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Pillar Content: Anleitung in 7 leichten Schritten

Pillar Content: Anleitung in 7 leichten Schritten

Lesezeit: 11 Min

Mit SEO Websites übersichtlich gestalten

Wenn du dich ernsthaft mit SEO beschäftigst, musst du deine Überzeugungen und Methoden immer wieder auf den Prüfstand stellen. Die Suchmaschinen lassen sich nicht in die Karten schauen und ständig gibt es neue Kanäle oder Technologien. Kaum hast du „mobile first“ verdaut, musst du dir auch schon Gedanken machen, ob und wie du VR-Marketing einsetzt. Und jetzt auch noch Pillar Content? Doch keine Sorge: Mit Pillar Content stärkst du deine bestehenden Marketing-Maßnahmen oder baust sie von Anfang an richtig auf – unabhängig von den genutzten Kanälen.

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1. Pillar Content – was ist das eigentlich?

Eine alternative Bezeichnung für Pillar Content ist Cornerstone Content. Damit können zwei unterschiedliche Dinge gemeint sein:

  • Inhalte von herausragender Bedeutung wie zum Beispiel Tentpole-Content, die alle relevanten Informationen zu einem Thema enthalten, von denen aus du vielfältige Bezüge zu anderen Angeboten in deinem Online-Auftritt herstellen kannst
  • eine Struktur, bei der Besucher von ausgewählten allgemeinen Inhalten (den Pillars bzw. Cornerstones) zu immer detaillierteren Unterbereichen weitergeleitet werden

Für die meisten Websites ist es kein großer Unterschied, von welcher Erklärung du ausgehst. Wenn du nicht regelmäßig über aktuelle Ereignisse von allgemeinem Interesse berichtest, brauchst du sowieso eine benutzerfreundliche Inhaltsstruktur, die die User Journey unterstützt. Und die bekommst du mit Pillar Content.

In der Praxis kannst du dir das so vorstellen: Zu einem bestimmten Thema bietest du einen Überblicksartikel an, der alle wichtigen Aspekte des Themas aufgreift. Das ist dein Pillar Content. In diesem Überblicksartikel behandelst du jedoch die einzelnen Aspekte des Hauptthemas nicht in vollem Umfang. Stattdessen schreibst du zu jedem dieser spezielleren Themen einen eigenen Artikel. Diese Artikel wiederum verlinkst du aus dem Hauptartikel heraus. Umgekehrt verlinkst du aus jedem einzelnen Unterthema auf das eigentliche Hauptthema.

Vom Hauptartikel aus können sich die Leser so zu den spezielleren Themen klicken, die sie besonders interessieren.

2. Denke in Themenfeldern

Supermärkte stellen ihre Regale immer wieder ein wenig um, damit die Angebote interessant bleiben und Kunden auf neue Produkte stoßen. Trotzdem stellt niemand die Äpfel neben das Shampoo und den Salat zwischen die Zeitschriften. Leider gibt es Websites, die genau so aussehen. Auch du kennst solche Seiten und weißt selber, wie schnell du solchen Angeboten den Rücken kehrst. Die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt.

Umso wichtiger ist eine User Journey, die Kunden mit allen Informationen versorgt und gezielt zur Conversion bringt.

Mit Pillar Content stehen Inhalte niemals an einem zufälligen Platz. Sie haben immer eine Basis, auf der sie aufbauen, und einen Abschluss, der eine Conversion anbietet oder weitere Informationen.

