Content muss klingen! Tipps für tolle Texte

Beschreibung zum kostenlosen Online Marketing Webinar

Von Content mit Mehrwert für den User ist allenthalben die Rede – doch nur wenigen Akteuren gelingt es, wirklich guten Content zu produzieren. In diesem Webinar möchte ich auf einen Aspekt eingehen, der meines Erachtens bislang zu wenig Beachtung im Content Marketing findet: den Klang von Texten. Gut klingende Texte sind emotional ansprechender, bildlicher und leichter „konsumierbar“. Daher sind Klang und Stil wichtige Elemente guten Contents. Wie man diese Qualität erreichen kann und wie man sie beim Einkauf von Texten erkennt, ist Gegenstand dieses Webinars. Anhand verschiedener Beispiele zeige ich, wie man schlechte Texte von guten unterscheiden kann – und ohne “Regelwerk” lernen kann, bessere Texte zu schreiben, indem man sich an der „musikalischen“ Qualität von Texten orientiert.

Webinar Termin:

29.05.2017

15:00 Uhr - 16:00 Uhr

Was Du nach dem Webinar gelernt hast:

  • Sensibilisierung für den Klang von Texten
  • Textanalyse-Tools sinnvoll nutzen
  • Schreibniveau von Textern einschätzen
  • Praxistipps für die stilistische Verbesserung eigener Texte

Zielgruppe:

  • Texter
  • Verantwortliche in Unternehmen, die Content kaufen

Webinar Termin:

29.05.2017

15:00 Uhr - 16:00 Uhr

Content muss klingen! Tipps für tolle Texte

Bei der Textanalyse stellen wir sehr schnell fest, dass guter Content sehr viel mehr ist, als „nur“ guter Inhalt mit einem gewissen Mehrwert für den User. Guter Content ist unter formalen Gesichtspunkten auch gut geschrieben. Dabei spielen primär ästhetische und stilistische Punkte eine entscheidende Rolle. Am Ende geht es darum, den Leser im Auge zu behalten. Das bedeutet, dass die Lesbarkeit und Erlebbarkeit des Textes durch Klang und Rhythmus deutlich verbessert wird. Im Fokus steht dabei nicht nur das geschriebene Wort, sondern auch das, was der Leser wahrnimmt.

Doch warum ist das bei wertvollem Content so wichtig? Ganz einfach! Eine emotionale und bildhafte Sprache hat eine deutlich bessere Wirkung. Das bedeutet im konkreten Fall, dass hier der Content mit einer besseren Wirkung eine höhere Conversion-Rate besitzt. Das ist extrem wichtig und wertvoll, gerade bei hart umkämpften Themen. Hier zählt jedes Detail, um mehr Leser für den Text zu begeistern — und mehr Leser bedeutet hier meist auch wieder, eine höhere Conversion-Rate des jeweiligen Contents.

Das Schöne dabei ist, dass wir die ideale Schreibweise meist schon intuitiv einsetzen. Gerade wer viel liest und viel schreibt, ist hier oft vom Start weg im Fluss und auf dem besten Weg, um guten Content zu formulieren. Doch auch für den Ungeübten ist das Bewusstsein für guten und flüssig zu lesenden Content sehr wohl trainierbar, auch wenn ein gewisses Talent schon vorhanden sein sollte.

Entdecken Sie nachfolgend eine lose und unabgeschlossene Sammlung von typischen Fehlern, Beispiele für klang- und rhythmusrelevante Stolpersteine in Texten und Möglichkeiten zur Selbstkontrolle bzw. zur Evaluation von fremden Texten:

Textanalyse Tipp 1: Stil? Bruch!

Kennen Sie das? Sie lesen einen Text und haben irgendwie das Gefühl, dass dieser Text komisch klingt. Zuerst weiß man nicht so genau, was konkret nicht passt, doch dann wird es schlagartig klar — der Text klingt gestelzt und irgendwie konstruiert.

Zum Beispiel:

„Das edle Armband, welches aus 925er-Silber hergestellt ist, eignet sich zu vielen Anlässen.“

Gerade eingeschobene Nebensätze und Ergänzungen, die mit dieses, jenes oder welches eingeleitet werden, tauchen in unserer Alltagssprache fast nie auf. Das bedeutet, dass für unsere Ohren und unser Stilempfinden eine solche Formulierung ungewohnt und irgendwie komisch klingt. Meist empfinden wir dann einen solchen Satz als gestelzt oder sperrig.

Besser wäre eine andere Formulierung. Zum Beispiel:

„Das edle Armband aus 925er-Silber eignet sich zu vielen Anlässen.“

So formuliert, geht der Satz auf direktem Weg ins Gehirn, ohne dass der Leser über sperrige Konstruktionen gedanklich stolpert.

Textanalyse Tipp 2: Adjektive-Stuffing

Sehr gerne neigen wir dazu, viel zu viel in einen Text hineinlegen zu wollen. Da passiert es schon mal, dass in einem Absatz gleich mehrere Adjektiv-Ketten eingebaut werden, weil diese, zumindest auf den ersten Blick, dynamisch klingen und viel positiven Content beinhalten.

