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Was ist AMP? Was sind Accelerated Mobile Pages?

Was ist AMP? Was sind Accelerated Mobile Pages?

Lesezeit: 20 Min

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Der Begriff „AMP“ ist seit ein paar Jahren in der IT-Branche, im Internetmarketing sowie unter Webdesignern für Onlineshops, Nachrichtenportale und Bereitstellungsdienste für digitale Inhalte weit verbreitet und bekannt. AMP gelten als der neue Standard der mobilen Internetseiten.

Du fragst dich vielleicht, was AMP eigentlich sind, warum es sie gibt und wer sie wie verwenden kann. Vielleicht hast du aber auch noch nie von AMP gehört. Dann lass dir sagen, dass du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon einmal AMP begegnet bist!

Wenn du in den letzten Jahren nämlich mit deinem Smartphone oder Tablet-Computer im Internet unterwegs warst, hast du dich vielleicht gewundert, dass einige Seiten wesentlich schneller aufgebaut werden als andere. Oder hast du in letzter Zeit einmal mit deinem Handy nach Nachrichtenschlagzeilen gegoogelt und dir ist aufgefallen, dass einige News nebeneinander zum einfachen swipen präsentiert werden? In beiden Fällen bist du dann über AMP gestolpert.

Was AMP genau sind, welche Vor- und Nachteile sie bereit halten und wie AMP sinnvoll genutzt werden können, erfährst du in diesem Artikel.

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Was sind AMP?

Die Abkürzung AMP steht für „Accelerated Mobile Page/s“, übersetzt also etwa „beschleunigte Webseite/n“. AMP gelten als neuester Standard für schnell ladende mobile Webseiten. Ziele sind dabei eine erhöhte Ladegeschwindigkeit und eine insgesamt verbesserte Nutzererfahrung. Sehr vereinfacht gesagt handelt es sich bei Accelerated Mobile Pages um eine abgespeckte alternative Programmierungen herkömmlicher Internetseiten speziell für Mobilgeräte, also Handys und Tablets. Diese beschleunigten Webseiten unterscheiden sich von nicht als AMP programmierten Webseiten in ihrem Erscheinungsbild für den Nutzer kaum. Das gesamte Design, also die sichtbare Oberfläche, die du auf deinem Bildschirm siehst, erscheint dir allerdings reduziert und vereinfacht. Die Darstellung wirkt wie „aufgeräumt“. Zudem ähneln sich alle AMP, unabhängig vom jeweiligen Anbieter der hochgeladenen Inhalte. Außerdem sind AMP bei Google besonders gekennzeichnet: Man erkennt sie am Kürzel „amp“ in der jeweiligen URL, also im Text in der Adresszeile des Browsers sowie einem Blitzsymbol neben dem jeweiligen Suchergebnis.

Durch eine verschlankte Form der Programmierung laden AMP also auf deinem Handy oder Tablet wesentlich schneller als Seiten, die nicht als AMP programmiert wurden. Das macht sie im Wesentlichen aus und führt uns direkt zur nächsten Frage, warum es AMP überhaupt gibt.

Warum gibt es AMP überhaupt?

In den letzten Jahren greifen Internetnutzer immer mehr zum Handy oder Tablet statt zum normalen Computer. Das liegt natürlich an der flexiblen und bequemen Nutzbarkeit, an den hochwertigen modernen Mobilgeräten und den immer schnelleren mobilen Datenverbindungen. Außerdem werden auch die Nutzungspreise der Mobilfunkanbieter immer günstiger und den Kunden steht immer mehr Datenvolumen zum Surfen zur Verfügung. Daneben gibt es außerdem an zahlreichen öffentlichen Orten sowie in Geschäften und der Gastronomie meist freies WLAN. Das Surfen im Internet per Smartphone oder Tablet ist einfach, komfortabel, schnell, flexibel und von überall aus möglich. Es wundert also nicht, dass es im Oktober 2016 erstmals mehr Website-Aufrufe über mobile Endgeräte als über stationäre Desktop-Computer gab.

