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Wirksame Texte für Dein Business – DIY

Wirksame Texte für Dein Business – DIY

Lesezeit: 11 Min | Autor: Martina Decker

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Mail, Brief, Berichte, Newsletter, Produkt- und Leistungsbeschreibungen, Webseite … Schreiben ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftskommunikation.

Da muss jedes Wort sitzen. Du hast ganze 3 Sekunden, um bei Deinem Leser Interesse zu wecken. Das sind etwa 6 Wörter oder 12 Silben. Und innerhalb von 10 Sekunden entscheidet der Leser, ob er weiterliest oder nicht!

Um aus der Masse unzähliger Webseiten und Anbieter herauszustechen und den Leser und Interessenten auf auf Deiner Seite und bei Deinem Text zu halten, brauchst Du viel und gut aufbereiteten Text.

Ob Print oder online – der Text sollte Dein Angebot immer bestmöglich und verständlich darstellen. Du weißt nie, wer Interesse hat und wo er gerade zufällig von Dir liest. Verzichte auf schwere Sprache – sie kostet Dich potenzielle Kunden. Leser mögen Text, den sie schnell und problemlos auch am Handy lesen können. Und auch Menschen mit fremdsprachlichem Hintergrund haben vielleicht ja Interesse am Angebot.

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„Ich kann aber nicht gut schreiben!“

Schreiben ist eher selten das bevorzugte Betätigungsfeld von (Klein)Unternehmern, Selbstständigen und Freelancern. Und  – mein Eindruck – beinahe so unbeliebt wie die Buchhaltung.

Oft sind alle viel lieber in der Werkstatt als im Büro, wollen kreativ arbeiten oder ganz nah bei ihren Kunden sein. Ihre Memos diktieren sie ins Handy, verschicken im Messenger Sprachnachrichten und bevor sie eine Mail tippen, greifen sie lieber zum Telefon.

Du vermutlich auch, oder?

Und jetzt sitzt Du doch am Schreibtisch und suchst nach Rat. Etwas, das Dir hilft, den perfekten Text für Dein Business zu schreiben. Einen Text, der authentisch ist und allen Anforderungen gerecht wird, von denen Du gehört, gelesen und erzählt bekommen hast:

  • SEO-optimiert muss er sein, damit Deine Seite im Ranking nach oben klettern kann.
  • Verkaufen soll er, vorzugsweise unaufdringlich charmant – wir sind ja nicht auf dem Basar oder Wochenmarkt. Aber unbedingt erfolgreich!
  • Mehrwert muss er bieten, damit es einen Grund gibt, ihn zu lesen.
  • Leserfreundlich wäre gut, damit auch jeder versteht, worum es eigentlich geht.

Und natürlich soll er Deinen Expertenstatus unterstreichen – schließlich hast Du fundierte Fachkenntnisse, eine qualifizierte Ausbildung und ein Angebot, das rundum überzeugt.

Eigentlich ein Job für den Schreib-Profi

… doch gerade am Anfang heißt „selbstständig sein“ eben vor allem SELBST machen.

DEIN Vorteil: Du bist der Experte – Du weißt genau, worum es geht. Du kennst Dein Produkt, Deine Dienstleistung. Weißt um die Vorzüge, die Einzigartigkeit, die winzigen, innovativen Details, von denen der Kunde erst durch Dich erfährt – im Gespräch, bei der Produktpräsentation oder nun auf Deiner Webseite.

Also, wie war das? Mehrwert – leserfreundlich – erfolgreich

Aber Du, der Du sonst um kein Wort verlegen bist, der pointiert präsentiert und wortgewandt den Kunden zu überzeugen weiß, Du findest keinen Anfang.

Das Gefühl, es schreiben zu müssen, blockiert Dich zunehmend.

BeraTina Gastbeitrag OMT keine Idee

Eine Schreibblockade kommt bei den besten Textern vor. Das wichtigste daher: ruhig und entspannt bleiben.

Und je größer der Zwang, desto dicker der Knoten im Hirn.