Zum Beispiel:

„Das schöne und edle Armband, das aus 925er-Silber hergestellt ist, in ein charmantes, ausgefallenes Schmuckstück, das sich zu vielen besonderen Anlässen eignet.“

Hier wird deutlich, dass Adjektive Texte nicht sofort emotionaler machen, denn viel bringt nicht unbedingt auch viel. Mehr noch: Manche Adjektivketten lösen Widersprüche aus. Das bedeutet, der Leser fängt an, über den Widerspruch nachzudenken und ist somit weg vom eigentlichen Text. Das heißt dann in letzter Konsequenz, dass die Kombination und Aneinanderreihung von Adjektiven den Text schwerfällig machen. Meistens ist das genau das Gegenteil von dem, was wir von gutem Content erwarten.

Deshalb sollten Adjektive klug und sparsam benutzt werden, um am Ende so aussagekräftigen Content mit einem hohen Informationsgehalt zu bekommen. Außerdem — alles wird langweilig, wenn man schon jedes Detail gesagt bekommt. Hier erfordert es ein gewisses Fingerspitzengefühl, um dem Leser so viel wie möglich mitzuteilen, und genügend Raum für eigene Entdeckungen zu lassen.

Textanalyse Tipp 3: Rhythmus

Ein guter Text ist wie eine eingängige Melodie. Er hat Rhythmus und entwickelt eine gewisse Melodie beim Lesen. Doch nichts ist schlimmer, als wenn man einen Text hat, der wie ein zerstückeltes Tonband daherkommt. Sicher, gerne hören wir Aussagen wie: Fasse Dich kurz und schreibe kurze Sätze — doch genau das kann zu Texten führen, die alles andere als gut zu lesen sind.

Hier ein Beispiel:

„Gartenschläuche sind in vielen Farben und auch mit Musterungen erhältlich. Sie bestehen zumeist aus PVC oder anderen Kunststoffen. Auch Gummischläuche sind erhältlich. Meist werden Gartenschläuche mit Verbundstoffen verstärkt. Der klassische Gartenschlauch besteht aus natürlichem Gummimaterial, synthetischen Kautschukstoffen oder Kunststoffen.“

Alle relevanten Informationen werden, jeweils in einem Satz, so verpackt, dass der Text kaum zu lesen ist. Dem Text fehlt hier jeder Rhythmus, jede Melodie und hat so absolut keinen Stil. Kurze Sätze sind somit nicht immer die beste Wahl. Doch es geht besser.

Hier ein Beispiel:
„Gartenschläuche gibt es aus verschiedenen Materialien und in diversen Formen und Farben. Moderne Gartenschläuche, wie wir sie in wohl fast jedem Geräteschuppen finden, bestehen zumeist aus PVC oder anderen Kunststoffen. In der der Regel werden diese mit Verbundstoffen verstärkt — so halten die Schläuche auch größeren Belastungen stand.“

Die gleichen Informationen — eine vollkommen andere Wirkung. So geht das!

Deshalb … Vorsicht bei Aneinanderreihungen von Inhalten. Das wirkt sehr schnell langweilig und ist so eintönig, dass der Leser meist nach dem zweiten oder dritten Satz abschaltet und einfach nur noch automatisch weiterliest. Von daher gilt: Einfache und kurze Sätze JA, doch das Ganze nicht zu wörtlich nehmen. Am Ende muss der Rhythmus stimmen und das Lesen Spaß machen.

Textanalyse Tipp 4: Füllwörter

Wir alle kennen sie, und manchmal hassen wir sie: Gemeint sind die Füllwörter. Doch sind Füllwörter per se schlecht? Schauen wir uns einmal folgenden Text näher an:

„Die warme Jahreszeit bricht an, und schon sieht man sie wieder überall — vielleicht waren sie vorher auch schon da, aber hat sie einfach nicht so zur Kenntnis genommen. Die Rede ist von den vielen verlockenden Angeboten für Salsareisen, sei es nach Kuba, in die Türkei oder an einen anderen, meist warmen Ort“

Füllwörter werden gerne benutzt, um Texte zu strecken oder in ein vorgegebenes Layout einzupassen. Von daher sind Füllwörter per se nicht schlecht. Vielmehr sollten sie sehr bewusst und zielführend eingesetzt werden, denn manche Texte OHNE Füllwörter, klingen einfach nur langweilig, trocken und emotionslos. Besser wäre der Text, wenn die Füllwörter auf ein gutes Maß reduziert werden.

Zum Beispiel:

„Die warme Jahreszeit bricht an, und man sieht sie überall — vielleicht waren sie vorher auch da, aber man hat sie nicht zur Kenntnis genommen. Die Rede ist von den vielen verlockenden Angeboten für Salsareisen, sei es nach Kuba, in die Türkei oder an die andren, warmen Orte.“

Beide Sätze funktionieren. Doch das zweite Beispiel zeigt, dass weniger Füllwörter den Text lesbarer machen.

Das nachfolgende Beispiel zeigt, wie Füllwörter einen Text fast unlesbar machen, und sogar teilweise den Sinn verzerren.

