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Interne Verlinkung optimieren: das How-to für bessere SEO-Rankings

Interne Verlinkung optimieren: das How-to für bessere SEO-Rankings

Lesezeit: 12 Min | Autor: Stephan Czysch

Durch eine optimierte, interne Verlinkung mit wenig Aufwand zu besseren Rankings – der ultimative Guide

Alles, was du über interne Verlinkung wissen musst: von Hintergründen über Analyse und Visualisierung bis zu Optimierungstipps

Was für den Weg zwischen A und B in der wirklichen Welt Straßen und Wege sind, sind für Websites Verlinkungen. Zeigen diese auf Adressen innerhalb desselben Webauftritts, dann sprechen Suchmaschinenoptimierer von internen Links. Externe Links hingegen verweisen von einer Domain auf eine andere. Während du rund um das Thema Linkbuilding im verlinkten Artikel alles Wichtige nachlesen kannst, dreht sich in diesem Artikel alles um die interne Verlinkung.

Sich mit der Struktur der eigenen Website auseinanderzusetzen, ist ein Teilbereich der Suchmaschinenoptimierung, der häufig zu kurz kommt. Während in der regelmäßigen Arbeit von SEOs Themen wie „Content“, „Technisches SEO“ oder „Offpage SEO“ auf der Agenda stehen, wird dem Potenzial einer optimierten, internen Verlinkung viel zu wenig Beachtung geschenkt. Warum eigentlich? Denn eine optimierte Informationsarchitektur (oder gern auch: Websitestruktur) verbessert die Auffindbarkeit von einzelnen Dokumenten für Nutzer und Suchmaschinen gleichermaßen.

Dass die interne Verlinkung enorm wichtig ist, zeigt ein Fakt: Die meisten URLs der eigenen Website sind extern überhaupt gar nicht verlinkt! Entsprechend können diese Adressen nur dann von Nutzern und Suchmaschinen gefunden werden, wenn du sie selbst über interne Links erreichbar machst.

Exkurs: Wie viele Adressen sind überhaupt extern verlinkt?

Egal, ob du ein Offpage SEO-Tool wie Majestic oder ahrefs bemühst oder dir in deinem Webanalyse-Tool – vermutlich Google Analytics –die Einstiegsseiten von Verweisezugriffen anschaust: Du wirst sehen, dass nur sehr wenige Adressen deiner Website direkt von externen Webauftritten erreichbar sind.

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Blick auf die Top-Linkziele von trustagents.de bei ahrefs

 

So kennt das Tool ahrefs zwar aktuell 1.735 Adressen auf trustagents.de. Allerdings haben davon nur knapp 150 Adressen überhaupt mindestens 2 verweisende Websites.

Nicht nur, weil mir die 150 verlinkten Adressen sehr viel vorkamen, habe ich einen genaueren Blick auf die Linkquellen vorgenommen. Und wie zu erwarten war, sind einzelne Seiten nicht mit qualitativ hochwertigen, externen Links gesegnet: Es sind die klassischen Scraperwebsites, die automatisiert Links auf diese Adressen setzen. Hier ist kaum zu erwarten, dass jemals (oder noch besser: regelmäßig) ein wirklicher Nutzer über diese Links auf unsere Website kommt.

Das Traffic-Potenzial eines Links (und das ist es ja, weshalb du einen Link haben willst: Er soll dir hochwertigen Traffic liefern!) ist natürlich stark davon abhängig, wie viele Besucher die Linkquelle selbst hat und wie sicht- und erreichbar die verlinkende Seite ist. Von daher wäre es für mich natürlich super, wenn dieser Artikel selbst eine hohe Sichtbarkeit innerhalb von omt.de und z. B. in der Google-Suche erfahren würde. Wenn du also diesen Artikel liest, scheint der Artikel und damit die Links eine gewisse Sichtbarkeit zu haben ;). Doch zurück zum eigentlichen Thema:

So nutzt du das SEO-Potenzial der internen Verlinkung

Wie du nun weißt, haben nur sehr wenige Adressen (URLs) deiner Website (relevante) externe Links. Entsprechend können diese Seiten nur dann über Links angesurft werden, wenn du diese über interne Links erreichbar machst.

Wenn du dir die Bedeutung von externen Links für das SEO-Ranking vor Augen führst, heißt das aber auch: Nur für die wenigsten Adressen hat Google überhaupt externe Signale vorliegen. Folglich sind neben dem eigentlichen Inhalt die internen Offpage-SEO“-Maßnahmen entscheidend. Je besser der Inhalt im Vergleich zu Konkurrenzangeboten von dir erreichbar gemacht wird, desto höher ist die Chance auf ein gutes Ranking!

