Tracking weit geringer als bei Webseiten mit vielen Desktop-Nutzern. Die Erkenntnis dieser Abweichung könnte man dann für fundierte Hochrechnungen heranziehen.

    Nutzer-Erkennung durch Anwendungssession

    Um den Besucher eindeutig einer Sitzung zuordnen zu können, ist es notwendig, dass die Anwendung mit Sessions arbeitet. Wenn die Anwendung für die Bereitstellung z. B. einer Warenkorbfunktion sowieso ein Session Handling verwendet, ist das perfekt. Andernfalls muss allein für das Background-Tracking in der Anwendung die Sessionverwaltung aktiviert werden.

    In der Regel sind Sessions in Anwendungen reine Transaktions-Sessions. Das bedeutet, dass Sie nur eine Lebenszeit von meist 30 Minuten haben und beim Beenden des Browsers ebenfalls beendet werden. Damit ergibt sich, dass das Background-Tracking keine wiederkehrenden Besucher erkennen kann. Ganz so wie das Javascript-Tracking bei Matomo mit deaktiviertem Cookie.

    Bot-Detection für das Background-Tracking

    Während Bots und Spider in der Regel kein Javascript ausführen und damit im Tracking mit Javascript nicht in Erscheinung treten, müssen diese beim Tracking aus der Anwendung heraus manuell erkannt und gefiltert werden.

    Die „guten“ Bots geben sich anhand des User-Agent zu erkennen; Google, Bing, Ahrefs aber auch Sistrix, XOVI & Co sind also schnell gefiltert. Aber es gibt diverse Spider u. a. von den geliebten Script-Kiddies, die auf Schwachstellen scannen – und die halten sich natürlich nicht an diese Spielregel.
    Um diese Bots zu erkennen, bedarf es einiger Tricks. Eine Möglichkeit relativ gut automatisiert solche Bots zu erkennen, liegt in der eigenen Sessionverwaltung. Die bösen Bots unterstützen in der Regel keine Cookies und rufen innerhalb kurzer Zeit sehr viele Seiten ab; häufig auch Seiten, die nicht existieren. Anhand dieser Parameter und da die Bots mit einem identischen User-Agent sich erkennbar zeigen, kann man über eine Art Honeypot-Funktion die Erkennung durchführen und in der Anwendung das Tracking deaktivieren. Schwieriger wird es bei Crawlern, die regelmäßig einzelne Seiten in längeren Abständen von ein oder zwei Stunden aufrufen. Um solche Aufrufe zu erkennen, kommt man in der Regel nicht umhin, sich auch die Logfiles anzusehen. Hier hilft es enorm, wenn man die IP-Anonymisierung minimiert, da diese Crawler häufig von statischen IP-Adressen aus agieren. Im Folgenden kann man dann für diese IP-Ranges einen Honeypot einrichten, der die Crawling-Anomalien erkennt. Im Folgenden muss man dann die IP-Adressen direkt in eine Denylist eintragen, um das Tracking zu unterbinden.

    Aber egal wie gut man die Bot-Detektion trainiert; ein gewisser Anteil wird auch weiterhin in das Background-Tracking einfließen.

    Background-Tracking für CMS Contao und JTL Shop

    Für das CMS Contao und JTL Shop gibt es Erweiterungen, die die Datenerfassung mit ein paar Einstellungen ermöglichen und somit der Aufwand das Background-Tracking für seine eigene Website zu testen, sehr gering ist. Neben der Erweiterung muss man noch eine eigene Matomo Installation einrichten. Was es dabei zu beachten gibt, folgt nun.

    Was ist Matomo

    Wie Eingangs erwähnt, ist Matomo ein Open Source System zum Tracken von Besuchern, welches bis Anfang 2018 unter dem Namen Piwik bekannt war.

    Matomo kann man „on Premise“, d. h. auf seinem eigenen Server installieren oder aber als Cloud-Lösung mit Hosting in Deutschland anmieten. Die Cloud-Lösung werden wir im Weiteren nicht weiter betrachten, sondern uns um die selbst gehostete Lösung konzentrieren.

