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Über die Evolution des nofollow und die neuen Linkattribute

Über die Evolution des nofollow und die neuen Linkattribute

Lesezeit: 9 Min | Autor: Michael Tietz

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Verlinkungen zwischen Webseiten sind das Netz, welches Google und andere Suchmaschinen mit Hilfe Ihrer Crawler nutzen, um das Internet nach neuen Inhalten zu durchforsten.  Ohne Verlinkungen bestünden die großen Suchmaschinen-Ergebnisseiten nur aus einer Auflistung von manuell hinterlegten Webseiten, welche regelmäßig redaktionell überprüft werden müssten. Ein immenser Aufwand bei derzeit ca. 30 Billionen indexierten Webseiten!

Links auf Webseiten sind also für die Suchmaschine und natürlich den Nutzer immens wichtig, um neue Inhalte zu finden. Jedoch befinden darunter auch eine Vielzahl von unrelevanten Verlinkungen, welche für die Suchmaschinen gänzlich unrelevant ist. Um genau dort anzusetzen existieren grob betrachtet 2 Anweisungen, das „follow“ und das „nofollow“. Jede Verlinkung in einem HTML Dokument besitzt eine dieser beiden grundlegenden Anweisungen:

  • „follow“ – Die Suchmaschinen folgen diesem Link (auch ohne rel=“follow“ Anweisung)
  • „nofollow“ – Die Suchmaschinen folgen diesem Link nicht

Das Linkattribut: rel=“nofollow“ wurde bereits im Jahr 2005 von Google und anderen Suchmaschinenbetreiber eingeführt. Ziel war es vornehmlich Webseitenbetreiber zu schützen, denn das massenhafte Verlinken von Spam- oder nicht vertrauenswürdigen Seiten konnte und kann noch immer zu einer Abstrafung führen. Verlinkungen mit dem Attribut „nofollow“ sollen daher sicherstellen das Suchmaschinen diesen Links nicht folgt bzw. diese nicht crawlen soll. Zugleich soll sichergestellt werden, dass diese auch nicht für die Rankingberechnung der Zielseiten genutzt werden.

Dies hat sich nun jedoch geändert; im September 2019 gab Google auf ihrem internen Blog an, nach 15 Jahren Änderungen an den Linkattributen vorzunehmen. Laut Google kann ein Link, welcher als „nofollow“ gekennzeichnet ist, als Hinweis für das Ranking verwendet werden. Gleichzeitig werden mit „ugc“ und „sponsored“ zwei neue Linkattribute eingeführt, um nofollow Links weiter aufzuschlüsseln. Ab dem 01. März 2020 sollen zudem nofollow Links auch zum Crawlen sowie Indexieren verwendet werden, um dadurch neue Inhalte zu finden und die Suchergebnisse dadurch zu verbessern. Google lässt sich hier wie gewohnt nicht in die Karten schauen und behält sich vor zu entscheiden, welchen Hinweisen stattgegeben wird und welchen nicht.

Die Änderungen im Überblick

Bis 09/2019Seit 09/2019Ab 01.03.2020 (geplant)
 

Linkattribute

 

rel=“nofollow“

 

rel=“nofollow“

 

rel=“nofollow“

rel=“ugc“rel=“ugc“
rel=“sponsored“rel=“sponsored“
Crawling / IndexierungNeinNeinMöglich
RankingNeinMöglichMöglich

 

rel=“sponsored“
Dieses Attribut sollte laut Google immer dann verwendet werden, wenn die Links einen starken werblichen Charakter besitzen, zum Beispiel bei Links zu Werbepartner Sponsoren oder anderen beidseitigen Vereinbarungen.

rel=“ugc“
Das zweite neue Linkattribut rel=“ugc“ soll besonders im Bereich des „User Generated Content“, kurz UGC zum Einsatz kommen. Also beispielsweise innerhalb Foren oder in Kommentarbereichen.

Wie werden die Linkattribute technisch umgesetzt?

Ein Link mit dem Attribut „nofollow“ wird folgendermaßen im Quellcode implementiert:

<a href=“https://www.beispiel.de/“ rel=“nofollow“>Linktext</a>

Ein Link mit dem Attribut „sponsored“ wird folgendermaßen im Quellcode implementiert:

<a href=“https://www.beispiel.de/“ rel=“sponsored“>Linktext</a>

Ein Link mit dem Attribut „ugc“ wird folgendermaßen im Quellcode implementiert:

<a href=“https://www.beispiel.de/“ rel=“ugc“>Linktext</a>

Des Weiteren können die einzelnen Attribute miteinander kombiniert werden:

<a href=“https://www.beispiel.de/“ rel=“nofollow sponsored ugc“>Linktext</a>

Weitere Informationen hierzu finden sich unter folgender URL: https://support.google.com/webmasters/answer/96569?hl=de

Warum hat Google diese Änderungen durchgeführt?

