Code of Conduct für Online-Marketing-Veranstaltungen

Präambel

Online-Marketing-Veranstaltungen sind Orte für Austausch, Lernen und Begegnung. Unsere Konferenzen leben vom kollegialen Miteinander, von unterschiedlichen Perspektiven und von fachlichen Diskussionen, die sowohl persönliche Verbindungen als auch neue Erkenntnisse entstehen lassen. Sie stehen im Zeichen der freien Meinungsäußerung und eines offenen, professionellen Austauschs. Gegenseitiger Respekt und Professionalität bilden dafür die Grundlage.

Der OMT und die Online Expert Days haben sich zusammengeschlossen, um diese Verantwortung gemeinsam wahrzunehmen und verbindliche Grundsätze für ein respektvolles Miteinander zu entwickeln. Mit diesem Code of Conduct möchten wir einen gemeinsamen Mindeststandard für Online-Marketing-Veranstaltungen im DACH-Raum schaffen, dem sich weitere Veranstaltende anschließen können.

Online-Marketing-Veranstaltungen bringen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Positionierungen zusammen. Daraus entsteht eine gemeinsame Verantwortung, Räume aktiv so zu gestalten, dass sich alle Teilnehmer*i nnen sicher, respektiert und willkommen fühlen. Ein solcher Raum entsteht nicht von selbst, sondern durch bewusstes Handeln und klare gemeinsame Standards.

Die unterzeichnenden Veranstaltenden verpflichten sich daher, im Rahmen ihrer Veranstaltungen einen diskriminierungssensiblen und respektvollen Umgang zu fördern und durch geeignete Strukturen zu unterstützen. Diskriminierung, Belästigung oder Mobbing widersprechen diesem Anspruch, unabhängig davon, ob sie beabsichtigt sind oder nicht. Sie untergraben ein respektvolles Miteinander und werden nicht toleriert.

Dieser Code of Conduct gilt für alle Teilnehmerinnen, einschließlich Vortragender, Moderatorinnen, Gästinnen, Mitarbeitender, Ausstellervertreterinnen sowie der Mitglieder des Veranstaltungsteams. Er umfasst alle Veranstaltungsorte, Nebenveranstaltungen sowie die Kommunikation im Kontext der jeweiligen Veranstaltung, vor, während und nach dem Event, einschließlich digitaler Kanäle.

Veranstaltende, die diesen Code of Conduct unterzeichnen, verpflichten sich, ihn im Rahmen ihrer jeweiligen Veranstaltungen umzusetzen. Verstöße gegen diesen Kodex können entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen.

Grundsätze

Die folgenden Grundsätze bilden die Grundlage für unser gemeinsames Miteinander während der Veranstaltungen.

Respekt & Würde

Unterschiedliche Perspektiven sind ausdrücklich willkommen und Teil eines lebendigen fachlichen Austauschs. Persönliche Grenzen werden respektiert.

Inklusion & Vielfalt

Wir erkennen an, dass Menschen unterschiedliche Erfahrungen machen – auch mit Diskriminierung oder Belästigung. Im persönlichen Kontakt begegnen wir einander respektvoll und achten darauf, Menschen so anzusprechen und zu benennen, wie sie selbst angesprochen und benannt werden möchten. Wir vermeiden stereotype Zuschreibungen. Wir bemühen uns um inklusive Sprache, nehmen Hinweise ernst und passen unser Verhalten bei Bedarf an.

Offener und verantwortungsvoller Diskurs

Fachliche Diskussionen, unterschiedliche Meinungen und kritische Auseinandersetzungen sind ausdrücklich erwünscht.
Gleichzeitig achten wir darauf, dass Kommunikation respektvoll bleibt und nicht in persönliche Angriffe, Abwertung oder Ausgrenzung übergeht.

Deutungsmacht & Wirkung

Ausgangspunkt unseres Handelns ist das Erleben der betroffenen Person. Wir nehmen Wahrnehmungen von Betroffenen ernst, relativieren sie nicht und verschieben die Verantwortung nicht auf die Person, die eine Grenzverletzung erlebt oder meldet.
Vorfälle werden sorgfältig geprüft und beteiligte Personen angehört, wir entscheiden jedoch nicht über die Gültigkeit einer persönlichen Erfahrung. Mögliche nächste Schritte und Konsequenzen werden situationsabhängig, verantwortungsvoll und möglichst im Austausch mit den Beteiligten geprüft.
Für unser Handeln ist die Wirkung eines Verhaltens wesentlich, nicht allein die Absicht.