Entspann Dich. Das passiert auch routinierten Textern immer mal wieder und darf als akute Schreibhemmung bezeichnet werden. Schlimmstenfalls mündet die allerdings in einer drastischen Schreibblockade, der mit den nachfolgenden Tipps nicht mehr zu helfen ist. Lass es bitte gar nicht erst soweit kommen. Im Zweifel ist der Schreibprofi  die für Dich gesündere Alternative. Lieber wenige richtig gute – meint wirksame – Texte, als gar keine oder solche, die Du unter größten Anstrengungen heraus gequält hast. Denn diese Qual wird der Leser spüren – in jeder Zeile und in jedem Wort. Das wirkt dann auch – allerdings nicht wie gewollt.

Das andere Extrem, was unter dem Druck, schreiben zu müssen, herauskommen könnte: Ein – sagen wir – kreativer Text. Vollgepackt mit allem, was Dir einfällt oder vorliegt und was Du weißt. Ohne Punkt und Komma, einzig Deiner Eingebung folgend und ohne Struktur.

Auch ein solcher Text hat eine Wirkung: Deine Leser sind verwirrt und gehen woanders hin.

Die Grundlagen wirksamer Texte

Ein Text besteht in der Regel aus 3 Teilen:

  1. Einleitung: Eine kleine Zusammenfassung von „Worum geht es?“. Bring hier schon mal das Problem unter, das Dein Angebot löst. Das macht neugierig und verführt zum Weiterlesen.
  2. Hauptteil: Beschreibung Deines Angebotes in allen Facetten.
  3. Schluss: Bring die Vorzüge noch einmal auf den Punkt. CTA /Call to action oder simpel: eine Handlungsaufforderung an den Leser – passiert spätestens hier.

Für den Inhalt gilt: Wichtiges gehört nach oben im Text. Was Du erzählst, ist wahr und im besten Fall belegbar.
Zudem ist Dein Text sachlogisch gegliedert. Absätze und gute Zwischen-Überschriften sorgen für eine übersichtliche Struktur.

Der Satzbau orientiert sich am Basissatz:  Subjekt – Prädikat und Objekt, also: Wer tut was?

Im (kurzen und möglichst einzigen) Nebensatz ist Raum für Erläuterungen.

Wichtiges gehört auch im Satz immer nach vorne.

Die Sprache Deines Textes muss verständlich sein. Und zwar nicht nur für Dich und Kollegen Deiner Branche. Sei sparsam mit Superlativen, verzichte auf „man“-Formulierungen.

Vermeide Fachchinesisch und Fremdwörter: Wo sie unbedingt nötig sind, solltest Du sie erklären. Als Experte Deines Faches kannst Du das!

Wenn dir das nicht gelingt, könnte nämlich folgendes passieren:

Du erzählst von Deinem Angebot, hier dargestellt als Sternchenbild.

BeraTina Gastbeitrag Sternenbild

Der Leser verbindet die Sternchen (Wort/Satz/wichtiges Detail) miteinander. Zu große Abstände zwischen den Sternen (Informationslücken) führen zu Verwirrung und Fehlinterpretationen.

Jedes Sternchen ist ein Wort, ein wichtiges Detail, ein Satz oder eine Information.

Beim Lesen (oder hier beim Bild beim Ansehen) wird der Leser die Sternchen (für ihn) sinnvoll verbinden. Kleinere Informationslücken – hier die Stellen zwischen den Sternchen – füllt er gerne und nach bestem Gewissen mit seinem Vorwissen. Das ist ein bisschen wie Malen nach Zahlen – nur dass hier der Leser die Zahlen selbst einsetzt und damit die Reihenfolge der einzelnen Verbindungen bis hin zum fertigen Bild bestimmt.

Dabei kann es zu Fehlinterpretationen kommen, wie diese Grafik zeigt.

 

 

BeraTina Gastbeitrag Collage Sternenbild

Das kommt dabei heraus, wenn die Sternchen nicht eng genug gesetzt wurden und der Leser aufgrund von Wissenslücken falsche Schlüsse gezogen hat.

 

In allen Fällen haben die Betrachter auf einer identischen Vorlage die Sterne in einer für sie sinnvollen Art verbunden.  Da auf der Vorlage kein Oben und Unten, kein Rechts oder Links vermerkt war, haben manche das Blatt auch gedreht. Oder, weil ihnen etwas fehlte, noch etwas hinzugefügt. Auch weil ihnen niemand „gesagt“ hat, dass sie das nicht machen dürfen.