    Voraussetzungen für Matomo

    Als Grundlage kann jeder Webserver mit Apache, Nginx oder dem IIS in Verbindung mit PHP ab 5.5.9; besser natürlich ein aktuelles PHP 7.2+ dienen. Zur Datenhaltung wird eine MySQL oder MariaDB benötigt. Dann kann es schon losgehen. Bei kleinen Webseiten mit weniger als 100.000 Page-Views pro Monat reicht zumeist die Installation auf dem Shared-Hosting oder vServer, auf dem die Webseite läuft. Für Websites mit bis zu 1 Million Page-Views gilt als Empfehlung einen separaten Server für Matomo mit mind. 4 CPUs, 8 GB RAM und einer 250 GB SSD einzurichten und bei noch mehr Page-Views wird empfohlen, Matomo auf einen separaten Datenbank- und einen Frontend-Server zu verteilen.

    Installation und Updates von Matomo

    Die Installation von Matomo ist durch den Setup-Assistenten in 8 Schritten erledigt und benötigt nach der Übertragung des Systems auf den Server per FTP nur noch die Zugangsdaten für die Datenbank.

    Es werden immer wieder kleinere und größere Aktualisierungen veröffentlicht, die man in der Regel ebenfalls über den eingebauten Update-Prozess schnell übernehmen kann. Bei größeren Installationen müssen ggf. die Aufgaben für die Anpassung in der Datenbank über die Shell ausgeführt werden. Bei kleineren Installationen kann das getrost das Update-Modul über den Webbrowser erledigen.

    Man sollte in jedem Fall darauf achten, dass die Software immer aktuell gehalten wird. Ganz so wie es wichtig ist, immer eine aktuelle Version des Shopsystems oder des CMS einzusetzen, um eventuelle Sicherheitslücken zu schließen, so gilt dies natürlich auch für die Analytics Software. Daher muss man dies als auch eventuelle Eingriffe in die Datenbank, falls mal was klemmt, als entsprechenden Kostenpunkt mit einplanen.

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    Grundeinstellungen von Matomo

    Nach dem Abschluss der Installation sollte man in den Einstellungen von Matomo noch ein paar Dinge anpassen. Zum einen empfiehlt es sich, auch bei kleineren Installationen die Archivierung lieber über einen Cronjob auszuführen, als diese bei der Anzeige im Browser berechnen zu lassen.

    Des Weiteren sollten die Einstellungen zur Anonymisierung überprüft und eingestellt werden.

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    Und zu guter Letzt kann dann der Javascript-Code, der in die Webseite eingebunden werden soll, noch angepasst werden.

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    Matomo und die DSGVO

    Nach der aktuellen Auffassung des Datenschutzbeauftragen des Landes Baden-Württemberg kann man Matomo per Javascript-Tracking auch ohne Opt-in über ein Consent-Banner einsetzen, sofern man ein Tracking ohne Cookie verwendet und keine weitere Datenzusammenführung durchführt. Siehe: https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/faq-zu-cookies-und-tracking-2/

    Um Matomo per Javascript ohne Cookie tracken zu lassen, muss man im Javascript-Code den Parameter _paq.push([‘disableCookies’]); ergänzen. Ein Nachteil des Trackings ohne Cookie ist, dass Matomo wiederkehrende Besucher nicht erkennen kann.

    Diese Auffassung vertreten auch einige weitere Rechtsanwälte bzw. Datenschützer. Andere sind jedoch der Ansicht, das das Fingerprinting, welches Matomo zur Erkennung der Nutzer, um diese zu einer Besuchersessions zusammenzufassen verwendet, ebenfalls als eine Art „Cookie“ anzusehen ist und daher ein User-Consent auch für den Einsatz von Matomo notwendig ist.

    Welche dieser Ansichten sich schlussendlich durchsetzen wird, muss sich wohl noch zeigen. Bitte beachte, das diese Ausführung keine Rechtsberatung darstellt. Konsultiere hierzu bitte Deinen Datenschutzbeauftragten, der den Einsatz von Matomo in Deinem Spezialfall individuell bewerten sollte.

