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Wie dir die SWOT Analyse einen Wettbewerbsvorteil verschafft

Wie dir die SWOT Analyse einen Wettbewerbsvorteil verschafft

Lesezeit: 18 Min | Autor: Christian Deiminger |

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Die Durchführung einer SWOT-Analyse ist eine einfache und leistungsstarke Methode für Deine Unternehmensanalyse und Entscheidungsfindung. Sie hilft Dir dabei, die internen und externen Faktoren eines Unternehmens oder auch Projekts objektiv zu bewerten. Darum eignet sie sich besonders für die Entwicklung einer Marketing- oder Business-Strategie.

Ganz egal, ob es sich dabei um ein Start-up oder ein bestehendes Unternehmen handelt. Denn diese einfache Analyse-Anwendung hilft Dir, interne Prozesse und Abläufe zu hinterfragen und gibt Aufschluss darüber, wo es Verbesserungspotential gibt.

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Die Stärken und Schwächen eines Unternehmens liegen oft näher beisammen, als man es sich selbst eingestehen möchte. Darum ergibt es in puncto Strategieplanung durchaus Sinn, einen neutralen Blickwinkel einzufangen. Wenn Du derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Instrument für eine neutrale Möglichkeit einer Unternehmensanalyse bist, wirst Du hier fündig.

In diesem Beitrag erfährst Du anhand eines Beispiels, wie eine SWOT-Analyse funktioniert. Anschließend erhältst Du zudem noch einige Tipps zur Durchführung Deiner eigenen Stärken-Schwächen-Analyse.

SWOT

Wofür steht der Begriff „SWOT?“

Der Begriff „SWOT“ ist ein Akronym, dass sich aus den Begriffen „Strengths“ (Stärken) – „Weakness“ (Schwächen), „Opportunities“ (Chancen) und „Threats“ (Risiken) zusammensetzt. Die SWOT-Analyse unterstützt Dich dabei, einen objektiven Blick zu erlangen und herauszufinden, welche Bereiche Verbesserungspotential benötigen. Sie hilft Dir dabei, den Markt zu durchleuchten, um Veränderungen vorherzusehen und mögliche Schwachstellen anzugehen. Gerade deshalb sollte die SWOT-Analyse ein fester Bestandteil Deiner strategischen Planungen sein.

Die SWOT-Analyse ist eine Gegenüberstellung der Stärken und Schwächen sowie der sich daraus ergebenden Chancen und Risiken. Anschließend wird eine darauf passende Strategie entwickelt. Das kann sich sowohl auf ein ganzes Unternehmen als auch auf einzelne Projekte beziehen. Mit ihrer Hilfe können Benchmarks objektiv gesetzt werden und in die strategische Ausrichtung einfließen.

Um das Bestmögliche aus einer SWOT-Analyse herauszuholen, solltest Du Dir im Vorfeld ein Ziel setzen. Die SWOT-Analyse kann Dir dann bei der Entscheidung helfen, wie Du ein bestimmtes Projekt, beispielsweise eine Werbekampagne, angehen kannst. Grundsätzlich kann die SWOT-Analyse in jedem Unternehmensbereich eingesetzt werden. Ganz egal, ob Vertrieb, Marketing oder bei der Personalarbeit.

Zur besseren Veranschaulichung wird die SWOT-Analyse meist in einer Matrix dargestellt. Jeder Bereich repräsentiert dabei ein Element. Diese Art der Darstellung erleichtert die Unterteilung in interne sowie externe Faktoren. Ebenso werden die positiven sowie negativen Erkenntnisse übersichtlich dargestellt.

Vorteile der SWOT Analyse

Eine SWOT-Analyse hilft dir dabei, Schwachstellen innerhalb eines Unternehmens zu identifizieren und zu verstehen. Obwohl sie keinen Lösungsweg vorgibt, spart sie auf lange Sicht viel Zeit und Ressourcen. Der Hauptvorteil bei der Durchführung einer SWOT-Analyse besteht darin, dass sie wenig bis keine Kosten verursacht.

Jeder, der in der Lage ist einen objektiven Blick zu wahren, kann eine SWOT-Analyse durchführen, um komplexe Situation anzugehen. Denn Du konzentrierst Dich nur auf die wichtigsten Faktoren, die Dein Projekt beeinflussen könnten.