Aber jeder hatte sich nach Kräften bemüht, die Information hinter den Sternen herauszufinden.

BeraTina Gastbeitrag OMT Sternenbild dichter

Werden die Sterne eng aneinandergereiht, wird der Leser bei der Lektüre in die richtige Richtung gelenkt und kann dem Inhalt problemlos folgen.

Da Du nicht weißt, wie viel und welches Vorwissen Dein Leser hat, solltest Du die Sternchen möglichst eng setzen und einen eindeutigen Zusammenhang erkennen lassen. Führe den  Leser in die richtige Richtung und von einem Sternchen zu nächsten.

Meint: Wäre es Malen nach Zahlen, dann musst Du die Zahlen setzen und das nicht deinen Lesern überlassen.

Systematisiere Deinen Schreibprozess

Damit das mit dem gegenseitigen Verstehen zwischen Dir und Deinem Leser klappt, brauchst Du eine klare Vorstellung von Deinem Leser. Gerade zu Anfang ist es daher gut, immer wieder den eigenen Text dahingehend zu hinterfragen. Auch der ein oder andere Testleser ist hilfreich.

Erste Systematik im Schreiben ermöglichen diese 3 generellen Arbeitsschritte:

  1. Recherche: Bereite Deine Informationen und Unterlagen gut vor
  2. Rohentwurf: (Be)schreibe formlos das Wesentliche
  3. Überarbeite (mehrfach mit zeitlichem Abstand) Inhalt, Satzbau, (An)Sprache und Struktur

Mit System vergisst Du keinen Schritt und die gewünschte Schreibroutine stellt sich schneller ein. Denn die gute Nachricht ist: Schreiben können ist zwar auch ein Talent, vor allem aber Übungssache.

Mit wachsender Schreibroutine wirst Du daher nahezu jede Schreibaufgabe, die das Business an Dich stellt, lösen können. Vielleicht nicht immer perfekt, aber doch so, dass Du Dich damit zeigen kannst.

Bleib also dran am Schreiben – aufgeben ist keine Option!

Für Deinen Schreiberfolg kannst Du eine ganze Menge tun!

Leichter machst Du es Dir, wenn Du Dich bewusst für Wollen statt Müssen entscheidest. Sorge für eine positive Grundstimmung zur anstehenden Textarbeit und nimm Dir Zeit für sie. Dein „Schreibkram“ ist wichtige Arbeit – und ein wesentliches Element Deiner Business-Kommunikation.

BeraTina Gastbeitrag Idee

Sorge für eine positive Grundstimmung und nimm dir genug Zeit für deinen Text und die guten Ideen kommen von ganz alleine.

Dazu noch ein schwieriges. Denn wo Du im persönlichen Gespräch spontan auf Gestik und Mimik Deines Gegenübers reagieren  kannst, musst Du beim Text schon lange vorher alle Möglichkeiten durchgespielt haben. Du musst Deinen Leser und seine Wünsche und Erwartungen bestens kennen, ohne ihm je persönlich begegnet zu sein.

Schon deswegen: Mal eben zwischendurch einen für Dein Business wichtigen Text schreiben – das wird nichts und das ist dann auch nichts!

Erst legst Du den Fokus auf Schreibbereich und Schreibzeit

  • Räume den Schreibtisch frei von allem, was ablenkt und nichts mit Deinem Text zu tun hat.
  • Lege Dir Notizpapier, Laptop, Stifte in unterschiedlichen Farben und Stärken bereit.
  • Lass Dich während der Schreibzeit nicht stören. Schalte Handy, Telefon und die Türklingel aus, mach ein Stopp-Schild an die Office-Tür.
  • Teile Dir Deine Schreibzeit ein. Gib Dir Zeit, Dich ins Thema hineinzudenken und Dich zu fokussieren. Nach 45 Minuten ist eine Pause sinnvoll – es sei denn, Du bist gerade richtig so richtig im Schreibfluss – aber dann hast Du eh keinen Blick für die Uhr.

