Ranking Faktoren in Zeiten von Deep Learning

Beschreibung zum kostenlosen Online Marketing Webinar

Zum Ende des vergangenen Jahres haben wir bei Searchmetrics zum letzten Mal unsere Ranking-Faktoren-Studie in der bekannten Form veröffentlicht. Warum? Weil wir sehen, dass erstens universelle Faktoren nicht (mehr) auf verschiedene Nischen anwendbar sind. Im Gegenteil, quasi jede Branche, ob eCommerce, Medien oder der Travel-Bereich, hat ihre eigenen spezifischen Voraussetzungen. Zweitens beobachten wir eine immer weiter ansteigende Relevanz von Content, die wir erstmals auch als Ranking-Faktor nachweisen konnten.
Malte gibt in diesem Webinar einen Einblick in die Diversifikation der Ranking-Faktoren nach Branche sowie die Relevanz von Content und was das für SEO bedeutet.

Video zum Webinar

Webinar Termin:

21.02.2017

09:00 Uhr - 10:00 Uhr

Das wirst Du nach dem Webinar erreicht haben:

  • Dass SEO nicht unwichtiger, sondern anspruchsvoller und komplexer wird
  • Welche Ranking-Faktoren weiterhin wichtig sind
  • In welchen Kategorien sich Ranking-Faktoren zwischen Branchen unterscheiden
  • Wie sich relevanter Content analysieren und produzieren lässt

Zielgruppe:

  • SEOs
  • Agenturen
  • Content Marketer
  • Online Marketing Manager
  • Performance Manager


Alle Webinare der virutellen Konferenz “OMT meets SEO” findest Du hier!

Ranking Faktoren in Zeiten von Deep Learning

Hier kannst Du Dir die Präsentationsfolien zum Webinar holen

Wie wird meine Website am besten bei einer Suchmaschinenanfrage, vorwiegend bei Google, am besten gefunden? In den Anfangsjahren des Internets waren die Rezepte hierzu einfach, banal und nicht immer ganz „legal“. Hier und da wurden mit den Meta-Daten gespielt und mit Keywords in den Texten und Überschriften getrickst etc. Doch all diese schwarzen Techniken für ein besseres Ranking bei Google wurden nach und nach ausgehebelt und Unternehmen, die auf solche Strategien setzen, wurden abgestraft.

Heute zählen andere Ranking Faktoren, und die Tricksereien der Vergangenheit gehören endgültig in die Mottenkiste.

Ranking Faktoren sind tot — allerdings nicht richtig

Welche Ranking Faktoren zählen heute und worauf kommt es in Zukunft mehr und mehr an? Einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Positionierung bei den Suchergebnissen ist die Relevanz für den Suchenden, denn wer eine Suchanfrage startet, der will auch möglichst ein passendes Ergebnis haben, also eines, das für ihn fast schon maßgeschneidert sind.

Das bedeutet, dass wir uns aktuelle Ranking Faktoren näher anschauen müssen, um entsprechende Zusammenhänge herzustellen. Doch Achtung, nicht bei allen vermuteten Zusammenhängen gibt es auch tatsächlich einen Zusammenhang. Man muss sehr genau hinschauen, um Ursache und Wirkung zu erkennen.

Bei der Auswertung von Websites, Suchanfragen und den angezeigten Suchergebnissen zeigt sich, dass zum Beispiel Internetseiten mit mehr Bullet-Points höher eingestuft werden, als solche, die wenige oder gar keine Bullet-Points haben. Des Weiteren sind auch die so genannten Social Signals, die aus Facebook, Twitter & Co. kommen, höchst relevant. Links, Likes und Shares lassen eine Website meist auch im Ranking steigen. Ebenso sind Backlinks interessant, wobei Suchmaschinenanbieter hier mittlerweile sehr genau hinschauen, wo die entsprechenden Links platziert sind und wie diese verzweigt sind.