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Nachvollziehbar ist, dass jeder Anbieter digitaler Inhalte ein Interesse daran hat, seine Webseite mobilfreundlich einzurichten, damit der User besonders auf seinem Handy immer in den Genuss einer schnell ladenden und gut laufenden Website kommt. Denn kaum etwas verärgert den User mehr als ewige Wartezeiten, ruckelige Seitenpräsentationen und verzerrte Seitendarstellungen auf dem Handy. Die 2015 durchgeführte internationale Studie „Global Consumer Online Shopping Expectations“ zeigte nämlich: Betrug die Wartezeit zum Laden einer Webseite für den Nutzer mehr als drei Sekunden, so brachen zwei Drittel der Studienteilnehmer den Seitenaufruf ab. Besonders für Onlineshops, denen mit dem Verlassen ihrer Webseite durch den potenziellen Kunden bares Geld verloren geht, ist das ein denkbar ungünstiger Zustand.

Mit dem Ziel, die Ladezeiten von Websites für die Mobilnutzung wesentlich zu verkürzen, wurden schon Anfang 2016 die AMP als neuer Standard für sofort ladende mobile Internetseiten eingeführt. Es handelte sich dabei um ein gemeinschaftliches Open-Source-Projekt unter der Schirmherrschaft von Google. Der Quellcode, den Webseitenbetreiber für die alternative Programmierung ihrer Webseite brauchen, sowie die gesamte benötigte Technik und sonstige wichtige Informationen, werden von Google seitdem für jedermann frei einsehbar zur Verfügung gestellt.

Dank der Programmierung als Accelerated Mobile Pages laden Webseiten auf mobilen Endgeräten vier Mal schneller als herkömmliche Seiten. Durchschnittlich laden AMP in maximal einer Sekunde, während normale Websites bis zu zwölf Sekunden Ladezeit benötigen. Aber warum sind diese speziellen Webseiten eigentlich so schnell? Das erfährst du im nächsten Abschnitt.

Was macht AMP so schnell?

Accelerated Mobile Pages kannst du dir als schmaler programmierte Internetseite vorstellen, die speziell für die Nutzung auf mobilen Endgeräten konzipiert sind. Sie haben stark verkürzte Ladezeiten und verbrauchen durch ihre minimalisierte Form weniger Datenvolumen. Sie können daher auch auf langsameren Breitbandverbindungen (2G und 3G) schneller abgerufen werden als ihr herkömmliches Pendant.

Sie laden deshalb so schnell, weil noch vor dem eigentlichen Seitenaufruf ihr Grundgerüst schon vorgeladen ist. Alle wesentlichen Informationen, die benötigt werden, um die Webseite nutzen zu können, stehen also direkt bereit. Alles andere, also beispielsweise Bilder, Banner oder Schaltflächen werden nachgeladen. All das geschieht für den Nutzer unsichtbar. Du wirst also beim Aufruf einer AMP keinen Unterschied zum Aufruf einer normalen Webseite feststellen können. Für die Darstellung der Inhalte und die Interaktionsmöglichkeiten für den Nutzer bestehen gewisse Einschränkungen. Java- und HTML-Inhalte sind komprimiert und an eine optimale Größe angepasst. Außerdem können auch nicht unbegrenzt viele Elemente eingebunden werden, wie es sonst bei Webseiten der Fall ist. Deshalb erscheinen die Accelerated Mobile Pages auch so minimalistisch.

Die Inhalte von AMP werden außerdem nicht vom eigentlichen Betreiber der Webseite geladen, sondern werden von einem zentralen Google-Server abgerufen. Google stellt also jedem Webseitenbetreiber eine kostenlose Cloud zur Verfügung, in die eine Spiegeldatei einer Internetseite hochgeladen wird. In der Cloud ist dann eine sogenannte Cache-Datei, also eine Art Kopie der ursprünglichen Webseite, zwischengespeichert. Die eigentlichen Inhalte bleiben aber mit allen Rechten und Pflichten das Eigentum des Urhebers.

Nach diesem Abschnitt hast du also schon eine Vorstellung, was AMP sind, warum sie ins Leben gerufen worden sind und was sie so schnell macht. In den nächsten Abschnitten erhältst du einen genaueren Einblick in die technischen Voraussetzungen und Gestaltungsdetails der AMP.

Technische Voraussetzungen der AMP

Wie bereits erwähnt, kannst du dir Accelerated Mobile Pages als abgespeckte Varianten herkömmlicher Internetseiten vorstellen. Sie werden speziell für mobile Endgeräte vereinfacht programmiert. Doch was bedeutet das genau?