Dann geht der Fokus auf Idee und Entwurf

→ Grenze das Thema deutlich ein und finde so das für SEO wichtige Schlüsselwort:

    • Worüber wirst Du schreiben? Was ist das? Was ist die Besonderheit?
    • Welches Problem löst Du damit?
    • Entscheide anhand Deiner Notizen:
      • Was gehört von der Sache her unbedingt in den Text?
      • Was davon will der Leser auch wirklich wissen?
      • Was muss er wissen? Was soll er wissen?

→ Für wen schreibst Du? Warum?

    • Welches Problem hat er/sie?
    • Kannst Du das Problem lösen?
    • Welche Wünsche/Anforderungen hat Dein Leser?

→ Was soll der Text beim Leser bewirken?

    • Unterhalten – informieren – überzeugen – verkaufen – emotional berühren …?

→ Schreibe einen Textentwurf und lass ihn eine Weile stehen, wie er ist.

Schließlich liegt der Fokus auf der Überarbeitung

  • Prüfe und überarbeite Deinen Entwurf:
    • Inhaltlich: Ist alles Wesentliche ge- und beschrieben? Ist an jeder Stelle sofort klar, worüber Du berichtest, was Du vorstellst oder tust?
      • Bleibst du jederzeit bei der Wahrheit?
    • Sprachlich: Passt die (An)sprache zu Dir, zum Leser und zu Deiner Branche?
      • Verwendest Du Fachbegriffe und Fremdwörter? Kann Dein Leser diese verstehen?
      • Ist der Satzbau einfach und verzichtet auf komplizierte Satzkonstrukte?
      • Bist Du präsent und versteckst Dich nicht hinter „man“ – Redewendungen?
    • Formell:
      • Ist der Text ansprechend gegliedert? Bauen die Textpassagen aufeinander auf? Behandeln die Abschnitte einen Aspekt und zwar komplett? Hat jeder Sinnabschnitt eine treffende Überschrift?
      • Um das Auge des Lesers zu leiten, kannst Du das ein oder andere prägnante/relevante Worte fett schreiben.
    • SEO
      • Ist Dein Schlüsselwort – Dein Thema oder ein Synonym dazu – im Titel und den Überschriften untergebracht? Findet es sich in angemessener Zahl im Text? Wirksames SEO ist Informiere Dich oder konsultiere vielleicht auch mal einen SEO-Experten. Sein Know-how und Rat werden Dich weiterbringen.

→ Optional: Testleser zur Optimierung: Sie werden Dir sagen, was sie nicht verstehen und ob der Text sie anspricht. Die Erfahrung hat gezeigt: Der beste Freund ist kein guter Testleser, liebende Verwandte auch nicht. Ideal ist der ärgste Feind, zumindest aber jemand, der nicht emotional beteiligt ist.

Zu guter Letzt – mach Deinen Text bereit für die Öffentlichkeit: Lasse das Feedback Deiner Testleser einfließen und ein Rechtschreibprogramm über den Text laufen. Der Leser an sich ist freundlich, jedoch von zu vielen Schreib- und Tippfehlern irgendwann genervt. Er bekommt dann  schnell das Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden. Oder dass Dir die Sache an sich eher egal sein könnte.

Optimierte Texte machen die Kommunikation erfolgreicher

Außen vor sind nur die, die ein so einzigartiges innovatives Produkt bieten, dass eigentlich eh jedes Wort überflüssig ist. Ein Produkt, für das es keine Mitbewerber gibt und das Google bei den Suchanfragen sofort auf Platz 1 katapultiert.

Für alle anderen, die zwar einzigartig, aber nicht als einzige ein Angebotssegment besetzen, lautet die Devise: Investiere Zeit und Arbeit in Deine Texte – dann klappt es auch mit dem Aufstieg.

Probiere aus, wie weit Du mit DIY beim Texten kommst. Und wenn Du merkst, das wird trotz aller Mühe und guter Vorsätze nichts:  Hol‘ Dir einen Schreibprofi. Du hast ja jetzt eine Ahnung, wie viel seine Arbeit  für Dich tatsächlich wert ist.

Mehr Infos zum Thema Content Marketing findest du hier

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