Parteilichkeit & Schutz

Wir handeln parteilich im Sinne der betroffenen Person. Das bedeutet:

  • Wir stellen den Schutz und das Wohlbefinden der betroffenen Person in den Mittelpunkt.
  • Wir erwarten keine Rechtfertigung oder „Beweise“ für erlebte Grenzverletzungen.
  • Wir vermeiden Täter-Opfer-Umkehr und Bagatellisierung.

Gemeinsame Verantwortung

Ein respektvoller und diskriminierungssensibler Raum entsteht durch gemeinsames Handeln. Wir verstehen es als gemeinsame Aufgabe aller Teilnehmer*innen aufmerksam zu sein, Verantwortung zu übernehmen, unterstützend einzugreifen oder Hilfe zu holen.

Verhalten während der Veranstaltungen

Die folgenden Verhaltensregeln konkretisieren unsere Grundsätze für das Miteinander während der Veranstaltung.

Kommunikation und Sprache

Kritik ist möglich und erwünscht – persönliche Angriffe nicht. Wir hören einander zu und lassen andere ausreden.

Respekt vor persönlichen Grenzen

Wir tragen alle aktiv dazu bei, die persönlichen Grenzen aller Teilnehmer*innen zu respektieren und zu wahren. Übergriffiges oder distanzloses Verhalten ist zu unterlassen – auch im Kontext von Business, Networking oder informellen Gesprächen. Zustimmung (Consent) ist die Grundlage von Interaktion, auch im professionellen Umfeld.

Diskriminierung, Belästigung und Grenzüberschreitungen

Jegliche Form von Diskriminierung, Belästigung oder Grenzüberschreitung ist unzulässig – unabhängig davon, ob sie verbal, nonverbal oder physisch erfolgt.

Dazu zählen insbesondere:

  • abwertende, beleidigende oder missbräuchliche Äußerungen oder Handlungen
  • sexuelle Annäherungen, körperliche Übergriffe oder unangemessene Bemerkungen sexueller Natur
  • Bedrohung, Einschüchterung oder gezielt ausgrenzendes Verhalten
  • die Verbreitung diskriminierender oder feindseliger Inhalte

Auch subtilere Formen wie Mikroaggressionen, abwertende Witze oder Ausschlüsse werden ernst genommen. Unangemessenes Verhalten beschränkt sich nicht auf persönliche Interaktionen, sondern umfasst auch schriftliche, elektronische und telefonische Kommunikation.

Sichtbarkeit & Aufnahmen

Im Rahmen der Veranstaltung können durch offizielle Veranstaltungsfotografinnen oder beauftragte Dienstleisterinnen Foto- und Videoaufnahmen entstehen. Die entsprechenden Regelungen hierzu werden in den Teilnahmebedingungen und Datenschutzinformationen der jeweiligen Veranstaltung beschrieben.
Unabhängig davon gilt für private Aufnahmen durch Teilnehmer*innen: Fotos, Videos oder Zitate von anderen Personen sollen nur mit deren Zustimmung veröffentlicht oder geteilt werden. Dies gilt insbesondere für Inhalte in sozialen Netzwerken, Messenger-Gruppen oder anderen digitalen Kanälen.
Bei der Veröffentlichung von Inhalten ist ein sensibler und respektvoller Umgang zu gewährleisten.

Besondere Verantwortung von Speaker*innen und Moderator*innen

Alle Teilnehmerinnen, insbesondere Vortragende und Moderator*innen, achten auf eine respektvolle und diskriminierungssensible Sprache.
In Präsentationen ist die Darstellung von anstößigen, diskriminierenden, gewaltvollen oder sexualisierten Inhalten zu vermeiden. Ist deren Darstellung im inhaltlichen Kontext unvermeidbar, etwa bei Analysen von Hassrede, Diskriminierung, Gewalt oder vergleichbaren Themen, soll dies soweit möglich bereits in der Vortragsbeschreibung transparent gemacht werden.
Spätestens im Vortrag selbst müssen sensible Inhalte rechtzeitig angekündigt werden, zum Beispiel mündlich zu Beginn des entsprechenden Abschnitts oder durch einen klar sichtbaren Hinweis auf der betreffenden Folie. So erhalten Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich darauf einzustellen oder bei Bedarf den Raum zu verlassen.