Es folgt zunächst ein praktisches Beispiel: Wenn du nach einem bestimmten Inhalt, beispielsweise einer Nachrichtenschlagzeile googelst, so erscheinen dir zwei grundsätzliche Varianten von Webseiten in den Suchergebnissen. Zum einen erscheinen in den Suchergebnissen herkömmliche Webseiten. Rufst du diese auf, so wirst du zum jeweiligen Anbieter geleitet und kannst die Nachrichten lesen.

Zum anderen erscheinen die AMP-Versionen von Nachrichtenportalen. Du kannst dabei alle Schlagzeilen, die zu deinem Suchbegriff gehören, direkt mit einem Wisch in dem neuen Nachrichten-Karussell immer wieder swipen und durchsehen. Du siehst dabei den Nachrichtenanbieter, die Schlagzeile, gegebenenfalls ein Bild und die Angabe, wann diese Nachricht hochgeladen wurde. Außerdem erscheint neben der Schlagzeile ein kleines Blitzsymbol. Tippst du das entsprechende Suchergebnis an, so wirst du zur AMP-Webseite weitergeleitet und kannst die Nachricht lesen. Was dir dabei auffallen sollte: In der Adresszeile erscheint nicht nur die Adresse des Nachrichtenanbieters, sondern vorneweg die Adresse von Google, außerdem die Kennzeichnung „amp“. Du befindest dich also nicht auf der üblichen Internetseite des Nachrichtendienstes, sondern auf einem Google-Server. Was du siehst, ist die kopierte Variante der Webseite auf dem Google-Sever.

Auf dem Google-Server wird also eine Cache-Datei der betreffenden Webseite gespeichert und abgerufen. Die Rechte an der Webseite und den gesamten Inhalten verbleiben aber immer beim ursprünglichen Betreiber. Aber dank dieser Spiegeldatei auf dem Google-Server lassen sich Inhalte schneller abrufen, da diese bereits in ihren Grundzügen vorgeladen sind, bevor du das Suchergebnis überhaupt abrufst. Die Darstellung beruht dabei auf dem sogenannten asynchronen JavaScript: Inhalte werden augenblicklich geladen, Scripts (also Programmiersprachen) oder Inhalte von Drittanbietern (etwa Werbebanner oder Bilder) werden bei Bedarf unmerklich erst nach dem Seitenabruf nachgeladen. Dies geschieht mithilfe sogenannter iframes. Das sind Datenübertragungsblöcke, mit denen eben genau diese externen Elemente eingebunden werden können. Der Abruf geschieht für dich unmerklich und in Sekundenschnelle. Beim Aufruf einer AMP wirst du also nicht merken, wann welche Inhalte oder Funktionen vor- oder nachgeladen werden.

Technisch ist die Umwandlung von Websites in Accelerated Mobile Pages eher kompliziert. Allerdings stellt Google alle benötigten Informationen kostenfrei bereit und zahlreiche Anbieter bieten (ebenfalls kostenfreie) Tools und Plugins zur einfachen Umwandlung an. Die alte Website wird dabei mit deutlich kleinerem HTML-Code neu erstellt. Die sogenannten Cascading Style Sheets (CSS), also bestimmte Elemente des Webdesigns, sind dabei stark eingeschränkt, denn sie dürfen maximal 50 KB groß sein, was für diese Elemente eine sehr kleine Größe darstellt. Das Webdesign ist dann schlanker, aber die Seite lädt dann eben auch wesentlich schneller.

Vorteile von AMP

Accelerated Mobile Pages bieten sowohl für den Nutzer als auch für den Urheber der digitalen Inhalte zahlreiche Vorteile.

Der Nutzer kann sich an deutlich kürzeren Ladezeiten und an einer für sein Handy optimierte Webseitendarstellung erfreuen. Selbst bei langsamerer Breitbandverbindung macht das Surfen dann immer noch Spaß. Insbesondere wenn du unterwegs bist und dein mobiles Datenvolumen nutzen musst, bieten die AMP einen echten Vorteil gegenüber den üblichen Websites: Dank der schmaleren Programmierung wird weniger Datenvolumen verbraucht.

