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Internationales Content Marketing – Wie kann man mit Content Marketing auch international erfolgreich sein?

Internationales Content Marketing – Wie kann man mit Content Marketing auch international erfolgreich sein?

Lesezeit: 9 Min | Autor: Pinar Ünsal

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Möchtest Du Dein Business auf einen globalen Markt ausweiten? Du weisst aber nicht genau wo Du anfangen sollst, um mit Content Marketing auch international durchzustarten?

In diesem Beitrag geht es darum, was Du tun solltest, um die richtige Online-Marketing Strategie für Dein Business festzulegen. Wie ermittelst Du Deine Zielgruppe und wie findest du Content Gaps, um Dich von Deinen dortigen Konkurrenten abzuheben?

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Die langfristigen Vorteile nach Deiner gründlichen Vorarbeit für Dein Content Marketing wirst Du vor allem dann erleben, wenn Du lokalisierte Suchbegriffe statt direkt übersetzte Keywörter für Webseiten-Inhalte implementiert hast.

Dem Digital 2020 April Global Statshot Report zufolge sind derzeit weltweit 4,57 Milliarden Menschen online. Und Experten prognostizieren, dass dieser Wert bis 2021/22 auf 6 Milliarden steigen wird. All dies bedeutet grenzenlose Möglichkeiten für Unternehmen, potenzielle Kunden im Ausland zu erreichen und für sich zu gewinnen.

Genau dies ist auch ein gut zu beobachtender Trend von Start-ups in Deutschland, denn laut dem Deutschen Start-Up Monitor 2019 planen 62% aller deutscher Start-ups eine internationale Expansion.

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55% der Befragten sehen es jedoch hierbei als grösste Herausforderung , die richtige Strategie zur Kundengewinnung zu finden.

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Warum ist das so? Nun ja, es ist quasi fast unmöglich, weltweit die gleichen Inhalte und Markenbotschaften anzuwenden und die gleichen Resonanz- und Konversionsraten zu erreichen. Das liegt daran, dass jedes Land, jede Region und jeder Ort seine eigenen Besonderheiten hinsichtlich der Bedürfnisse, der Terminologie und der Wege, Informationen zu konsumieren, hat.

Hier findest Du nun die wichtigsten Ansatzpunkte aufgeführt für eine erfolgreiche internationale Content-Marketing-Strategie.

1. Zielgruppen definieren und dazu passende Strategien entwickeln

Wie in jeder Marketingstrategie muss die Zielgruppe so genau wie möglich identifiziert werden. Du musst dich fragen: Was sind die Wünsche und Bedürfnisse meiner potenziellen Kunden? Je mehr Du über die Zielgruppe weißt, desto höher ist die Chance auf Erfolg. Erst wenn Du darüber Bescheid weißt, mit wem du in Kontakt treten möchtest und was diese Gruppe von Menschen ausmacht, kannst du dein Business entsprechend gestalten.

Dabei ist es wichtig, dass Du Dich über Merkmale wie Einkommen, Alter, Berufsgruppe und Interessen Deiner Kunden schlau machst. Werden die Kunden falsch oder gar nicht angesprochen, weil die Zielgruppe nicht konkret genug definiert wurde, so kann Deine gesamte internationale Marketingstrategie daran scheitern und es gehen dadurch enorm viel Zeit, Aufwand und Investitionen verloren.

Wer soll erreicht werden?  Die Beantwortung dieser Frage ist ganz wichtig für ein erfolgreiches Content-Marketing, denn so unterschiedlich wie die Zielgruppen sind, sollte auch die jeweilige Ansprache ausfallen. Unten findest Du die zentralen Fragen, welche Du vorweg beantworten solltest:

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Grundsätzlich gilt: Je mehr Du über Deine Zielgruppe weißt, umso besser. Nur so kannst Du Deine Content-Maßnahmen exakt auf die jeweilige Zielgruppe zurecht schneiden und das verringert den Aufwand und erhöht gleichzeitig Deine Erfolgschancen.

Das sind natürlich sehr viele Fragen, die es zu beantworten gilt, aber es gibt Gott sei Dank gute Content Marketing Tools und Quellen, die Du hierfür verwenden kannst:

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2. Internationales Content Marketing ist mehr als nur einfaches Übersetzen

Nach einer Analyse von Google wirkt sich die Qualität der Lokalisierung direkt auf die Conversions aus. 82% der Käufer entscheiden sich eher für ein Produkt, wenn die Werbung in ihrer Sprache verfasst ist. Von daher lohnt es sich neben professionellen Übersetzungen auch mit lokalen Muttersprachlern zusammenzuarbeiten, um qualitativ gute Übersetzungen zu erhalten und so höhere Umsätze zu erzielen.

