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Wie Du Dein Portfolio als Freelancer definierst

Wie Du Dein Portfolio als Freelancer definierst

Lesezeit: 16 Min | Autor: Stefan Godulla

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Durch eine gute Verzahnung der einzelnen Tätigkeiten zu einer effizienten Umsatzentwicklung.

Als Freelancer ist die Gefahr immer groß, zu schnell ausgelastet zu sein. Mit der richtigen Kombination im Portfolio kann man Umsatz skalieren ohne dafür mehr Zeit zu opfern.

Seit ca. 3 Jahren bin ich nun SEO-Freelancer und bin damit sehr glücklich. Zuvor hatte ich 17 Jahre eine eigene Agentur für Webentwicklung, Online-Marketing und (später) SEO aufgebaut. Mit einer flachen Hierarchie jedoch sehr Kopflastig, was dazu führt, dass Du schon bald nicht mehr das tagtäglich machst, wofür Du eigentlich in die Selbständigkeit gegangen bist.

Schnell bist Du im eigentlichen Sinne Unternehmer und arbeitest operativ immer weniger an eigenen Projekten oder übst das aus, was Dir vorrangig Spaß macht. Die eigenen Talente, Ausprägungen und Kompetenzen kommen eigentlich nicht mehr dort zum Einsatz, wo Sie sich vielleicht am besten auswirken würden. Schnell kümmerst Du Dich um alle Belange, welche das Unternehmen einfordert, unabhängig davon, ob Du darauf nun Lust hast oder nicht.

Also habe ich mich für das Modell des Freelancers entschieden, wollte aber weiterhin nicht zu viele Touchpoints mit Kunden im operativen Bereich aufbauen bzw. entstehen lassen. Wie kannst Du nun also in Form einer einzelnen Person effektiv Umsatz steigern, ohne dass es direkt auf markanten Stress und weniger Freizeit hinausläuft? Natürlich nur für den Fall, dass Du Deinen Umsatz auch steigern möchtest.

Operative SEO-Projekte mit festen Kundenbudgets

Im operativen Bereich entstehen für Dich natürlich die meisten Touchpoints, d.h. es kostet Dich am meisten Zeit, da Du selbst für die Umsetzung  zuständig bist und eben auch mit Kunden kommunizieren musst. Somit solltest Du langfristige Partnerschaften bei Deinen Projekten anstreben damit die Dinge eingespielt und effizient ablaufen. Bei der operativen Arbeit läuft zu dem nicht immer alles glatt und es entstehen Probleme, die Du lösen musst. Das kann unplanmäßig viel Zeit kosten und ggf. Überstunden erfordern. Nicht immer kannst Du diese Zeit kostenmäßig auf den Kunden umlegen.

Die Umsetzungen sind aber ein wichtiger Teil Deiner Arbeit damit Du Deine Skills bzw. Fähigkeiten trainierst und eigene Erkenntnisse aus Deinen Projekten gewinnst. Dies ist gerade im Bereich SEO ein wichtiger Faktor für Deine eigene Kompetenz. Ich für meinen Fall betreue im Durchschnitt immer fünf feste Kundenprojekte operativ. Diese sind jedoch unterschiedlich im Umfang. Hierfür ist ein jeweiliges Monatsbudget festgelegt und sollte gemessen an Deinem Tagessatz eine fixe, monatliche Auslastung bedeuten.

operative-umsetzung

Der operative Bereich macht bei mir im Monat maximal 8 Arbeitstage aus und somit auch einen Umsatz über 8 Manntage. Da wie schon erwähnt nicht immer alles glatt läuft, musst Du immer einen zusätzlichen Tag als Puffer mit einrechnen. Wichtig ist aber auch festzuhalten, dass Du innerhalb dieser „Knautschzone“ einen Lerneffekt hast. Durch die weniger reibungslosen Umsetzungen lernst Du dazu und kannst beim nächsten mal diese Probleme entweder direkt verhindern oder wesentlich effizienter erkennen und lösen.