Doch auch für den Rechteinhaber der Website und der dargebotenen Inhalte haben Accelerated Mobile Pages ihren Reiz, denn auch er profitiert von den kürzeren Ladezeiten: Die Website lädt in Sekundenschnelle, User geben also nicht beim vergeblichen Warten auf das Laden genervt auf und verlassen die Seite wieder. Gerade wenn es sich bei der Website beispielsweise um einen Shop handelt, steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden die Website also wirklich erreichen, sich dort umsehen und letztendlich auch etwas kaufen. Für Onlineshops entsteht also mit der Umwandlung ihrer Shopseite in eine AMP ein echter Wettbewerbsvorteil in Form von barem Geld.

Doch auch Anbieter digitaler Inhalte, wie etwa Nachrichtenanbieter, profitieren von Accelerated Mobile Pages. Ihre Inhalte erscheinen in den Top-Suchergebnissen bei Google in Form des Nachrichten-Karussells. Das wirkt auf den Nutzer seriös und lesenswert und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er sich genau dieses Suchergebnis ansieht. Außerdem ziehen die Suchergebnisse mit dem kleinen Blitzsymbol Aufmerksamkeit auf sich und so wird auch dadurch ein Besuch der Website durch den User wahrscheinlicher.

Trotz Bereitstellung des Dienstes durch Google bleiben aber alle Rechte an den Inhalten beim ursprünglichen Anbieter. Das ist besonders dann wichtig, wenn Werbung geschaltet wird: Der Urheber erhält die Geldeinnahmen und hat volle Kontrolle über alle dargebotenen Inhalte. Das ist durchaus nicht selbstverständlich. Facebook bietet ein eigenes Pendant zu den AMP, die sogenannten Instant Articles. Auch dabei geht es um eine verkürzte Ladezeit auf mobilen Endgeräten. Anders als bei den Google Accelerated Mobile Pages findet aber der gesamte Ablauf innerhalb dieses geschlossenen Systems statt. Facebook erhält dabei satte 30 Prozent der Werbeeinnahmen!

Nachteile von AMP

Wie bei allen Dingen gibt es auch bei den Accelerated Mobile Pages eine Kehrseite der Medaille.

Der Auftritt der AMP in Googles Nachrichtenkarussell ist für den jeweiligen Publisher natürlich hoch interessant, da er die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass seine Meldungen gesehen und gelesen werden. Allerdings ist zu bedenken, dass so auch Falschmeldungen gleichwertig neben seriösen Meldungen präsentiert werden könnten. Denn Google prüft die entsprechenden Inhalte nicht, wenn sie sonst allen Anforderungen und Richtlinien für die Programmierung als AMP entsprechen. Das ist nur logisch, wenn man bedenkt, dass der Urheber ja alle Rechte an seiner Website behält. Dann ist er natürlich auch selbst für die Inhalte verantwortlich. Kritisiert wird, dass Google einerseits wegen seiner enormen Marktmacht die Accelerated Mobile Pages als den Standard für mobiles Surfen durchsetzen kann, andererseits dann aber die Verantwortung für die Inhalte (zumindest teilweise) abgibt. Für den durchschnittlichen Nutzer vermittelt aber die Präsentation von Nachrichten in den Top-Suchergebnissen Seriosität, die im Einzelfall gar nicht gegeben sein muss.

Für den Anbieter der Website kann auch die Programmierung seiner Webseite als AMP einige technische Hürden mit sich bringen. Der kleinere HTML-Code und die begrenzten CSS bieten weniger Gestaltungsmöglichkeiten und ermöglichen nur ein eher schlichtes und vereinfachtes Webdesign. Einige Schaltflächen und Interaktionsmöglichkeiten können eingeschränkt sein oder müssen stark umgewandelt werden. Das betrifft die JavaScripts, also die Programmiersprache, die nicht frei codiert sein kann. Das kann natürlich auch Wettbewerbsnachteile mit sich bringen, da bestimmte Funktionen entfallen und sich die AMP verschiedener Anbieter auch stärker ähneln.

