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Personal Branding – in wenigen Schritten zur Marke werden!

Personal Branding – in wenigen Schritten zur Marke werden!

Lesezeit: 8 Min | Autor: Sarah von Wyl

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Personal Branding – ein Begriff, der seit Jahren in aller Munde ist. Aber was bedeutet es eigentlich genau, eine persönliche Marke zu erschaffen und welches prominente Beispiel hat diese Art der Markenbildung besonders geprägt?

Der aus dem Englischen stammende Begriff Personal Branding, bedeutet übersetzt soviel wie Selbstvermarktung oder auch Personenmarke. Eine einheitliche Definition sucht man im Web allerdings vergeblich. Mitunter variiert die Beschreibung in Blogs, sozialen Medien und Büchern sogar erheblich.

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Dennoch wagen wir heute einen Versuch, Euch das Mysterium, um Personal Branding aus unserer Sicht näher zu bringen.

Am besten und plakativsten lassen sich Personenmarken an echten Beispielen erklären – denn was haben erfolgreiche Persönlichkeiten wie Heidi Klum, Karl Lagerfeld oder Dieter Bohlen gemeinsam? Sie rufen ganz bestimmte Emotionen, Werte und Reaktionen hervor, die wir sonst nur von Produkten kennen. Sie haben eine klare Botschaft, verfolgen eindeutige Ziele und zeigen sich in der Öffentlichkeit immer zu 100% authentisch – ob das nun allen gefällt oder eben nicht. Ihr unverwechselbarer Charakter, das sichere Auftreten, ihr ganz besonderer Stil – eine Personenmarke bleibt im Gedächtnis und erzählt ihre ganz eigene, authentische Geschichte für jeden öffentlich zugänglich im Web.

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Personal Branding lebt von Ehrlichkeit – nur wer sich authentisch zeigt, ist glaubwürdig und kann zur Ikone werden.

Marken wollen vor allem eines – verkaufen. Dafür müssen sie aber zu allererst unser vollstes Vertrauen gewinnen. Die Personenmarke, also die Personal Brand hat genau hier ihren riesigen Vorteil. Einer Person, die wir zu kennen glauben, weil sie uns durch Social Media so nah erscheint, kann uns viel schneller überzeugen. Wir glauben die Person zu kennen, nimmt sie uns doch fast täglich mit durch ihren Alltag.

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Es geht bei Personal Branding also nicht in erster Linie um ein Unternehmen oder eine Marke, es geht zunächst darum, die eigene Person mit ihren besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen darzustellen und ihr individuelles Anliegen sichtbar zu machen. Im Zentrum dieser Personal-Branding-Strategie steht der Aufbau einer merk-würdigen Persönlichkeit, die ihre Kunden zu echten Fans werden lässt. Im Grunde ist es auch für jeden Freiberufler, Selbständigen und Unternehmer erstrebenswert, eine Personal Brand zu verkörpern – die Vorteile aus einer Personenmarke erschließen sich recht schnell: Sie werden schneller im Netz gefunden, gelten bald als Experten auf ihrem Gebiet – und bekommen mehr Jobs oder Aufträge.

Zur Marke werden – In wenigen Schritten zur Personal Brand

Neben einer absolut klaren Botschaft gibt es weitere grundlegende Bestandteile einer starken Personenmarke – hierzu zählen:

  • Mindestens ein Alleinstellungsmerkmal
  • Relevante Inhalte für die Zielgruppe
  • Ein unverwechselbarer Stil
  • Ein authentischer Auftritt
  • Referenzen, die den Expertenstatus bestätigen
  • Ein kontinuierlich wachsendes Netzwerk und damit wachsende Reichweite

Im Personal Branding ist es also wichtig, neue mutige Wege zu erschließen, um aus der breiten Masse hervorzustechen. Die sozialen Medien ermöglichen euch diesen Prozess mit Leichtigkeit, denn sie bieten die passende Bühne, um Meinungen kund zu tun und Aufmerksamkeit zu generieren. In Zukunft werden nur noch Persönlichkeiten, die sich selbst als Eigen- oder Personenmarke etablieren, diese Aufmerksamkeit erhalten.

Eine Personal Brand zu sein heißt, von anderen auch so wahrgenommen zu werden. Es ist die Summe aller Eindrücke, die bei der Zielgruppe hervorgerufen werden und die Übereinstimmung der Marken-Eigenschaften. Dieser Eindruck ist das Ergebnis konsequenten Handelns, das Leben der eigenen Werte- und Wissensbotschaften jeder Personal Brand.

Als Voraussetzung für eine Personenmarke gilt also nicht nur eine fachliche Kompetenz. Sie ist selbstbewusst und weiß sich ganz genau einzuschätzen – sie kennt ihre Vorzüge, Stärken und auch ihre Schwächen sehr genau und weiß damit umzugehen, beziehungsweise diese zu nutzen.

Wann ist die Idee von Personal Branding entstanden?

Erstmals fiel der Begriff Personal Branding im Jahr 1997. Der Management-Coach Tom Peters nutzte die Wortwahl „Brand you“ als neue Umschreibung von persönlicher Selbstdefinition. Seine Idee wurde daraufhin von vielen Autoren und Experten aufgegriffen, die sich mit dem Thema: „Wie präsentieren und vermarkten wir uns selbst gegenüber anderen?” beschäftigten.

Allerdings haben uns das Internet und Social Media erst die Werkzeuge und Mittel in die Hand gegeben wirklich erfolgreiches Personal Branding zu erschaffen. Der Online-Auftritt als zentrales Ausdrucks-Medium, hat Personal Branding zu dem gemacht, was es heute ist – authentisches Storytelling.

