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❌Worst Mistakes in History – Die 4 schlimmsten Fehler bei Facebook Ads

❌Worst Mistakes in History – Die 4 schlimmsten Fehler bei Facebook Ads

Lesezeit: 10 Min | Autor: Angela Zahn

Wie heißt es so schön:

“Die Wege des Herrn sind unergründlich.”

Ich möchte Facebook jetzt nicht als Gott von Werbetreibenden darstellen…dennoch trifft das Sprichwort auch auf Facebook Ads zu:

Denn die Performance von Facebook Ads sind nicht immer verständlich nachzuvollziehen und manchmal scheinen sie ziemlich unergründlich zu sein.

Ich habe bereits Stunden um Stunden fluchend vor dem Werbeanzeigenmanager verbracht, weil die Ads nicht so liefen, wie ich mir das zu Anfang vorgestellt hatte. Mittlerweile beschäftige ich mich jetzt seit mehreren Jahren mit Facebook und frage mich trotzdem ziemlich oft: “Hä? Wie kommt das denn jetzt bitte?”

Dann saß ich grübelnd vor meinem Bildschirm und habe Stunden damit verbracht mit dem Facebook Support zu chatten oder selbst auf die Antwort zu kommen, woher denn jetzt diese Entwicklung, Ungereimtheit, etc. rührt. Zum Großteil der Fälle kam ich nach einigem Rätseln auf das Ergebnis. Das wird Dich kaum überraschen, aber…

…das meiste der Probleme lag an mir selbst. Wie heißt es so schön – jetzt hau ich nochmal ein Sprichwort raus:

“Das Problem sitzt vor dem Bildschirm.”

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Facebook ist natürlich weiterhin eine Plattform mit zahlreichen Bugs, Eigenheiten und Ladeproblemen, die die Nutzerfreundlichkeit stark beeinträchtigen, die daher noch eine Menge Verbesserungspotential aufweisen kann – und die zu einigen Problemen in den Facebook Ads führen.

Allerdings lassen sich sicher 90 % der Fälle mit Schlauheit, dem Wissen, wie Du die Plattform handeln musst, um an Dein Ziel zu gelangen, und einigen geheimen (und weniger geheimen) Hacks lösen. Und es ist ja nicht so, dass wir Menschen unfehlbar sind und auch keine Fehler machen. Einige Fehler in Facebook Ads sind offensichtlich, andere sind extrem versteckt und somit aufs Schlimmste heimtückisch. Ja ich rede von Fehlern, die Dir das Genick brechen können.

In diesem Artikel zeige ich Dir also die 4 Worst Mistakes in History, die Dir wirklich das Genick brechen können (und die ich zum Teil auch schon selbst gemacht habe):

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1.  Falsche Pixel-ID ausgewählt

Das war echt gar nicht so lange her, dass mir dieser Fehler unterlaufen ist. Standardmäßig ist eigentlich immer der zur Facebook-Seite dazugehörige Pixel ausgewählt. Dennoch kommt es gelegentlich vor, dass die Pixel-IDs innerhalb einzelner Anzeigen umgestellt werden können. Insbesondere bei geteilten Pixeln kann dieses Problem häufiger auftreten.

Achte also dabei immer den richtigen Pixel auf der Anzeigengruppenebene ausgewählt zu haben!

Ansonsten werden die falschen Werte eines falschen Pixels zu Deiner beworbenen Ad hinzugefügt. Als Konsequenz daraus kannst Du nicht sagen, wie der Erfolg Deiner ausgespielten Kampagne zu bewerten ist. Sprich – in anderen Worten: Du verbrennst Geld.

Bestenfalls Dein eigenes, schlimmstenfalls das Geld von Kunden, denen Du Rechenschaft schuldig bist. → Also in jedem Fall gilt das zu vermeiden!

In meinem Worst Case habe ich ein Special-Angebot mit Facebook Ads beworben. Die Kampagne habe ich im BOTF (Bottom of the funnel) einsortiert und auf Conversions optimiert. Eine wichtige Info brauchst Du noch: Ein Verkauf hat für die Teilnehmer 960 € gekostet.

Und diese Ergebnisse habe ich bekommen:

ergebnisse-kampagne

Screenshot aus dem OMT-Werbekonto

 

Das waren in keinster Weise die Ergebnisse, die ich erwartet hatte. In diesem Fall hat Facebook in meinem Werbekonto auf ein geteiltes zweites Pixel zugegriffen und die Werte aus dem zweiten Pixel der Kampagne mit dem Spezial-Angebot zugeordnet, wofür eigentlich das erste Pixel zuständig gewesen wäre.

Ist die Kampagne allerdings einmal veröffentlicht, können bestimmte Einstellungen nicht mehr verändert werden. Sozusagen sind solche Schäden irreparabel. So auch bei diesem Fehler.

