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10 Tipps für gute Produktbeschreibungen, die verkaufen

10 Tipps für gute Produktbeschreibungen, die verkaufen

Lesezeit: 10 Min | Autor: Marco Frazzetta

Einleitung

Wer etwas online erwerben will, kauft ungern die Katze im Sack. Bilder helfen immens, um einen Artikel zu erklären und je nach Art des Produktes sind aussagekräftige Bilder auch das beste Mittel der Wahl. Doch je erklärungsbedürftiger ein Produkt ist, desto wichtiger sind für den Kunden möglichst umfangreiche Informationen. Hierbei helfen gute Produktbeschreibungen. Je weniger Fragen beim Kunden offenbleiben, desto leichter fällt diesem der Kauf. Als positiven Nebeneffekt können die Beschreibungen natürlich auch das Ranking der einzelnen Produkte, der Kategorie und des gesamten Shops positiv beeinflussen.

Was sind gute Produktbeschreibungen?

Doch was macht eine gute Produktbeschreibung überhaupt aus? Zunächst ist jede Information, die dem Kunden zur Verfügung gestellt wird, erst einmal positiv. Auch ein paar Stichpunkte können schon viel helfen und je einfacher die Beschreibung, desto eher kann diese auch als automatisierter Content genutzt werden. Doch gerade wenn es um technisch komplexere oder hochpreisige Produkte geht, sind oft einzelne Produktmerkmale und Details entscheidend. Diese können besondere Materialien oder USPs betreffen. Auch emotionale Faktoren, wie etwa eine nachhaltige Produktion oder die Entstehungsgeschichte kann potenzielle Käufer in Kunden verwandeln.

Dabei gibt es kein allgemeingültiges Rezept für die eine erfolgreiche Produktbeschreibung. Faktoren wie Länge oder Stil hängen immer vom Produkt ab und lassen sich nicht für jede Branche festlegen. Ein besonderes Wort zur Länge: In der Regel sind 100 bis 200 Wörter ein Richtwert, an dem Ihr euch gut orientieren könnt. Es gibt jedoch Produkte, bei denen dieser Umfang einfach nicht notwendig ist. Wer möchte zum Beispiel einen langen Text über eine spezifische Schraubenart lesen? Auch der Rest der Seite spielt eine Rolle: Sind viele aussagekräftige Bilder vorhanden? Stehen technische Details automatisiert an anderer Stelle? Oft sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

1. Unique Content und keine Kopien

Einfach die Produktbeschreibungen des Herstellers kopieren? Die einfachste Möglichkeit mit dem geringsten Aufwand ist auch die gefährlichste: Es entsteht Duplicate Content, welcher es in den Augen von Google nicht verdient zu ranken, da er keinen Mehrwert besitzt. Dabei sind Produktbeschreibungen eine große Chance, denn viele Online-Shops verzichten ganz auf eigene Produkttexte. Mit eigenen Texten könnt Ihr euch hier nicht nur von der Konkurrenz abheben, sondern auch beim Google-Ranking punkten.

Allgemeines rund um das Thema Content Marketing gibt’s hier!

2. Schreibt die Produktbeschreibung für Eure Zielgruppe

Natürlich will jeder seine Produkte an eine möglichst große Masse an Personen verkaufen. Doch die besten Chancen liegen in der eigenen Zielgruppe. Ist die Produktbeschreibung zu allgemein, dann geht der Fokus auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden verloren. Um Eure Zielgruppe genau anzusprechen, müsst Ihr sie natürlich kennen. Nur so könnt Ihr auch im Text die richtige Tonart verwenden und genau die Eigenschaften ansprechen, die für Eure potenziellen Kunden relevant sind. Abhängig vom Produkt und von Eurer Zielgruppe können gute Produktbeschreibungen emotional, humorvoll oder nüchtern und sachlich sein.

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Viele Fachbegriffe und Szene-Wörter aber dennoch verständlich und locker für „Baller“ (Basketballer) geschrieben. Hier wird gleichzeitig vermittelt, dass der Anbieter sich mit Basketball auskennt.
Quelle: https://www.kickz.com/de/catalog/product/id/1510600

 

3. Keine 0815-Phrasen und Superlative

Superlative klingen schnell nach Werbung und werden vom Kunden auch dementsprechend als solche wahrgenommen. Wenn von „bester Qualität“ oder „Spitzenqualität“ die Rede ist, merkt der Leser sofort, dass es sich nur um Phrasen handelt. Doch nicht nur das: Auch besteht die Gefahr, dass Ihr durch Wendungen wie „Top Qualität“, „beste/höchste“, „einzigartig“ oder „unschlagbar“ eine Spitzenstellung suggeriert, die ggf. in der Realität nicht vorhanden ist. Wenn Ihr dennoch auf Werbeaussagen wie diese nicht verzichten möchtet, solltet Ihr im Streitfall in der Lage sein, diese Behauptungen zu beweisen.