Und noch eine abgewandelte Ableitung kann aus den fehlenden externen Verlinkungen gezogen werden: Ein gutes Ranking ist ohne externe Links auf die entsprechende Zielseite möglich! Die Wahrscheinlichkeit für diesen Fall steigt, wenn deine Website insgesamt gut verlinkt ist und du den Linkjuice gut durch die Website verteilst.

Was war nochmal, dieser Linkjuice? Mit diesem Begriff beschreiben SEOs die Stärke der Rankingsignale, die über einen internen oder externen Link an die verlinkte Seite übertragen werden. Vereinfacht gesagt: Je stärker die Linkquelle selbst verlinkt ist und je weniger Seiten sie verlinkt, desto mehr Linkjuice überträgt jeder einzelne Link.

Darauf kommt es bei der internen Verlinkung an

Bei der internen Verlinkung solltest du darauf achten:

  • wichtige Seiten möglichst häufig erreichbar zu machen – aus passendem, thematischem Umfeld.
  • die internen Links auf die wichtigen Dokumente von Seiten zu setzen, die selbst gut verlinkt sind – idealerweise intern und extern!
  • einen aussagekräftigen Ankertext zu verwenden.
  • dass die Startseite wichtige Subseiten direkt anlinkt.

Worum geht es, wenn ich auf einen Artikel mit dem Ankertext hier verlinke? Du hast keine Ahnung und versuchst über die Adresse des Linkziels etwas über den Inhalt zu erfahren? Wie wäre es, wenn ich statt „hier“ als Ankertext „Online Marketing Webinare“ gewählt hätte? Würde dir das mehr Kontext geben? Mit Sicherheit ja. Wenn wir also über eine gute interne Verlinkung sprechen, darf das Thema Ankertext nicht zu kurz kommen.

Während bei externen Links die sogenannten „Keywordankertexte“ (verlinkende Worte wie „KFZ-Versicherung“ oder „Nike Sneaker“) durchaus einen negativen Einfluss auf das Ranking haben können (oder gar in einer manuellen Maßnahme enden), kannst du die internen Ankertexte keywordoptimiert gestalten. Nutze diese Möglichkeit, um Nutzern und Suchmaschinen gleichermaßen dabei zu helfen, den Inhalt des Linkziels zu erfassen.

Status-Quo-Analyse: Wie steht es eigentlich um die Websitestruktur? Und wie kann ich diese visualisieren?

Zwar macht man sich beim initialen Erstellen eines neuen Webauftritts sicher Gedanken über die Websitestruktur (Upps, habe ich dich etwa gerade erwischt?), plant die Hauptnavigation, den Footer sowie Haupt- und Subthemen, aber spätestens nach einigen Monaten ist vom ursprünglichen Plan nicht mehr viel übrig. Neue Inhalte wurden dazu genommen, andere wieder gelöscht und wieder andere fehlen noch.

Ich sage immer: Wer nicht weiß, wofür er gefunden werden möchte, der braucht mit SEO gar nicht erst anzufangen. Meistens höre ich ein „Für alles, was ich halt habe.“, aber meistens ist es so, dass nur wenige Inhalte wirklich so gut sind, dass sie eine Topplatzierung in Suchmaschinen und die Aufmerksamkeit vom Leser verdient haben. Klar, man kann Inhalte verbessern, aber auch das passiert (leider) zu selten. Deshalb: Überlege dir ganz genau, welche Inhalte wirklich exzellent sind und unter welcher Adresse diese liegen! Wenn du diese Frage geklärt hast, dann kannst du damit beginnen, die interne Verlinkung zu analysieren und im zweiten Schritt zu optimieren.

Für einzelne Adressen ist es problemlos möglich, eine Analyse manuell durchzuführen, aber wer sich einen Gesamtüberblick über die interne Verlinkungsstruktur machen möchte, der kommt an Tools nicht vorbei. Wenn du wissen möchtest, wie viele Links es eigentlich auf einer Seite gibt und ob diese interne oder externe Seiten verlinken: Schau dir die kostenlose Browsererweiterung Linkparser an – dieses und viele weitere Browserplugins für SEOs habe ich im Trust Agents Blog vorgestellt. Der Linkparser kann nofollow-Links auf Wunsch farblich hervorheben – durch nofollow wird die Übertragung von Linkjuice zwischen Linkquelle und -ziel unterbunden und der Link ist aus klassischer SEO-Sicht „wertlos“.