Projektbezogene Buchungen über Manntage

Eine gute Verzahnung mit dem operativen Bereich sind Projektbegleitungen bzw. Buchungen für Projektbezogene Manntage. Hier solltest Du aber schon darauf achten, dass Deine Tätigkeit eher im Bereich Strategie, Konzeption und Beratung liegt, so dass dieser Part nicht auch in Dein operatives Portfolio mit einfließt. Nehmen wir mal das Beispiel einer Projektbegleitung im Bereich Relaunch. Hier sorgst Du z.B. für die Erstellung verschiedener Konzepte:

Länder- Domainstrategie:Tätigkeiten
  • Domainkonzept
    • B. Subdomains (Vor- /Nachteile)
    • Sprachverzeichnisse
    • Hreflang Konzeption
    • URL-Strukturen

 

Je nach Projektgröße legst Du den Grundstein mit der Domainstrategie für ein Unternehmen fest und erstellst ein Konzept für das Handling der unterschiedlichen Standorte und Sprachen. Ergänzend dokumentierst Du die Umsetzung für den hreflang, x-default und welche Inhalte in welcher Sprache oder Region ausgespielt werden. Mit der Konzeption von URL Strukturen sorgst Du für eine saubere Grundlage zur Schaffung von Themenrelevanz und einem darauf aufbauenden Indexierungs- und Crawlingkonzeptes.

Indexierung- und Crawling-Konzept:Tätigkeiten
  • Indexierung
    • Was kommt in den Index und was nicht
    • Canonical Handling
    • Entstehung dynamischer URLs (Parameter, etc.)
    • Landingpages, Kategorie-/Produktseiten
  • Crawling
    • Was soll gecrawlt werden (Crawlbudget)
    • Vermeidung dynamischer URLs (Paramter, etc.) oder deren Handling (canonical, kein Crawling, etc.)
    • Stärkung der Themenrelevanz durch Optimierung des Crawlbudgets
    • Steuerung über Google Search Console und Robots.txt, etc.

 

Weiterleitungskonzepte:Tätigkeiten:
  • Die stärksten URLs für Ranking und Traffic analysieren
  • Dafür Mapping auf neue URLs erstellen
  • Analyse der Google Search Console auf (Soft) 404er
  • Themenrelevanz bei redirects beachten
  • Maßnahmenplan für restliche URLs erstellen
  • Nicht mehr vorhandene URLs/Themen auf 410 laufen lassen

 

Wichtig ist, dass Du bei den Projektbezogenen Buchungen eine umsetzende Instanz bzw. Agentur dazwischen hast. Deine Konzepte und Strategien erfasst Du im ersten Schritt als Konzeptionsdokumente. Hier erläuterst Du warum diese Maßnahmen wichtig sind und wie diese umgesetzt werden sollen.

Daraus werden i.d.R. User Stories gebildet also einzelne Fragmente aus der Konzeption, welche dann als Anforderung in das Projektmanagement oder Ticketsystem eingestellt werden. Hier bist Du im Prozess eingebunden und am Ende auch für die Freigabe der einzelnen Positionen verantwortlich.

Hinzu kommen Strategie- und Abstimmungsmeetings, welche entweder persönlich beim Kunden oder per Telefon- Videokonferenz ablaufen. Begleitend bist Du mit einem instant Messaging, wie Slack in die Prozesse eingebunden. Für die Dokumentation der einzelnen User Stories wird ein SEO Backlog angelegt, welches in seinen einzelnen Positionen auf die User Stories bzw. Tickets verweist.

So ist im Unternehmen dokumentiert, welche Dinge aus welchem Grund bzw. mit welchem Ziel umgesetzt wurden. Ganz ohne operatives Handling geht es dann am Ende doch nicht. Um den Relaunch beobachten und messen zu können musst Du ggf. ein Keywordmonitoring für die Rankinganalyse anlegen. Zusätzlich schaust Du Dir das Ganze Spiel in der Google Search Console und in z.B. Google Analytics an.