„Wenn Sie als Hochzeitsgast auf der Suche nach einem Hochzeitsgeschenk für Frauen sind, ist es wichtig, dem Geschenk einen persönlichen Touch zu geben. (…) Auch Schneekugeln sind denkbar und strapazieren ein knappes Budget nicht sehr. Weiterhin gibt es auch vorgedruckte Bilder, auf denen zum Beispiel mehrere Leute oder eine ganze Familie unterschreiben können, um sich so der Braut stets ins Gedächtnis zu rufen. Ein Hochzeitsgeschenk für Frauen sollte nämlich idealerweise auch Emotionen hervorrufen.“

Hier wird beim Lesen sehr schnell klar, dass sinnlose und sinnverzerrende Füllwörter raus müssen, und man sich auch von allen unnötigen Floskeln verabschieden sollte. Letztlich stolpert man hier mehr und mehr durch den Text, und es klingt einfach nicht gut.

Deshalb gilt:
Nicht grundsätzlich an Füllwörtern stoßen, sondern vielmehr diese so geschickt nutzen, dass sie zum Text, zur Bildsprache und auch zum Rhythmus des Textes passen.

Textanalyse Tipp 5: Passiv … oder nicht Passiv</h2

Manchmal haben wir das Gefühl, dass einige Texte erst über Umwege formuliert werden, um dann irgendwie zum Ziel zu kommen. Meist handelt es sich hier um passive Formulierungen von aktiven Inhalten.

Zum Beispiel:

„Bei einer traditionellen Hawaiimassage wirst Du von versierten Händen verwöhnt und kannst dabei entspannen und Körper wie Sinne regenerieren.“

Dieser Satz ist eine passive Formulierung für eine aktive Handlung. In diesem Fall passt die stilistische Formulierung ganz gut und entfaltet ihre Wirkung im richtigen Kontext. Ganz anders sieht das in folgendem Beispiel aus:

„Der Ring wird von einem Smaragd geziert, der aus Kolumbien stammt und von einer runden Fassung aus Gold umrahmt wird.“

Hier wirkt alles tatsächlich unstimmig und ungelenk. Irgendwie hat man das Gefühl, dass man drei Mal um das Dorf gefahren ist, bis man endlich den Weg zur Kirche gefunden hat.

Besser wäre es so:

„Den Ring ziert ein kolumbianischer Smaragd, umrahmt von einer goldenen Einfassung.“

Klare Aussage — klar zum Ziel.

Textanalyse Tipp 6: Offene oder geschlossene Silben</h2

Fast schon etwas für Spezialisten ist das Beachten von offenen und geschlossenen Silben bei der Formulierung von Texten. Unter einer geschlossenen Silbe versteht man, dass nach einem Vokal (zur Erinnerung: a, e, i, o und u) ein Konsonant steht.

Zum Beispiel:

„Die Teilnahme ist mit keinen Kosten verbunden“

Hier haben wir –en, –ten und –den. Im Textfluss wirken die Worte hintereinander mit den jeweils gleichklingenden Endungen seltsam. Besser wäre es, wenn man den Gleichklang durchbricht.

Zum Beispiel:
„Die Teilnahme ist mit keinerlei Kosten verbunden“

Das „keinerlei“ bricht hier die Dreierkette auf. Dadurch wird der Text weniger holperig und in jedem Fall geschmeidiger, weicher, lockerer, freundlicher und eingängiger (oh, eine Aneinanderreihung von Adjektiven 😉 ). Als Text in einer Rechtsbelehrung kann das erste Beispiel durchaus funktionieren, doch gerade in redaktionellen Texten sollte man auch bei einzelnen Silben auf den Rhythmus achten. Deshalb ist in solchen Texten die Variante 2 besser geeignet.

Textanalyse Tipp 7: Reime

„Das Wort soll nicht allein sein, da bau’ ich flott einen Reim ein“

Reim’ dich, oder ich fresse dich — könnte man hier anmerken. Wer nach diesem Motto textet, der kann und wird Reime nicht unbedingt zweckmäßig einsetzen. Vielmehr wirken solche Reime meist so unpassend, wie der komische Onkel bei der Geburtstagsfeier. Man muss ihn einladen, er kommt und man hofft, dass er sich nicht schlecht benimmt.

Doch Reime können etwas sehr Schönes sein — allerdings nur dann, wenn diese sich natürlich ergeben und praktisch von selbst in den Text hineinfließen. Keinesfalls dürfen sie konstruiert oder bemüht klingen. Am Ende müssen Reime einfach passen und sich von selbst ergeben — dann macht man alles richtig.

Textanalyse Tipp 8 Vokalklänge

Sprache ist etwas Schönes, und der Klang von einzelnen Worten kann verknüpfte Emotionen und somit Bilder im Kopf auslösen.