Die Markenbildung umfasst im Allgemeinen, neben der Entwicklung einer klaren Positionierung, auch den Aufbau und die Pflege eines bestimmten Images. Das Ziel ist es, mit Hilfe von klassischem Marketing, Public Relations und Networking in seinem Themenbereich zum Experten zu werden und diese Position zu verstärken. Das Ansehen der Persönlichkeit wird gezielt aufgebaut – im Idealfall entwickelt sich dann der eigene Name zum Markennamen, der mit einer klaren Botschaft und Werten assoziiert wird.

„Menschen folgen lieber Menschen, als Marken”

Ibrahim Evsan, 2009

Ihr wisst jetzt also, dass Personal Branding euch dabei helfen kann, eure Ideen und Visionen zu teilen und zu verbreiten. Wie sieht dieser Prozess aber bei größeren Unternehmen aus? Hier können beispielsweise die Führungspersönlichkeiten den Part des Personal Branding übernehmen – als großes Vorbild können wir euch hier Steve Jobs nennen, der das Herz von Apple ausgemacht hat. Jeder kannte ihn, selbst wenn er gar keine Apple Produkte genutzt hat. Seine Geschichte, seine Vision und Botschaft haben viele Menschen berührt und zu großen Fans gemacht. Er hat wesentlich zum großen Erfolg seiner Marke Apple beigetragen.

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Es können aber auch besondere Mitarbeiter in die Rolle der Personal Brand treten, auch diese Konstellation ist höchst profitabel für jedes Unternehmen. So geben Firmen auf Social Media einzigartige Einblicke in Produktionsabläufe: Einzelne Mitarbeiter werden zum Gesicht des Unternehmens und nehmen ihre Kunden mit in ihren Alltag. Man spricht hierbei auch von Corporate Influencing.

Generell lässt sich die Personal Branding Methodik in verschiedene Ansätze einteilen:

  • Personenbezogene Marke: Personal Branding
  • Mitarbeiter, die ihr Unternehmen über die sozialen Medien bewerben: Corporate Influencer
  • Führungskräfte, die sich und ihr Unternehmen über Social Media vermarkten: Social CEO
  • Erschaffen einer Arbeitgebermarke, um herausragende Mitarbeiter zu gewinnen: Employer Branding

Fakt ist, dass sich der Trend des Personal Branding weiter durchsetzen wird. Nur wer sich in der Öffentlichkeit regelmäßig authentisch zeigt, hat längerfristig Erfolg in seinem Business. Eine sorgfältig aufgebaute Online Reputation sind das A und O der Personal Brand – stimmen Botschaften, Werte und Visionen, die im Web gefunden werden mit dem überein was du als Person darstellst, hast du es geschafft.

Was haben Personal Branding und Storytelling miteinander zu tun?

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte und so auch seine ganz eigene Meinung und Sicht auf die Dinge. Beim Personal Branding ist diese Geschichte ausschlaggebend für den Erfolg der dahinterstehenden Marke. Geschichten, die mitreißen, verkaufen einfach besser. Das bedeutet aber keinesfalls, dass wir uns diese Geschichten ausdenken dürfen!

Erste Priorität im Personal Branding ist Authentizität. Das Ziel ist nicht, Deine Kunden mit Lügenmärchen einzufangen – im Gegenteil: Die Personal Brand macht sich durch ihre Geschichte nahbar und verletzlich. Ob es nun eine traurige Kindheitsgeschichte, eine überstandene Depression oder eine imposante Erfolgsgeschichte ist – findet sich die Zielgruppe hier wieder, entsteht Vertrauen und Glaubwürdigkeit– Du wirst zum Vorbild und Sinnbild einer Gemeinschaft.

Brand

Natürlich ist das Geschichten erzählen, um eine Kernbotschaft weiter zu vermitteln, keine neue Erfindung. Seit einigen Jahren setzt sich das so genannte Storytelling aber auch im Marketing mehr und mehr durch. So wird inzwischen um jedes Produkt und jede Dienstleistung, eine Story gestrickt. So bleiben Marken und ihre Botschaften einfach besser im Gedächtnis – der Verbraucher fühlt sich abgeholt und findet sich schneller wieder.

Umso besser die Geschichte, desto besser auch deren Verbreitung: Werden bestimmte Gefühle beim Betrachter ausgelöst, weil er vielleicht genauso eine Geschichte selbst erlebt hat, oder es gerade zu seiner Lebenssituation passt, erzählt er die Geschichte anderen weiter.

Fassen wir zusammen – wodurch wird Personal Branding möglich?

  1. Die sozialen Medien und das World-Wide-Web machen es möglich, dass der Mensch als Marke in den Vordergrund rückt
  2. Führungspersönlichkeiten können ihre Botschaften und Visionen sowie ihre Kompetenzen und Leistungen authentisch nach außen kommunizieren, um mehr Aufmerksamkeit für ihre Produkte zu erzielen
  3. Die Digitalisierung ermöglicht eine neue Art der Meinungsbildung.
  4. Expertenstatus und Meinungsführerschaft lassen sich durch den Aufbau einer Online-Reputation erreichen.
  5. „Menschen folgen lieber Menschen als Marken.“ (Zitat Ibrahim Evsan, 2009)

Ihr kennt nun alle Do’s and Dont’s für eure eigene Personal Branding Strategie. Die Zeit selbst zur Marke zu werden ist reif – wenn ihr selbständig seid, wird dies euer Business nochmal auf ein ganz neues Level heben.

Aber auch als Angestellter könnt ihr mit Personal Branding für euer Unternehmen einen echten Mehrwert schaffen. Also raus mit euch und mischt die sozialen Medien einmal so richtig auf!

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