Zum Schluss bleibt noch der eigentliche Content. Hier kommt es mittlerweile auf den Text, die Textlänge und den Inhalt an. Lange Texte werden beim Ranking Faktor höher bewertet als kurze Texte. Doch Keywords alleine im Text und in den Überschriften sind noch nicht alles. Mittlerweile wird der Content nicht einfach nur nach Worten gescannt und bewertet, sondern der Inhalt wird dank Deep Learning auch interpretiert und „verstanden“. Mit anderen Worten: Suchmaschinen wissen, was in dem Text steht und interpretieren, worauf es ankommt. Sucht man zum Beispiel nach lustigen Inhalten und Filmen die mit Star Wars zu tun haben, dann wird einem höchstwahrscheinlich der Film Spaceballs sehr weit oben bei den Suchergebnissen angezeigt. Das ist korrekt, denn dieser Film ist eine Parodie auf Teile von Star Wars, doch nirgendwo in den Filmbeschreibungen taucht Star Wars auf. Das heißt, die Relevanz wird aus dem Inhalt generiert. Wenn wir das als Grundlage nehmen, dann werden Texte auch nach Relevanz bewertet, auch wenn nirgendwo ein bestimmtes Keyword auftaucht.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist dann noch die Ergebnisrelevanz. Das heißt, was könnte der User tatsächlich suchen. Impliziert seine Suche, dass er Bilder haben oder Filme sehen will, braucht er eine schnelle Lösung oder einen ausführlichen Text etc.?

Und über alles steht natürlich auch immer noch die Frage, über welches Gerät, also Desktop oder mobil (Smartphone), wird die Suchanfrage gestartet. Auch das hat eine Auswirkung auf das Suchergebnis. Doch dazu später mehr.

Am Ende bedeutet das, dass es praktische keine pauschalen Ranking Faktoren mehr gibt. Der Inhalt einer Seite zählt und je nach Intention des Suchenden kommen unterschiedliche Algorithmen zum Einsatz, damit ein möglichst passendes und relevantes Ergebnis gefunden und angezeigt werden kann.

SEO-Taktiken sind tot und statische Ranking Faktoren werden unwichtiger

 

Das klingt etwas dramatisch und ist so natürlich nicht zu 100 % richtig, doch am Ende steht die Relevanz für den Suchenden immer im Mittelpunkt.

Hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache:

• Bei ca. 92 % aller Transaktionen im B2B kommt zuerst eine Suchanfrage im Internet und
• bei 81 % aller potenziellen Käufer kommt zuerst eine Recherche im Internet.

Das bedeutet, wir müssen mit den Karten spielen, die wir ausgeteilt bekommen. Die Ranking Faktoren sind heute bei weitem nicht mehr so festgelegt, wie noch vor einigen Jahren. Heute orientieren sich die Ranking Faktoren mehr und mehr an den Anforderungen der Suchenden, den jeweiligen Geräten, über die die Suchanfrage gestartet wird und weiteren Faktoren — dazu gleich mehr. Flexibilität ist Trumpf und somit gibt es auch in Zukunft Ranking Faktoren, auf die es wirklich ankommt, und nach denen man sich beim Aufbau seiner Präsent im Internet orientieren kann.

 

Die Darstellung zeigt für Ranking Faktoren, die für die Suchmaschinenoptimierung relevant sind.

Ranking Faktor 1: Der Ort

Wenn wir nach etwas ortsgebundenen suchen, dann variieren hier auch die relevanten Keywords in Bezug auf den jeweiligen Ort. Wenn wir zum Beispiel nach dem Begriff „Bauernhof Berlin“ oder „Bauernhof Dortmund“ suchen, dann gibt es, auf Basis der bisherigen Suchanfragen und der verfügbaren Inhalte, unterschiedliche Schwerpunkte von tatsächlich relevanten Keywords. Das heißt konkret, dass „Bauernhof Dortmund“ mit den zusätzlichen Keywords: Obst, Gemüse, hautnah erleben, Tiere, Natur, Hofladen, Übernachtung, Heu etc. assoziiert wird. Bei der Suchanfrage „Bauernhof Berlin“ hingegen wird mit komplett anderen Keywords assoziiert. Hier sind es: Bio, Bauernhof, Kinder, Familie, Urlaub, Aktivitäten.

