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Digitale Visitenkarte oder digitaler Vertriebskanal? Nutze Dein Website-Potential

Digitale Visitenkarte oder digitaler Vertriebskanal? Nutze Dein Website-Potential

Lesezeit: 9 Min | Autor: Fanny Goldbach

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Die eigene Website ist für jedes Unternehmen heutzutage schon Pflicht geworden und gehört auch zu einem der ersten Schritte, wenn ein Unternehmen gegründet wird. Wer die Website erstellen und was dabei beachtet werden soll, wird meistens individuell entschieden. Die einen legen großen Wert auf ein schönes Design, bei den anderen soll sie einfach möglichst günstig sein. Andere wiederum achten darauf, dass sie in Google schnell gefunden wird. Einteilen kann man Websites dabei immer nach zwei Kriterien: digitale Visitenkarte oder digitaler Vertriebskanal. Was dahinter steckt und warum es so wichtig ist, mit einer Website nicht nur eine schöne digitale Visitenkarte zu haben, zeigen wir Dir in diesem Blogartikel.

Was verstehen wir unter einer digitaler Visitenkarte und was unter einem digitalen Vertriebskanal?

Damit Du weißt, wovon wir bei einer digitalen Visitenkarten und wovon wir bei einem digitalen Vertriebskanal sprechen, erklären wir Dir jetzt die jeweiligen Eigenschaften.

Eigenschaften einer digitalen Visitenkarte

Digitale Visitenkarten gibt es, auch wenn man es kaum glauben kann, auch heute noch häufig im WWW zu finden. Wir verstehen darunter Websites,

  • die lediglich grundlegende Informationen über das Unternehmen, wie z. B. die Anschrift Öffnungszeiten bereitstellen
  • die aktiv potentielle Kunden auf ihre Website aufmerksam machen müssen, indem sie die URL weitergeben oder die Website nur bei der Suche des Unternehmensnamen angezeigt wird
  • die Websitebesucher schlecht oder auch gar nicht durch die eigene Website navigieren.

Die Websites müssen also, wie gedruckte Visitenkarten, aktiv verteilt werden.

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Eigenschaften eines digitalen Vertriebskanals

Ein digitaler Vertriebskanal dagegen erhält automatisch Anfragen über die Website und akquiriert somit potentielle Kunden. Damit das funktionieren kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • die Website muss über relevante Suchbegriffe von potentiellen Kunden aufgefunden werden können
  • die Website hält umfangreiche Informationen bereit, die das Interesse potentieller Kunden wecken
  • die Websitebesucher werden intuitiv durch die Website geleitet
  • es werden Anreize geschaffen, damit potentielle Kunden Kontaktanfragen stellen

Damit Du Dir das Ganze etwas besser vorstellen kannst, zeigen wir Dir hier nun jeweils Beispiele zu den 4 Bedingungen, die bei einem digitalen Vertriebskanal erfüllt sein müssen.

Beispiel: Auffinden der Website über relevante Suchbegriffe

Catering-Anbieter, die unter dieser Suchanfrage gelistet werden, werden über relevante Keywords gefunden, sodass der Name der Firma nicht schon bekannt sein muss.

Beispiel: Umfangreiche Informationen

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Bildquelle: https://jonny-m.de/physiotherapie-in-ludwigsburg/

Das Fitnessstudio Johnny M. beschreibt auf seiner Website umfangreich alle Angebote im Bereich Physiotherapie und stellt zudem direkt noch einen Link zur Preisliste bereit. Dadurch bleiben für den Interessenten keine Fragen offen und er bekommt eventuell noch weitere neue Einblicke in die Möglichkeiten einer Physiotherapie-Behandlung.

Beispiel: Besucher werden intuitiv durch die Website geleitet

Bei diesem Punkt sind neben der Website-Menüleiste auch die internen Links gemeint, die auf den einzelnen Seiten die Besucher über Links auf weitere passende Seiten leiten.

Das Kosmetikstudio Das Beauty Haus leitet in diesem Beispiel die Websitebesucher auf der Übersichtsseite “Behandlungen”, nach einem kurzen Überblick über die jeweilige Behandlung, direkt weiter zu den jeweiligen Detailseiten der Behandlungen.

