Inhouse vs. Offene Seminare

Inhouse Seminare vs. offene Seminare (externe Weiterbildung)

Weiter- und Fortbildungen sind im Zeitalter des Global Village nicht nur an der Tagesordnung großer Unternehmen, sondern werden zunehmend auch von mittelständischen oder kleinen Unternehmen in Anspruch genommen. Ziel ist dabei das Fordern und Fördern der Fähigkeiten und Fertigkeiten der MitarbeiterInnen, um das Unternehmen im Ganzen zu formen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten zur Weiter- und Fortbildung. Neben größeren Gruppenseminaren kann man z. B. auch Coaches für Arbeiten in Kleingruppen engagieren. Im Bereich des Online Marketings bietet es sich zudem an, Seminare ausschließlich über das Internet zu absolvieren. Diese sogenannten Webinare sind eine praktische Alternative, um Präsenzveranstaltungen zu reduzieren.

Die Nutzung und Gestaltung digitaler Technik steigt von Tag zu Tag. Im Privaten gehört der Online-Zugang längst zur Grundeinrichtung von Haushalten. Unternehmen treten zunehmend offensiv via Social Media mit der Öffentlichkeit in Kontakt. Außerdem werden firmeninterne Netzwerke und Plattformen eröffnet, um die innere Kommunikation zu optimieren. Hier müssen die MitarbeiterInnen regelmäßig geschult werden, um auf dem Stand der Technik zu bleiben und Medienkompetenz zu erwerben, die ihnen dabei hilft, anstehende Aufgaben digital zu erledigen. Online Marketing gehört zu diesen Aufgaben dazu. Unternehmen treten nicht nur mit Websites auf, sondern publizieren Inhalte über Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Blogs usw. Wer diese Plattformen kennt, weiß, dass Online Marketing sich fundamental vom Offline Marketing unterscheidet, denn Online Marketing ist zunehmend Virales Marketing. Außerdem besteht im Online-Bereich die Möglichkeit der User, aktiv auf das Marketing zu reagieren. Die Konsumenten von Informationen werden zu Produzenten, indem sie z. B. Kommentare verfassen oder selber Produkte oder Dienstleistungen auf Blogs bewerten. Weiterbildung im Online Marketing heißt also, nicht nur die technischen Möglichkeiten kennen zu lernen, sondern es heißt auch, Psychologie mittels digitaler Technik anwenden zu lernen. Weiter- und Fortbildungen dies bezüglich können als offenes Seminar oder als Inhouse Seminar praktiziert werden.

Inhouse Seminare – Vor- und Nachteile
Ein Inhouse Seminar ist ein Weiterbildungsangebot, das innerhalb eines Unternehmens geplant und durchgeführt wird. Es richtet sich ausschließlich an die MitarbeiterInnen des jeweiligen Unternehmens. Im Unterschied dazu existiert das sogenannte offene Seminar. Es wird zumeist von Unternehmen der Fort- und Weiterbildungsbranche angeboten und ist für MitarbeiterInnen unterschiedlicher Unternehmen konzipiert. Es sind also unternehmensübergreifende Veranstaltungen.
Der größte Vorteil von Inhouse Seminaren ist, dass eine enge Absprache zwischen Unternehmensführung und den Verantwortlichen des Seminars möglich ist. So können die Inhalte und Methoden der Weiterbildung mit den Zielen des Unternehmens abgestimmt werden. Wenn das Unternehmen außerdem regelmäßig Berichte über interne Entwicklungen veranlasst, kann es diese zum Anlass für Weiterbildungen nehmen, die z. B. nicht nur auf technische Kompetenzen zielen, sondern auch auf soziale. Ein Inhouse Seminar kann zudem in den Kontext der Unternehmensstrukturen eingeplant werden.
Ein Nachteil ist, dass die TeilnehmerInnen ausschließlich unternehmensintern sind. Das heißt, der Vorteil ist zugleich ein Nachteil, denn so findet kein Erfahrungsaustausch mit Außenstehenden statt. In Weiterbildungen für Online Marketing kann dies durch die Zuhilfenahme von im Web verfügbaren Inhalten zwar reduziert werden, es ist aber immer von Vorteil, wenn im Seminar TeilnehmerInnen zusammen kommen, die über verschiedene Erfahrungshintergründe verfügen, um die Vielfalt der Lerninhalte greifbar werden zu lassen. Ein anderer Nachteil könnte in dem Vorteil liegen, dass Unternehmen und Seminarverantwortung sehr eng verbunden sind, denn so kann es sein, dass das Ziel des Forderns und Förderns von mitarbeiterorientierten Kompetenzen zugunsten unternehmerischer Absichten vernachlässigt wird.