Mit Crawlern die Websitestruktur analysieren

Wenn du bei einer Website mit mehreren hundert Unterseiten wissen möchtest, wie viele interne Verlinkungen eigentlich zu einer bestimmten Unterseite führen, dann kommst du mit manueller Arbeit nicht weit. Nutze für eine solche Aufgabe lieber einen Crawler. Diese kosten zwar etwas Geld, nehmen dir aber sehr viel Arbeit ab. Zu den bekanntesten Crawlern zählen:

  • Screaming Frog
  • Ryte
  • audisto
  • SiteBulb
  • Sistrix Optimizer
  • SEMrush

Mein Tool der Wahl ist in der Regel der Screaming Frog, da er unglaublich viele Anwendungsfälle bei der SEO-Arbeit abdeckt. Dazu ist er mit knapp 170 € pro Jahr vergleichsweise erschwinglich.

Während des Crawling-Vorgangs folgen die Crawler nicht nur Links, sondern sammeln SEO-relevante Daten wie die hx-Überschriften, den Seitentitel, die Canonical-URL und noch vieles mehr. Wer den Screaming Frog bisher nicht im Einsatz hatte, der schaut sich am besten nach einem passenden Guide bei Google um.

Um die aktuelle interne Struktur zu erfassen, wird der Screaming Frog im Crawlmodus über die Website geschickt. Je nach Umfang der Website dauert dieser Prozess von wenigen Minuten bis hin zu Stunden oder gar Tagen. Für die Status-Quo-Analyse sind von den vielen Daten des Tools besonders die folgenden interessant:

  • Crawl Depth (Klicktiefe): Hier geht es um die Frage, mit wie vielen Klicks eine Adresse von der Startseite aus auf dem kürzesten Weg erreichbar ist. Eine direkt von der Startseite aus verlinkte Unterseite ist demnach auf Seitenebene 1.
  • Unique Inlinks (Anzahl einzigartiger eingehender Links): Wie viele interne Links zeigen auf die analysierte Adresse, wenn pro Linkquelle nur ein Link gezählt wird? Es ist nämlich möglich, dass dieselbe Zielseite mehrfach verlinkt wird – beispielsweise mehrfach aus dem Text oder zusätzlich aus der Hauptnavigation. Die Gesamtanzahl der eingehenden Links ist als Inlinks im Screaming Frog zu finden.
  • Unique Outlinks (Anzahl einzigartiger ausgehender Links): Hier ist es dieselbe Frage, aber genau andersherum: Wie viele Adressen macht diese Seite intern wie extern erreichbar, wenn jedes Linkziel nur einmal gewertet wird? Outlinks hingegen gibt die Gesamtanzahl ausgehender interner und externer Verlinkungen an.
  • % of total: Wie viele Seiten des gesamten Webauftritts verlinken auf eine Seite?

Diese Daten werden pro Adresse separat ausgegeben. Dazu ist es seit der Version 10 des Screaming Frogs möglich, Links gewichten zu lassen. Denn nicht jeder Link ist gleich wertvoll! Je mehr eingehende Verlinkungen eine Seite selbst hat und je weniger Seiten sie erreichbar macht, desto mehr Linkjuice wird über die Verlinkung weitergegeben. Dieses Linkgewicht ist beim Screaming Frog als „Link Score“ als Wert zwischen 0 und 100 angegeben.

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Unter „Site Structure“ bietet der Screaming Frog im rechten Bereich einige spannende Statistiken und Visualisierungen. Dazu zeigt der Datenbereich (links) weitere Informationen zur Verlinkung einzelner Seiten.

 

Mit den Daten kannst du nun wunderbar arbeiten. Schaue dir an, wie gut deine Prio-Seiten innerhalb der Website erreichbar sind, auf welcher Ebene sie liegen, welche Ankertexte zum Einsatz kommen und überlege dir, wie du deren interne Verlinkung noch weiter verbessern kannst. Dazu findest du am Artikelende einige Tipps. Wenn du auf dem Screenshot vergeblich die Ankertexte suchst: Diese findest du im „Inlinks“-Tab der einzelnen Seite oder in den jeweiligen Exporten.

Der Screaming Frog kann aber noch mehr. Durch die unterschiedlichen API-Anbindungen kannst du dir z. B. Google Analytics- oder Search Console-Daten hinzuziehen oder deine extern stark verlinkten Seiten über die Daten von Majestic und ahrefs anzeigen lassen – entsprechenden Zugriff auf diese Tools vorausgesetzt. Einzelne URLs sind stark extern verlinkt, geben aber nur wenig Linkjuice weiter (Unique Outlinks beachten) – eine echte Low-Hanging-Fruit für die Verbesserung der internen Verlinkung!