Kurzgesagt- um den eigenen Linkgraphen zu verbessern und gleichzeitig die Suche selbst.

Die einst als Schutz für Webseitenbetreiber eingeführte Maßnahme des nofollow Attributs sorgt auch dafür, dass ein Großteil des Internets aus eben diesen nofollow Verlinkungen besteht. Besonders große und vertrauenswürdige Webseiten, wie Wikipedia oder Forbes bedienen sich dieser Methode. Links von diesen hochwertigen Webseiten wurden von Google bis vor kurzen weder gecrawlt noch für die eigene Rankingberechnung herangezogen. Warum sollte man aber genau die Webseiten ignorieren, bei denen eine hochwertige Empfehlung in Form eines Links vorhanden ist? Durch die Änderungen kann Google genau dort ansetzen und die Bewertung anhand vertrauenswürdiger Webseiten verbessern.

Wird es durch die Änderungen nicht wieder vermehrt Spam geben?

Viele CMS (Content Managment System) besitzen bereits vorinstallierte Lösungen, um zu mindestens den auffälligsten Spam zu bekämpfen. Besonders den automatisierten Spammaßnahmen hat Google den Kampf erklärt und wirkt diesen mittels technischer Maßnahmen entgegen. Das allseits bekannte „re-CAPTCHA“ existiert bereits in der Dritten Version (v3) und soll vor allem automatisierte Anfragen (z.B.: Kontaktanfragen) durch Spam-Bots verhindern.

Schwieriger wird es hingegen im „Graubereich“. Beispielsweise kann hier das Setzen von nofollow Links auf hochwertigen Webseiten genannt werden, die einerseits einen Mehrwert vorgeben, andererseits aber einen werblichen Hintergrund besitzen. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass Dienstleister mit Expertise in diesem Feld weiteren Zulauf erhalten werden.

Was ist mit internen Links auf der eigenen Webseite?

Interne Verlinkungen sollten nach wie vor kein nofollow Linkattribut besitzen. Es ist sehr zu empfehlen Google anhand der eigenen internen Verlinkung den Aufbau der Webseite in seiner Gänze zu verdeutlichen.

Interne nofollow Links werden trotzdem teilweise von großen Webseiten innerhalb umfangreicher Facettennavigation verwendet, um das Crawling-Budget zu kontrollieren. Diese Methode ist jedoch nicht ohne Weiteres zu empfehlen, da das Link-Signal „nofollow“ nicht immer ein Garant dafür ist Inhalte vom Crawling oder der Indexierung zu befreien. Google empfiehlt in diesem Fall eher die Nutzung der robots.txt, oder die Meta Robots Angabe „noindex“ (beide sollten jedoch nicht in Kombination verwendet werden). Besonders vor dem Hintergrund der nofollow Neubewertung, sollte von einer Crawlingsteuerung über nofollow Links eher abgeraten werden, auch wenn Glenn Gab verdeutlicht, dass sich die Änderungen vornehmlich auf ausgehende Links (outbound links) beziehen:

Wie hoch ist der Einfluss auf das Ranking von nofollow Links?

Bereits vor der von Google angekündigten Änderung der nofollow Verlinkungen waren sich viele Online-Marketer sicher, dass auch diesen Links gefolgt wird und ihnen eine gewisse Wertigkeit beigemessen wird. Dies ließ sich sogar in Experimenten nachweisen, welcher sogar in einem Gastbeitrag von Adam White auf semrush.com beschrieben wird.

Nun fühlen sich genau diese Marketer bestätigt, nofollow Links können ab sofort als Hinweise für die Rankingberechnung herangezogen werden und können seitens Google für das Crawling genutzt werden.

Aber, wie hoch ist nun der Einfluss auf das Ranking ausgehend von den nofollow Links? Diese Frage lässt sich wie so oft nicht pauschal beantworten, denn auch hierzu schweigt der Suchmaschinengigant. In welchem Umfang nofollow Links gecawlt werden obliegt einzig und allein bei Google. Es wird von der Suchmaschine stets darauf hingewiesen, dass ein Großteil der nofollow Links weiterhin ignoriert werden. Womöglich wird nur ein kleiner Teil der nofollow Links tatsächlich für das Crawling verwendet. Wie hier genau das Verhältnis ist, lässt sich jedoch nicht sagen.