Somit haben lokale Interessen und Schwerpunkte einen direkten Einfluss auf das Ranking bei Google.

Ranking Faktor 2: Branchen

Über Jahre hinweg wurden alle Branchen über einen Kamm geschoren, Hauptsache die Keywords und die Überschriften passen. Mittlerweile gibt es hier sehr viel tiefergehende Faktoren, die einen unmittelbaren Einfluss auf das Suchergebnis haben.

Im Gesundheitsbereich werden zum Beispiel Websites mit ausführlichen und inhaltsstarken Texten, vielen Übersichten und Bullet-Points und wenigen internen Links sehr viel höher eingestuft. Diese Einstufung folgt der Idee, dass der Suchende hier mehr nach ausführlichen Informationen, Symptomen, Hilfen oder Wirkstoffen sucht, und nicht nur ein paar Produktbilder sehen möchte.

Bei Websites, die das Thema Finanzen im Kern verfolgen, steht Sicherheit im Vordergrund. Ganz besonders geht es hier auch um die HTTPS-Verschlüsselung bei der Übertragung von Daten. Hier ist in Zukunft zu erwarten, dass Seiten ohne eine solche HTTPS-Verschlüsselung eher abgestraft und weiter hinten bei den Suchergebnissen angezeigt werden. Das Ganze kann sogar so weit gehen, dass man bei Websites ohne HTTPS-Verschlüsselung ein Art Warnhinweis angezeigt bekommt, dass hier Daten unsicher übertragen werden.

Im E-Commerce gelten wieder ganz andere Regeln. Hier kommt es zum Beispiel sehr darauf an, dass lokale Domains für die jeweiligen Länder höher eingestuft werden, als länderunspezifische Domains. Das bedeutet, dass Online-Shops, die zum Beispiel in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv sind, auch die entsprechende .de, .at und .ch Domain brauchen. Zusätzlich werden auch Buttons für die Warenkörbe mit berücksichtigt, und deren Anzahl, die Größe von Bilddateien, Anzahl der internen Links, interaktive Elemente, Wortanzahl bei Textbeschreibungen und Videos erzielen eine bessere Positionierung bei den Suchergebnissen, hingegen haben Facebook-Signale, AdSense-Links, Flash-Inhalte etc. eine eher negative Auswirkung.

Fazit: Jede einzelne Branche spielt nach ihren eigenen Regeln, die sich letztlich nur durch Testen und Erfahrung ausspielen lassen.

Ranking Faktor 3: mobiles Ranking

Heute spielt es eine große Rolle, von welchem Gerät aus wir eine Suchanfrage starten. Analysen zeigen, dass wir von einem Desktop-Rechner nach vollkommen anderen Themen suchen, als mobil von einem Smartphone aus. Natürlich haben dann auch die Inhalte der einzelnen Websites einen großen Einfluss auf das entsprechende Ranking. So werden hier zum Beispiel eher kürzere Beiträge höher eingestuft. Auch die Anzahl der Bullet-Points sollte bei der mobilen Website eher geringer sein. Darstellung und Lesbarkeit spielen also eine große Rolle. Mobil ist somit sehr viel mehr, als ein Responsive-Layout, denn nur dynamische Inhalte können die devicespezifischen Nutzererwartungen erfüllen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist, dass schon heute rund 20 % aller Suchanfragen über Spracheingabe erfolgen. Auch das hat eine direkte Auswirkung auf die angezeigten Suchergebnisse, denn meist sind hier nur noch die ersten 1 bis 3 Ergebnisse relevant, wenn nicht sofort automatisch zum ersten gefunden Suchergebnis gesprungen wird.