In der Praxis teilt man die gebuchten Manntage in diese drei Phasen auf:

  • Phase I: Strategie, Konzeption, Dokumentation
  • Phase II: Projektmanagement, User-Stories
  • Phase III: Begleitung beim Relaunch und Nachbereitung

Durch die erforderlichen Umsetzungen, entstehen zwischen und innerhalb der einzelnen Phasen immer entsprechende Freiräume. Es dauert also immer etwas bis das Projekt voran schreitet. So hast Du die Möglichkeit, solche Projekte gut mit Deinem Tagesgeschäft zu verzahnen. Kurze Abstimmungen oder Reaktionen auf User Stories sind jederzeit möglich. Konzepte kannst Du sehr gut stundenweise zwischen Deinen operativen Projekten planen. Auf Reisen kannst Du ebenfalls sehr gut an diesen Dingen arbeiten.

Wichtig ist, dass Du nicht operativ umsetzen musst und somit eher immer ein Sparringspartner bist, was Dich dann zeitlich nicht  überrascht und Du es immer gut zwischendurch erledigen kannst. Natürlich hast Du mit Konzeption, Strategie und Dokumentation erst mal einen initialaufwand, welchen Du aber quasi von überall aus betreiben kannst, da Du hauptsächlich Schreibarbeit hast und die Arbeit in Deinem Kopf entsteht.

Bei mir machen Projektbezogene Buchungen im Durchschnitt 2 Manntage im Monat aus. Wie schon erwähnt, können das auch mal 6 Manntage sein aber dann ist halt z.B. mal 2-3 Monate Ruhe während die Dinge umgesetzt werden. Nun wären wir aktuell also bei 10 Manntagen im Monat!

Inhouse Seminare und Workshops beim Kunden

Vielleicht ist es nicht für jeden passend, Seminare für SEO anzubieten bzw. durchzuführen allerdings gehören Workshops z.B. zum Projektgeschäft dazu. Du brauchst einen bezahlten „Raum“ in dem Du für das anstehende SEO-Projekt alle notwendigen Dinge mit dem Kunden klären kannst. Der Kunde muss auf mögliche, wichtige Punkte sensibilisiert werden. Bedenke immer, dass Du der Experte bist und den Kunden an die Hand nehmen musst.

Aussagen wie, „das hat der Kunde nicht beauftragt!“, liegen am Ende meist daran, dass man den Kunden gar nicht darauf hingewiesen oder Ihn sensibilisiert hat, dass das ein wichtiges Thema werden kann. Zudem muss der Kunde seine Unternehmensziele und seine Fachkompetenz mit in das Projekt einbringen. Gemeinsam arbeitest Du mit dem Kunden an einer ersten Strategie, welche dann im laufenden Projekt verfeinert und umgesetzt wird.

Der Workshop sollte zum einen nach Aufwand vergütet werden und am Ende sollte man ein Ergebnis haben womit der Kunde rein theoretisch in der Lage wäre, sein Projekt nochmal offiziell auszuschreiben. Das Projekt wird also im Rahmen des Workshops konkret definiert und auf dieser Basis kann eine Kosten- bzw. Budgetplanung erfolgen.

Nun muss man sich fragen, wie weit ist nun ein Workshop von einem Seminar entfernt? Ich spreche auf keinen Fall davon, dass Du zum Eventanbieter mutierst und selber Seminare in Form von Veranstaltungen anbietest. Das würde wieder einen operativen Mehraufwand bedeuten. Inhouse Seminare sind jedoch eine großartige Ergänzung für Dein Portfolio also lass Deine Zielgruppe wissen, dass Du diese anbietest.

 

seminare-workshops

SEO-Seminar in Stuttgart im Rahmen meiner Kooperation mit SISTRIX

 

Hier fährst Du zum Kunden und hast im Schnitt eine Gruppe von 4 – 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Oft stimmst Du mit dem Kunden hier im Vorfeld ein wenig den Schwerpunkt des Seminars ab und musst Dir ggf. ein bestimmtes Projekt im Vorfeld ein wenig genauer anschauen. Am Ende teilst Du dort aber Dein SEO-Wissen und solltest Dir initial eine gute, umfangreiche Präsentation erstellen auf welcher Du immer einzelne Themen schöpfen und präsentieren kannst.