Die SWOT Analyse unterstützt Dich in den folgenden Punkten:

  • Wettbewerb besser verstehen
  • Schwächen identifizieren
  • Risiken erkennen
  • Chancen nutzen
  • Stärken ausbauen
  • Entscheidungshilfe
  • Konkurrenzanalyse durchführen
  • Handlungsempfehlungen erstellen

Der SWOT-Analyse-Prozess

Der Begriff SWOT steht für die jeweiligen Stärken und Schwächen sowie den zugrundeliegenden Chancen und Risiken. Doch was bedeutet das?

Stärken

Schwächen

Chancen

Risiken

Stärken

Die Stärken sind die Kernkompetenzen Deines Unternehmens. Hier gilt es zu überlegen, was besonders gut läuft. Welche Vorteile hat das Unternehmen gegenüber Konkurrenten. Das können Unternehmenswerte sein, einzigartige Ressourcen oder ein Alleinstellungsmerkmal. Es können zum Beispiel auch eine kreative Marketingabteilung oder ein hervorragender Lead Funnel sein. Diese Bereiche sind Deine Erfolgsfaktoren und verschaffen Dir einen Wettbewerbsvorteil.

Wechsle aber auch die Perspektive und überlege, was Deine Konkurrenten als Deine Stärken sehen könnten. Welche Faktoren schätzen Kunden an dem Unternehmen? Die Identifizierung dieser Stärken stellen sicher, dass Dein Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil behält. Das heißt, Du musst Wege finden, diese Stärken zu nutzen und weiterhin darauf aufbauen.

Beachte, dass ein Aspekt nur dann eine Stärke ist, wenn er einen klaren Vorteil bringt. Wenn beispielsweise alle am Markt qualitativ hochwertige Produkte anbieten, ist ein qualitativ hochwertiger Produktionsprozess keine Stärke, sondern eine Notwendigkeit. Unter Stärken solltest Du nur die klaren Vorteile gegenüber den Mitbewerbern auflisten.

Schwächen

Jetzt ist es an der Zeit, die Schwächen des Unternehmens aufzudecken. Schwächen sind die Merkmale, die Dein Unternehmen gegenüber Mitbewerbern benachteiligen. Eine SWOT-Analyse ist nur dann wertvoll, wenn Du alle Informationen sammelst, die das Unternehmen ausbremsen. Dabei solltest Du sehr selbstkritisch sein und Dich den teils unangenehmen Wahrheiten stellen.

Denn es nutzt nichts, Schwächen zu ignorieren, wenn sie den Unternehmenserfolg gefährden. Konzentriere Dich deshalb auf organisatorische Schwachstellen wie Fachkräftemangel und finanzielle oder budgetäre Einschränkungen. Werden Ressourcen effizient genutzt? Hinterfrage eingesetzte Systeme und Verfahren auf Verbesserungspotential und darauf, welche Praktiken es zu vermeiden gilt.

Wie sehen andere Personen das Unternehmen? Gibt es Schwächen, die einer Betriebsblindheit zugrunde liegen? Nimm dir genügend Zeit, um zu hinterfragen, was Mitbewerber in bestimmten Bereichen besser machen. Nur wenn Du ehrlich zu dir selbst bist, kannst Du die Schwächen realistisch einschätzen und angemessen damit umgehen.

So kann beispielsweise das Fehlen eines klar definierten Alleinstellungsmerkmals in einem stark umkämpften Markt eine klare Schwäche darstellen.

Chancen

Chancen entstehen in der Regel aus Begebenheiten außerhalb des Unternehmens. Um sie zu erkennen, erfordert es ein Auge für den Markt und dessen Zukunftsaussichten. Sie können sich aus Verbrauchertrends, Marktveränderungen oder der Einführung neuer Technologie ergeben. Wenn Du Chancen erkennst und diese zu nutzen weißt, verschaffst Du Dir automatisch einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern. Dadurch steigerst Du vielleicht sogar den Marktanteil des Unternehmens.

Chancen müssen nicht unbedingt „Gamechanger“ sein. Schon kleine Vorteile können die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Beobachte daher den Markt und identifiziere interessante Trends, die einen Einfluss haben könnten. Nutze diesen klaren Vorsprung, bevor es Deine Mitbewerber machen.