Mindmap, die strukturierte Inhalte eines Blogs darstellt

Beispiel für (einfach) strukturierten Content bei Buntblatt.blog

 

Wie kommst du zur richtigen Struktur? Mit etwas gesundem Menschenverstand und indem du auf deine Kunden hörst. Nimm diesen Text über Zimmerpflanzen für jeden Geschmack und Standort auf Buntblatt.blog als Beispiel. Der Beitrag bietet einen Überblick darüber, nach welchen Aspekten Menschen Zimmerpflanzen auswählen können. Zum Beispiel:

  • Pflanzen, die wenig Wasser benötigen
  • kleine Pflanzen, die wenig Platz benötigen
  • Pflanzen, die mit wenig Licht zurechtkommen

Zu vielen Aspekten sind bereits vertiefende Artikel vorhanden, die im Hauptartikel verlinkt sind. Wer sich über Zimmerpflanzen informieren möchte, die wenig Licht benötigen, kann dem Link folgen und einen weiteren Artikel lesen. Dort werden dann geeignete Pflanzen vorgestellt.

Der Pillar Content lässt sich in Zukunft beliebig durch Links zu weiteren Detailseiten erweitern. Je nachdem, über welches Thema die Besucher der Website mehr erfahren möchten, können weitere Unterseiten, aber auch Filme, Podcasts usw. hinzugefügt werden.

3. Bleibe agil

Wichtig ist, dass du nach dem Start eines Internetauftritts schnell zu einem Angebot kommst, das funktioniert. Auf deiner Seite müssen wie bei Buntblatt.blog nicht von Anfang an alle Informationen zu sämtlichen Pflanzen zu finden sein. Für den Anfang reichen ein paar ausführliche Überblicksartikel zu den wichtigsten Themen. Deine Besucher sind nicht dumm. Mit den richtigen Hinweisen und Anregungen finden sie selbst heraus, wie sie an die fehlenden Informationen kommen.

Sobald du analysieren kannst, welche Suchbegriffe Internetnutzer auf deine Seite bringen, hast du einen Anhaltspunkt, wie du die Website weiter ausbauen solltest.

Dazu kommt natürlich eine sorgfältige redaktionelle Planung. Ein Artikel über Misteln, Weihnachtssterne und Tannenkränze sollte besser schon vor der Adventszeit geschrieben werden.

4. Baue deinen Content systematisch aus!

Ein wichtiges Gebot für guten Pillar Content ist, dass du ihn regelmäßig überarbeitest. Sieh dir dazu auch den Artikel über Content-Veredelung von Daniel Sternberger an. Die Blumentrends von letztem Jahr sind vielleicht Schnee von gestern. Aber es ist meist nicht schwer, die zugehörigen Inhalte wieder etwas attraktiver zu machen. Jahrestage, „Best Of“-Zusammenstellungen und Vergleiche bieten sich an, um Content noch einmal aufzupolieren, der in die Jahre gekommen ist.

Frau streicht eine Wand neu

Wenn du Pillar Content richtig planst, fällt dir die regelmäßige Überarbeitung leichter

 

Das Schöne an Pillar Content ist, dass du nie den Überblick verlieren kannst, wo was hingehört und was gebraucht wird. Das kann immens dabei helfen, Content zu überarbeiten und in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Leg dir für deinen Redaktionsplan eine Übersicht mit deinen Kategorien an. Sie kann dir zeigen, wo du schon lange nichts mehr veröffentlicht hast und wo schon alles gesagt wurde – nur noch nicht mit allen Keywords. Ein Ungleichgewicht beim Content kann entweder zur Entscheidung führen, dass du eine Sparte mit wenigen Klicks komplett aufgibst oder sie durch mehr Verweise von beliebten Seiten stärkst.

5. Plane Pillar Content von Anfang an

Nehmen wir an, du willst eine neue Seite erstellen. Bei unserem Beispiel Buntblatt.blog war das der Fall. Das Thema lautete ganz allgemein „Nutz- und Zierpflanzen für Haus und Garten“. Jetzt könntest du alle Pflanzen, über die du schreiben willst, in alphabetischer Reihe abarbeiten und die Texte als Lexikon bereitstellen.