Umgang mit Hinweisen und Grenzsetzungen

Wer darauf hingewiesen wird, dass ein Verhalten als unangemessen oder grenzüberschreitend wahrgenommen wird, ist aufgefordert, dieses umgehend zu unterlassen – auch dann, wenn es nicht so gemeint war. Entscheidend ist, wie das Verhalten bei anderen ankommt, daher ist im Zweifel stets Rücksicht geboten.

Sicherheit und gesetzliche Rahmenbedingungen

Wir tolerieren keine illegalen, gefährdenden oder fahrlässigen Handlungen. Im Falle einer akuten physischen Gefahr ist unverzüglich die Polizei zu verständigen.

Umgang mit unangemessenem Verhalten und Verstößen gegen den Verhaltenskodex

Verstöße gegen diesen Verhaltenskodex werden ernst genommen.
Die Veranstaltenden entscheiden situationsabhängig und unter Berücksichtigung aller Beteiligten über angemessene Maßnahmen.
Mögliche Konsequenzen sind:

  • ein klärendes Gespräch mit den beteiligten Personen
  • eine formelle Verwarnung mit der Aufforderung, das unangemessene Verhalten sofort zu beenden
  • der Ausschluss von der Veranstaltung – auch von zukünftigen Veranstaltungen
  • die Absage oder vorzeitige Beendigung eines Vortrags oder Programmpunktes

Im Falle eines Ausschlusses erfolgt keine Rückerstattung der Teilnahmegebühr.

Unterstützung und Vorgehen bei Vorfällen

Wenn es zu unangemessenem Verhalten oder Grenzüberschreitungen kommt, ist es uns wichtig, dass Betroffene und Beobachtende wissen, wie sie Unterstützung erhalten und wie wir damit umgehen.

Was tun bei Betroffenheit oder Beobachtung?

Wenn Du Dich unwohl fühlst, Diskriminierung oder Grenzverletzungen erlebst oder als Zeug*in beobachtest, melde Dich beim Awareness-Team oder der Organisation. Gleichzeitig ermutigen wir dazu, beobachtetes Fehlverhalten – sofern möglich – direkt und respektvoll in der Situation anzusprechen. Kritik wird dabei konstruktiv und wertschätzend formuliert.

Ansprechpersonen und Erreichbarkeit

Ansprechpersonen des Awareness- oder Organisationsteams sind während der Veranstaltung vor Ort ansprechbar. Eine Ansprechperson ist jederzeit am Schalter der Veranstaltungsregistrierung erreichbar.
Alternativ kann ein Vorfall auch per E-Mail gemeldet werden. siehe Impressum des jeweiligen Betreibers.

Vertraulichkeit und Schutz

Wir gehen mit allen Meldungen vertraulich und verantwortungsvoll um. Das bedeutet:

  • Vorfälle werden nicht öffentlich diskutiert und beteiligte Personen werden nicht ohne sachlichen Grund oder ohne ihre Zustimmung öffentlich benannt.
  • Die Identität der meldenden oder betroffenen Person wird besonders geschützt, wenn durch eine Offenlegung negative Folgen für sie zu befürchten sind oder sie Vertraulichkeit wünscht.
  • Für die sorgfältige Bearbeitung eines Vorfalls kann es notwendig sein, mit beteiligten Personen, dem Awareness-Team, dem Organisationsteam oder weiteren zuständigen Stellen zu sprechen. Dies geschieht so vertraulich wie möglich und nur in dem Umfang, der für Unterstützung, Klärung oder notwendige Maßnahmen erforderlich ist.
  • Öffentliche Spekulationen, Bloßstellungen oder Diskussionen über Betroffene, meldende Personen oder beschuldigte Personen sollen vermieden werden.
  • Belästigungsopfer werden nicht ohne ihre Zustimmung benannt.

Umgang mit Meldungen

Alle Hinweise werden ernst genommen und sorgfältig geprüft.
Unser Handeln orientiert sich an den Bedürfnissen der betroffenen Person sowie an der jeweiligen Situation.

Missbrauch des Code of Conduct

Der Code of Conduct darf nicht missbräuchlich eingesetzt werden, um fachliche Kritik oder legitime Auseinandersetzungen zu unterdrücken. Meldungen, die offensichtlich in diesem Sinne erfolgen, können zurückgewiesen werden.

Aktuell unterzeichnet von:

Oliver Hauser
Gründer der Next Experts GmbH (Online Expert Days)

Mario Jung
Gründer der OMT GmbH