Zum Beispiel:

„Stille wird zum romantischen Deckmantel einer tief verschneiten Alpen-Kulisse. Dabei ragen kahle Bergspitzen aus dicken Schneedecken hervor und geben sich ebenso elegant in weiß wie die liebliche Braut selbst. Ja, der Winter birgt wieder einmal eine romantische Idee in sich und bringt ein Brautpaar voller anmutiger Grazie hervor. Vor monochromer Alpenlandschaft und ausblauer Naturidylle nivellieren Creme und Kupfer[,] um wohlige Wärme in dieser Hochzeitsidee zu mischen.“

Quelle http://www.hochzeitswahn.de/inspirationsideen/alpine-winter-wedding

Gerade Vokalklänge können einem Wort eine Färbung geben. So wird „tief verschneit“ durch die langen Vokale gleich etwas ruhiger und positiver, denn es geht ja irgendwie auch um Stille. „Lieblich“ bekommt gleich etwas sehr Positives und „wohlige Wärme“ strahlen schon beim Lesen etwas Warmes aus, doch kahle Bergspitzen wirken dagegen hart und kantig.

Mit den richtigen Worten lässt sich also Stimmung erzeugen, und gut eingesetzte Worte mit Vokalklängen lassen Bilder in den Köpfen der Leser entstehen. So wird sprachlich eine hoch emotionale Stimmung gesetzt — oder gesteigert.

Tipps zur Evaluation eigener oder fremder Texte

Am Anfang hast Du erfahren, dass gerade geübte Leser und Schreiber Texte intuitiv erfassen und formulieren. Doch wie kann man eigene oder fremde Texte überprüfen?

Auch hierzu gibt es einige Tipps, die dabei helfen.

Textanalyse Tipp 9: Laut lesen

Einen Text laut vorlesen hilft sehr, um stilistische Stolpersteine und unglückliche Formulierungen zu entlarven. Der Trick dabei ist ganz einfach, denn ein gut geschriebener Text liest sich flüssig. Stockt oder stolpert man beim Lesen, dann handelt es sich meist an dieser Stelle um eine Formulierung, die nicht stimmig ist. Von daher ist das die einfachste und beste Möglichkeit, um schnell festzustellen, wie gut der Text ist und wie klar die Inhalte vermittelt werden.

Außerdem kann man beim Lesen auch unterschiedlich betonen, so dass man hier auch einzelne Emotionen heraushört bzw. hineinlegt.

Textanalyse Tipp 10: Monotones Lautlesen

Liest man einen Text mit unterschiedlichen Betonungen, kann es passieren, dass man nach einigen Durchgängen nicht mehr nur das liest, was geschrieben wurde, sondern man liest, was man erwartet. Aus diesem Grund gibt es noch eine zweite Art, um einen Text zu lesen, nämlich das monotone Lesen.

Hierbei geht es darum, den Text möglichst langweilig vorzulesen. Im Idealfall kann dies auch von einem Dritten, bzw. einem ungeübten Leser übernommen werden. Ziel dieser Übung ist es, herauszufinden, ob ein Text auch ohne subjektiv durch den Leser hinzugefügte Betonung eine bestimmte Stimmung transportiert. Gerade Vokalklänge treten hierbei besonders in den Vordergrund und lassen sich so isoliert betrachten.

(Anmerkung: Dieser Tipp stammt aus der Veröffentlichung von Sol Stone mit dem Titel: Über das Schreiben, Frankfurt am Main, 1997.)

Textanalyse Tipp 11: Gute Texte kopieren

Will man Malen lernen, dann beginnt man ab einem bestimmten Punkt damit, Alte Meister zu kopieren. Man lernt, wie sie zu denken, den Pinsel so wie sie damals zu führen, und am Ende malt man die gleichen Bilder auf die gleiche Art und Weise wie damals. Übung macht hier sprichwörtlich den Meister.

Genau auf die gleiche Art und Weise kann man auch von guten Texten lernen. Es ist ganz einfach: Gute Texte mehrfach abschreiben. Klingt verrückt, doch es hilft beim Verständnis für Textaufbau, Formulierung und Rhythmus. Im Idealfall setzt man sich auch mit dem Autor auseinander und versucht herauszufinden, was sein persönlicher Hintergrund ist und warum bzw. wie er seine Texte schreibt. Zusätzlich ist es mehr als hilfreich herauszufinden, was das Ziel des jeweiligen Textes war bzw. ist.

Sicher, diese Methode wirkt auf den ersten Blick sehr archaisch, denn zu gerne schreiben wir ja Texte heute mit dem Computer. Doch das handschriftliche Kopieren „Alter Meister“ ist extrem wirkungsvoll.

Gesamtfazit

Kann man Schreiben von eingängigen Texten, die gerne gelesen werden und auf den Punkt kommen, lernen? Diese Frage lässt sich in jedem Fall mit einem entschiedenem JEIN beantworten. Praktisch ist es wie beim Schauspiel — vieles ist Handwerk, doch ein bisschen Talent gehört auch dazu. Auch kann man trainieren, trainieren und nochmals trainieren — doch nicht in jedem Falle ist das den (finanziellen und zeitlichen) Aufwand wirklich wert. Ab einem bestimmten Punkt sollte man in der Lage sein, Texte intuitiv zu schreiben. Ab diesem Punkt hat man dann den Rhythmus im Blut.