Achte vor allem auf regionale Feiertage und besondere Anlässe, Events, politische und wirtschaftliche Ereignisse. Am besten erstellst Du einen Jahreskalender für diese. So verhinderst du auch die berühmten Fettnäpfchen auf Deinem Zielmarkt.

Ich möchte hier auch kurz auf ein Beispiel eingehen, was sehr gut verdeutlicht, wie viel Potential man verpasst, wenn Die Inhalte Deiner Webseite nicht perfekt lokalisiert wurden, vor allem von jemandem, der sich mit SEO und Keyword-Analysen und Suchvolumen auskennt.

Damit Inhalte und Websites mehr Sichtbarkeit erlangen, ist es ohne ein enges Zusammenspiel von SEO und Content Marketing unvorstellbar. Für hohe Platzierungen in den SERPs sind nämlich zunächst eine detaillierte Keyword Strategie und eine saubere technische Umsetzung notwendig. Daraufhin kann der Content dementsprechend optimiert werden. Gemeinsame Ziele der zwei Disziplinen können dabei bessere Platzierungen auf Google, mehr Umsatz, Traffic und eine erhöhte Sichtbarkeit sein. Während SEO uns die notwendige Vorarbeit liefert, erinnert Content Marketing uns daran, dass wir noch immer für Nutzer Inhalte schreiben.

Einem unserer Kunden konnten wir dies an einem Beispiel sehr gut verdeutlichen. Die Gummistiefel unten wurden fälschlicherweise als “Damen Gummistiefeletten” übersetzt, welche eigentlich nur ein monatliches Suchvolumen von 1.600 aufweist. “Gummistiefel Damen” hingegen wird pro Monat 40.500 mal gesucht. Das ist ein verpasstes Suchpotential um das 25 fache quasi.

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Wenn man diese Keyword-Recherche jetzt für Tausende Produkte durchführt, so kann man ein sehr großes Potenzial entfachen. Unten möchte ich ein weiteres Beispiel aufzeigen:

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Also als Fazit: Lokalisierung von Content zahlt sich auf Dauer aus, vor allem für Deine Suchmaschinenoptimierung auf internationaler Ebene.

3. Was du bei Deiner Webseite beachten solltest, wenn Du international expandierst

Hier kurz und knapp die wichtigsten Tipps aus technischer Sicht für Deine Webseite:

  1. Berücksichtige die Ausrichtung bzgl. Land und Sprache
  2. Entscheide Deine URL-Struktur (ccTLD, Sub-Directory, Sub-Domain) & Deinen Serverstandort
  3. Vermeide doppelten Inhalt mit Hreflang-Tags
  4. Vernachlässige nicht lokale SEO-Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Suche

4. Vertrauen spielt eine große Rolle, um international erfolgreich durchzustarten

Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass vor allem Vertrauen eine große Rolle spielt, um international erfolgreich zu sein. Von daher möchte ich hier auch noch auf diese Aspekte hinweisen:

  1. Detaillierte Infos zu Deinem Unternehmen
  2. Kundenmeinungen
  3. Investiere in den Aufbau Deiner Marke
  4. Zertifikate sind wichtig: Google Trusted Store, Paypal Verified, eKomi, TrustedShops usw.

5. Achtung: Zahlungsmodalitäten können von Land zu Land unterschiedlich sein

Es wird oft angenommen, dass Kreditkarten die beste und einzige Möglichkeit sind, Zahlungen für Online-Einkäufe zu akzeptieren – aber dies stimmt nur bedingt. Obwohl die Kreditkarte die beliebteste Zahlungsmethode in Europa ist (72% der Europäer nutzen diese), gibt es noch weitere Zahlungsmethoden, die in einigen Ländern wichtig sind.

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Online-Zahlungsmethoden sollten von daher für verschiedene Kanäle, Endgeräte und Länder angepasst und dementsprechend auch in die Content-Planung mit aufgenommen werden.

