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Pinterest SEO – Suchmaschinenoptimierung für Deine Pins

Pinterest SEO – Suchmaschinenoptimierung für Deine Pins

Lesezeit: 11 Min | Autor: Romy Mlinzk

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Pinterest ist eine der spannendsten und schnell wachsensten Plattformen im Social-Media-Bereich – oft unterschätzt, aber perfekt für die Ideen- und Inspirationsfindung. Doch gerade für die Websites und Onlineshops von KMUs kann es als weitere Trafficquelle vielversprechend sein – vorausgesetzt, die Nutzer der Plattform bekommen die entsprechenden Pins zu sehen. Daher ist eine Suchmaschinenoptimierung auch für Pinterest unabdingbar.

Monthly Active Users auf Pinterest (bis Q1/2020)

Monthly Active Users auf Pinterest (bis Q1/2020)

Warum Du Pinterest nicht ignorieren solltest

Dabei ist Pinterest nicht als herkömmliches Social Network zu verstehen. Es geht zwar wie bei Instagram vordergründig um Bilder, doch dahinter verbirgt sich weit mehr. Denn hinter jedem Bild, hinter jedem Pin kann ein individueller Link stehen, der den Nutzer auf Deine Website, Deinen Blog oder auf einen Artikel in Deinem Onlineshop führt. Im Grunde haben wir es bei Pinterest mit einer Bildersuchmaschine zu tun. Wie bei anderen gängigen Suchmaschinen kann auch auf Pinterest mit einer Suchmaschinenoptimierung der Algorithmus (sog. „Smart Feed“) beeinflusst werden, um das „Ranking“ zu verbessern – Pinterest SEO (Search Engine Optimization – Suchmaschinenoptimierung auf Pinterest).

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Mittlerweile besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Sichtbarkeit für Pins mit Pinterest Ads zu erreichen. Doch auch organisch kann Deine Reichweite gesteigert werden. Die wichtigsten Kriterien sind dabei die Qualität der Website sowie der Pins, die Qualität des eigenen Pinnverhaltens sowie Relevanz für den Nutzer. Werden diese stetig verbessert und optimiert, stehen die Chancen nicht schlecht, den Traffic auf die eigene Website, Blog oder Onlineshop via Pinterest zu steigern.

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Doch schon an den Kriterien wird deutlich, dass eine Optimierung für Pinterest auch immer einhergehen sollte mit einer Optimierung der eigenen Website, Blogs oder Onlineshops. Die Grundlagen für SEO helfen Dir dabei auch bei Pinterest weiter. Betrachtest Du aber Pinterest isoliert und missachtest, was auf Deiner Seite nach dem Klick aus Pinterest passiert, kann das auch Folgen für das Ranking auf der Plattform haben. Hohe Bouncerates, also ein direkter Absprung innerhalb kurzer Zeit, zeigt auch der Plattform, dass der Inhalt nach dem Klick auf den Pin nicht die Nutzererwartungen erfüllt und Deine Reichweite auf Pinterest sinkt.

Es dreht sich also auch bei Pinterest ähnlich wie bei Google & Co. um hochwertigen, am Nutzer orientierten Inhalt – Qualität vor Quantität. So kannst Du auch mit einer frischen Website bei populären Keywords punkten und eine Reihe Interessenten erreichen. Dennoch zahlt sich aber eine gewisse Regelmäßigkeit an frischem Content aus. Lädst Du regelmäßig neue und hochwertige Inhalte auf Pinterest hoch, wird sich das langfristig auf Deine Reichweite und somit Deinen Traffic auswirken.

Schritt 1: Mach Deinen Pinterest Account startklar für SEO

Doch schaffen wir erst einmal die Grundlagen für Deinen Erfolg. Die besten und vor allem nachvollziehbaren Ergebnisse erhältst Du mit einem Pinterest Unternehmenskonto. Du kannst dazu ein privates Konto in ein Unternehmenskonto umwandeln oder ein neues Konto erstellen. Damit erhältst Du Zugriff auf diverse Unternehmensfunktionen, die auch beim Branding helfen, sowie auf Tools wie Analytics, um den Erfolg Deiner SEO-Maßnahmen nachzuvollziehen. Auch für das Rechtliche ist vorgesorgt und ein Impressumslink kann im Unternehmenskonto hinterlegt werden.