Nach dem Veröffentlichen hast Du keine Chance mehr den Pixel umzustellen. Gar keine Chance.

Und wenn Du jetzt denkst,

“Ach, halb so wild. Dann dupliziere ich einfach die Ad und stell das richtige Pixel hier ein.”

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, dann hast Du echt weit gefehlt! Um das Problem zu lösen, musst Du die komplette Kampagne duplizieren. Erst dann gibt Dir Facebook die Möglichkeit, den Fehler zu korrigieren und eine andere Pixel-ID auszuwählen. Achte darauf also besonders gut.

2.  Eingestellte Änderungen nicht gespeichert

Der Werbeanzeigenmanager ist wirklich komplex. Nicht selten kommt es deshalb zu Ladeverzögerungen. Als PPCler solltest Du also immer jede Menge Geduld mitbringen. 😉

Beim Einstellen von Kampagnen oder einfach auch nur kleinen Anpassungen innerhalb einer Ad kann das aber schnell nicht unerhebliche Konsequenzen haben.

Nicht selten ist mir das bereits passiert. Ich habe eine Ad veröffentlicht und einige Zeit später sind mir noch Fehler aufgefallen, die ich eigentlich bereits behoben hatte. Der Werbeanzeigenmanager speichert Deine vorgenommenen Änderungen oftmals erst, sobald Du aus dem Kästchen rausklickst, indem Du gerade arbeitest, und braucht einige Sekunden, um den Vorgang abzuschließen. Änderst Du dann sofort nochmal eine Einstellung, ist das System überfordert und Deine Änderung geht gegebenenfalls verloren.

Es ist daher wichtig, Dein Arbeitstempo an das System anzupassen. Lädt gerade die Anzeigenvorschau nach, solltest Du auch mit weiteren Änderungen warten. Ansonsten gibt Dir die Meldung unterhalb der eigentlichen Ansicht den Status der Änderungen an: Springt der Status auf Wird gespeichert, warte erstmal ab. Mache dann erst weiter.

Screenshot aus dem Werbenanzeigenmanager (Alt-Tag: Speichereinstellungen-Facebook-Werbeanzeigenmanager)

Screenshot aus dem Werbenanzeigenmanager (Alt-Tag: Speichereinstellungen-Facebook-Werbeanzeigenmanager)

 

3.  UTM-Parameter falsch hinterlegt

Es ist schon längst kein Geheimnis mehr – und war es auch noch nie:

Die Daten innerhalb einer Facebook Kampagne im Werbeanzeigenmanager und die Ergebnisse in Google Analytics stimmen nie ganz perfekt und zu 100 % überein. Das kann unter anderem an vorgenommene Einstellungen innerhalb der beiden Tools liegen, aber auch an den verschiedenen Attributionsmodellen, den unterschiedlichen Attributionsfenstern und zahlreichen anderen Maßnahmen.

Schaltest Du Facebook Ads ist es für Dich enorm wichtig, den Erfolg bzw. Misserfolg auch in Google Analytics einsehen zu können, um einen genauen und vor allem ganzheitlichen Blick auf die Ergebnisse erzielen zu können. Das funktioniert mittels UTM-Parametern.

Ein kleiner Exkurs, was UTM-Parameter sind: UTM-Parameter sind Parameter, die dem eigentlichen Link angehängt werden und mit deren Hilfe Google Analytics den Traffic einzelnen Kanälen zuordnet. Die UTM-Parameterfolge beginnt immer mit einem Fragezeichen.

In jeder Anzeige hast Du die Möglichkeit Parameter zu verwenden. Missachtest Du die Option, läuft der über die Ad generierte Traffic, die darüber generierten Conversions, usw. nicht in den Kanal “PaidSocial” ein und Du kannst Deinem Chef / Kunden keine Google Analytics (GA) Daten reporten, wie effektiv Deine Facebook Ads wirklich sind – nur die aus dem Werbeanzeigenmanager und jeder weiß, dass die Zahlen geschönigt sind.

Bei den UTM-Parametern kannst Du 5 Parameter einstellen – drei sind ein unbedingtes Muss, zwei davon sind optional: Source, Medium und Campaign solltest Du unbedingt ausfüllen; die Felder Content und Term helfen Dir dabei, den generierten Adtraffic in Google Analytics weiter zu spezifizieren bspw. nach Zielgruppe, Wording oder Werbemittel.

Solltest Du die UTM-Parameter nicht korrekt verwenden, laufen sie unter “Other” in die Auflistung der Channelgruppierung in Google Analytics ein, was es unbedingt zu vermeiden gilt. Was mir auch öfter schon mal passiert ist, ist, dass ich Medium und Source verwechselt habe. Medium ist in unserer Terminologie für Facebook immer Paid Social und Source ist “facebook” – anaolog zu den organischen Einträgen.