Weiterhin ist zu vermuten, dass das mobile Ranking auch von anderen Faktoren getrieben sein wird, wie zum Beispiel der Uhrzeit und dem Tag, an dem die Suchanfrage gestartet wird. Außerdem rückt auch die Suche nach Lokalitäten, wie zum Beispiel dem stationären Handel, Gastronomie, Handel oder Dienstleistung im jeweiligen Umfeld mehr und mehr in den Mittelpunkt. Klar, wenn man einen Zahnarzt sucht, dann sind nur die relevant, die in direkter Nähe sind. Gleiches gilt für Restaurants, Baumärkte, Bars, Kinos etc. Das sehen wir schon heute, wenn wir direkt bei Google oder Apple in den jeweiligen Karten-Apps suchen.

 

Word_Count_Desktop_Mobil_SEO

Die Darstellung zeigt den Unterschied der empfohlenen Wörter zwischen der Desktop- und der Mobilen Nutzung

 

Gesamtfazit und ein kleiner Ausblick in die Zukunft der Suchmaschinenoptimierung

Wenn wir eine Suchanfrage starten, dann erwarten wir, dass uns das angezeigt wird, was für uns relevant ist. Oft wird sogar erwartet, dass der Suchmaschinenanbieter hier auch unsere Gedanken liest. Natürlich ist das noch nicht so weit, doch auf Grund der vielen gesammelten Daten der letzten Jahre (Stichwort: Big Data) und der Möglichkeit, diese Dank Deep Learning besser zu verstehen, werden auch die angezeigten Suchergebnisse immer besser und besser. Für den Suchenden ist das natürlich perfekt, doch für den Kampf um die besten Plätze auf der Ergebnisliste, ist praktisch alles offen.

Letztlich kann man nur noch durch guten, maßgeschneiderten Content und eine klare Positionierung Punkten, um gefunden zu werden — doch eine Garantie für eine Top-Platzierung gibt es nicht. Mehr noch, die Suchergebnisse orientieren sich in Zukunft mehr und mehr am Suchenden, am Device, über das die Suche initiiert wird, an der Erwartungshaltung des Suchenden, der Zeit und anderen Faktoren. So spielt es zum Beispiel auch eine Rolle, ob eine Suchanfrage eher informations- oder transaktionsgetrieben ist.

In Zukunft ist also zu erwarten, dass es Websites mit dynamischen Inhalten geben wird, die sich an den Anforderungen einzelner Nutzer orientieren, so dass zum Beispiel dynamisch unterschiedliche Inhalte für Desktop und mobile Geräte angezeigt wird. Heute haben wir hier oft eine Website, die sich responsive anpasst, doch die Inhalte bleiben gleich. Eine gewisse Dynamik würde hier einiges verändern und dynamische Texte könnten hier sehr erfolgreich sein.

Ranking Faktoren in Zeiten von Deep Learning

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Wie wird meine Website am besten bei einer Suchmaschinenanfrage, vorwiegend bei Google, am besten gefunden? In den Anfangsjahren des Internets waren die Rezepte hierzu einfach, banal und nicht immer ganz „legal“. Hier und da wurden mit den Meta-Daten gespielt und mit Keywords in den Texten und Überschriften getrickst etc. Doch all diese schwarzen Techniken für ein besseres Ranking bei Google wurden nach und nach ausgehebelt und Unternehmen, die auf solche Strategien setzen, wurden abgestraft.

Heute zählen andere Ranking Faktoren, und die Tricksereien der Vergangenheit gehören endgültig in die Mottenkiste.

Ranking Faktoren sind tot — allerdings nicht richtig

Welche Ranking Faktoren zählen heute und worauf kommt es in Zukunft mehr und mehr an? Einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Positionierung bei den Suchergebnissen ist die Relevanz für den Suchenden, denn wer eine Suchanfrage startet, der will auch möglichst ein passendes Ergebnis haben, also eines, das für ihn fast schon maßgeschneidert sind.