Sobald Dein Unternehmenskonto angelegt ist, solltest Du Deine Website verifizieren. Dazu erhältst Du einen Meta-Tag (alternativ: HTML-Code), einen Code-Schnipsel, den Du im Header Deiner Website hinterlegst. Aber auch andere Profile und Seiten wie Instagram, YouTube, Etsy oder Shopify können verifiziert werden und zum Branding beitragen. Pinterest stellt damit sicher, dass Dein Logo oder Profilbild sowie Dein Name an jedem Pin auftaucht – unabhängig davon, ob Du ihn erstellt hast oder ein anderer Nutzer ihn von dem entsprechenden Profil oder Seite an seine Pinnwände gepinnt hat.

Ein weiterer vorbereitender Schritt für Deinen Erfolg auf Pinterest ist die Nutzung von sogenannten Rich Pins. Dieser weitere Meta-Tag, der in die Website eingebaut werden kann, ermöglicht mehr Informationen an Deinem Pin direkt von Deiner Website. Diese Daten werden automatisch aktualisiert, solltest Du Änderungen auf der entsprechenden Webseite, zu der der Pin führt, vornehmen.

Aktuell stellt Pinterest drei verschiedene Rich Pins zur Verfügung: für Produkte, Artikel/Blogposts und für Rezepte. Für einen Onlineshop ist der Rich Pin für Produkte am interessantesten, da somit der Preis, die Verfügbarkeit und weitere Produktinformationen direkt am Pin erscheinen. Rich Pins müssen einmalig beantragt werden und werden nach etwa 24 Stunden freigeschaltet.

Bsp. Für einen Rezept Rich Pin

Bsp. Für einen Rezept Rich Pin

Es wird daran wieder deutlich, wie eine gute Vorarbeit auf der eigenen Website auch zum Erfolg auf Pinterest und somit zu höherer Reichweite und Traffic beitragen kann.

Schritt 2: Keyword-Recherche auf Pinterest

Die perfekte Vorarbeit ist natürlich, wenn Dir schon eine umfangreiche Keyword-Liste für Deine Website vorliegt. Diese Liste, die Dir schon bei Deinen SEO-Maßnahmen hilft, bringt Dich auch Pinterest nach vorne, denn auch hier sind Keywords enorm wichtig. Auch wenn das Nutzererlebnis enorm wichtig ist und Du zuerst an den Leser beim Schreiben von Texten, sowie beim Gestalten von Fotos und Pins denken solltest, Keywords sind wie die geheime Soße im SEO, die Dir hilft, von anderen gefunden zu werden. Die richtigen Wörter an der richtigen Stelle verhelfen so zum richtigen Pin an der richtigen Stelle.

Auch wenn eine Keyword-Liste existiert, kann eine Recherche auf Pinterest noch einmal einen Schub geben. Nutze dafür die interne Suche und gib Dein Wort oder Deine Phrase ein. Wenn Du noch nicht „Enter“ drückst, erscheint ähnlich wie in anderen Suchmaschinen, eine Auto-Vervollständigung mit ersten Suchvorschlägen für Longtail Keywords. Dies gibt Dir erste Hinweise darauf, wonach noch gesucht wird bzw. welche Suchbegriffe bisher mit Deinem Keyword verwendet oder welche Suchanfragen generell gestellt wurden.

Mit dem Abschicken Deiner Suchanfrage mittels „Enter“ erscheinen im besten Fall farbige Boxen unterhalb der Navigation und des Suchfeldes. Die in den Boxen aufgelisteten Wörter und Phrasen sind die populärsten Suchbegriffe in Kombination mit Deinem Suchbegriff, wobei links das mit dem höchsten Suchvolumen steht und dies nach rechts abnimmt. Hole Dir hier neue Inspiration speziell für Pinterest und erfasse die Suchvorschläge und Kombinationen am Besten in einer separaten Keywordliste, die Du regelmäßig erweitern kannst. Überprüfe aber auch, ob die Pins bei den Keywords auch dazu passen und ob Du unter diesem Suchbegriff mit Deinen Inhalten gefunden werden willst.