Sich aus der Masse der Websites durch besonderes Design oder bestimmte Interaktionsmöglichkeiten hervorzuheben, wird dann durch die begrenzten Möglichkeiten immer schwieriger. Fehlende Interaktionsmöglichkeiten behindern auch eine gute Kundenbindung, weil viele Webseiten ganz einfach von reger Interaktion und Kommunikation leben. Auch das Schalten von Werbung ist nicht frei. Werbung kann nur von bestimmten freigegebenen Anbietern geschaltet werden. Außerdem müssen auch die Werbebanner wieder gemäß der vorgegebenen Formatierung gestaltet werden.

Für wen sind AMP besonders interessant?

Diese Frage ist leicht zu beantworten: für jeden Anbieter digitaler Inhalte, der keine Nutzerausfälle wegen langer Ladezeiten riskieren möchte. Also, kurz gesagt: für jeden Anbieter digitaler Inhalte. Das betrifft natürlich nur mobile Webseiten. Da allerdings die Mobilaufrufe immer weiter steigen, dürfte es wohl kaum noch Anbieter geben, die keinen Wert auf eine mobilfreundliche Darstellung ihrer Inhalte legen. Interessant sind Accelerated Mobile Pages auch deshalb, weil kurze Ladezeiten zu einem verbesserten Suchmaschinen-Ranking führen und Webseitenbetreiber von AMP-Versionen auch zunehmend über mehr Traffic, also mehr Besuch ihrer Websites berichten.

Derzeit sind Googles Partner in Sachen Accelerated Mobile Pages vor allem Nachrichtendienste und große internationale Medienhäuser, in Deutschland etwa Spiegel Online oder die Onlineausgabe der FAZ. Die großen Medienhäuser wollen natürlich ihre Schlagzeilen stets ganz oben und ganz vorn im Nachrichtenkarussell präsentiert wissen. Aber auch Onlineshops, Verkaufsportale, soziale Medien und Bereitstellungsdienste digitaler Inhalte haben bereits als AMP programmierte Internetauftritte und profitieren von der Aufmerksamkeit, die AMP als Suchergebnisse auf sich ziehen. So gibt es bereits AMP von Twitter, Pinterest, eBay, AliExpress, WordPress oder Joomla.

Richtlinien für die Erstellung von AMP: allgemeine Hinweise

Alle Richtlinien für die Erstellung von Accelerated Mobile Pages kannst du auf den Support-Webseiten von Google einsehen.

Zunächst verweist Google dabei auf seine allgemeinen Richtlinien für die Erstellung von Google-freundlichen Webseiten. Gegeben werden inhaltliche Tipps, aber auch technische Hinweise. Es geht also einerseits darum, wie die eigene Webseite mit Google leichter gefunden und in den Suchergebnissen weiter oben gelistet werden kann. Andererseits gibt Google aber auch Hinweise, wie AMP programmiert werden. Google rät für die suchmaschinenoptimierte Darstellung von Informationen zunächst Folgendes:

  • Präsentation nützlicher und inhaltlich hochwertiger Informationen, besonders auf der Startseite
  • Verlinkung der eigenen Webseite auf anderen Seiten
  • Verwendung einer sinnvollen und logischen Linkstruktur
  • Erstellung eindeutiger, korrekter und aussagekräftiger Seitentitel
  • Zulassen, dass Google alle wichtigen Seiteninhalte abrufen („crawlen“) kann
  • Vermeidung von unnützen Keywords zur bloßen Füllung der Webseite oder zur vermeintlichen Suchmaschinenoptimierung
  • Vermeidung der Verbreitung einer Website unter verschiedenen Adressen
  • Die Nutzung von kostenpflichtigen Diensten zur Suchmaschinenoptimierung ist nicht immer sinnvoll. Seriöse Anbieter stehen natürlich zahlreich zur Verfügung und verbessern die Suchmaschinenindizierung. Unseriöse Anbieter versuchen mithilfe dubioser Methoden, die Suchmaschine zu täuschen und die Webseite stets weit oben in den Suchergebnissen zu platzieren. Geworben wird meist mit dem Versprechen, die Platzierung stets weit oben halten zu können. Fällt das auf, kann die Webseite von Google verbannt werden.
  • Wichtige Informationen sollten nicht in Bildern oder Grafiken präsentiert werden, da Google keine Textinformationen aus Bildern filtern und anzeigen kann

Google gibt in einem übersichtlichen Leitfaden außerdem ganz konkrete Tipps, wie die eigene Website über Google besser gefunden werden kann. Diese sind ebenfalls über die Support-Webseiten abrufbar.