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Bildquelle: https://dasbeautyhaus.de/behandlungen/

Beispiel: Anreize schaffen, damit Kontaktanfragen gestellt werden

Diesen Punkt erklären wir dir am Beispiel des Immobilienmaklers Haferkamp Immobilien. Auf der Leistungsseite zum Thema “Kaufobjekt anbieten” zeigt er zunächst die vielen Vorteile auf, die man hat, wenn man einen Immobilienmakler nutzt, um sein eigenes Objekt zu verkaufen. Damit der Websitebesucher nun nicht erst zur Kontakt-Seite navigieren muss, um eine Anfrage stellen zu können, wird direkt am Ende der Seite ein passendes Kontaktformular eingesetzt:

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Bildquelle: https://www.haferkamp-immobilien.de/Kaufobjekt-anbieten.htm

Kurzes Zwischenfazit:

Digitale Visitenkarten müssen über die URL aktiv verteilt werden, wohingegen bei einem digitalen Vertriebskanal potentielle Kunden durch die hohe Sichtbarkeit in Suchmaschinen, auf das Unternehmen selbst aufmerksam werden. Bei einer digitalen Visitenkarte bleibt der Websitebesucher für einen kurzen Überblick oder eine kleine Info nur für kurze Zeit auf der Website, wohingegen bei dem digitalen Vertriebskanal das Interesse der potentiellen Kunden geweckt wird. Sie werden anschließend bequem durch die Website geleitet und erhalten Interesse weckende, sowie passend platzierte, Kontaktmöglichkeiten.

Für wen eignet sich ein digitaler Vertriebskanal?

Ein digitaler Vertriebskanal bietet die Möglichkeit potentielle Kunden zu akquirieren. Somit macht es für Unternehmen generell in erster Linie Sinn, die einen Weg suchen, neue Kunden zu akquirieren.

Manche Branchen oder auch Unternehmen haben bereits gut funktionierende Vertriebswege, wodurch ein weiterer überflüssig wäre. Hier sollten Unternehmen sich allerdings fragen, ob es noch andere Gruppen gibt, die sie gerne besser erreichen möchten, wie z. B. Redakteure, neue Mitarbeiter oder Partner.

Auch wenn Inbound Marketing auf den ersten Blick zunächst darauf abzielt, neue potentielle Kunden zu erreichen, können auch andere Zielgruppen über Inbound-Marketing-Maßnahmen angesprochen werden.

Damit Du dabei eine potentielle Zielgruppe nicht vergisst, hilft es häufig, sich eine gängige Liste an Stakeholdern anzuschauen und zu überprüfen, ob Du davon jemand über Inbound Marketing erreichen möchtest.

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Bildquelle: selbst zusammengestellt

3 Schritte zum digitalen Vertriebskanal

Du möchtest nun die Potentiale deiner Website nutzen und einen digitalen Vertriebskanal daraus machen? Dann zeigen wir Dir jetzt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit Du einen digitalen Vertriebskanal aus Deiner Website machst. Dabei werden die drei grundlegende Schritte des Inbound Marketing angewandt: Kunden anziehen, Kunden navigieren und Kunden überzeugen.

Definition Inbound Marketing: Inbound Marketing beschreibt die Methode, mit der du einen digitalen Vertriebskanal aufbauen kannst und somit Leads über deine Website generierst.

Einzelne Teile des Inbound Marketing werden Dir aus anderen Marketing-Disziplinen bekannt vorkommen, allerdings lassen sie nur im Zusammenspiel Deine Website zu einem digitalen Vertriebskanal werden.

Kunden anziehen

Der erste essentielle Schritt liegt darin, Deine Website so aufzubauen, damit sie für relevante Keywords von potentiellen Kunden in Google gefunden wird. Dafür musst Du für verschiedene Suchanfragen umfassenden Content auf Deiner Website anbieten. Das können Blogartikel wie dieser hier sein, aber auch z. B. Produktdetailseiten. Um herauszufinden, welche Inhalte für Deine Zielgruppe interessant sein könnten, kannst Du Dich an deren Customer Journey orientieren. Wie Du für eine Content-Strategie genau vorgehst, kannst Du in diesem Blogartikel nachlesen: Wie du eine Content Strategie für deine Website entwickelst.