Doch was bedeutet all das aus Sicht eines Einkäufers von Texten? Klar ist, dass man, wenn man mehr Geld in Texte investiert, hier auch bessere Ergebnisse geliefert bekommt. Denn meist nimmt sich der Texter für gute Texte auch mehr Zeit. Er schreibt dann nicht nur, um Inhalt zu liefern, sondern achtet auch mehr auf den Stil, damit die Botschaft auch wirklich beim Leser ankommt. Doch Achtung: Nicht alle günstigen Texter sind schlecht, und nicht alle teuren Texter sind gut. Von daher gilt auch hier für die Evaluation von Texten: Hörintuition einsetzen und das Gehör schärfen. So findet man leicht heraus, wie ein Text klingt und er sich anfühlt.

Und wie sieht es auf lange Sicht für den Texter aus, bzw. dauert das Erstellen von gut klingenden Texten länger? Nein, denn wie schon einmal gesagt: Wenn die Übung da ist, dann schreibt man solche Texte intuitiv in der ersten Fassung, und muss dann in der zweiten Fassung nur noch am Stil feilen.

 

Content muss klingen! Tipps für tolle Texte

Bei der Textanalyse stellen wir sehr schnell fest, dass guter Content sehr viel mehr ist, als „nur“ guter Inhalt mit einem gewissen Mehrwert für den User. Guter Content ist unter formalen Gesichtspunkten auch gut geschrieben. Dabei spielen primär ästhetische und stilistische Punkte eine entscheidende Rolle. Am Ende geht es darum, den Leser im Auge zu behalten. Das bedeutet, dass die Lesbarkeit und Erlebbarkeit des Textes durch Klang und Rhythmus deutlich verbessert wird. Im Fokus steht dabei nicht nur das geschriebene Wort, sondern auch das, was der Leser wahrnimmt.

Doch warum ist das bei wertvollem Content so wichtig? Ganz einfach! Eine emotionale und bildhafte Sprache hat eine deutlich bessere Wirkung. Das bedeutet im konkreten Fall, dass hier der Content mit einer besseren Wirkung eine höhere Conversion-Rate besitzt. Das ist extrem wichtig und wertvoll, gerade bei hart umkämpften Themen. Hier zählt jedes Detail, um mehr Leser für den Text zu begeistern — und mehr Leser bedeutet hier meist auch wieder, eine höhere Conversion-Rate des jeweiligen Contents.

Das Schöne dabei ist, dass wir die ideale Schreibweise meist schon intuitiv einsetzen. Gerade wer viel liest und viel schreibt, ist hier oft vom Start weg im Fluss und auf dem besten Weg, um guten Content zu formulieren. Doch auch für den Ungeübten ist das Bewusstsein für guten und flüssig zu lesenden Content sehr wohl trainierbar, auch wenn ein gewisses Talent schon vorhanden sein sollte.

Entdecken Sie nachfolgend eine lose und unabgeschlossene Sammlung von typischen Fehlern, Beispiele für klang- und rhythmusrelevante Stolpersteine in Texten und Möglichkeiten zur Selbstkontrolle bzw. zur Evaluation von fremden Texten:

Textanalyse Tipp 1: Stil? Bruch!

Kennen Sie das? Sie lesen einen Text und haben irgendwie das Gefühl, dass dieser Text komisch klingt. Zuerst weiß man nicht so genau, was konkret nicht passt, doch dann wird es schlagartig klar — der Text klingt gestelzt und irgendwie konstruiert.

Zum Beispiel:

„Das edle Armband, welches aus 925er-Silber hergestellt ist, eignet sich zu vielen Anlässen.“

Gerade eingeschobene Nebensätze und Ergänzungen, die mit dieses, jenes oder welches eingeleitet werden, tauchen in unserer Alltagssprache fast nie auf. Das bedeutet, dass für unsere Ohren und unser Stilempfinden eine solche Formulierung ungewohnt und irgendwie komisch klingt. Meist empfinden wir dann einen solchen Satz als gestelzt oder sperrig.

Besser wäre eine andere Formulierung. Zum Beispiel:

„Das edle Armband aus 925er-Silber eignet sich zu vielen Anlässen.“

So formuliert, geht der Satz auf direktem Weg ins Gehirn, ohne dass der Leser über sperrige Konstruktionen gedanklich stolpert.

Textanalyse Tipp 2: Adjektive-Stuffing

Sehr gerne neigen wir dazu, viel zu viel in einen Text hineinlegen zu wollen. Da passiert es schon mal, dass in einem Absatz gleich mehrere Adjektiv-Ketten eingebaut werden, weil diese, zumindest auf den ersten Blick, dynamisch klingen und viel positiven Content beinhalten.

Zum Beispiel:

„Das schöne und edle Armband, das aus 925er-Silber hergestellt ist, in ein charmantes, ausgefallenes Schmuckstück, das sich zu vielen besonderen Anlässen eignet.“

Hier wird deutlich, dass Adjektive Texte nicht sofort emotionaler machen, denn viel bringt nicht unbedingt auch viel. Mehr noch: Manche Adjektivketten lösen Widersprüche aus. Das bedeutet, der Leser fängt an, über den Widerspruch nachzudenken und ist somit weg vom eigentlichen Text. Das heißt dann in letzter Konsequenz, dass die Kombination und Aneinanderreihung von Adjektiven den Text schwerfällig machen. Meistens ist das genau das Gegenteil von dem, was wir von gutem Content erwarten.