Für diese Seminare rechne ich 1,5 bis 2 Manntage an inklusive Vor- und Nachbereitung. Reisekosten kommen natürlich hinzu. Diese Seminare sind zudem immer wieder ein sehr effektiver Pitch für Dich. Die Teilnehmer erleben Dich den ganzen Tag in Deinem Element und nehmen Dich als Experte wahr. Daraus resultieren sehr oft weitere Kooperation und langfristige Partnerschaften. Du tust also das wofür Du brennst und das hinterlässt immer ein authentisches Profil von Dir und Deiner Arbeit.

Seminare machen bei mir im Schnitt 2 Manntage im Montag aus, so dass wir in unserer Auslastung nun bei 12 Manntagen pro Monat angekommen sind. Du hast bzgl. Deines Präsentationsmaterials einen initialen Aufwand und musst diese immer mal anpassen und auf dem aktuellen Stand halten. Da Du aber die Termine mit dem Kunden koordinieren kannst, sind diese Seminare gut planbar und lassen sich in Deinen monatlichen Ablauf gut einplanen.

Strategische Partnerschaften

Sicherlich verwendest Du im Rahmen Deiner Arbeit entsprechende Tools oder baust auf beständige Fachzeitschriften. Vielleicht gehst Du regelmäßig zu Meetups, Konferenzen oder hörst Podcasts. Wenn Du bereits eine entsprechende Reputation im Rahmen Deiner Fachkompetenz aufgebaut hast, so gibt es viel Potential für strategische Partnerschaften. Daraus können sich tolle Geschäftsmodelle entwickeln.

Durch mein jahreslanges Personen-Marketing (folgt im nächsten Abschnitt) hatte ich das Glück mit dem Tool Anbieter des Produktes ins Gespräch zu kommen, welches ich selbst schon Jahrelang im Einsatz habe. Durch den einen oder anderen Vortrag von mir inspiriert, ging es nun um eine Partnerschaft bzgl. deren Seminare für Kunden. Hier hat man sich jemand aus der Praxis gewünscht, der das Tool schon lange direkt am Kunden anwendet.

So entstanden wunderbare Seminare mit mehr Praxisbezug für Anwender und ich helfe dabei, dass die Kunden schneller einen Workflow in dem Tool entwickeln sowie die Daten wesentlich besser interpretieren können. Das Ganze haben wir noch gemeinsam auf verschiedene Zielgruppen ausgerichtet um in den Spezialseminare noch konkreter auf die Workflows eingehen zu können.

Ein positiver Nebeneffekt ist auch hier, dass Dich regelmäßig immer wieder neue Personen aus Deiner Zielgruppe in dem erleben wofür Du brennst. Es ergeben sich auch daraus immer wieder neue Kontakte und Projekte, da die Menschen einen Eindruck von Deiner Kompetenz erhalten und Du natürlich auch von der Marke Deines Kooperationspartners profitierst.

Überleg also mal, welcher Bereich für Dich da ggf. interessant wäre und was die unterschiedlichen Unternehmen Deiner sich im Einsatz befindlichen Komponenten eventuell benötigen. Anders gesagt, wie könnten diese Marken davon profitieren, dass Du diese nach außen hin vertrittst? Rein kalkulatorisch habe ich einen Aufwand von 3 Manntagen pro Monat im Rahmen dieser Tätigkeit.

Damit wären wir aktuell bei 15 Manntagen pro Monat, welche fix gebucht sind. Du musst natürlich schauen, was da am Ende der Primärschlüssel für Deine Planung ist. Bei mir sind es z.B.  die Seminare mit dem Kooperationspartner, so dass diese immer an zwei festen Tagen die Woche stattfinden wovon eine Woche pro Monat nicht genutzt ist. Somit plane ich meine weiteren Termine für Inhouse Seminare beim Kunden oder mein operatives Geschäft innerhalb der restlichen Tage.