In erster Linie soll die Produktbeschreibung informieren. Wenn es wirklich das beste Produkt auf dem Markt ist, dann muss im Produkttext klar werden warum. Welche konkrete Eigenschaft macht es dazu? Die Produktbeschreibung ist oft eine der letzten Möglichkeiten, den potenziellen Kunden zu überzeugen. Denn wenn sie gelesen wird, ist der Besucher immerhin schon in Eurem Shop und bereit, sich näher mit Eurem Produkt auseinanderzusetzen. Hier muss er überzeugt und sollte nicht mit Phrasen gelangweilt werden.

4. Stellt den Nutzen in den Mittelpunkt (und nicht nur Eigenschaften)

Eine ausführliche Produktbeschreibung soll natürlich jede relevante Eigenschaft des Produktes darstellen – Wichtig ist jedoch immer der eigentliche Nutzen für den Käufer. Was nützt ein besonders innovatives Material oder eine spezielle Fertigungstechnik, wenn die potenziellen Käufer nicht verstehen, wie sie davon profitieren? Bedeutet das neuartige Material eine längere Haltbarkeit? Dann sollte dies auch in der Produktbeschreibung stehen.

Hilft dem zukünftigen Besitzer bzw. Nutzer das Produkt bei seinem Problem? Dann erklärt wie und in welcher konkreten Situation.

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Und es geht doch: Eine einzelne Schraubenart ausführlich beschrieben, jedoch mit sinnvollen Informationen aus der Praxis und allen relevanten Daten.
Quelle: https://www.schrauben-paul.com/BAeR-Holz-Schraube-Senkkopf-TX-Antrieb-Stahl-gelb-verz

 

5. Nutzt Bewertungen, persönliche Meinungen und Authentizität

Eine authentische Kundenmeinung oder sogar Empfehlung wirkt sich meist deutlich stärker als jede andere Form von Werbung auf die finale Kaufentscheidung aus. Wenn der potenzielle Kunde das Produkt genauer vergleicht, geben Bewertungen von echten Nutzern oft den entscheidenden Ausschlag. Schwankt der Besucher zwischen verschiedenen Produkten, dann gewinnt meist das mit den besseren (und authentischeren) Bewertungen.

Natürlich kann nicht jeder kleinere Onlineshop mit vielen Bewertungen für jedes Produkt rechnen. Doch die Authentizität kann in diesen Fällen auch ohne Fake-Bewertungen verbessert werden. Eine Möglichkeit dafür wäre, das eigene Team mit Bildern auf der Website vorzustellen und besonders das Support-Team gut sichtbar zu machen. So zeigt Ihr die Menschen hinter dem Online-Angebot und ermutigt die Nutzer offene Fragen zum Produkt direkt telefonisch zu klären. Etabliert das Gesicht, welches die Produkte beschreibt und die Menschen merken, dass es sich hier um authentische Informationen handelt.

Eine weitere Möglichkeit sind Tests oder sogar Prüfsiegel von möglichst unabhängigen Prüfanstalten. Diese sollten immer in der Produktbeschreibung erwähnt werden.

Produktbeschreibungen, genau wie der Rest der Website, sollen dem Besucher zeigen, dass der Betreiber sich mit dem Produkt und der Thematik auskennt. Maßzahlen oder Werte sollten eingeordnet bzw. verglichen und Eigenschaften erklärt werden, sofern diese nicht allgemein bekannt sind. Mit professionellen und relevanten Angaben zeigt Ihr als Betreiber Kompetenz und schafft gleichzeitig Vertrauen.

6. Produktbeschreibungen sollten übersichtlich und leicht „überfliegbar“ sein

Nicht jeder liest die Produktbeschreibungen komplett. Oft werden Inhalte online nur überflogen oder quergelesen. Um möglichst effektiv zu sein, sollte das Wichtigste am Anfang stehen, um möglichst sicher beim Kunden anzukommen und im Gedächtnis zu bleiben. Startet also am besten mit eurem stärkstem Argument.

Je nach Layout wird der Überschrift eine besondere Rolle zuteil. Wie bei jedem anderen Text auch entscheidet die Überschrift darüber, ob ein Text überhaupt gelesen wird. Die Überschrift sollte das stärkste Verkaufsargument enthalten und das Produkt möglichst umfassend, aber mit wenigen Wörtern, umschreiben.

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Die Hauptfunktionen gleich im ersten Satz. Alle weiteren Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten stichpunktartig in 7 Bulletpoints.
Quelle: https://www.amazon.de/dp/B06ZXQV6P8/ref=fs_rad

 

Eine gute Möglichkeit, um der Produktbeschreibung mehr Struktur zu geben, sind Bulletpoints, zum Beispiel mit Häkchen zu Beginn. Diese erzeugen beim Leser ein inneres Abhaken. Beim „Abscannen“ eines Textes bleiben die Blicke meist genau bei solchen Aufzählungen hängen. Hier lohnt es sich, wichtige Vorteile des Produktes aufzuführen.