Achte dabei auch auf Änderungen in Bezug auf politische und rechtliche Reglementierungen. Veränderungen in sozialen Mustern und Lebensstilen können ebenso interessante Möglichkeiten bieten. Kurz gesagt, dieses Element einer SWOT-Analyse deckt alles ab, was Du verändern kannst, um als Unternehmen zu wachsen und Erfolge voranzutreiben.

Risiken

Risiken umfassen alles, was sich von außen negativ auf die Erfolgs- oder Wachstumswahrscheinlichkeit auswirken kann. Dazu zählen veränderte Marktanforderungen, aufstrebende Mitbewerber oder Änderungen des Regulierungsrechts. Es ist wichtig, Gefahren zu antizipieren und gegen sie vorzugehen, bevor sie sich bemerkbar machen und alles zum Stillstand kommt.

Hinterfrage Abläufe, möglicherweise stellst Du Risiken in Qualitätsstandards oder anderen Spezifikationen fest, die Du sofort anpassen musst. Die sich weiterentwickelnde Technologie ist ein allgegenwärtiger Risiko-Faktor und eine Chance zugleich.

Wirf einen Blick auf Deine Konkurrenten und schau, wie diese mit den Herausforderungen und Gefahren auf dem Markt umgehen. Aber vermeide es, sie zu kopieren, ohne zu wissen, wie es Deine Position verbessern könnte. Denn deren Weg ist nicht zwangsläufig der Richtige.

Es ist wichtig, alle eruierten Risiken wachsam im Auge zu behalten, denn sie könnten ernsthaften Schaden anrichten.

intern-extern

Die Unterteilung in interne vs. externe Faktoren

Typischerweise werden die Stärken und Schwächen als interne Faktoren betrachtet, da diese größtenteils unter der eigenen Kontrolle stehen. Die fehlende Präsenz in einem beliebten Kanal der Zielgruppe beispielsweise wird als Schwäche eingestuft. Da eine Verbesserung in der eigenen Verantwortung liegt, gilt es als interner Faktor.

Ein aufstrebender Konkurrent, der als Risiko eingestuft wird, gilt hingegen als ein externer Faktor. Hier sind Dir wahrscheinlich die Hände gebunden. Du kannst zwar dagegen vorgehen, letztendlich obliegt es jedoch nicht Deinem Kontrollbereich. Aus diesem Grund ergibt es Sinn, die SWOT-Analysen in eine Intern-Extern-Matrix aufzuteilen. Die Unterkategorisierung der vier Hauptelemente stellt somit bildlich dar, welche Faktoren im Kontrollbereich liegen und welche nur bedingt steuerbar sind.

Das kann hilfreich sein, um den nächsten Schritt zu bestimmen. Vorausgesetzt, der Grad der Kontrolle reicht aus, um auf ein bestimmtes Problem oder eine gegebene externe Auswirkung zu reagieren.

So führst du Deine eigene SWOT-Analyse durch

Wie bei anderen Marketing- und Vertriebs-Argumentationsketten gibt es auch hier mehrere Möglichkeiten, um an die SWOT-Analyse heranzugehen. Doch zunächst solltest Du einige Fragen ableiten, um die Stärken Deines Unternehmens zu ermitteln.

Wenn Du diese ehrlich beantwortest, bist Du in der Lage, Deine Stärken zu identifizieren und kannst diese leicht auflisten:

  • Was können wir besonders gut?
  • Welches Alleinstellungsmerkmal (USP) haben wir?
  • Was machen wir besser als die Mitbewerber?
  • Was sind unsere positivsten Marken-Eigenschaften?
  • Haben wir besondere Ressourcen?
  • Was schätzen Kunden an unserem Unternehmen?

Nach dem gleichen Prinzip ermittelst Du anschließend die Schwächen deines Unternehmens:

  • Was sind unsere negativsten Eigenschaften?
  • Was kritisieren unsere Kunden?
  • Welche Maßnahme kostet unverhältnismäßig viel Geld?
  • Wo gibt es Verbesserungspotential?
  • Welche Vorteile haben unsere Mitbewerber?
  • Wo hinken wir hinterher?
  • Treten größere Barrieren im aktuellen Marketing-Funnel auf?