Richtlinien für die Erstellung von AMP: technische Hinweise

Neben den üblichen Hinweisen für eine Google-freundliche Webseitendarstellung hat Google alle relevanten Informationen für Accelerated Mobile Pages ebenfalls auf seinen Supportseiten zusammengetragen. Die technischen Details sind dort verlinkt und teils sehr komplex. Die wichtigsten Voraussetzungen nennt Google aber direkt zu Beginn leicht verständlich untereinander:

  • Die AMP muss der AMP-HTML-Spezifikation entsprechen
  • Nutzer müssen alle Informationen der AMP wie von einer herkömmlichen Webseite abrufen können
  • Das AMP-URL-Schema muss nachvollziehbar sein
  • Die Seite muss AMP-kompatibel programmiert sein
  • Wenn Google die Seite besser finden soll und deshalb strukturierte Daten verwendet werden, so müssen auch die diesbezüglichen Vorgaben eingehalten werden

Da HTML-Dokumente den Grundbaustein des World Wide Web bilden und ohne sie keine Darstellung im Webbrowser möglich ist, muss also die Webseite entsprechend des AMP-HTML-Quellcodes programmiert werden. Der Quellcode ist über einen Link einsehbar und kann dort für die eigene Webseite Schritt für Schritt nachvollzogen werden. Tools und Plugins diverser Anbieter erleichtern diesen Schritt.

Wichtig ist, dass die meisten Nutzer Webseiten sowohl vom Smartphone als auch vom Desktop-PC kennen und daher mobile AMP die gleichen Funktionen und Inhalte aufweisen sollten, wie die Standardversion. Das betrifft natürlich vor allem ganz zentrale Funktionen (etwa Kaufoptionen in Webshops oder Interaktionsmöglichkeiten auf Unterhaltungswebseiten oder in sozialen Medien). Du würdest dich sonst sicherlich wundern, wenn ganz normale übliche Funktionen deiner liebsten Websites auf dem Smartphone nicht funktionieren würden, oder? Apropos wundern: Wenn in der Adresszeile einer AMP eine ganz unerwartete Adresse auftauchen würde, dann würde dich das sicherlich auch irritieren. Deshalb ist es wichtig, dass die grundsätzliche Adresse der Webseite gleich bleiben sollte und lediglich mit dem Kürzel „amp“ versehen werden sollte.

Zuletzt können Webseitendaten mit einer ganz logischen und strukturierten Datenstruktur versehen werden. Dann können diese Seiten noch besser von Google gefunden werden. Auch dafür stellt Google die nötigen Informationen bereit.

AMP für Content Management Systeme

Wie du gesehen hast, bieten Accelerated Mobile Pages ein enormes Nutzungspotenzial. Sie sind für Anbieter vielfältigster digitaler Inhalte interessant. Dazu zählen vor allem die großen Medienhäuser. Aber auch wer seine eigenen Inhalte digital veröffentlichen möchte, beispielsweise in Form von Blogs oder auch Präsentationen, der erreicht mehr Menschen, wenn die Inhalte auch mobil flüssig abrufbar sind.

Wer seine eigenen Ideen in Präsentationen oder Blogs veröffentlichen möchte, der bedient sich meist sogenannter Content Management Systeme (CMS). Das sind Plattformen, die dir alles bereitstellen, was du für solche Veröffentlichungen benötigst. Bekannte CMS sind WordPress, Wix Blog, Typo3 oder die Joomla-Plattformen. Diese weit verbreiteten digitalen Dienstleister stellen Tools und Plugins bereit, die es ermöglichen, neue aber auch bereits bestehende Inhalte in eine AMP-freundliche Variante umzuwandeln. WordPress, Wix Blog und Typo3 stellen diese Werkzeuge kostenlos zur Verfügung, während Joomla, genau wie viele weitere Plattformen, diese Dienste nur gegen Zahlung ermöglichen.

Doch egal ob du kostenpflichtige Tools nutzt oder für die Hilfsmittel bezahlen musst: Die Umwandlung deines Werkes in eine AMP-Variante kann mitunter sehr anspruchsvoll und zeitaufwendig sein. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Viele Plattformen stellen kinderleicht zu bedienende Tools zur Verfügung. Mithilfe dieser Tools kannst du deine Seiten mit wenigen Klicks mobilfreundlich machen. Ein besonders komfortables Tool bietet WordPress an. Im nächsten Abschnitt erfährst du deshalb, wie du eine Neuprogrammierung deiner Inhalte in WordPress erreichst.