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Synonyme und Variationen von Keywords sind empfehlenswert, doch betreibe kein Keyword-Stuffing! Was bei Google und Co. im SEO-Bereich schon lange verpönt ist, wird auch auf Pinterest keinen Erfolg bringen.

Schritt 3: Verbessere Dein Pinterest-Profil

Um Dein Profil weiter nach vorne zu pushen, benutze die Keywörter für Dein Unternehmen, Deine Website oder Deinen Shop auch in Deinem Pinterestprofil. Nicht nur in der Profilbeschreibung, sondern auch im Accountnamen.

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Fokussiere Dich auf einen beschreibenden Text mit den besten Keywords, für die Du gefunden werden möchtest und die Dein Business und Dich beschreiben. Überprüfe die Beschreibung am besten auch regelmäßig, denn Dein Business entwickelt sich hoffentlich weiter und das solltest Du auch auf Pinterest berücksichtigen. Denn der erste Eindruck zählt. In den 160 Zeichen der Profilbeschreibung kannst Du kurz und knackig zeigen, wer Du bist, was Du machst, wo Deine Schwerpunkte liegen und wie Du den potentiellen Followern mit Deinen Pinnwänden und Pins Mehrwert bieten kannst, so dass sie den roten „Folgen“-Button klicken. Wecke das Interesse bei Deiner potentiellen Zielgruppe, aber übertreibe nicht.

Leider sind die in der Profilbeschreibung hinterlegten Links nicht klickbar. In meinem Beispiel wurde dies auch nicht berücksichtigt. Wenn es unbedingt ein Link sein muss, dann nutze einen sprechenden Link, den sich ein Nutzer leicht merken kann.

Schritt 4: Mit Deinem SEO-Wissen Pinnwände auf Pinterest anlegen

Ein weiterer Punkt, an dem Du optimieren und Keywords nutzen kannst, sind die Titel und die Beschreibungen der Pinnwände (Boards). Eindeutige Bezeichnungen und Keywords und eine sinnvolle Beschreibung bieten hier eine weitere Möglichkeit, Dein Profil im Pinterest-Ranking zu pushen. Halte dabei die Pinnwände spezifisch. Nutze auf jeden Fall die 500 Zeichen der Beschreibung, um den Nutzern, die auch nur einer Pinnwand von Dir folgen können, von Deiner Pinnwand zu überzeugen. Warum sollte derjenige/diejenige dieser Pinnwand folgen? Welche Pins erwarten den Nutzer? Keyword-Stuffing ist aber auch hier nicht erfolgversprechend.

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Wähle dazu noch die passende Kategorie für die Pinnwand aus, damit Pinterest die gepinnten Inhalte besser zuordnen und kategorisieren kann.

Schritt 5: Gestalte den idealen SEO-optimierten Pin

Der perfekte Pin zieht sich Informationen über die Rich Pin-Funktionen, zumeist aus der Meta-Beschreibung des verlinkten Artikels. Daher fängt die Optimierung für den Pin schon beim Artikel an. Hinterlege das passende Keyword für den Beitrag bereits in dessen SEO-Titel und in der Meta-Beschreibung (bei WordPress z.B. mittels SEO-Plugin wie Yoast oder Rank Math).

Dann gestalte Deinen Pin in Deinem Pin-Design. Ein einfaches Bild kann funktionieren, doch Pinterest empfiehlt einen „aufbereiteten“ Pin, sprich ein Bild, eine Collage oder ein Design mit einem Text-Overlay – am besten mit Wiedererkennungswert, Logo oder URL, hochwertigen Fotos und hochkant im 2:3-Format (mind. 600×900 px, besser 1.000×1.500 px).

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Beim Hochladen Deines Pins, bei dem Du auch die URL des Beitrags hinterlegst, kannst Du zusätzlich eine aussagekräftige Pin-Beschreibung hinzufügen. Komm dabei in wenigen Worten auf den Punkt, verwende starke Wörter und formuliere aktiv, aber gib dem Pin genügend Informationen mit entsprechenden Keywords mit. Der Nutzer entscheidet sich in seinem Homefeed, in dem relevante Inhalte für ihn/sie zur Verfügung gestellt werden, in wenigen Augenblicken für oder gegen einen Pin. Überzeugt das Design und die Beschreibung, dann wird der Pin gepinnt und geklickt, erhält somit Reichweite und generiert Traffic für Dich.