Das bedeutet, dass wir uns aktuelle Ranking Faktoren näher anschauen müssen, um entsprechende Zusammenhänge herzustellen. Doch Achtung, nicht bei allen vermuteten Zusammenhängen gibt es auch tatsächlich einen Zusammenhang. Man muss sehr genau hinschauen, um Ursache und Wirkung zu erkennen.

Bei der Auswertung von Websites, Suchanfragen und den angezeigten Suchergebnissen zeigt sich, dass zum Beispiel Internetseiten mit mehr Bullet-Points höher eingestuft werden, als solche, die wenige oder gar keine Bullet-Points haben. Des Weiteren sind auch die so genannten Social Signals, die aus Facebook, Twitter & Co. kommen, höchst relevant. Links, Likes und Shares lassen eine Website meist auch im Ranking steigen. Ebenso sind Backlinks interessant, wobei Suchmaschinenanbieter hier mittlerweile sehr genau hinschauen, wo die entsprechenden Links platziert sind und wie diese verzweigt sind.

Zum Schluss bleibt noch der eigentliche Content. Hier kommt es mittlerweile auf den Text, die Textlänge und den Inhalt an. Lange Texte werden beim Ranking Faktor höher bewertet als kurze Texte. Doch Keywords alleine im Text und in den Überschriften sind noch nicht alles. Mittlerweile wird der Content nicht einfach nur nach Worten gescannt und bewertet, sondern der Inhalt wird dank Deep Learning auch interpretiert und „verstanden“. Mit anderen Worten: Suchmaschinen wissen, was in dem Text steht und interpretieren, worauf es ankommt. Sucht man zum Beispiel nach lustigen Inhalten und Filmen die mit Star Wars zu tun haben, dann wird einem höchstwahrscheinlich der Film Spaceballs sehr weit oben bei den Suchergebnissen angezeigt. Das ist korrekt, denn dieser Film ist eine Parodie auf Teile von Star Wars, doch nirgendwo in den Filmbeschreibungen taucht Star Wars auf. Das heißt, die Relevanz wird aus dem Inhalt generiert. Wenn wir das als Grundlage nehmen, dann werden Texte auch nach Relevanz bewertet, auch wenn nirgendwo ein bestimmtes Keyword auftaucht.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist dann noch die Ergebnisrelevanz. Das heißt, was könnte der User tatsächlich suchen. Impliziert seine Suche, dass er Bilder haben oder Filme sehen will, braucht er eine schnelle Lösung oder einen ausführlichen Text etc.?

Und über alles steht natürlich auch immer noch die Frage, über welches Gerät, also Desktop oder mobil (Smartphone), wird die Suchanfrage gestartet. Auch das hat eine Auswirkung auf das Suchergebnis. Doch dazu später mehr.

Am Ende bedeutet das, dass es praktische keine pauschalen Ranking Faktoren mehr gibt. Der Inhalt einer Seite zählt und je nach Intention des Suchenden kommen unterschiedliche Algorithmen zum Einsatz, damit ein möglichst passendes und relevantes Ergebnis gefunden und angezeigt werden kann.

SEO-Taktiken sind tot und statische Ranking Faktoren werden unwichtiger

 

Das klingt etwas dramatisch und ist so natürlich nicht zu 100 % richtig, doch am Ende steht die Relevanz für den Suchenden immer im Mittelpunkt.

Hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache:

• Bei ca. 92 % aller Transaktionen im B2B kommt zuerst eine Suchanfrage im Internet und
• bei 81 % aller potenziellen Käufer kommt zuerst eine Recherche im Internet.