6. Seeding ist nicht gleich Seeding – Finde die passenden Kanäle für Dein Content Marketing international

Nur weil Facebook, Instagram und Co. in Deinem Land weit verbreitet sind, muss das nicht für die ganze Welt so sein. Obwohl es zum Beispiel Twitter in Deutschland noch nicht sehr weit gebracht hat, ist es in den USA der Social Media Kanal überhaupt.

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Genauso sind in Asien vollkommen andere Social Media Kanäle im Trend wie beispielsweise die schnelle TikTok-Verbreitung derzeit.

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Wie Du siehst: Seeding ist je nach Kontinent, Land oder sogar Region individuell und es ist essentiell, dass du die passenden Kanäle und Plattformen für Dein Content Marketing wählst.

Noch ein weiterer Tipp: Suchmaschine ist nicht gleich Suchmaschine. Auch wenn Google global und in vielen Ländern bekanntlich dominiert, gibt es doch auch Ausnahmen, denn Suchmaschinen können in jedem Markt unterschiedlich sein. Erst wenn Du die Haupt-Suchmaschine Deines Zielmarktes kennst, kannst Du entscheiden, welche Art von Content Du hierfür erstellen möchtest.

 7. Wie finde ich Content-Lücken?

Ein ganz simpler Tipp vorweg: Schau Dir den Inhalt auf Deiner Webseite und auf den Webseiten Deiner Konkurrenten genau an. Achte auf Content Arten, wo der Content platziert ist, was die Content Themen sind, usw. Dies gibt Dir schon mal einen guten Einblick und hilft Dir neue Ideen zu generieren.

Weiterhin gibt es Super Tools, die Dir hier je Zielland helfen können, genau die Content-Lücken zu ermitteln und gezielt Texte hierfür anzufertigen und mit in Deinen Content Marketingplan aufzunehmen.

SEMrush und ahrefs sind meine beiden Lieblings-Tools hierfür, auf die ich auch hier kurz eingehen möchte. Wenn Du vorher Deine Konkurrenzanalyse gut durchgeführt hast, kannst Du in ahrefs zum Beispiel Deine 3 größten Konkurrenten direkt eingeben und erhälst eine Übersicht von Suchbegriffen, auf welchen einer Deiner Konkurrenten auf der 1. Seite der SERPs rankt, Du aber nicht. Sagen wir mal, wie unten aufgeführt, Du bist Nike und einer Deiner Konkurrenten hat eine gute Position für “vintage sneakers” erreicht in den USA und Du hast eigentlich auch eine tolle Kollektion von vintage sneakern, dann wäre das jetzt eine tolle Gelegenheit, eine Vintage Sneakers Unterkategorie mit Content Elementen anzulegen. Logisch, oder?

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Bei SEMrush finde ich, dass die Content Marketing-Plattform eine große Hilfe sein kann, um Deinen Content international auch gut planen zu können. Dort gibt es ein super cooles Tool, was sich Topic Research nennt, welches Dir tolle Ideen auf der Grundlage von Keywords, Trendthemen, ähnlichen Suchanfragen, aktuellen Artikeln und häufig gestellten Fragen geben kann.

Du kannst ganz schnell herausfinden, wofür sich Deine Zielgruppe am meisten interessiert. Filtere Dir die Daten je nach Land, Region oder Stadt heraus und schau Dir die beliebtesten Themen und aktuellen Artikel für Deinen Ziel-Suchbegriff an. Besonders spannend sind die thematisch relevanten Fragen, nach denen Nutzer suchen und welche Dir die Möglichkeit geben genau diese Fragen in Deinem nächsten Content Stück zu beantworten, um so sogar die Möglichkeit zu erhalten, als Featured Snippet in den Suchergebnissen zu erscheinen. Ist einen Blick wert, schau’s Dir einfach mal an.

8. Hier Noch Einmal Die Wichtigsten Tipps Im Überblick:

  1. Identifiziere Deine Zielgruppe möglichst konkret
  2. Lass die Finger von Wort-für-Wort-Übersetzungen
  3. Finde Muttersprachler mit Erfahrung im Content Marketing für die Übersetzungen
  4. Achte auf kulturelle Unterschiede je Zielmarkt
  5. Ermittle die meistgenutzten und beliebtesten Suchmaschinen und Social Media Plattformen Deiner Zielgruppe

So, jetzt bist Du eigentlich startklar und kannst international erfolgreich durchstarten – Viel Erfolg!

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