Die Website-Struktur mit dem Screaming Frog visualisieren

Der Screaming Frog bietet die Möglichkeit, die Daten in Tabellenform zu exportieren und beispielsweise mit Excel weiterzuverarbeiten. Darüber hinaus ist mit dem letzten großen Update des Tools eine Visualisierungsfunktion dazugekommen, die die Website-Struktur in unterschiedlichen Dimensionen und Darstellungen optisch anzeigt.

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Wie sind Seiten miteinander verlinkt? Über das Zahnrad kann die Visualisierung angepasst werden.

 

Da diese Darstellung genug Inhalt für einen eigenen Artikel bietet, will ich gar nicht zu tief darauf eingehen. Nur kurz eine Erklärung, was hier zu sehen ist: Mit den Kreisen sind einzelnen Seiten sowie über die Verbindungslinien die Links zwischen den Seiten visualisiert. So verlinkt beispielsweise die Startseite auf den /en/-Bereich (oben rechts), der wiederum einzelne Seiten erreichbar macht. Durch die Farben sind aktuell indexierbare (grün) und nicht-indexierbare Seiten (rot) gekennzeichnet.

Wer sich einzelne Verzeichnisse visualisieren möchte, der findet beim Screaming Frog ebenfalls etwas Passendes: den Directory Tree Graph.

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Tipps für die Optimierung der internen Verlinkung

Abschließend möchte ich dir noch ein paar Tipps mit auf dem Weg geben. Halte dir immer vor Augen, dass du Links setzt, um den Traffic zu verteilen. Und je höher dabei die Sichtbarkeit eines Links ist, desto mehr Nutzer werden diesen Link wahrnehmen und anklicken.

Von daher solltest du dir darüber Gedanken machen:

  • wo du einen Link platzierst: Ist er im Content gesetzt oder Teil des Footers oder der Hauptnavigation? Wo ist er im Content platziert? Eher am Anfang oder am Ende? Liegt der Link auf einem Bild oder auf einem Wort?
  • aus welchem Kontext der Link kommt: Es geht darum, Nutzer zu leiten, deshalb sollte der Kontext passen.
  • wie du Links (optisch) kenntlich machst: Wenn du einen Link verstecken willst, dann solltest du ihn erst gar nicht setzen.
  • wie viele Links du pro Seite setzt: Denn je größer die Auswahl ist, desto geringer ist die Sichtbarkeit jedes Links. Und im Sinne des Linkjuice: desto weniger Linkjuice gibt der Link weiter.
  • Sei konsistent mit deinen Ankertexten: Verlinke nicht unterschiedliche Zielseiten mit denselben oder sehr ähnlichen Ankertexten. Mal ist es ok, z. B. für „Linkbuilding“ ein Seminar oder einen Wissensartikel zu verlinken, aber es sollte klar sein, welche Seite für Linkbuilding bei dir auf der Website den besten Inhalt bereithält. Die verwendeten Ankertexte kannst du aus dem Screaming Frog (oder einem anderen Crawler) bekommen.
  • Halte deine Website sauber: Verlinke nicht auf Seiten, die nicht (direkt) erreichbar sind, also weder auf Fehlerseiten, noch auf weitergeleitete Adressen. Bei weitergeleiten Links gilt: Lieber direkt auf die finale Adresse verweisen, als dort über eine Weiterleitung hinzukommen. Du schickst ja auch niemanden, der nach dem Weg fragt, mit unnötigen Zwischenstopps zum Bahnhof, oder?
  • Verlinke auch von Alt nach Neu: Was beim Schreiben eines Artikels noch nicht da war, kann in einem Artikel zwar angesprochen werden, wird aber nicht verlinkt. Eine vergebene Chance! Halte in bereits geschriebenen Artikeln nach Linkpotenzialen Ausschau – idealerweise automatisierte über Logiken, die Links setzen. Beispielsweise durch automatische Artikelvorschläge oder eine Verlinkung der neuesten Inhalte.
  • Verlinke nicht kreuz und quer: Du möchtest Nutzer und Suchmaschinen leiten. Von daher sollten die Links immer möglichst relevant sein. Siloing ist hier ein Stichwort, das in diesem Kontext relevant ist. Also anstatt von Herrenmode direkt zu Autogaragen zu verlinken, lieber im Thema bleiben.

Es sind Fragen rund um die interne Verlinkung und deren Optimierung offen geblieben? Oder hast du andere Erfahrungen gemacht? Oder gibt es Themen, die du anders siehst? Ich freue mich auf eine Diskussion mit dir :).