Schritt 6: Hashtags in der Pin-Beschreibung verwenden

Ab August 2020 hat sich Pinterest leider dazu entschlossen, Hashtags auf Pinterest erneut ohne echte Funktion zu versehen. Hashtags hätten sich laut der Plattform nie wirklich durchgesetzt. Seitdem sind diese zwar noch anklickbar, aber zeigen dann nicht mehr die neuesten Pins. Sowohl beim Klick als auch in der Suche nach einem Hashtag werden analog der normalen Suche die relevantesten Pins zuerst angezeigt.

Schritt 7: Strategisch Pinnen – Pinnwände sinnvoll bespielen

Je besser Dein Pin mit seinem Keyword zu einer Pinnwand passt, desto besser. Pinne Deinen Pin also am besten immer zuerst auf die relevantesten und spezifischsten Pinnwände. Die Pinnwände sollten im Idealfall das passende Keyword zum Pin auch im Namen und in der Beschreibung tragen. Pinne also von spezifisch zu generisch. Mit der ersten Pinnwand, auf dem der Pin landet, gibst Du Pinterest und dem „Smart Feed“ (Algorithmus) einen Hinweis auf den Kontext Deines neuen Pins und hilfst, ihn an die passenden Nutzer auszuspielen.

Schritt 8: Bereite Deine Website für andere Pinner auf

Du hast aktive Leser, die auch auf Pinterest aktiv sind? Dann hilf schon auf Deiner Website mit wenigen Kniffen, Deinen Content Pinterest-optimiert bereitzustellen. So kannst Du sicherstellen, dass auch die Bilder und Texte mit Deinen Keywords und Hashtags geteilt werden, wie Du Dir das wünschst.

Da es sich bei Pinterest um eine visuelle Suchmaschine handelt, liegt es nahe, die Bilder im Alt-Text zu benennen. Doch da liegt der Hund begraben! Der Alt-Text soll zusätzliche Informationen zum Bild liefern, eine Beschreibung, damit Suchmaschinen das Bild interpretieren und Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen eine Beschreibung vorgelesen bekommen können. Bei Pinterest hingegen geht es um die Beschreibung des Inhalts hinter dem Pin. Ein guter Alt-Text mit sinnvollen Keywords hilft also, in der Bildersuche von Google besser gefunden zu werden. Ist aber dann wenig zielführend für Pinterest.

Eine Lösung können spezielle Pinterest Plugins (für WordPress) sein, mit denen jedem Bild in einem Beitrag eine spezielle Pinterest-Beschreibung zugeordnet werden kann oder sogar Bilder vom Pinnen ausgeschlossen werden können. Meist lässt sich auch eine aufbereitete Pin-Grafik mit Text-Overlay als verstecktes Bild hinterlegen, dass erst in der „Zu Pinnen“-Übersicht auftaucht. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung der Data-Pin-Description, die in der HTML-Ansicht ergänzt wird.

Plugin „Tasty Pins“ (WordPress)

Plugin „Tasty Pins“ (WordPress)

Doch auch mit den Standard-Onpage-SEO-Maßnahmen bereitest Du Deine Website schon gut auf Pinterest vor. Ein gut rankender Artikel, der für andere Suchmaschinen gut optimiert wird, hat auch auf Pinterest hohe Chancen, gefunden und geklickt zu werden. Der SEO-Titel und die Meta-Description, wie oben am Pin schon beschrieben, sind ein guter Anfang. Hinzu kommt eine passende URL mit dem entsprechenden Keyword, die leicht zu merken ist. Aber auch aussagekräftige Dateinamen und Alt-Texte von Bildern helfen Pinterest, Deine Inhalte besser einzuordnen und die Qualität sowie Relevanz zu beurteilen.

Der letzte Schlüssel zum Glück

Hast Du Dir alle Tipps zu Herzen genommen und auch noch ein ansprechendes, klickstarkes Pin-Design mit Wiedererkennungswert auf Deiner Website und auf Pinterest hochgeladen, so steht Deinem Erfolg auf Pinterest nichts mehr im Wege! Jetzt heißt es: am Ball bleiben und regelmäßig überprüfen und weiter optimieren. Es gibt immer etwas zu tun!

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