Das bedeutet, wir müssen mit den Karten spielen, die wir ausgeteilt bekommen. Die Ranking Faktoren sind heute bei weitem nicht mehr so festgelegt, wie noch vor einigen Jahren. Heute orientieren sich die Ranking Faktoren mehr und mehr an den Anforderungen der Suchenden, den jeweiligen Geräten, über die die Suchanfrage gestartet wird und weiteren Faktoren — dazu gleich mehr. Flexibilität ist Trumpf und somit gibt es auch in Zukunft Ranking Faktoren, auf die es wirklich ankommt, und nach denen man sich beim Aufbau seiner Präsent im Internet orientieren kann.

 

Die Darstellung zeigt für Ranking Faktoren, die für die Suchmaschinenoptimierung relevant sind.

Ranking Faktor 1: Der Ort

Wenn wir nach etwas ortsgebundenen suchen, dann variieren hier auch die relevanten Keywords in Bezug auf den jeweiligen Ort. Wenn wir zum Beispiel nach dem Begriff „Bauernhof Berlin“ oder „Bauernhof Dortmund“ suchen, dann gibt es, auf Basis der bisherigen Suchanfragen und der verfügbaren Inhalte, unterschiedliche Schwerpunkte von tatsächlich relevanten Keywords. Das heißt konkret, dass „Bauernhof Dortmund“ mit den zusätzlichen Keywords: Obst, Gemüse, hautnah erleben, Tiere, Natur, Hofladen, Übernachtung, Heu etc. assoziiert wird. Bei der Suchanfrage „Bauernhof Berlin“ hingegen wird mit komplett anderen Keywords assoziiert. Hier sind es: Bio, Bauernhof, Kinder, Familie, Urlaub, Aktivitäten.

Somit haben lokale Interessen und Schwerpunkte einen direkten Einfluss auf das Ranking bei Google.

Ranking Faktor 2: Branchen

Über Jahre hinweg wurden alle Branchen über einen Kamm geschoren, Hauptsache die Keywords und die Überschriften passen. Mittlerweile gibt es hier sehr viel tiefergehende Faktoren, die einen unmittelbaren Einfluss auf das Suchergebnis haben.

Im Gesundheitsbereich werden zum Beispiel Websites mit ausführlichen und inhaltsstarken Texten, vielen Übersichten und Bullet-Points und wenigen internen Links sehr viel höher eingestuft. Diese Einstufung folgt der Idee, dass der Suchende hier mehr nach ausführlichen Informationen, Symptomen, Hilfen oder Wirkstoffen sucht, und nicht nur ein paar Produktbilder sehen möchte.

Bei Websites, die das Thema Finanzen im Kern verfolgen, steht Sicherheit im Vordergrund. Ganz besonders geht es hier auch um die HTTPS-Verschlüsselung bei der Übertragung von Daten. Hier ist in Zukunft zu erwarten, dass Seiten ohne eine solche HTTPS-Verschlüsselung eher abgestraft und weiter hinten bei den Suchergebnissen angezeigt werden. Das Ganze kann sogar so weit gehen, dass man bei Websites ohne HTTPS-Verschlüsselung ein Art Warnhinweis angezeigt bekommt, dass hier Daten unsicher übertragen werden.

Im E-Commerce gelten wieder ganz andere Regeln. Hier kommt es zum Beispiel sehr darauf an, dass lokale Domains für die jeweiligen Länder höher eingestuft werden, als länderunspezifische Domains. Das bedeutet, dass Online-Shops, die zum Beispiel in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv sind, auch die entsprechende .de, .at und .ch Domain brauchen. Zusätzlich werden auch Buttons für die Warenkörbe mit berücksichtigt, und deren Anzahl, die Größe von Bilddateien, Anzahl der internen Links, interaktive Elemente, Wortanzahl bei Textbeschreibungen und Videos erzielen eine bessere Positionierung bei den Suchergebnissen, hingegen haben Facebook-Signale, AdSense-Links, Flash-Inhalte etc. eine eher negative Auswirkung.

Fazit: Jede einzelne Branche spielt nach ihren eigenen Regeln, die sich letztlich nur durch Testen und Erfahrung ausspielen lassen.

