Was darf ein Artikellink kosten?

Was darf ein Artikellink kosten?

Eine spannende Frage, oder? Ich möchte dir in den nächsten Minuten erklären, worauf ich achte und wie ich den Wert eines Artikellinks beurteile. Dabei konzentriere ich mich auf wenige Tools, damit es nicht den Rahmen sprengt und für dich nachvollziehbar bleibt. Linkbuilding ist Arbeit! Vor allem für den Kunden. Es lohnt sich aber Dinge anders zu machen und wird deinen Geldbeutel freuen. Ich wünsche dir viele neue Learnings.

Cinestocks sind ein junges Content Medium und erhöhen nachweislich die Verweildauer. Nachweis: Cinestock / Cinestock

Ich versuche mit möglichst wenigen Tools alles nachvollziehbar zu machen

Dafür würde ich keinen Euro ausgeben!

Der genannte Preis ist ohne weitere Information lediglich eine Zahl. Es liegt meines Erachtens nach auch in der Verantwortung des Kunden, den Preis richtig einordnen zu können und mit Hilfe von Tools die wichtigen Kennzahlen zu interpretieren. Bevor ich konkret werde, möchte ich anhand von Beispielen aufzeigen, worauf bei der Auswahl von Linkquellen geachtet werden sollte.

Außen hui, innen pfui – Lege dir ein Tool zu

Die klangvollen Namen von Zeitungen und Magazine sind oft trügerisch. Die Linkbuildingbranche hat sich mit Sicherheit schon darauf eingeschossen und die Buchungen flattern nur so ins E-Mail-Postfach. Wer bucht dort konkret? Sind Webseiten aus der PPP-Branche erlaubt. Bevor du selbst eine Buchung tätigst, solltest du dir die ausgehenden Links der Zeitung oder des Magazins anschauen. Vom Linkbroker würde ich mir die Bestätigung holen, dass die angebotene Seite auch künftig keine Links zu unseriösen Seiten setzen wird.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser und einschlägige Linktools zur Überprüfung der Quellen gibt es genug. Eines solltest du dir zulegen, um die Arbeit deines Brokers besser einschätzen zu können.

Mit ahrefs Webseiten auf ausgehende PPP-Links prüfen

Mit Hilfe von ahrefs kannst du relativ einfach Webseiten auf ausgehende PPP-Links prüfen. Klicke dafür auf „Verlinkte Domains“ im Unterpunkt „Ausgehende Links“. Anschließend gibst du im Feld neben TLDs Begriffe wie „Casino“ oder „Wett“ ein. Im Beispiel handelt es sich um eine große Regionalzeitung aus Bayern. Die Links werden im unteren vierstelligen Bereich an die Kunden verkauft. Ergebnis der Analyse: Es werden PPP-Links verkauft.

 

Ansicht der analysierten Website - eine regionale Zeitung

Bei der analysierten Website handelt es sich um eine kleine regionale Zeitung. Das Medium verkauft erst seit einigen Monaten Links und scheint gegenüber PPP keine Vorbehalte zu haben. Um das herauszufinden bedarf es weniger als eine Minute deiner Zeit. Das sollte es dir wert sein.

Vorsicht bei der Einmalzahlung – Es droht die Kostenexplosion

Vorbei sind die Zeiten, wo gegen eine monatliche Gebühr ein Linkplatz in der Sidebar einer attraktiven Website gebucht wird. Aber auch heute handelt es sich oftmals bei den gebuchten Artikellinks nicht um eine einmalige, sondern um eine jährlich wiederkehrende Zahlung. Das Geschäft mit den gekauften Links boomt. Warum sollte ein Publisher den Link länger als „garantiert“ online lassen, wenn er sich jährlich vom Kunden seinen Anteil abholen kann. Diese Dinge müssen vorab mit der Agentur abgesprochen werden. Mein Tipp, lasse dir versichern, dass nur bei Eigentümerwechsel die Entfernung des gebuchten Artikels nicht garantiert werden kann.

Die Publisher und Agenturen sitzen am längeren Hebel. Wenn du nicht verlängerst, könnte das Google auffallen und die Rankings deiner Website gefährden.

Beispiel Statuscode 404

Wird ein Artikel offline genommen, dann wird der Statuscode 404 ausgeworfen oder ein Redirect auf die Kategorie gesetzt. Den geschriebenen Artikel und den darin befindlichen Link gibt es nicht mehr auf der gebuchten Seite. Hier im Beispiel wurde der Inhalt nach einem Jahr nicht verlängert und zum Ärgernis des Kunden entfernt.

 Werbliche Verzeichnisstrukturen – Leichter kann es Google nicht gemacht werden

Viele Linkkäufer haben diesen Punkt bereits verinnerlicht, dennoch ist die Relevanz der Verzeichnisstruktur noch nicht zu jeden durchgedrungen.