Die Ermittlung der Stärken und Schwächen ist meist einfacher und weniger zeitaufwändig als die Gegenüberstellung der Chancen und Risiken. Das liegt daran, dass es größtenteils interne Faktoren sind. Externe Faktoren hingegen erfordern mehr Aufwand, da sie in der Regel außerhalb des Einflussbereichs liegen.

Um Chancen und Risiken zu identifizieren, musst Du möglicherweise eine eingehende Analyse der Wettbewerbssituation durchführen. Es ist durchaus von Vorteil, umfassendere wirtschaftliche oder geschäftliche Trends zu untersuchen, die sich auf den Markt und Dein Unternehmen auswirken könnten. Das heißt jedoch nicht, dass Chancen und Risiken nicht auch intern auftreten. So kannst Du einige Chancen und Risiken bereits bei der Identifizierung der Stärken und Schwächen Deines Unternehmens ausfindig machen.

Um potentielle Chancen zu identifizieren, solltest Du Dir folgende Fragen stellen:

  • Wie können wir unsere Lead-Generierung optimieren?
  • Gibt es neue Zielgruppen, die wir noch nicht bedienen?
  • Welche Art von Botschaft kommt bei unseren Kunden an?
  • Gibt es Budgets oder Ressourcen, die wir nicht effizient ausschöpfen?
  • Wo müssen wir Kunden- und/oder Support-Prozesse verbessern?
  • Gibt es neue Technologien, die uns unterstützen könnten?
  • Wie können wir unsere Stammkunden weiter binden?

Doch jetzt wird es etwas schwieriger. Wenn es um die Risiken geht, ist es nicht so einfach diese mit Standardfragen zu beantworten. Selbst, wenn manche potentielle Gefahren für das Unternehmen auf der Hand liegen.

Das können beispielsweise folgenden Ursachen sein:

  • Welche äußeren Bedingungen beeinträchtigen unseren Fortschritt?
  • Was machen Mitbewerber anders/besser?
  • Gibt es Veränderungen im Marktsegment?
  • Welche politischen Entscheidungen haben Einfluss auf das Unternehmen?
  • Haben sich regulatorische Rahmenbedingungen geändert?
  • Sind aufstrebende neue Konkurrenten auf dem Markt?

Zudem gibt es auch externe Risiken, die einen politischen oder ökonomischen Hintergrund haben. Diese können das Wachstum bedrohen oder sogar behindern. Genau aus diesem Grund beziehen große Unternehmen eine weitere Umfeldanalyse der externen Faktoren mit ein:

Darum lohnt es sich, eine STEP-Analyse miteinzubeziehen

Das Einbinden von externen Einflussfaktoren bei einer typischen SWOT-Analyse kann schnell ausarten. Doch Risiken wie Regulierungs-Richtlinien und Marktschwankungen müssen in jeder SWOT-Analyse berücksichtigt werden. Trotz ihrer hohen Bedeutung sind derartig gefährliche Risiken subtil, da sie von unterschiedlichen Ursachen gesteuert werden. Daher führen einige Unternehmen parallel eine STEP-Analyse durch, um nach dem Grad der Beeinträchtigung zu bewerten.

Diese Art der Umweltanalyse funktioniert ähnlich wie eine SWOT-Analyse, nur werden hier die externen Faktoren in vier Gruppen unterteilt:

  • soziokulturelle
  • technologische
  • ökonomische
  • politisch-rechtliche
STEP-Analyse

Der Hauptgrund, warum große Unternehmen eine derartige Umweltanalyse miteinbeziehen ist, dass hier einige Einflussfaktoren durchaus für die Chancen und Risiken der SWOT-Analyse relevant sind. So stellen zum Beispiel die politischen und ökonomischen Turbulenzen, die wir in den letzten Jahren erleben, für viele Unternehmen ernsthafte Risiken dar. Es können sich aber durchaus auch Chancen für neue Wege bieten.

Die Erkenntnisse einer STEP-Analyse sind in der Regel viel komplizierter umzusetzen als die einer SWOT-Analyse. Das liegt an den komplexeren Faktoren und den in der Regel längeren Zeitrahmen. Denn, es ist einfacher, interne Risiken zu überwinden, als abzuwarten, ob die Wirtschaft anzieht.