Das klingt nicht besonders sinnvoll. Aber wie kommst du dann zum optimalen Aufbau? Indem du einfach mit möglichst wenigen Kategorien loslegst, die passen könnten. Leser schätzen eine übersichtliche Struktur, kommen aber zumindest am Anfang meist direkt von der Suchmaschine auf die passende Seite. Deshalb kannst du den einen oder anderen Bereich zunächst einmal mit einer allgemeinen Übersicht bearbeiten und dich den Themen widmen, die viel Aufmerksamkeit erregen. Später, wenn du mehr Stammkunden gewinnst, die regelmäßig auf deine Seite kommen, wird die Struktur wichtiger. Besucher müssen sehen können, was es Neues gibt und was gerade angesagt ist.

Unabhängig davon ist die Struktur hinter den Inhalten für Suchmaschinen unverzichtbar. Sie hilft dabei, den Kontext zu schaffen, der klarmacht, dass mit „Blume“ eine Pflanze gemeint ist und nicht der Schwanz eines Hasen oder die Schaumkrone beim Bier. Der Kontext wird für Suchmaschinen immer wichtiger. Durch die internen Verlinkungen erzeugst du ihn.

6. Kein Limit bei der Informationstiefe

Keine Angst vor präzisen, sehr spezifischen Informationen! In der Regel werden beim Pillar Content ein paar ausführliche Artikel mit vielen aktuellen, detaillierten Kurzinformationen verlinkt. Für die Form und Länge gibt es jedoch keine absoluten Vorgaben. Nachdem du diesen Artikel gelesen hast, wirst du garantiert noch einige Fragen für deine ganz spezielle Situation haben. Manche davon lassen sich kurz mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten, bei anderen muss man weiter ausholen und einen Blick auf deine Branche, dein Geschäftsmodell und dein Unternehmen werfen. Pillar Content lässt dir sämtliche Freiheiten. Du kannst ausführliche Videos produzieren, regelmäßig Tipps auf Twitter geben oder Podcasts erstellen. Hauptsache, es ist für deine Nutzer sinnvoll und für dich nicht zu viel Arbeit.

Icons sozialer Netzwerke auf einem Monitor

Binde Tipps per Tweet, Videos und andere Medien in deinen Pilar Content mit ein

 

Du solltest deine Nutzer nicht unterschätzen und es ihnen zugleich so leicht wie möglich machen. Die Themen und Inhalte, auf die es dir ankommt, darfst du ruhig regelmäßig ansprechen, damit sie sich im Gedächtnis einprägen. Biete deinen Besuchern verschiedene Formate an – zum Beispiel eine Serie mit Blogartikeln und ein E-Book, das sie zusammenfasst.

7. Passe dich dem Suchverhalten an

Die Zeit, in der sich Suchmaschinen durch geschickt platzierte Keywords täuschen ließen, sind lange vorbei. Heute zählt qualitativ hochwertiger Content, der nach Inhalt, Aktualität, Autor und weiteren Merkmalen bewertet wird. Um herauszubekommen, ob die Inhalte zur Suchanfrage passen, werfen die Suchmaschinen einen Blick über den Tellerrand und schauen sich alle verfügbaren Informationen einer Website an. Eine klare Struktur erleichtert einer Suchmaschine die Arbeit und erhöht damit die Auffindbarkeit.

Ein Autor, der viel zu einem Thema schreibt, hat einen höheren Stellenwert als einer, der die unterschiedlichsten Themen behandelt oder überhaupt nicht namentlich in Erscheinung tritt. Nach wie vor spielen auch die Verlinkungen und die Erwähnungen in den sozialen Medien eine wichtige Rolle.

Dazu kommen sich verändernde Suchgewohnheiten. Dank Sprachsuche tippen Nutzer immer seltener einzelne Wörter ein. Stattdessen stellen sie ganze Satzfragen. Mit einer klaren Struktur gehst du leichter aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Internetnutzer an ein Thema heran. Biete dann für konkrete Fragen die passende Antwort an, anstatt für eine schwammige Ansammlung von Suchbegriffen.