Ranking Faktor 3: mobiles Ranking

Heute spielt es eine große Rolle, von welchem Gerät aus wir eine Suchanfrage starten. Analysen zeigen, dass wir von einem Desktop-Rechner nach vollkommen anderen Themen suchen, als mobil von einem Smartphone aus. Natürlich haben dann auch die Inhalte der einzelnen Websites einen großen Einfluss auf das entsprechende Ranking. So werden hier zum Beispiel eher kürzere Beiträge höher eingestuft. Auch die Anzahl der Bullet-Points sollte bei der mobilen Website eher geringer sein. Darstellung und Lesbarkeit spielen also eine große Rolle. Mobil ist somit sehr viel mehr, als ein Responsive-Layout, denn nur dynamische Inhalte können die devicespezifischen Nutzererwartungen erfüllen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist, dass schon heute rund 20 % aller Suchanfragen über Spracheingabe erfolgen. Auch das hat eine direkte Auswirkung auf die angezeigten Suchergebnisse, denn meist sind hier nur noch die ersten 1 bis 3 Ergebnisse relevant, wenn nicht sofort automatisch zum ersten gefunden Suchergebnis gesprungen wird.

Weiterhin ist zu vermuten, dass das mobile Ranking auch von anderen Faktoren getrieben sein wird, wie zum Beispiel der Uhrzeit und dem Tag, an dem die Suchanfrage gestartet wird. Außerdem rückt auch die Suche nach Lokalitäten, wie zum Beispiel dem stationären Handel, Gastronomie, Handel oder Dienstleistung im jeweiligen Umfeld mehr und mehr in den Mittelpunkt. Klar, wenn man einen Zahnarzt sucht, dann sind nur die relevant, die in direkter Nähe sind. Gleiches gilt für Restaurants, Baumärkte, Bars, Kinos etc. Das sehen wir schon heute, wenn wir direkt bei Google oder Apple in den jeweiligen Karten-Apps suchen.

 

Word_Count_Desktop_Mobil_SEO

Die Darstellung zeigt den Unterschied der empfohlenen Wörter zwischen der Desktop- und der Mobilen Nutzung

 

Gesamtfazit und ein kleiner Ausblick in die Zukunft der Suchmaschinenoptimierung

Wenn wir eine Suchanfrage starten, dann erwarten wir, dass uns das angezeigt wird, was für uns relevant ist. Oft wird sogar erwartet, dass der Suchmaschinenanbieter hier auch unsere Gedanken liest. Natürlich ist das noch nicht so weit, doch auf Grund der vielen gesammelten Daten der letzten Jahre (Stichwort: Big Data) und der Möglichkeit, diese Dank Deep Learning besser zu verstehen, werden auch die angezeigten Suchergebnisse immer besser und besser. Für den Suchenden ist das natürlich perfekt, doch für den Kampf um die besten Plätze auf der Ergebnisliste, ist praktisch alles offen.

Letztlich kann man nur noch durch guten, maßgeschneiderten Content und eine klare Positionierung Punkten, um gefunden zu werden — doch eine Garantie für eine Top-Platzierung gibt es nicht. Mehr noch, die Suchergebnisse orientieren sich in Zukunft mehr und mehr am Suchenden, am Device, über das die Suche initiiert wird, an der Erwartungshaltung des Suchenden, der Zeit und anderen Faktoren. So spielt es zum Beispiel auch eine Rolle, ob eine Suchanfrage eher informations- oder transaktionsgetrieben ist.

In Zukunft ist also zu erwarten, dass es Websites mit dynamischen Inhalten geben wird, die sich an den Anforderungen einzelner Nutzer orientieren, so dass zum Beispiel dynamisch unterschiedliche Inhalte für Desktop und mobile Geräte angezeigt wird. Heute haben wir hier oft eine Website, die sich responsive anpasst, doch die Inhalte bleiben gleich. Eine gewisse Dynamik würde hier einiges verändern und dynamische Texte könnten hier sehr erfolgreich sein.