Das Blog als Teil deiner Marke

Das Blog als Teil deiner Marke

„Du bist eine Marke“ ist für viele nur ein flapsiger Ausspruch, der in einem anderen Kontext allerdings eine Besonderheit beinhaltet – nämlich die Unterscheidung von anderen.

Konkret geht es um folgendes, wie das Gabler Wirtschaftslexikon auf den Punkt bringt:

Eine Marke kann als die Summe aller Vorstellungen verstanden werden, die ein Markenname oder ein Markenzeichen bei Kunden hervorruft bzw. beim Kunden hervorrufen soll, um die Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden.“

Was hat das mit Blogs zu tun? Eine ganze Menge! Viele Unternehmer, Start-ups und gestandene Organisationen versuchen nicht nur eine Marke zu schaffen, sondern auch ihre Botschaft auf verfügbaren On- und Offlinekanälen zu kommunizieren. Doch oftmals werden a) nicht alle sinnvollen Kanäle genutzt und b) geschieht dies dann auch nicht immer strategisch gut. Im besten Fall gibt es eine Website mit den Inhalten zum Unternehmen, Team, Jobs und den Produkten bzw. Dienstleistungen. Auf dieser Website sind dann unter Umständen die eigenen sozialen Netzwerke eingebunden. That’s it. Dabei fehlt häufig ein wichtiger Bereich in der digitalen Kommunikation: das Blog.

Mit Blogs strategisch mehr erreichen

Das Blog als Teil des Markenauftritts hat verschiedene Funktionen, die dabei helfen können, die eigene Marke aufzubauen oder diese zu unterstützen. So zahlen die Blogartikel in die Suchmaschinenoptimierung ein und helfen dabei, einen Expertenstatus zu schaffen. Das Blog macht unabhängig von den Algorithmen sozialer Kanäle und der Presseberichterstattung. Es dient als Dialog mit den Lesern und bietet auf diesem Weg einen offenen Austausch. Im Grunde ist ein Blog ein Tausendsassa, wen man es denn richtig macht.

Ganz ehrlich, wie viele verschiedene Content-Formate lassen sich in einem Artikel einbringen und können stetig aktualisiert erneut publiziert werden? Eben, in fast keinem anderen Medium lassen sich in einem Beitrag Video, Podcast und/oder Bilder aus Instagram sowie gleichzeitig Verlinkungen und weitere Kanäle einbinden. Es spricht also sehr viel für die Nutzung eines Blogs im Rahmen des Markenaufbaus und der Kommunikation. Die Voraussetzung dafür ist, dass es gut gemacht ist. Dazu gehören zum einen die folgenden Grundlagen:

  1. Das Design muss stimmen

Beim Blog ist es wie bei der Website. Es muss nutzerfreundlich sein, braucht eine intuitive Navigation und sollte sich dem Design anpassen, ganz gleich, ob es in die Website integriert werden oder auf einer eigenen URL laufen soll.

  1. Responsive

Für viele Menschen aus dem Onlinemarketing ist ein responsives Design selbstverständlich. Allerdings finden sich immer noch haufenweise Websites und Blogs, die eben nicht responsive sind. Darum gilt: Dem Nutzer die Nutzung so angenehm wie möglich zu machen und die Anpassung an mobile Endgeräte gehören dazu. Immerhin sind 90 Prozent der Deutschen inzwischen im Internet unterwegs, die wie ARD-/ZDF-Onlinestudie in diesem Jahr feststellte. All diese Menschen sind potenzielle Kunden, Partner und zukünftige Mitarbeiter. Sie an dieser Stelle zu verlieren, wäre ziemlich unglücklich.

  1. Content is king

Ja, der Spruch ist alt, aber auch sehr wahr. Genau an dieser Stelle scheitern die meistens Blogs, wenn es darum und die Generierung von Leads, Mitarbeitern oder Traffic geht. Wenn der Inhalt schlecht ist, nützt das schönste Blog nichts.