Im Inbound Marketing ist es besonders wichtig, dass Du Inhalte nicht nur erstellst, damit Du möglichst weit oben rankst, sondern mit denen Du auch Deine potentiellen Kunden von Dir und Deiner Kompetenz überzeugst. Setze hier also keine Tricks (Black Hat SEO) ein, sondern erstelle einzigartige Inhalte, mit denen Du dein Wissen und Deine Kompetenzen auf Deinem Gebiet zeigen und somit überzeugen kannst. Denn Inbound Marketing hört nicht bei einem guten Ranking auf.

Kunden navigieren

Haben potentielle Kunden Deine Website gefunden, ist es auch besonders wichtig, dass sie sich darauf einfach zurecht finden und vor allem eine gute Übersicht über Deine Leistungen bzw. Produkte erhalten. Sie sollen also erkennen, was du machst!

Je schwieriger sich Websitebesucher auf Deiner Website zurecht finden, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie wieder abspringen und ohne eine Kontaktanfrage zu stellen, Deine Seite verlassen. An diesem Punkt musst Du also die gängigen UX-Regeln befolgen. Hier gilt meistens: Erfinde das Rad nicht immer neu, die Nutzer haben sich an gängige Standards und Designs gewöhnt. Häufig ist hier weniger mehr.

Informiere dich über Blogartikel weitergehend zum Thema Website User Experience.

Kunden überzeugen

Zu guter letzt fehlt natürlich noch für einen digitalen Vertriebskanal, dass potenzielle Websitebesucher den Kontakt zu Dir über die Website herstellen. Damit das geschieht, musst Du interessante Kontaktanfragen, über die z. B. anschließend Inhalte zugeschickt werden, wie Angebote oder Infosheets, anbieten. Dabei musst Du inhaltlich passende Anfragemöglichkeiten platzieren und diese so konzipieren, dass sie einfach auszufüllen sind und jegliche Zweifel aus dem Weg räumen.

Überprüfe bei der Konzeption Deiner Kontaktformulare, ob Du folgende Punkte erfüllt hast:

  • Überschrift: Mache deutlich, um was es bei der Kontaktanfrage geht
  • Nenne ein oder mehrere Nutzenversprechen, die durch die Kontaktanfrage entstehen
  • Räume jegliche Zweifel aus, die bei der Anfrage aufkommen könnten (z. B. Schließe ich bereits etw. mit der ersten Anfrage verbindlich ab?)
  • Frage nur die nötigsten Kontaktfelder ab und sortiere sie von der Schwierigkeit von leicht nach schwer
  • Formuliere den Text des Buttons möglichst sprechend, damit klar wird, was beim Auslösen passiert
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Quelle: https://www.butlers.com/newsletter

Bei Butlers sieht man schön, wie alle Punkte bei dem Kontaktformular beachtet wurden. Das Thema wird in der Überschrift klar und der kleine Text darunter erklärt, welche Vorteile du als Abonnent von dem Newsletter hast. Dabei werden keine überflüssigen Informationen abgefragt. Als einziges könnte der “Jetzt abonnieren”-Button etwas spannender benannt werden. Allerdings spricht hier auch für den Text, dass für alle sofort klar ist, was in diesem Kontext damit gemeint ist.

Versuche Dich zum Schluss immer in den Kunden hineinzuversetzen, und überlege Dir, ob Dir die versprochenen Inhalte wertvoll genug im Austausch mit Deinen Kontaktdaten sind.

Fazit

Wie du nun gesehen hast, steckt sehr viel Potential in einer Website, das Du definitiv ausnutzen solltest! Damit Deine mühevoll und schön gestaltete Website auch gefunden und genutzt wird, solltest Du Dir daher die Schritte des Inbound Marketing zu Nutze machen. Um Deine Website in einen digitalen Vertriebskanal verwandeln zu können, sind die Punkte “Kunden anziehen”, “Kunden navigieren” und “Kunden überzeugen” dabei ganzheitlich zu betrachten und umzusetzen. Die einzelnen Maßnahmen kommen Dir sicherlich schon bekannt vor, allerdings ist es beim Inbound Marketing wichtig, alle Bereiche zu realisieren und umzusetzen und somit miteinander zu verknüpfen. Denn bei einem digitalen Vertriebskanal sind Leads über Deine Website das Ziel und nicht ausschließlich tolle Google-Rankings, die natürlich auch dazu beitragen.

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