  • Richtig: www.VonDieserWebsiteWillstDuEinenLink.de/nachrichten/artikelthema/
  • Falsch: www.VonDieserWebsiteWillstDuEinenLink.de/presse/advertorial/artikelthema/

Wer Links kauft, steigt mit einem Multimilliarden-Dollar-Konzern und den klügsten Köpfen in den Ring. Artikellinks aus solchen Verzeichnisstrukturen erkennt der Algorithmus ohne Mühen und wenn er es nicht erkennt, wird spätestens der Quality Rater Alarm schlagen.

Ein weiterer Aspekt ist die Erreichbarkeit des gekauften Artikels über die interne Verlinkung der Website. Häufig sind in der URL zwar Verzeichnisse angegeben, aber sobald es aufgerufen wird, ist dort keine Übersicht der publizierten Artikel zu finden. Bringe in Erfahrung, ob der Artikel in das Nachrichten-, Blog-Verzeichnis… reinläuft. Falls nicht, buche den Artikel nicht.

Verzeichnis einer Universität mit Links ohne Nofollow-Attribut

Das Verzeichnis der Universität ist voll von gekauften Artikeln. Offensichtlicher geht es eigentlich nicht. Die Links wurden nicht gekennzeichnet und nicht mit dem Nofollow-Attribut versehen. Jeder Link verstößt folglich gegen die Google Webmaster Guidelines.

 

Referenzen – Keine Rankings = Kein Traffic = Keine Power

Linkbuilding ist ein sensibles Thema und Referenzen werden nicht gerne herausgegeben. Soweit verständlich, allerdings würde ich als Kunde darauf bestehen. Anders kann die Arbeit der Agentur nicht beurteilt werden. Sollte es nicht anders gehen, würde ich eine Testbuchung durchführen.

User Signals sind offiziell noch kein Rankingfaktor, dennoch nimmt beispielsweise die Verweildauer auf den hinteren Positionen in den SERPs deutlich ab. Gekaufte Artikel dienen nicht ausschließlich der Rankingmanipulation, sondern auch zur Erzeugung von Leads. Ohne Traffic auf die Linkbuildingartikel wird das zum unmöglichen Unterfangen.

Analyse eines Artikels - teuer, aber ohne Rankings

Der Artikel wurde auf der Website eines Fernsehsenders veröffentlicht und kostete über 2.500 Euro. Ranken tut der Artikel auf null Keywords und bekommt keinen Traffic ab. Schlussendlich verzeichnet die darin verlinkte Website ebenfalls keine Besucherströme.

 

 

Analyse eines Artikels von einem überregionalen Zeitungsprojekt

Für 1.500 Euro werden Links von einem überregionalen Zeitungsprojekt verkauft. Der analysierte Artikel rankt auf zwei hinterlegte Keywords aus der Ahrefs-Datenbank und generiert über Google keine Besucher. Traurig aber wahr!

So ermittle ich den Preis für einen Artikellink!

In meinem Leben habe ich einige Links für 5.000 bis 10.000 Euro verkauft. Die Käufer kann ich an zwei Händen abzählen, aber es gibt sie. Im Durchschnitt lag der Verkaufspreis bei 850 Euro. Die besten Kunden zahlten durchschnittlich 1250 Euro. Der Publisher hat in der Regel zwischen 50 und 70 Prozent vom Kuchen abbekommen. Der Rest wanderte aber keineswegs in unsere Tasche, vielmehr mussten Designer, Redakteure, Kundenbetreuer und alles andere bezahlt werden. Wir waren schließlich ein Unternehmen und mussten wirtschaftlich denken. Ich hätte mir gewünscht, dass die Kunden die Wichtigkeit des Contents erkennen und dafür mehr Budget zur Verfügung stellen. Darauf gehe ich im weiteren Verlauf des Artikels noch ein.

Sichtbarkeitsindex – Indikator dient als Orientierung

Lange habe ich überlegt, ob ich den SI von Sistrix berücksichtige. Die Kennzahl dient heute vielen Agenturen als Argument für den aufgerufenen Preis. Alleine aus diesem Grund, muss ich auf den Indikator eingehen.

Vereinfacht ausgedrückt spiegelt der Sichtbarkeitsindex die Auffindbarkeit bei Google wieder. Aus der Kennzahl können keine Rückschlüsse über den Traffic gezogen werden. Die Werte werden wöchentlich in einen Chart eingetragen und lassen so einen Blick in die Vergangenheit zu. Daraus lassen sich wichtige Informationen ableiten. Wurde das Projekt abgestraft? Wird es erfolgreich betrieben? Die aus dem SI gezogenen Rückschlüsse müssen mit einer gewissen Distanz betrachtet werden. Als grobe Orientierung genügt der Wert aber allemal.