Was sollten SEOs und Webseitenbetreiber jetzt beachten?

Das meistverbreitete CMS WordPress unterstützt bereits die neuen Linkattribute, daher ist zu überprüfen, ob die neuste Version verwendet wird. Ohnehin ist es WordPress-Nutzern zu raten, regelmäßige Sicherheitsupdates durchzuführen. Nutzer von anderen CMS oder solche, die keine Möglichkeiten haben, ohne größeren technischen Aufwand die Linkattribute einzuführen, sollten trotzdem unbesorgt bleiben. Die neuen nofollow Attribute müssen nicht im Einzelnen integriert werden. Bereits bestehende Änderungen an seinen ausgehenden nofollow Verlinkungen zu Gunsten der neuen Linkattribute müssen daher nicht durchgeführt werden. Wer also „nofollow“ bereits für seine werblichen Verlinkungen nutzt oder generell nicht für die Qualität der Zielseite garantieren kann und sich daher bereits für die nofollow Verlinkung entschieden hat, muss nichts unternehmen.

Webseiten mit starkem Fokus auf von Nutzern generierte Inhalte können Google helfen hochwertige Links darin besser zu identifizieren. Ausgehende Links in diesen Bereichen sollten daher mit einem rel=“ugc“ Linkattribut versehen werden.

Falls auf der eigenen Webseite Maßnahmen ergriffen wurden, um das Crawling-Budget durch nofollow Links zu steuern, sollte nun bedenken das anhand der nofollow Neubewertung ein Crawling der Links möglich ist. Momentan ist es jedoch noch zu früh, daher müssen konkrete Änderungen an bestehenden internen nofollow Links vorerst nicht durchgeführt werden. Die Logfiles können zudem detaillierten Aufschluss darüber geben ob bestimmte Bereiche der Webseite weiterhin für den Googlebot nicht zu erreichen sind.

Kann ich abgestraft werden falls ich die Linkattribute nicht korrekt nutze?

Ja. Ausgehende Links, die einen klaren werblichen Charakter verfolgen, sollten entweder das „nofollow“ oder das „sponsored“ Linkattribut tragen, nicht aber das „follow“ oder „ugc“. Letzteres ist für ausgehende Links in nutzergenerierten Inhalten vorgesehen. Eine falsche Kennzeichnung kann im schlimmsten Fall zu einer Abstrafung führen.

Google Richtlinien zum Thema Links finden sich unter folgendem Link: https://support.google.com/webmasters/answer/66356

Haben die aktuellen Änderungen bereits Auswirkungen auf Webseiten-Rankings?

Es ist davon auszugehen, dass es vorerst keine Rankingveränderungen geben wird. Des Weiteren gibt es bisher weder Anzeichen noch seriöse Berichte, welche einen direkten Einfluss belegen würden. Dies ist auch nicht weiter überraschend, wenn man bedenkt, dass Google tausende Updates im Jahr an seiner Suche durchführt.  Das Ranking einer Webseite ist weiterhin von einer Vielzahl von Faktoren abhängig und zudem ständig in Bewegung. Es ist höchstwahrscheinlich kaum möglich, deutliche Auswirkungen innerhalb der Suche zu beobachten, welche sich klar der nofollow Änderungen zuordnen lassen.

Das wichtigste zusammengefasst

  • Neben dem Linkattribut „nofollow“ / “follow“ gibt es nun auch „sponsored“ und „ugc“
  • „sponsored“ soll gezielt für ausgehende werbliche Links verwendet werden
  • „ugc“ soll für ausgehende Links in nutzergenerierten Inhalten eingesetzt werden
  • Die neuen Änderungen sollen Google helfen Links besser einzuordnen und zu verstehen
  • Werbliche ausgehende Links sollten entweder als „nofollow“ oder als „sponsored“ gekennzeichnet sein
  • nofollow Anweisungen können ab sofort als Hinweise für die Rankingberechnung herangezogen werden
  • nofollow Anweisungen können ab sofort von Google auch für das Crawling und die Indexierung verwendet werden
  • Interne nofollow Anweisungen sollten nicht mehr für die Steuerung des Crawling-Budgets verwendet werden
  • Spürbare Rankingauswirkungen wird es höchstwahrscheinlich nicht geben
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