Aus diesem Grund wird die SWOT-Analyse für unmittelbare und potentiell umsetzbare Meilensteine einer Roadmap genutzt. Während das STEP-Verfahren als Umweltanalyse wertvolle Erkenntnisse liefert, wenn es um die Ableitung längerfristiger Pläne und Strategieentwicklungen geht.

KMU-Lupe

Sollten kleine Unternehmen eine SWOT-Analyse durchführen?

Obwohl der Aufwand einer SWOT-Analyse schnell ins Unermessliche geht, ist sie auch für kleinere Unternehmen praktikabel. Die Erstellung einer SWOT-Analyse ist zwar mit einem Ressourcenaufwand verbunden, bietet aber viele Erkenntnisse und Vorteile, etwa einen objektiven Einblick in die Funktionsweise des Unternehmens.

Leider passiert es viel zu oft, dass man sich im Unternehmensumfeld in der eigenen Betriebsblindheit verliert. Die Durchführung einer SWOT-Analyse ermöglicht es, das Ganze aus einer Art Vogelperspektive zu betrachten.

Die SWOT Analyse hilft Dir also zu einer besseren Selbstwahrnehmung und dient als Entscheidungshelfer. Mit ihrer Unterstützung kannst Du zum Beispiel potentielle Stärken und Schwächen der Marketingstrategie oder eines anderen Projekts bewerten. So erkennst Du in der SWOT-Matrix auf einen Blick die Erfolgsfaktoren und an welchen Stellen noch Verbesserungspotential besteht.

Ebenso kannst Du die Chancen aber auch Risiken, die dem Unternehmen bevorstehen, übersichtlich aufschlüsseln. Mit der Durchführung einer SWOT-Analyse werden diese Einflussfaktoren nicht nur identifiziert, sondern Du kannst daraus Handlungsempfehlungen für die Entwicklung einer Unternehmens-Roadmap ziehen. Das ist ein enormer Vorteil bei der Planung des Marketingbudgets, der Ermittlung des Personalbedarfs und anderen mittel- bis langfristigen strategischen Planungen.

Tipps für eine erfolgreiche SWOT-Analyse

Bevor Du eine SWOT-Analyse durchführst, solltest Du das Ziel kennen. Es ergibt keinen Sinn, das komplette Unternehmen mit nur einer SWOT-Analyse zu durchleuchten. Vielmehr solltest Du hier für jeden Bereich eine separate Untersuchung starten.

Diese Tipps helfen dir bei der erfolgreichen Umsetzung:

  • Wirf einen kritischen Blick auf den Markt und Deine Konkurrenten
  • Beziehe alle potentiellen Risiken mit ein
  • Erstelle Umfragen bei Mitarbeitern, Partnern und Kunden
  • Wende die Analyse nur auf einen vordefinierten Unternehmensbereich an
  • Welche ungenutzten Ressourcen stehen zur Verfügung
  • Priorisierung der Ergebnisse nach den wichtigsten Faktoren
  • Halte die SWOT-Matrix so kurz und einfach wie möglich
  • Entwickle eine Strategie zur Problemlösung

Die SWOT-Analyse in einem Beispiel

Um zu veranschaulichen, wie eine SWOT-Analyse funktioniert, nehmen wir als Beispiel einen familiengeführten Elektro-Fachhandel-Betrieb.

Beispielmatrix für die SWOT-Analyse:

KMU-SWOT

Stärken

  • Mitarbeiter mit fundierten Kenntnissen
  • Hervorragender Standort
  • Gute Kundenbeziehung
  • Hochwertige Markengeräte

Schwächen

  • Höhere Preise als Elektro-Fachhandelsketten
  • Ein Standort, somit begrenzte Reichweite
  • Kleines Marketingbudget
  • Keine Online-Präsenz

Chancen

  • Wachsendes Interesse an Unterstützung des lokalen Handels
  • Einkaufsgemeinschaft mit regionalen Elektrohändlern
  • Loyale Kunden
  • Wachstumspotential über Online-Shop und Amazon Seller Center