Sichtbarkeitsverlust durch das Medic-Update

Anfang August hat Google das Medic-Update ausgerollt. Im Chart ist der Sichtbarkeitsverlust deutlich erkennbar. Bei dem Projekt handelt es sich um eine kleine Zeitung. Ein Artikel kostet hier um die 600 Euro.

 

Sinkt über Jahre der SI im Chart, dann spricht die Fachwelt von einem Slow Death. Die Website wird eventuell nicht mehr vernünftig betreut und hat im Web keine Daseinsberechtigung mehr (Überspitzt ausgedrückt). Wenn ich solche Abwärtstrends erkenne, bin ich immer vorsichtig und verzichte auf eine Artikelplatzierung.

Die Preisgestaltung der Linkbuildingagenturen lässt sich nicht in ein Korsett zwängen. Ich möchte es als Wegweiser dennoch versuchen. Die Kosten für die Artikelerstellung müssen hinzugerechnet werden.

  • SI = 0 rund 100 Euro
  • SI < 0,3 rund 200 Euro
  • SI < 0,5 rund 300 Euro
  • Si < 1 rund 500 Euro
  • SI < 2 rund 800 Euro
  • SI > 2 bis zu 2.000 Euro

Die Angaben resultieren aus meiner eigenen Erfahrung. Gut möglich, dass du komplett andere Erfahrungen gemacht hast.

Analyse eines Stadtmagazins

Bei der analysierten Seite handelt es sich um ein Stadtmagazin. Ein Artikellink kostet hier um die 800 Euro.

 

Sichtbarkeitsindex eines größeren Magazins

Der SI gehört zu einem größeren Magazin. Eine Artikelveröffentlichung gibt es hier bereits ab 1000 Euro (inklusive Texterstellung). Das Portal verkauft exzessiv Links und ich habe es schon oft erlebt, dass Artikel nach zwei Jahren entfernt werden. Wer mit der Agentur kommuniziert, kann solche Unannehmlichkeiten vermeiden.

 

Besucher von redaktionellen Artikeln – Da sind wir wieder

Wie wichtig Besucher sind, habe ich bereits weiter oben im Artikel erklärt. In der Nachbereitung sollten in regelmäßigen Abständen die Keywordrankings überprüft werden. Wenn die Anzahl der organischen Keywords nicht steigt, muss der veröffentlichte Text nachgebessert werden. Ich habe lieber einige wenige gekaufte Links mit Spitzenplatzierungen bei Google, als hunderte Backlinks ohne Power.

Bevor ein Artikel gebucht wird, können stichprobenartig redaktionelle Artikel auf organischen Traffic untersucht werden.

Bild: Es handelt sich um einen redaktionellen Artikel auf einem Wissensportal. Binnen kurzer Zeit rankt der Artikel auf 26 verschiedene Keywords und erhält über die Suchmaschinen bereits organischen Traffic.

Bild: Du siehst die Anzahl der Keywords und den darüber generierten organischen Traffic von einem gekauften Artikel. Der Inhalt stammt von dem genannten Wissensportal. Wer hier nicht nachoptimiert wirft sein Geld zum Fenster heraus.

Traffic wird zur entscheidenden Metrik im Linkbuilding, nur leider wissen es die wenigsten Linkkäufer. Ein Großteil der Agenturen hält sich bewusst zurück, da sich Links sonst nicht mehr so einfach verkaufen lassen und ihnen wirklich Arbeit entsteht.

Weise deine Agentur auf diese Tatsache hin und handle einen Preis für die Nachoptimierung aus. Die Kennzahlen der redaktionellen Artikel zeigen dir, was du ungefähr erwarten kannst. Bekommst du das, ist der Link sein Geld wert.

Trust Flow – Der bessere SI?

In meiner Tätigkeit als Geschäftsführer einer Linkbuilding-Agentur war ich für tausende Artikellinks verantwortlich. Im Schlaf kann ich dir sagen, welcher Artikel redaktionell erstellt und welcher gekauft wurde. Mein Vertrauen in die Unabhängigkeit der Presse wurde tief erschüttert. Jeder war käuflich! Das Thema will ich nicht vertiefen, aber es geht um Vertrauen. Dafür nutze ich gerne den Trust Flow von Majestic.

Webseiten mit einem Trust Flow von über 60 kannst du dir näher anschauen. Unter 30 wäre ich vorsichtig. Disclaimer: Es handelt sich um meine eigenen Erfahrungen. Die Werte sind nicht in Stein gemeißelt.