    Was fehlt in Matomo gegenüber Google Analytics

    Die Grundversion von Matomo bietet die meisten klassischen Parameter wie die Anzahl der Besucher, die Seitenansichten, durchschnittliche Aufenthaltsdauer und Absprünge, Software, Geräte und Browser, Bildschirmauflösungen und auch die Auswertung von internen Suchen, Downloads, externe Verweise sowie E-Commerce Faktoren, wie abgebrochene Warenkörbe und Umsätze. Aber einige Funktionen sind nur über kostenpflichtigen Premium-Module verfügbar. Diese werden im Abo-Modell über den in Matomo integrierten Marketplace angeboten. Die Kosten sind abhängig von der Anzahl der Benutzerkonten, die in Matomo angelegt sind. Die kleinste Lizenzstufe umfasst meist bis zu 5 Benutzer.

    Aber einige Funktionen von Google Analytics kann man für Matomo nicht hinzukaufen. Hierzu zählen unter anderem die demografischen Merkmale wie Alter, Geschlecht und Interessen der Besucher.

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    Die Standorterkennung ist in Matomo nur über die Lizenzierung entsprechender IP-Adress-Datenbanken möglich. Matomo unterstützt hierfür die kostenfreien Datenbanken von Maxmind und DBIP, die jedoch nicht vollständig und nicht immer aktuell sind. Alternativ stehen die kostenpflichtigen Datenbanken von Maxmind zur Verfügung.

    Kostenpflichtige Premium-Module

    Viel wichtiger sind aber je nach Ziel des Trackings die Module für Funnel- (ab 179,- € pro Jahr) und Kohorten-Analysen (ab 89,- € pro Jahr) sowie für A/B-Testing (ab 199,- € pro Jahr) und eine Integration für Google Ads, welches als Modul „Paid Advertising Performance“ im Marketplace ab 149,- € pro Jahr angeboten wird.

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    Fazit

    „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“ lautet eine alte Weisheit. Und bei Webstatistiken gilt das leider aufgrund der technischen Grundlagen fast genauso. Die stetige Vermehrung von Anti-Tracking-Funktionen in den Browsern, sowie der vermehrte Einsatz von Ad-Blockern führt neben der Problematik der Consent-Abfrage, um DSGVO-konform zu sein dazu, dass eigentlich keine Statistik wirklich zu 100 % die Besucher einer Webseite abbilden kann.

    Das Background-Tracking kann, sofern das Thema Caching ausgeklammert wird und man eine gute Bot-Erkennung einsetzt, ein wesentlich genaueres Bild abliefern. In den meisten Fällen wird Background-Tracking keine dauerhafte Lösung sein; schon allein aufgrund der Einschränkungen im Caching. Aber um einen Einblick in die Abweichung bei der jeweils individuellen Besucherklientel zu erhalten, ist es ein probates Mittel.

    Ob man das Tracking direkt in der Anwendung oder ggf. kombiniert in einem Reverse-Proxy wie Varnish umsetzt, wird jeder selbst entscheiden müssen. Auch, ob sich der Aufwand des Trackings überhaupt in eine individuelle Softwarelösung zu integrieren lohnt, wird von Fall zu Fall unterschiedlich sein.

    Wer das CMS Contao oder einen JTL Shop einsetzt, kann jedenfalls schon heute mit sehr geringem Aufwand mal schauen, was auf der eigenen Seite ohne den Verlust von Ad-Block-Usern im Tracking los ist.

    Und wer dabei Unterstützung benötigt, kann mich gerne kontaktieren.

    Also dann: let’s track 🙂

    Joachim Nickel

    Joachim Nickel ist Softwareentwickler aus Leidenschaft und seit 1994 im Internet unterwegs. 1998 gründete er die Webagentur chop solutions.
    Die Realisierung von Erweiterungen für das CMS Contao aber auch die Neuentwicklung von Webanwendungen von der Idee bis zum fertigen Produkt sind sein tägliches Brot.
    Für das Content Management System Contao ist Joachim Nickel seit 2015 auch in der Community aktiv und kümmert sich u.a. um Videoaufzeichnungen und Fotografie rund um die Contao Konferenz. Hin und wieder wechselt er auch die Position von hinter der Kamera nach davor.

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