Es steht Dir ja immer frei, je nach Auslastung bzgl. Deiner Verfügbarkeit bei Anfragen zu variieren. Deine Arbeit innerhalb der Kooperation sollte nach einem Initialaufwand aber auch eingespielt sein und eben operativen Aufwand in Grenzen halten, so dass sich die Tätigkeit auch wirklich auf die vereinbarten Tage beschränkt. Die restliche Zeit benötigst Du ja für Deine restlichen Bausteine aus Deinem Portfolio.

Eigenes (Personen-) Marketing

Wenn wir als Basis mal die durchschnittlichen 21 Arbeitstage pro Monat als Berechnungsgrundlage nehmen, so hätten wir also noch 6 Tage übrig. Selbstverständlich dauert es etwas, bis sich die Prozesse soweit eingespielt haben aber Du solltest auch konsequent daran arbeiten und als Ziel haben, geregelte Arbeitszeiten zu haben. Ich bin kein Fan (mehr) von dem Spruch „Selbständig bedeutet eben selbst % ständig“, da es langfristig einfach keine gute Lebensqualität bedeutet. Siehe also zu, dass Du nicht länger oder wesentlich mehr arbeiten musst, als eben im Durchschnitt die 40 Stunden pro Woche.

Wie schon erwähnt, brauchst Du natürlich einen Puffer und Ausnahmen sind natürlich auch berücksichtigt und völlig in Ordnung. Sagen wir also, Du hast noch 5 Tage übrig. Mit diesen Tagen spiele ich ein wenig. Grundsätzlich nutze ich diese für mein eigenes Personenmarketing um mich als Marke weiterzuentwickeln und bekannter zu machen.

Zu den damit verbundenen Tätigkeiten gehören z.B.:

  • Fachartikel schreiben
  • Webinare vorbereiten und durchführen
  • Als Speaker mit Vorträgen aktiv sein
  • Themenrelevante Events moderieren
  • Podcasts beizuwohnen
  • Eigene Webseite aktuell halten
  • Social Media Aktivitäten inkl. Ads
  • Konferenzen und Meetups besuchen
  • Networking

Hier fallen natürlich nicht immer alle Dinge gleichzeitig an. Du kannst Dir z.B. vornehmen alle zwei Monate Deine Webseite immer auf den ganz aktuellen Stand zu bringen. Dann hast Du den Aufwand z.B. nur alle zwei Monate und brauchst für die Umsetzung nicht wirklich mehr Zeit als wenn Du es monatlich machst. Fachartikel und Webinare verteilst Du auf jeweils 2-3 pro Jahr also entstehen die Aufwände auch hier ca. alle zwei bis drei Monate. Das kannst Du jetzt wieder mit der richtigen Planung gut mit den Arbeitsterminen für Deine Webseite und z.B. Social Media verzahnen damit diese Arbeiten nicht miteinander kollidieren und es zu Stresssituationen kommt.

 

personenmarketing

Personenmarketing in Form eines Vortrages wie hier z.B. auf Speakers Day in Köln im März 2019

Nach hinten hinaus muss man natürlich immer wieder im Auge behalten, wie ausgereizt Deine Planung bis dato jeweils ist. Danach entscheidest Du , ob und welche Konferenz bzw. welche Networking-Veranstaltung Du ggf. besuchst. Das Thema Moderation ist bei mir einfach nur ein Teil, der mir Spaß macht und ist sicher keine Voraussetzung das im Portfolio zu haben. Alle oben genannten Tätigkeiten bringen i.d.R. keinen oder nur wenig Umsatz für deren Umsetzung. Es ist allerding Dein persönliches Marketing und kostet Dich bis auf die Zeit eben auch nichts.

Hier muss man immer bedenken, dass andere Unternehmen neben Ihrer Zeit noch eine ganze Menge Geld in Marketing stecken müssen. Zudem kannst Du selbst die entstanden Produkte wie Fachartikel, Webinare, Vorträge, etc. selbst verbreiten und Dich z.B. per Social Media regelmäßig ins Gespräch bringen. Nun geht es am Ende darum, die variablen Tage sinnvoll und strategisch zu verteilen bzw. über einen Monat sinnvoll einzubauen.