 

Bild: Majestic ist kostenlos zum Abrufen vom Trust Flow nutzbar. Der hier gezeigte TF gehört zu einer Zeitung. Der Kennzahl vervollständigt das erzeugte Bild, denn der SI-Chart bewegte sich im Abwärtstrend und PPP-Links wurden ebenfalls gesetzt. Mein Fazit: Link? Nein Danke.

Content – Hier wird nicht gespart

Hier liegt der Hund begraben. Kunden geben tausende Euros für Artikellinks aus und sind nicht gewillt mindestens 100 Euro für den Content als Budget zur Verfügung zu stellen. Bevor ich tiefer in die Materie einsteige, schaue dir folgenden Post aus einer Linkaufbaugruppe in Facebook an:

Bild: Für 50 Euro erhältst du einen Backlink aus einen extra für dich geschriebenen Artikel. Wie gut kann der Artikel sein? Glaubst du wirklich an die Qualität des Inhalts? Bringt dir die Verlinkung etwas? Wohl kaum!

Für Google steht der veröffentlichte Content im Fokus. Geiler Scheiß wird mit vielen Rankings belohnt. Bekommst du für einen 30 Euro Artikel geilen Scheiß? Definitiv nicht. Ich behaupte sogar, dass du für 100 Euro nicht die notwendige Qualität erhältst. Qualität mache ich dabei nicht an der Wortzahl fest, sondern an die darin investierte Arbeit. Dinge wie eine Keyword-Recherche, definieren von Fokus-Keywords, WDFxIDF, Nutzung verschiedener Contentformate (Cinestocks, Bilder, Infografiken), ein Lektorat, festlegen von Personas und kreativen Raum für den Redakteur, sich wirklich auf das Thema einlassen zu können. Das sind nur einige Dinge, die den feinen Unterschied machen. Selbst mit 100 Euro ist das nicht machbar. Stelle dir nur einmal vor, was passiert, wenn du 300 bis 400 Euro in einen Linkbuilding-Artikel investierst. Du wärst deiner Konkurrenz um Meilen voraus. Selbstverständlich kannst du dir dann weniger Links leisten, aber das macht nichts, denn du bist nun sowieso strenger bei der Auswahl deiner Linkquellen.

Mein Fazit – Was darf ein Artikellink kosten?

Artikellinks werden nicht günstiger, sondern teurer. Im ersten Schritt muss der Nutzen den vermeintlichen Kosten gegenübergestellt werden. Mittlerweile macht es in vielen Fällen mehr Sinn, die 800 Euro für einen Artikellink in einen Text für die eigene Website zu investieren und darüber Backlinks zu generieren. Falls kein Weg an den Kauf von Artikeln vorbeiführt, müssen die vorgeschlagenen Seiten sorgfältig überprüft werden. Wird der Inhalt in einem erreichbaren Verzeichnis veröffentlicht? Verlinkt die linkgebende Seite auf PPP-Inhalte? Ranken die Referenzen der Agentur? Steigt der SI über die letzten Jahre? Liegt eine Abstrafung vor? Passt der Preis zum angezeigten Trust Flow? Aus den Metriken, bzw. Antworten auf die gestellten Fragen ergibt sich ein Gesamtbild und das muss im Einklang zum aufgerufenen Preis stehen. Tut es das, dann darf der Artikellink so viel kosten! Falls nicht, wird nicht gebucht.

Sobald eine Entscheidung getroffen wurde, muss die Frage nach dem zu erstellenden Content gestellt werden. Ist die Agentur in der Lage und dazu bereit deine Wünsche umzusetzen? Der Linkbroker muss dir sagen, welcher Anteil des geforderten Preises auf die Erstellung der Inhalte entfällt. Wenn nötig und davon gehe ich aus, stelle ihm mehr Geld zur Verfügung. Investiere in den Content und damit in nachhaltige Rankings und stetige Besucherströme.

Die von mir beschriebene Vorgehensweise ist komplex und setzt einiges an Know How beim Kunden voraus. Es gibt Geschäftsmodelle, da funktioniert Quantität, anstelle von Qualität. Wer allerdings ein langfristiges Business aufbauen und seine Existenz nicht gefährden möchte, sollte entweder Alternativen zum Linkkauf suchen oder mit Vorsicht an das Thema herangehen. An letzteren mangelt es leider sowohl den Kunden als auch den Agenturen. Der Artikel soll nicht sagen, dass alle Agenturen schlecht sind. Ich kenne einige Linkbroker, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und einen großartigen Job machen. Die andere Seite kenne ich allerdings auch und davor möchte ich dich schützen.

Ich hoffe, ich konnte dir einige neue Impulse mit auf den Weg geben. Wenn du künftig über den zu publizierenden Content nachdenkst, dann hat sich der Artikel bereits gelohnt, denn darin liegt die ganze Magie.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit,

Dein Martin Brosy