Deshalb sollten Adjektive klug und sparsam benutzt werden, um am Ende so aussagekräftigen Content mit einem hohen Informationsgehalt zu bekommen. Außerdem — alles wird langweilig, wenn man schon jedes Detail gesagt bekommt. Hier erfordert es ein gewisses Fingerspitzengefühl, um dem Leser so viel wie möglich mitzuteilen, und genügend Raum für eigene Entdeckungen zu lassen.

Textanalyse Tipp 3: Rhythmus

Ein guter Text ist wie eine eingängige Melodie. Er hat Rhythmus und entwickelt eine gewisse Melodie beim Lesen. Doch nichts ist schlimmer, als wenn man einen Text hat, der wie ein zerstückeltes Tonband daherkommt. Sicher, gerne hören wir Aussagen wie: Fasse Dich kurz und schreibe kurze Sätze — doch genau das kann zu Texten führen, die alles andere als gut zu lesen sind.

Hier ein Beispiel:

„Gartenschläuche sind in vielen Farben und auch mit Musterungen erhältlich. Sie bestehen zumeist aus PVC oder anderen Kunststoffen. Auch Gummischläuche sind erhältlich. Meist werden Gartenschläuche mit Verbundstoffen verstärkt. Der klassische Gartenschlauch besteht aus natürlichem Gummimaterial, synthetischen Kautschukstoffen oder Kunststoffen.“

Alle relevanten Informationen werden, jeweils in einem Satz, so verpackt, dass der Text kaum zu lesen ist. Dem Text fehlt hier jeder Rhythmus, jede Melodie und hat so absolut keinen Stil. Kurze Sätze sind somit nicht immer die beste Wahl. Doch es geht besser.

Hier ein Beispiel:
„Gartenschläuche gibt es aus verschiedenen Materialien und in diversen Formen und Farben. Moderne Gartenschläuche, wie wir sie in wohl fast jedem Geräteschuppen finden, bestehen zumeist aus PVC oder anderen Kunststoffen. In der der Regel werden diese mit Verbundstoffen verstärkt — so halten die Schläuche auch größeren Belastungen stand.“

Die gleichen Informationen — eine vollkommen andere Wirkung. So geht das!

Deshalb … Vorsicht bei Aneinanderreihungen von Inhalten. Das wirkt sehr schnell langweilig und ist so eintönig, dass der Leser meist nach dem zweiten oder dritten Satz abschaltet und einfach nur noch automatisch weiterliest. Von daher gilt: Einfache und kurze Sätze JA, doch das Ganze nicht zu wörtlich nehmen. Am Ende muss der Rhythmus stimmen und das Lesen Spaß machen.

Textanalyse Tipp 4: Füllwörter

Wir alle kennen sie, und manchmal hassen wir sie: Gemeint sind die Füllwörter. Doch sind Füllwörter per se schlecht? Schauen wir uns einmal folgenden Text näher an:

„Die warme Jahreszeit bricht an, und schon sieht man sie wieder überall — vielleicht waren sie vorher auch schon da, aber hat sie einfach nicht so zur Kenntnis genommen. Die Rede ist von den vielen verlockenden Angeboten für Salsareisen, sei es nach Kuba, in die Türkei oder an einen anderen, meist warmen Ort“

Füllwörter werden gerne benutzt, um Texte zu strecken oder in ein vorgegebenes Layout einzupassen. Von daher sind Füllwörter per se nicht schlecht. Vielmehr sollten sie sehr bewusst und zielführend eingesetzt werden, denn manche Texte OHNE Füllwörter, klingen einfach nur langweilig, trocken und emotionslos. Besser wäre der Text, wenn die Füllwörter auf ein gutes Maß reduziert werden.

Zum Beispiel:

„Die warme Jahreszeit bricht an, und man sieht sie überall — vielleicht waren sie vorher auch da, aber man hat sie nicht zur Kenntnis genommen. Die Rede ist von den vielen verlockenden Angeboten für Salsareisen, sei es nach Kuba, in die Türkei oder an die andren, warmen Orte.“

Beide Sätze funktionieren. Doch das zweite Beispiel zeigt, dass weniger Füllwörter den Text lesbarer machen.

Das nachfolgende Beispiel zeigt, wie Füllwörter einen Text fast unlesbar machen, und sogar teilweise den Sinn verzerren.

„Wenn Sie als Hochzeitsgast auf der Suche nach einem Hochzeitsgeschenk für Frauen sind, ist es wichtig, dem Geschenk einen persönlichen Touch zu geben. (…) Auch Schneekugeln sind denkbar und strapazieren ein knappes Budget nicht sehr. Weiterhin gibt es auch vorgedruckte Bilder, auf denen zum Beispiel mehrere Leute oder eine ganze Familie unterschreiben können, um sich so der Braut stets ins Gedächtnis zu rufen. Ein Hochzeitsgeschenk für Frauen sollte nämlich idealerweise auch Emotionen hervorrufen.“

Hier wird beim Lesen sehr schnell klar, dass sinnlose und sinnverzerrende Füllwörter raus müssen, und man sich auch von allen unnötigen Floskeln verabschieden sollte. Letztlich stolpert man hier mehr und mehr durch den Text, und es klingt einfach nicht gut.