Echter vs. unechter Pillar Content

Professionelle CMS-Systeme bieten die Möglichkeit, Inhalte mit Schlagworten zu versehen und automatisch neu zusammenstellen zu lassen. Damit bekommt ein Nutzer zum Beispiel alle Artikel, die in einem bestimmten Monat veröffentlicht wurden, oder alles, was mit dem Schlagwort „Efeu“ markiert wurde. In der Regel können Leser, die nach einer bestimmten Information suchen, damit aber nur bedingt etwas anfangen. Es nützt nichts, wenn jemand, der Efeu von seiner Hauswand entfernen will, viele Artikel über Zier-Efeu angezeigt bekommt.

Die interne Suche und die automatische Sortierung in deinem Webauftritt sind wichtig für dich. Damit bekommst du heraus, was deine Besucher nicht auf Anhieb finden und was sie besonders interessiert. Bei einer perfekt strukturierten Seite sollte die Suche nur in Ausnahmefällen nötig sein, um zu den gesuchten Inhalten zu gelangen.

Collage aus Screenshots der Suche, der Kategorien und des Archivs bei Buntblatt.blog

Artikel finden bei Buntblatt: Suche, Kategorien, Archiv

 

Pillar-Content-Checkliste

Thematisch:

  • Die Struktur deines Angebots sollte in mehreren Schritten stringent vom Allgemeinen zum Speziellen voranschreiten.
  • Biete hochwertigen Content, den du regelmäßig aktualisierst.
  • Verweise am Schluss auf externe Quellen oder andere Meinungen.
  • Finde heraus, was deine Leser interessiert und wie du ihnen helfen kannst.

Technisch:

  • Das Thema/die Antwort muss in URL und Seitentitel stehen.
  • Fasse die Problematik am Anfang kurz zusammen, bevor du eine Lösung anbietest.
  • Den Call to Action so platzieren, dass Nutzer nicht scrollen müssen, um ihn zu sehen.
  • Für eilige Leser bietet sich eine Kurz-Zusammenfassung an.
  • Längere Artikel und andere Medien sollten ein Inhaltsverzeichnis haben.
  • Viele Internetnutzer schätzen eine klare Navigation und zusätzliche Informationen wie die durchschnittliche Lesedauer für einen Artikel.

 

Keine Angst vor Pillar Content!

Pillar Content oder auch Cornerstone Content gewinnt an Bedeutung.
Eine einfache Anleitung findest du hier.

 

Kurz gesagt

Pillar Content ist kein magisches Allheilmittel für SEO und will die Suchmaschinenoptimierung auch gar nicht revolutionieren. Die Methode ist einfach eine saubere Vorgehensweise. Mit ihr verleihst du vor allem Websites im Aufbau einen verlässlichen roten Faden. Contentreiche Internetauftritte können davon profitieren, weil du mit Pillar Content die Struktur optimieren kannst. Wichtig ist, dass du:

  1. verstehst, was du mit Pillar Content erreichen kannst,
  2. immer eine Struktur im Kopf hast,
  3. agil bleibst, mit dem anfängst, was schnell funktioniert, und dich später um die Details kümmerst,
  4. dein Content-Kapital nutzt, indem du es neu verwendest und aktualisierst,
  5. einen Redaktionsplan erstellst, um auf aktuelle Ereignisse einzugehen,
  6. herausfindest, welche Content-Länge deine Besucher bevorzugen,
  7. dich an die Empfehlungen der Suchmaschinen hältst, wie Websites strukturiert sein sollten.

 

pillar-content-ebook

Das ausführliche E-Book „Pillar Content – Eine einfache Anleitung
kannst du dir im WORTKIND-Blog als bedingungsloses PDF herunterladen.

Weitere kostenlose Tipps für Texter

Wenn Du noch zwei Schritte weitergehen willst, hol dir die Tipps zu WDF*IDF und karlsCORE, dem praktischen Tool von Karl Kratz. Sie bieten dir Informationen, die dir im Tagesgeschäft helfen, und das gute Gefühl, all das abhaken zu können, was Du richtig gemacht hast.

 

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