So sieht ein richtiger Link aus:

https://www.omt.de/seminare/?utm_campaign=Seminare+Traffic+20190916&utm_medium=paidsocial&utm_source=facebook&utm_content=Seminare+Traffic+20190916_ZG-L3%Webseitenbesucher30T-CarouselAd

4.  Du nutzt Asset Customization nicht

Asset Customization ist eine brandaktuelle Neuerung von Facebook, bei der Du Deine Anzeige auf die verschiedenen Platzierungen anpassen kannst. Wie ich finde einer der besten Einfälle von Facebook!!!

Musstest Du, um die einzelnen Platzierungen richtig zu bespielen, für jede Platzierung eine neue Anzeigengruppe erstellen, hast Du jetzt die Möglichkeit in jeder Anzeige das Werbemittel sowie den Anzeigentext auf die jeweiligen Platzierungen anzupassen.

Screenshot aus dem OMT-Werbekonto (Alt-Tag: Asset Customization verwenden)

Screenshot aus dem OMT-Werbekonto (Alt-Tag: Asset Customization verwenden)

 

Ein kleiner Wermutstropfen: Asset Customization kannst Du zurzeit nur verwenden, wenn Du nur eine Anzeige ausgewählt hast. Möchtest Du mehrere gleiche Anzeigen zeitgleich für verschiedene Zielgruppen bearbeiten, wird Dir die Möglichkeit zur Asset Customization nicht angezeigt. Asset Customization funktioniert aktuell auch nur für Bild-Link-Ads und Video Ads; sind Carousel Ads und Instant Experiences Bestandteil Deiner Ad kann sie nicht mittels Asset Customization verwendet werden.

Screenshot aus dem Werbenanzeigenmanager (Asset Customization optimiert Ads für Platzierungen)

Screenshot aus dem Werbenanzeigenmanager (Asset Customization optimiert Ads für Platzierungen)

 

Was Dir sonst noch den Hintern retten kann:

Wenn Du gar nicht auf die Lösung kommst, solltest Du andere Experten fragen. Damit meine ich nicht nur den Facebook Support. Deren Möglichkeiten sind manchmal begrenzt und sie können Dir auch oftmals nur die Standardtipps wie Werbeanzeigenmanager zurücksetzen, anderen Browser verwenden, Cookies löschen oder ein anderes Device nutzen, geben, die Du bereits versucht hast oder schon kennst.

Frag die Experten, die tagtäglich ebenfalls mit Facebook Ads zu tun haben! Zu Advertising-Themen bin ich beispielsweise in den Facebook Gruppen von Björn Tantau (Online Marketing endlich verständlich: Frag den Tantau), von Florian Litterst (Social Media Advertising Community | Facebook & Co.), und natürlich vom OMT-Club. Die Club- und die Online-Marketing-Gruppe beschäftigen sich zwar auch mit anderen Marketingthemen als Social Media Advertising, allerdings ist das sicher auch interessant für Dich als Marketer zu wissen. Die Gruppe von Thomas Hutter (Facebook Seiten & Instagram Konten – Hutter Consult AG) ist natürlich auch empfehlenswert.

Größtenteils sind die Krankheiten im Facebook Werbeanzeigenmanager Epidemien, die deshalb sicher auch anderen Marketern bekannt sind – vielleicht sogar schon länger als Dir selbst und vielleicht haben sie deshalb bereits schon ausgecheckt, wie eine Lösung aussehen könnte. Daher ist es keine Schande mal nachzufragen und Dir Hilfe zu holen.

Ein Beitritt lohnt sich bei allen dreien also sicher allemal!

Kleiner Hinweis am Schluss: Bei allen Gruppen wirst Du nur unter bestimmten Voraussetzungen angenommen. Flo und Björn stellen Dir ausgewählte Fragen, die Du beantworten musst, um aufgenommen zu werden. Und auch im OMT-Club wirst Du nicht einfach so aufgenommen. Du musst Clubmitglied sein. Daher weisen alle Gruppen eine Art Exklusivität auf.

Gewappnet für fehlerfreie Ads?

Natürlich gibt es noch eine Menge mehr Fehler, die Du beim Schalten von Facebook Ads machen könntest. Dazu gibt es zahlreiche Artikel, die Dich davon abhalten möchten. Mit meinen und denen von anderen Experten solltest Du allerdings auf die Genickbrecher verzichten können.

Wenn aber doch mal ein Fehler unterlaufen sollte, ist es wesentlich aus diesem Fehler zu lernen und ihn kein zweites Mal zu machen. Wer einen Fehler das erste Mal macht, sei ihm verziehen. Beim zweiten Mal kannst Du bzw. Dein Chef es dann als “Geld verbrennen” werten.

Denn wie heißt es wieder einmal – das letzte Sprichwort zum Abschluss – so schön:

“Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen.”

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