Deshalb gilt:
Nicht grundsätzlich an Füllwörtern stoßen, sondern vielmehr diese so geschickt nutzen, dass sie zum Text, zur Bildsprache und auch zum Rhythmus des Textes passen.

Textanalyse Tipp 5: Passiv … oder nicht Passiv</h2

Manchmal haben wir das Gefühl, dass einige Texte erst über Umwege formuliert werden, um dann irgendwie zum Ziel zu kommen. Meist handelt es sich hier um passive Formulierungen von aktiven Inhalten.

Zum Beispiel:

„Bei einer traditionellen Hawaiimassage wirst Du von versierten Händen verwöhnt und kannst dabei entspannen und Körper wie Sinne regenerieren.“

Dieser Satz ist eine passive Formulierung für eine aktive Handlung. In diesem Fall passt die stilistische Formulierung ganz gut und entfaltet ihre Wirkung im richtigen Kontext. Ganz anders sieht das in folgendem Beispiel aus:

„Der Ring wird von einem Smaragd geziert, der aus Kolumbien stammt und von einer runden Fassung aus Gold umrahmt wird.“

Hier wirkt alles tatsächlich unstimmig und ungelenk. Irgendwie hat man das Gefühl, dass man drei Mal um das Dorf gefahren ist, bis man endlich den Weg zur Kirche gefunden hat.

Besser wäre es so:

„Den Ring ziert ein kolumbianischer Smaragd, umrahmt von einer goldenen Einfassung.“

Klare Aussage — klar zum Ziel.

Textanalyse Tipp 6: Offene oder geschlossene Silben</h2

Fast schon etwas für Spezialisten ist das Beachten von offenen und geschlossenen Silben bei der Formulierung von Texten. Unter einer geschlossenen Silbe versteht man, dass nach einem Vokal (zur Erinnerung: a, e, i, o und u) ein Konsonant steht.

Zum Beispiel:

„Die Teilnahme ist mit keinen Kosten verbunden“

Hier haben wir –en, –ten und –den. Im Textfluss wirken die Worte hintereinander mit den jeweils gleichklingenden Endungen seltsam. Besser wäre es, wenn man den Gleichklang durchbricht.

Zum Beispiel:
„Die Teilnahme ist mit keinerlei Kosten verbunden“

Das „keinerlei“ bricht hier die Dreierkette auf. Dadurch wird der Text weniger holperig und in jedem Fall geschmeidiger, weicher, lockerer, freundlicher und eingängiger (oh, eine Aneinanderreihung von Adjektiven 😉 ). Als Text in einer Rechtsbelehrung kann das erste Beispiel durchaus funktionieren, doch gerade in redaktionellen Texten sollte man auch bei einzelnen Silben auf den Rhythmus achten. Deshalb ist in solchen Texten die Variante 2 besser geeignet.

Textanalyse Tipp 7: Reime

„Das Wort soll nicht allein sein, da bau’ ich flott einen Reim ein“

Reim’ dich, oder ich fresse dich — könnte man hier anmerken. Wer nach diesem Motto textet, der kann und wird Reime nicht unbedingt zweckmäßig einsetzen. Vielmehr wirken solche Reime meist so unpassend, wie der komische Onkel bei der Geburtstagsfeier. Man muss ihn einladen, er kommt und man hofft, dass er sich nicht schlecht benimmt.

Doch Reime können etwas sehr Schönes sein — allerdings nur dann, wenn diese sich natürlich ergeben und praktisch von selbst in den Text hineinfließen. Keinesfalls dürfen sie konstruiert oder bemüht klingen. Am Ende müssen Reime einfach passen und sich von selbst ergeben — dann macht man alles richtig.

Textanalyse Tipp 8 Vokalklänge

Sprache ist etwas Schönes, und der Klang von einzelnen Worten kann verknüpfte Emotionen und somit Bilder im Kopf auslösen.

Zum Beispiel:

„Stille wird zum romantischen Deckmantel einer tief verschneiten Alpen-Kulisse. Dabei ragen kahle Bergspitzen aus dicken Schneedecken hervor und geben sich ebenso elegant in weiß wie die liebliche Braut selbst. Ja, der Winter birgt wieder einmal eine romantische Idee in sich und bringt ein Brautpaar voller anmutiger Grazie hervor. Vor monochromer Alpenlandschaft und ausblauer Naturidylle nivellieren Creme und Kupfer[,] um wohlige Wärme in dieser Hochzeitsidee zu mischen.“

Quelle http://www.hochzeitswahn.de/inspirationsideen/alpine-winter-wedding

Gerade Vokalklänge können einem Wort eine Färbung geben. So wird „tief verschneit“ durch die langen Vokale gleich etwas ruhiger und positiver, denn es geht ja irgendwie auch um Stille. „Lieblich“ bekommt gleich etwas sehr Positives und „wohlige Wärme“ strahlen schon beim Lesen etwas Warmes aus, doch kahle Bergspitzen wirken dagegen hart und kantig.

Mit den richtigen Worten lässt sich also Stimmung erzeugen, und gut eingesetzte Worte mit Vokalklängen lassen Bilder in den Köpfen der Leser entstehen. So wird sprachlich eine hoch emotionale Stimmung gesetzt — oder gesteigert.