Darum lautet mein Tipp: Der Nutzer muss am Ende des Beitrags schlauer sein als am Anfang. Die Aufgabe eines jeden Blogs ist es, den Leser zu unterhalten und ihm Input zu geben. Mit Input meine ich nicht Werbebeiträge, wie gut die eigenen Produkte oder Dienstleistungen sind. Es interessiert den Leser auch nicht, ob die Firma Experte in irgendetwas ist und sich das in jedem zweiten Satz auf die Fahne schreibt. Nein, all das macht keinen guten Blogartikel aus. Sondern informative Hilfestellungen, Einblicke hinter die Kulissen, Cases, Mitarbeiterportraits und so weiter. Der hier bereits erschienene Artikel „11 Tipps für die erfolgreiche Contenterstellung“ gibt hervorragende Impulse, welche Themen in Frage kommen könnten, um interessante Artikel zu veröffentlichen.

  1. Kontinuität

Kein Blog funktioniert ohne Regelmäßigkeit. Ob ein Artikel wöchentlich, einmal im Monat, alle 14 Tage, 1x im Quartal oder alle 6 Monate online geht, ist fast egal. Wichtig ist nur, dass es regelmäßig passiert. Von mir aus jeden Mittwoch oder alle zwei Wochen freitags. Was auch immer. Menschen sind Gewohnheitstiere und gewöhnen sich an einen Rhythmus. Darum ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wie die Mannpower im Unternehmen ist und welcher Zeitplan für das Publizieren von Inhalten realistisch ist. Wenn das geklärt ist, kann es losgehen mit der Content-Planung und Produktion der Beiträge.

Einen Protipp habe ich noch: Wer gerade mit einem Blog startet, sollte einige Artikel vorproduzieren. Das hilft, Stress zu vermeiden und mehr Puffer zu schaffen, um weitere Beiträge vorzubereiten.

  1. Planung

Sobald feststeht, wann Artikel online gehen, sollte ebenfalls klar sein, welche Inhalte veröffentlicht werden sollen. Es geht um den Markenaufbau bzw. die Stärkung der vorhandenen Marke. Zu überlegen ist, welchen Schwerpunkt das Blog haben und womit der Leser es in Verbindung bringen soll. Gute Beispiele, wie ein Blog auch im Rahmen der Customer Journey funktioniert, zeigt das Tchibo Blog. Hier finden sich neben Artikeln rund um die Produktwelt auch Einblicke in das Unternehmen.

Ebenfalls unter den Top Corporate Blogs wird immer wieder das Daimler Blog genannt. Zurecht. Denn unabhängig davon, dass hier die Mitarbeiter schreiben, zeigt sich, wie sich erfolgreiche Mitarbeitergewinnung durch ein Blog umsetzen lässt.

Ebenfalls sehr empfehlenswert für weitere Inspirationen ist das Blog von Mann+ Hummel. Die Artikel helfen, die Leistungen des Unternehmens klar verständlich zu kommunizieren und gleichzeitig einen Mehrwert zu bieten, ohne werblich zu sein.

Eine große Hilfe bei der Planung von Beiträgen sind Redaktionskalender. Es gibt bereits fertige im Netz, die allgemeine Termine und ein paar Extras enthalten. Da es sich zumeist um Exceltemplates handelt, sind diese auch gut an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Ich empfehle gerne den Social-Media-Redaktionsplan von Sinnwert Marketing. Hier lassen sich alle Artikel inklusive Postings für die sozialen Netzwerke vorplanen und die Verantwortlichkeiten festlegen.

Fazit

Ein Blog zu planen und umzusetzen, um die eigene Marke zu stärken, ist keine Raketenwissenschaft. Lediglich Fleißarbeit. Ja, es ist Arbeit – wie alles im Marketing. Nur sind hier die Erfolge gut ersichtlich und mit relativ wenig Budget umzusetzen. Natürlich kostet ein Blog Zeit und wer auf schnelle Erfolge in wenigen Wochen und Monaten hofft, sollte es lassen. Ganz ehrlich: Beim Blog kommt es darauf an, Wissen zu teilen, die Leser mitzunehmen und ein echtes Interesse an den Kunden und der Community zu zeigen. Nur dann ist ein Blog zielführend. Wer das beherzigt, hat hervorragende Chancen, mit seinem Blog Erfolg zu haben!