Risiken

  • Intensivierung des Wettbewerbs mit etablierten Elektronik-Ketten
  • Unsicheres wirtschaftliches Umfeld
  • Aufwand für Online-Angebote
  • Geringere Margen

Mithilfe der Matrix-Darstellung können wir die verschiedenen Elemente schnell und übersichtlich darstellen. So sehen wir, dass eine hervorragende Lage, ein guter Ruf und das Angebot von Markengeräten, die Stärken in unserem Beispiel-Unternehmen sind. Ebenso stellen wir fest, dass eine verschärfte Wettbewerbssituation durch Fachhandels-Ketten und die hohen Beschaffungskosten große Schwachstellen des fiktiven Händlers darstellen.

So setzt Du die Erkenntnisse einer SWOT Analyse um

Nachdem wir nun die internen Stärken und Schwächen sowie die externen Risiken und Chancen gegenübergestellt haben, geht es jetzt in zwei Aktionsstufen darum, die SWOT-Analyse zum Abschluss zu bringen. Zunächst gilt es die Stärken auszubauen und die erkannten Chancen zu nutzen, um einen möglichen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Anschließend solltest Du überlegen, wie Du die identifizierten Risiken überwinden kannst.

In unserem Beispiel sind der Standort, der gut ausgebildete Service und das Angebot von Markengeräten die Stärken des Elektroladen. Daher ergibt es Sinn, weiterhin mit hochwertigen Geräten zu handeln. Ebenso sollte die Beziehungen zu den Stammkunden, die den guten Ruf des Unternehmens schätzen, weiter gestärkt und gepflegt werden.

Das Beste an den identifizierten Stärken ist, dass diese bereits umgesetzt werden. Denn, im Wesentlichen besteht das Handeln nach den Stärken darin, mehr von dem zu tun, was das Unternehmen bereits gut kann.

Nun geht es darum, die identifizierten Schwächen zu überwinden. Das entpuppt sich als etwas schwieriger, nicht zuletzt, weil die Verantwortlichen ehrlich zu sich selbst sein müssen.

Um auf unser Beispiel zurückzukommen: Für kleinere Unternehmen kann es zum Beispiel sehr schwierig sein, sich gegen die beträchtlichen Preisangebote konkurrierender Handelsketten zu behaupten. Zudem kämpft unser Elektro-Fachhandel mit einer begrenzten Reichweite, einem bescheidenen Werbebudget und schöpft das Potential eines Onlineabsatzes noch nicht aus.

Deswegen ist jedoch noch lange nicht jede Hoffnung verloren. Es mag zwar für unser mittelständisches Unternehmen schwieriger sein, mit großen Handelsketten zu konkurrieren, doch es gibt viele Möglichkeiten, wie kleine Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben können.

Mit etwas, das Elektronik-Handelsketten bekanntermaßen einfach nicht bieten können: Kundenbindung und persönlichen Service.

Nutze potentielle Chancen

Der Abschnitt „Chancen“ ist der am leichtesten umsetzbare. Nachdem wir die Stärken bewertet haben, erhalten wir wie von selbst eine vorgefertigte Liste an Chancen. Diese muss nur noch priorisiert und angegangen werden. In unserem Beispiel ist das ansteigende Kundenverhalten vermehrt lokal zu kaufen sowie die persönliche Beratung eine große sich bietende Chance.

Unser Unternehmen kann sich jedoch nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen – es gibt noch viel zu tun. In unserem Beispiel bedeutet dies, in technisches Know-how zu investieren, um die Möglichkeiten einer Online-Präsenz zu nutzen. Eine weitere Möglichkeit wäre, in einer Einkaufsgemeinschaft mit anderen Unternehmen die Produkte aggressiver zu beschaffen, um somit Kosten zu senken.

Es ist sehr wichtig, die Realität zu wahren und Selbstgefälligkeit bei einer Chancen-Analyse zu vermeiden. Selbst wenn gegenüber anderen Unternehmen ein großer Vorteil besteht, kann dieser im Laufe der Zeit immer geringer werden. Darum solltest Du genügend Zeit, Geld und Personal aufwenden, um diesen Vorteil aufrechtzuerhalten.