Auch Fettungen wirken verstärkend und rücken bestimmte Wörter oder Wortgruppen mehr in den Fokus. Bei umsatzstarken Produkten kann es durchaus Sinn ergeben, verschiedene Layouts oder Überschriften per A/B-Test miteinander zu vergleichen.

7. Optimiert Eure Produktbeschreibungen für Google

Google liest alle Inhalte einer Website aus, also auch die Produktbeschreibungen. Daher sollten auch Produktbeschreibungen SEO-optimiert sein. Relevante Keywords in der Überschrift und im Textkörper sind ausdrücklich zu empfehlen. Auch wenn es an dieser Stelle verlockend ist: Nicht übertreiben. Ein verständlicher und gut lesbarer Text ist hier auf jeden Fall besser als Keyword Stuffing.

8. Bleibt verständlich und dennoch ausführlich

„Keep it simple.“ Dieser Leitspruch lässt sich auch auf Produktbeschreibungen anwenden. Zu viele Fachbegriffe oder detaillierte Werte können einen Besucher schnell überfordern. Zahlen werden zum Beispiel viel übersichtlicher in einer Tabelle (eventuell zum Ausklappen) dargestellt.

9. Sei anders (besser) als die Konkurrenz

Die Mitbewerber haben ausführliche und informative Produkttexte? Dann braucht auch Ihr genau das, aber eben bessere. Das können leichter verständliche Inhalte sein oder eben Texte mit etwas Humor. Am meisten lässt sich mit guten Produktbeschreibungen herausholen, wenn die Konkurrenz auf diesem Gebiet noch wenig aktiv ist.

Was macht das Produkt wirklich aus? Worin besteht der Nutzen für den Kunden? Genau das muss sofort aus der Produktbeschreibung hervorgehen und nicht bestimmte Spezifikationen.

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Mehrwert bieten und von der Konkurrenz abheben: Wer online kauft, hat oft nur ungenaue Vorstellungen wie ein Kleidungsstück ausfällt. Hier wird genau angegeben wie groß das Model ist, das erleichtert die Wahl der richtigen Größe.
Quelle: https://www.def-shop.com/vsct-clubwear-double-zipper-huge-luxury-parka-mustard.html

 

10. Nutzt emotionale Faktoren

Auch eine Produktbeschreibung kann mehr als nur bloßes Aufzählen von Eigenschaften bedeuten. Beschreibt eine Situation oder Geschichte und erzeugt damit verbundene Emotionen beim Leser. Neben objektive Gründen ein Produkt zu kaufen, spielen oft auch andere Faktoren eine Rolle. Werden Produktbeschreibungen richtig formuliert, können diese den Leser emotional erreichen. Ein Text kann Bilder im Kopf erzeugen und beim Leser Erlebnisse in Erinnerung rufen. Das kann zum Beispiel eine Situation sein, in der sich der Leser schon befand und für die Euer Produkt die Lösung oder eine Verbesserung dargestellt hätte. Oder aber Ihr erzeugt mit dem Produkttext eine fiktive Situation und überzeugt den Leser, dass er in genau dieser Situation genau Euer Produkt braucht.

Die Produktseite ist das, was ein Verkäufer und der optische Eindruck bei einem realen Verkauf sind. Wie fühlt sich etwas an? Wie arbeitet es sich damit? Genau solche (subjektiven) Eindrücke können und müssen in einer Produktbeschreibung dem Leser mit Worten vorgeführt werden. Der potenzielle Kunde kann das jeweilige Produkt oft nicht anfassen, geschweige denn ausprobieren. Verwendet anschauliche Adjektive und sinnvolle Vergleiche, die beim Leser ein positives Bild erzeugen und es ihm ermöglichen, sich den Gegenstand besser vorzustellen. Bilder unterstützen dies natürlich, können aber haptische Eindrücke nur schwer ersetzen.

Fazit: Die perfekte Produktbeschreibung gibt es nicht

Ein Patentrezept für perfekte Produktbeschreibungen gibt es nicht. Es gibt keine perfekte Länge, Kundenansprache oder den einen Kniff, der garantiert eure Conversions steigert. Ein Produkttext muss sich am Produkt und an der Zielgruppe orientieren. Wenn er alle aufkommenden Fragen beantwortet und einen möglichst genauen und plastischen Eindruck vermittelt, dann erfüllt er seinen Zweck. Zeigt euren Besuchern, dass ihr hinter dem Produkt steht und erklärt die Vorzüge. Dann schafft Ihr die besten Voraussetzungen für den Verkauf Eures Produkts.