Kleiner Exkurs: AMP für WordPress

WordPress stellt ein kostenloses Accelerated Mobile Pages Plugin zum Download bereit. Wenn du bei WordPress registriert bist, kannst du dieses Tool ganz einfach über dein Dashboard suchen und herunterladen. Nach der Installation und Aktivierung in deinem Konto kannst du AMP in deinem Menü aufrufen und gelangst direkt auf die Einstellungsseite. Dort könnt ihr beispielsweise euer Blog-Logo anpassen. Wie schon mehrfach erwähnt wurde, sind die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten bei AMP begrenzt. Aber in diesem Fall könnt ihr eurem Logo sogar eine benutzerdefinierte Größe verpassen.

Viele weitere Einstellungen lassen sich dort vornehmen. Du musst dir dafür ein wenig Zeit nehmen. Die Bedienung ist aber insgesamt gut nachvollziehbar und intuitiv. Das liegt auch an der sehr praktischen Dokumentation deiner Arbeitsschritte. Damit kannst du deine Schritte nachverfolgen und hast gute Kontrolle über deine Arbeit.

Du kannst nach der Installation des AMP-Programms mithilfe des Plugins jede deiner WordPress-Seiten in eine AMP umwandeln. Dazu rufst du eine beliebige Seite auf und findest ganz unten dann den Custom AMP Editor. Du setzt dann einfach im Kästchen „use this content as amp content“ ein Häkchen. Mittels der Schaltfläche „copy the content“ kannst du deinen Inhalt in den AMP Editor kopieren. Nach dem Speichern deiner Einstellungen ist die Umwandlung auch schon beendet.

Wie sinnvoll sind AMP? Ein Fazit

Nach dem Lesen dieses Artikels weißt du nun, seit wann es AMP gibt, wer sich das Ganze ausgedacht hat, worin Vor- und Nachteile liegen, wer AMP nutzen kann und welche technischen Voraussetzungen dahinterstecken.

Egal ob du Accelerated Mobile Pages nun sinnvoll findest oder nicht: AMP sind ganz einfach der neueste Standard für schnell ladende mobile Webseiten. Bessere oder zumindest alternative Programmierungen, mit denen sich ebenso kurze Ladezeiten und problemfreie Webseitendarstellungen erreichen lassen, gibt es schlichtweg nicht. Wenn du also möchtest, dass deine User oder Kunden dich schnell erreichen und einen entspannten Besuch auf deiner Webseite haben, dann wirst du kaum an der Nutzung von AMP vorbeikommen. Außerdem ist Google in Sachen Websuche der Internetriese und jeder Betreiber einer Website möchte darüber möglichst leicht gefunden werden. Eine Indizierung bei Google wird für dich also sehr wichtig sein und macht die Programmierung deiner Seite als AMP früher oder später einfach notwendig.

Insgesamt sollte man, gerade wenn man sich stark von anderen Webseiten abheben möchte, an die eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten denken, die einem die Google AMP vorgeben. Einige Unterseiten einer AMP können deshalb sogar schlechtere Seitenabrufzahlen aufweisen als vor ihrer Umprogrammierung. Außerdem lädt die gesamte Optik einer AMP dazu ein, nach dem Lesen der Hauptseite eher wieder zur Google-Suche zurückzukehren als sich auf der Seite weiter umzusehen.

Auch wenn die Gestaltungsfreiheiten deiner AMP stark eingeschränkt sind, solltest du bedenken, dass sich die Technologie hinter den Accelerated Mobile Pages stetig weiterentwickelt und die Einbindungsmöglichkeiten weiter wachsen werden.

Insgesamt ist die Programmierung als AMP (abgesehen von einigen einfachen Tools wie bei WordPress) eher zeitaufwendig und natürlich fest an Google, die bereitgestellte Technik, die Programmiersprache, die Vorgaben sowie an die Suchmaschine gebunden. Google hat also im heute so wichtigen Markt der Gestaltung mobiler Webseiten die Oberhand.

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