Die Chancen sind bei jedem Unternehmen anders. Umso wichtiger ist es, einen klar definierten Fahrplan zu erstellen, um die erkannten Chancen auch zu nutzen – intern wie extern.

4-Schritte SWOT-Analyse

Entwickle eine Strategie, um Risiken anzugehen

Die identifizierten Risiken anzugehen und abzuschwächen, kann zu einem schwierigen Unterfangen werden. Vor allem, weil Risiken, wie bereits erwähnt, als externe Faktoren gelten. Du kannst also nur das in Deiner Macht Stehende tun, um den potentiellen Schaden dieser Einflussfaktoren zu mindern.

Denn, jedes Risiko sowie die angemessene Reaktion auf diese ist anders. Ganz gleich, welche spezifischen Risiken Du in Deiner SWOT-Analyse identifizierst, die Überwachung aller Risiken sollte zur obersten Priorität gehören. Unabhängig davon, wie viel Kontrolle Du über diese hast.

In unserem Beispiel sind drei Risiken besonders herausfordernd. Um mit den Angeboten seiner Konkurrenten einigermaßen mitzuhalten, könnte unser Fachhändler Kompromisse bei seinen Werten eingehen. So könnte er zusätzlich billigere „No-Name Ware“ anbieten oder bereitwillig seine Gewinnmargen reduzieren, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Ebenso lässt sich die wirtschaftliche Unsicherheit praktisch nicht vollständig abmildern. Das macht sie zu einer anhaltenden Bedrohung für die Stabilität unseres Beispiel-Handels.

Manchmal kann es zu Überschneidungen bei den Chancen und Risiken kommen. In der obigen Analyse haben wir beispielsweise die hochwertige Markenware als Chance und einen verschärften Wettbewerb als Risiko identifiziert. Die Gründung einer Einkaufsgemeinschaft mit anderen kleinen Elektrohändlern kann eine Stärkung für die Gemeinschaft und die regionale Wirtschaft bedeuten.

Das wäre zudem eine wirksame Möglichkeit, um größere Rabatte von den Herstellern zu erhalten. So könnte das Unternehmen die hohen Einkaufskosten reduzieren und dem Risiko, durch die immer aggressiver werdenden Elektromarkt-Ketten, entgegenwirken.

Bei der Zusammenstellung der Ergebnisse der SWOT-Analyse solltest Du unbedingt auf solche Überschneidungen achten. Prüfe, ob sich Möglichkeiten bieten, eine Chance zu ergreifen und gleichzeitig ein Risiko zu reduzieren.

Verwechsle die SWOT-Analyse nicht mit Strategie-Planung

Wie Du siehst, ist die SWOT-Analyse ein hervorragender Ansatz fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen. Es ist sehr hilfreich, wenn alle Beteiligten die Ausgangsposition verstehen, um Ideen für die Umsetzung zu sammeln. Besonders die Bereiche Marketing und Vertrieb können auf diese Weise einzelne Segmente ableiten und diese bei der Entwicklung einer Unternehmensstrategie miteinbeziehen, anstatt Ihre Bemühungen zu verschwenden und unerwartet von einem Mitbewerber überrollt zu werden.

Doch Vorsicht, obwohl die SWOT-Analyse ein hilfreiches und nützliches Planungswerkzeug ist, hat es seine Grenzen. Sie liefert keine Antworten, vielmehr bietet sie eine Handlungsempfehlung, um erfolgversprechende Maßnahmen abzuleiten. Die SWOT-Analyse ist also nur eine von vielen zu berücksichtigenden Planungs-Praktiken.

Selbst wenn Du Ziele und Maßnahmen eruiert hast, bist Du weit davon entfernt, einen strategischen Geschäftsplan in den Händen zu halten. Denn nicht jeder der in der Matrix aufgeführten Punkte sollte gleich priorisiert werden, da die SWOT-Analyse keine Gewichtung der Faktoren berücksichtigt.

Somit ist eine weitere Unternehmensanalyse mit anderen Planungstechniken erforderlich. Die SWOT-Analyse bietet lediglich eine Roadmap zur Strategieentwicklung. So kannst Du die Erkenntnisse als Teil Deiner Meilensteine nutzen, um dann eine konkrete Grundlage zu erlangen, nach der Du Deine strategischen Pläne ausrichtest.

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