Tipps zur Evaluation eigener oder fremder Texte

Am Anfang hast Du erfahren, dass gerade geübte Leser und Schreiber Texte intuitiv erfassen und formulieren. Doch wie kann man eigene oder fremde Texte überprüfen?

Auch hierzu gibt es einige Tipps, die dabei helfen.

Textanalyse Tipp 9: Laut lesen

Einen Text laut vorlesen hilft sehr, um stilistische Stolpersteine und unglückliche Formulierungen zu entlarven. Der Trick dabei ist ganz einfach, denn ein gut geschriebener Text liest sich flüssig. Stockt oder stolpert man beim Lesen, dann handelt es sich meist an dieser Stelle um eine Formulierung, die nicht stimmig ist. Von daher ist das die einfachste und beste Möglichkeit, um schnell festzustellen, wie gut der Text ist und wie klar die Inhalte vermittelt werden.

Außerdem kann man beim Lesen auch unterschiedlich betonen, so dass man hier auch einzelne Emotionen heraushört bzw. hineinlegt.

Textanalyse Tipp 10: Monotones Lautlesen

Liest man einen Text mit unterschiedlichen Betonungen, kann es passieren, dass man nach einigen Durchgängen nicht mehr nur das liest, was geschrieben wurde, sondern man liest, was man erwartet. Aus diesem Grund gibt es noch eine zweite Art, um einen Text zu lesen, nämlich das monotone Lesen.

Hierbei geht es darum, den Text möglichst langweilig vorzulesen. Im Idealfall kann dies auch von einem Dritten, bzw. einem ungeübten Leser übernommen werden. Ziel dieser Übung ist es, herauszufinden, ob ein Text auch ohne subjektiv durch den Leser hinzugefügte Betonung eine bestimmte Stimmung transportiert. Gerade Vokalklänge treten hierbei besonders in den Vordergrund und lassen sich so isoliert betrachten.

(Anmerkung: Dieser Tipp stammt aus der Veröffentlichung von Sol Stone mit dem Titel: Über das Schreiben, Frankfurt am Main, 1997.)

Textanalyse Tipp 11: Gute Texte kopieren

Will man Malen lernen, dann beginnt man ab einem bestimmten Punkt damit, Alte Meister zu kopieren. Man lernt, wie sie zu denken, den Pinsel so wie sie damals zu führen, und am Ende malt man die gleichen Bilder auf die gleiche Art und Weise wie damals. Übung macht hier sprichwörtlich den Meister.

Genau auf die gleiche Art und Weise kann man auch von guten Texten lernen. Es ist ganz einfach: Gute Texte mehrfach abschreiben. Klingt verrückt, doch es hilft beim Verständnis für Textaufbau, Formulierung und Rhythmus. Im Idealfall setzt man sich auch mit dem Autor auseinander und versucht herauszufinden, was sein persönlicher Hintergrund ist und warum bzw. wie er seine Texte schreibt. Zusätzlich ist es mehr als hilfreich herauszufinden, was das Ziel des jeweiligen Textes war bzw. ist.

Sicher, diese Methode wirkt auf den ersten Blick sehr archaisch, denn zu gerne schreiben wir ja Texte heute mit dem Computer. Doch das handschriftliche Kopieren „Alter Meister“ ist extrem wirkungsvoll.

Gesamtfazit

Kann man Schreiben von eingängigen Texten, die gerne gelesen werden und auf den Punkt kommen, lernen? Diese Frage lässt sich in jedem Fall mit einem entschiedenem JEIN beantworten. Praktisch ist es wie beim Schauspiel — vieles ist Handwerk, doch ein bisschen Talent gehört auch dazu. Auch kann man trainieren, trainieren und nochmals trainieren — doch nicht in jedem Falle ist das den (finanziellen und zeitlichen) Aufwand wirklich wert. Ab einem bestimmten Punkt sollte man in der Lage sein, Texte intuitiv zu schreiben. Ab diesem Punkt hat man dann den Rhythmus im Blut.

Doch was bedeutet all das aus Sicht eines Einkäufers von Texten? Klar ist, dass man, wenn man mehr Geld in Texte investiert, hier auch bessere Ergebnisse geliefert bekommt. Denn meist nimmt sich der Texter für gute Texte auch mehr Zeit. Er schreibt dann nicht nur, um Inhalt zu liefern, sondern achtet auch mehr auf den Stil, damit die Botschaft auch wirklich beim Leser ankommt. Doch Achtung: Nicht alle günstigen Texter sind schlecht, und nicht alle teuren Texter sind gut. Von daher gilt auch hier für die Evaluation von Texten: Hörintuition einsetzen und das Gehör schärfen. So findet man leicht heraus, wie ein Text klingt und er sich anfühlt.

Und wie sieht es auf lange Sicht für den Texter aus, bzw. dauert das Erstellen von gut klingenden Texten länger? Nein, denn wie schon einmal gesagt: Wenn die Übung da ist, dann schreibt man solche Texte intuitiv in der ersten Fassung, und muss dann in der zweiten Fassung nur noch am Stil feilen.