Wenn Du Dir für das persönliche Marketing z.B. 3 Tage pro Monat nimmst, so solltest Du z.B. Social Media immer an diesen drei Tagen mit einbeziehen und die 3 Tage natürlich über 3 Wochen verteilen damit Du immer wieder ein Grundrauschen erzeugst und nicht alles komprimiert an einem Tag veröffentlichst. Fachartikel, Webinare oder Vorträge benötigen Zeit, keine Frage. Natürlich ist es ok, hier auch mal länger am Schreibtisch zu sitzen oder das mal am Wochenende fertigzustellen. Am Ende sollte es Dir Spaß machen und langfristig Deinen Umsatz ankurbeln.

Fazit

Mit 15 gebuchten und bezahlten Manntagen pro Monat bist Du i.d.R. gut dabei. Tagessätze variieren zwischen € 600,- und € 1.800,- wobei wir hier allerdings über Unter- und Obergrenzen sprechen. Bevor jetzt alle aufschreien, natürlich sind nach oben nie Grenzen gesetzt. Da ich aber mal von einer regulären Dienstleistung im Online-Marketing Bereich ausgehe, solltest Du Dich dazwischen bewegen. Schlussendlich muss man am Ende immer selbst wissen, was man für einen (Mehr-)wert darstellt. Also überlege auch mal warum Du Dich ggf. noch unter den o.g. Tagessätzen befindest.

Wichtig ist am Ende, dass Du über Qualität, Reputation und Kompetenz Deinen angemessenen Preis eruierst und Deinen Umsatz nicht über Quantität und übertrieben viel Arbeitszeit kompensierst. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass wir das Ganze am Ende noch versteuern müssen.

Rein rechnerisch bleiben nun noch 3 Manntage übrig. Du kannst das natürlich als Puffer nehmen aber ich empfehle Dir ein anderes Ziel. Schaue, dass Du Dir einen Tag pro Woche für Dich gönnst und Dir z.B. mindestens zweimal im Monat ein langes Wochenende gönnst oder bzgl. der Auszeiten variierst. Das sollte Dir auch heilig sein.

Zum einen kannst Du an dem Tag mal was für Dich selbst tun. Ob Du einfach die Ruhe suchst, Sport machst oder ins Grüne fährst. Es ist DEINE Zeit und es ist ein richtig gutes Gefühl zu spüren, dass Du Dir diese Zeit leisten kannst. Das stärkt dein Selbstbewusstsein und lässt Dich wieder mit neuer Motivation an die Arbeit gehen.

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Hört sich alles zu einfach an? Ich empfehle Dir „einfach“ konsequent zu sein. Höre auf Deinen Bauch und vermeide Arbeit, die Dir nicht gut tut. Suche Deine Kunden auch danach aus, mit welchen Menschen Du es dann zu tun hast. Sage lieber mal „nein“ anstatt immer „ja“. Dann machst Du am Ende nämlich nicht nur Umsatz sondern auch Gewinn.

Das hier von mir beschrieben Modell lebe ich in dieser Form und bin damit wahnsinnig Glücklich. Es ist natürlich auch abhängig von Deinen Interessen und Ausprägungen. Sei kreativ und variabel und habe Geduld. Manches muss sich einfach auch formen und braucht Zeit um Dinge schlussendlich final zu entscheiden.

Bei mir hat es ca. zwei Jahre gedauert, das Portfolio so auf- und auszubauen. Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei und hoffe, dass Dich der Artikel bei dem ein oder anderen Punkt inspirieren konnte. In meinem Artikel „SEO im Vertrieb und Schmerzen mit dem Kunden“ erfährst Du noch mehr Details zu Inhalten von Seminaren, Pricing (Stunden-/Tagessätze), Bauchgefühl Kalkulationen sowie Angebotsgestaltung und Beraterverträge. Weitere Downloads zu diesen Themen findest Du u.a. auch auf meiner Webseite.