Offene Seminare – Vor- und Nachteile
Offene Seminare finden meist an mittel- bis langfristig geplanten Zeiten und Orten statt. Sie werden von Fort- und Weiterbildungsunternehmen für MitarbeiterInnen mehrerer Unternehmen angeboten. Offene Seminare bieten eine Plattform zum unmittelbaren Erfahrungsaustausch zwischen den TeilnehmerInnen. Inhalte, Unterrichtsmethodik und die Gestaltung des strukturellen Rahmens werden unternehmensübergreifend angelegt. Dabei wird Raum gelassen, um individuelle Fragen der TeilnehmerInnen beantworten zu können. Weil bei offenen Seminaren auch branchenübergreifend gearbeitet werden kann, besteht hier ein zusätzliches Potential für Erfahrungszuwachs. Die Vorteile sind genau wie bei Inhouse Seminaren zugleich die Nachteile: Durch die Offenheit und die übergreifenden Inhalte können konkrete unternehmerische Anliegen nicht immer berücksichtigt werden. Hier liegt es ganz an den einzelnen TeilnehmerInnen, ob und inwieweit sie Fragen oder Problemfelder der eigenen Unternehmen in die Seminare integrieren. Allerdings ist der übergreifende Erfahrungsaustausch besonders zu würdigen, weshalb Unternehmen, die ein Konzept für Fort- und Weiterbildungen entwickeln wollen, gut beraten sind, sowohl auf Inhouse Seminare als auch auf offene Seminare zurückzugreifen.

Inhouse Seminare mit externen BeraterInnen
Inhouse Seminare können von MitarbeiterInnen des Unternehmens durchgeführt werden. Es können aber auch externe BeraterInnen für die Veranstaltungen genutzt werden. Externe BeraterInnen, gerade wenn sie in bestimmten Bereichen Experten sind und über Erfahrungen im Fort- und Weiterbildungssektor verfügen, können das Unternehmen durch ihre Sicht von außen bereichern. Sie vermitteln den MitarbeiterInnen die notwendigen Inhalte, klären Fragen und bringen Erfahrung aus anderen Branchen oder Unternehmen mit ein. Bei der Wahl der externen BeraterInnen ist darauf zu achten, dass diese mit dem Unternehmen Gemeinsamkeiten teilen wie etwa Wertvorstellungen, Engagement und natürlich Expertise in bestimmten Branchen.

Inhouse Seminare für Online Marketing
Externe BeraterInnen, die auf Online Marketing spezialisiert sind, können Inhouse Seminare hervorragend gestalten, weil das Weiterbildungsthema vom Charakter her bereits sehr offen ist, denn die Vielzahl an Möglichkeiten für Online Marketing ist gigantisch. Hier bietet es sich an, dass die externen BeraterInnen mit den Unternehmen nach relevanten Arbeitsfeldern suchen, die in den Seminaren dann bearbeitet werden. Dies hängt von den Zielen des Unternehmens ab, von den technischen Möglichkeiten, den Zugängen zur Öffentlichkeit, den Produkten und Dienstleistungen, sowie von der Branche. Online Marketing kann das Versenden regelmäßiger Newsletter sein; es kann aber auch die permanente Aktivität auf einer Facebook-Seite sein. Suchmaschinenmarketing dürfte das relevanteste Aufgabenfeld sein. Externe BeraterInnen können dieses sehr gut angehen, weil sie nicht nur über das didaktische Wissen zur Durchführung von Seminaren verfügen, sondern weil sie von bereits durchgeführten Seminaren wissen, welche Grenzen und Möglichkeiten Unternehmen und Branchen im Online Marketing haben. Außerdem können sie die TeilnehmerInnen einschätzen und im Querschnitt mit vergangenen TeilnehmerInnen vergleichen und so feststellen, welche Lernfortschritte erzielt werden konnten. Ein Inhouse Seminar sollte keinesfalls ausschließlich theoretischer Natur sein. Wichtig ist, dass die TeilnehmerInnen einen Online-Zugang haben, um Marketing-Methoden auszuprobieren oder um im Internet nach positiven wie negativen Vorbildern des Online-Marketings zu suchen. Unter Anleitung der externen DozentInnen können die Determinanten vermittelt werden, die letztlich darüber entscheiden, ob eine Marketing-Strategie zum Erfolg führt oder nicht. Zu berücksichtigen ist, dass Online Marketing nur eine Ebene in einem umfassenden Marketingplan ausmacht. Sofern möglich, sollte dieser Plan im Seminar besprochen werden, um den Stellenwert von Online Marketing im Kontext dieses Plans kritisch würdigen zu können.

Individuelle Weiterbildungen als Mittel der Wahl
Wenn Inhouse Seminare geplant werden, sollte darauf geachtet werden, ein Höchstmaß an Individualität zu gewährleisten. Zwar sollten die unternehmensinternen Werte, Ziele und Strategien nicht vernachlässigt werden. Aber im Fokus der Weiterbildungen sollten auf jeden Fall die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der TeilnehmerInnen stehen. Hinzu kommt eine Individualisierung der Lernstoffe gemäß den Positionen der TeilnehmerInnen im Unternehmen. Wenn die externen BeraterInnen es schaffen, ein Gleichgewicht zwischen dem Lernthema, den Unternehmenscharakteristika und den TeilnehmerInnen herzustellen, ist eine angenehme Lernatmosphäre mit guten Lerneffekten sichergestellt.