AMP: Inhaltliche und technische Vor- und Nachteile der neuen Google-Strategie

Beschreibung zum kostenlosen Online Marketing Webinar

Die großen Content-Gatekeeper Facebook und Google liefern sich einen intensiven Wettstreit um immer tiefergreifende Kontrolle über die Inhalte auf ihren Plattformen. Was für Facebook ihre “Instant Articles” sind, ist AMP für Google: Ein eigener Standard, den es möglichst weit zu verbreiten gilt und auf den die Konkurrenz kaum Einfluss hat. Viele Onlinemarketer sehen vor allem den Traffic-Vorsprung, den sie sich mit einer schnellen Umsetzung verschaffen können.

 

Video zum Webinar

Webinar Termin:

23.09.2016

14:00 Uhr - 15:00 Uhr

Das wirst Du nach dem Webinar gelernt haben:

  • Du kannst beurteilen, ob AMP für dich relevant ist
  • Du weißt, welche Konsequenzen AMP für deine IT hat
  • Du erkennst, dass AMP auch negative Aspekte hat
  • Du lernst, welche Alternativen es für schnelle Websites gibt

Zielgruppe

Das Webinar richtet sich an alle Onlinemarketer, die SEO steuern oder selbst umsetzen und verstanden haben, worauf es ankommt. Technik-Hintergrundwissen ist nicht erforderlich – trotzdem werden auch Techies, die bisher keinen Kontakt mit AMP hatten, etwas Neues mitnehmen können.

AMP: Inhaltliche und technische Vor- und Nachteile der neuen Google-Strategie

Dies ist eine schriftliche Zusammenfassung des Webinars „AMP: Vor- und Nachteile der neuen Google-Strategie“ von Justus Blümer. Blümer ist Consultant bei der Firma Wingmen Online Marketing in Hamburg und beschäftigt sich dort hauptsächlich mit der technischen Suchmaschinenoptimierung und analysiert hierfür meist sehr große Websites. Außerdem ist er für die Webanalyse und ihre Implementierung zuständig.

Was ist AMP?

Bei vielen Websites ergibt sich das Problem, dass durch sogenannte „Tracker“ die Ladezeiten verlängert werden bzw. der Prozessor stärker beansprucht wird. Auf einem Desktop sind diese Auswirkungen noch eher harmlos während auf einem Smartphone das Warten auf Internetinhalte erfahrungsgemäß zum Geduldsspiel werden kann. In einem Zitat des Accelerated-Mobile-Pages-Projects heißt es zum Beispiel: „For many, reading on the mobile web is a slow, clunky and frustrating experience – but it doesn‘t have to be that way.“ (auf Deutsch: Für viele ist das Lesen im mobilen Web eine langsame, klobige und frustrierende Erfahrung, aber es muss nicht so sein.“). Zurückführen lassen sich solche Tracker meist auf Werbung aber auch andere Prozesse haben ihre Hand mit im Spiel. Genau nachverfolgen lassen sie sich mit dem Ghostery-Plug-in, das man hier herunterladen kann:
www.ghostery.com/de/

Google, das Unternehmen steht hinter dem Projekt, weiß schon seit einiger Zeit von dem Problem und hat begonnen Gegenmaßnahmen einzuleiten. Seit April 2010 ist zum Beispiel die Ladezeit einer Website ein offizieller Rankingfaktor. Und 2011 entwickelte man das PageSpeed-Tool, das die Ladezeiten auch verringern soll. Man empfahl sogar den eigenen Mitarbeitern bei HTML den Head- und den Body-Text wegzulassen um die eigenen Produkte zu optimieren. Nichts davon brachte allerdings wirklich zufriedenstellende Ergebnisse.

Das Accelerated Mobile Pages Project soll nun die Lösung bringen. Bisher war es üblich für unterschiedliche Plattformen ein sogenanntes responsives Webdesign zu verwenden. Dabei kann die Website sich selbstständig an die Plattform anpassen, benutzt aber sowohl für Smartphones als auch für Desktops denselben Code. Das bedeutet, dass auch sämtliche die Ladezeit verlängernden Overheads auf das Smartphone mitübertragen werden.
AMP dagegen benutzt einen anderen Code, der einfach bestimmte Overheads streicht, wenn er eine mobile Plattform erkennt. Das soll zu einer Beschleunigung führen.

Testet man AMP mit einem Handy auf der Website von Focus dann stellt man fest, dass das Verfahren tatsächlich funktioniert. Ohne Accelerated Mobile Pages braucht die Seite 5,5 Sekunden zum Laden, mit AMP nur 1,14 Sekunden. Auch die übertragenen Daten sind deutlich von ungefähr 1,5 MB auf 835 KB reduziert worden.

Was hat Blümer, der Experte für Suchmaschinenoptimierung, davon?

Eine Website, die mit AMP programmiert wurde, wird von Google tendenziell höher gerankt. Der Effekt ist derzeit aber meist auf News-Publisher beschränkt. Außerdem soll neben den Suchergebnissen durch ein kleines Symbol angezeigt werden, ob es sich um eine Accelerated Mobile Page handelt. Dieses ist bis jetzt allerdings noch nicht live und soll erst in nächster Zeit kommen. Hiervon erhofft man sich Steigerungen der Klickzahlen, da die Konsumenten natürlich schnellere Ladezeiten bevorzugen. Die Frage ist allerdings, ob der Großteil der Nutzer des Internets das überhaupt bemerkt.

Außerdem wird -als Reaktion auf den Klick- die Website von Google gecacht. Das bedeutet, dass man sich gar nicht wirklich auf dem Server des jeweiligen Anbieters befindet, sondern eine Kopie der Website sieht. In Wirklichkeit befindet man sich aber trotzdem auf einem Server von Google. Das ist durchaus vorteilhaft, da die Server von Google technisch sehr weit ausgereift und somit meistens schneller als die der ursprünglichen Publisher sind. Außerdem gibt es bei Lastspitzen keine Probleme, da die Server von Google der Größe des Konzerns entsprechen. So ließen sich zum Beispiel auch Websitenabstürze oftmals verhindern.
Ein Problem der Technologie ist allerdings die Tatsache, dass man auf dem Server von Google nur einen Swipe mit dem Daumen durchführen muss und auf den Websites der Konkurrenz landet. Das kann jede sorgfältige Optimierung sofort zunichtemachen. Deshalb sollte man genau überprüfen, ob es sich lohnt AMP zu implementieren oder ob dies sogar zu Traffic-Verlusten führt, bevor man die entsprechenden Schritte einleitet.

Die Verbreitung von AMP-Websites

Obwohl das AMP-Projekt vor nicht sehr langer Zeit, nämlich 2015, herausgebracht wurde, ist die Verbreitung relativ beeindruckend. Insgesamt existieren laut SimilarTech inzwischen 268.050 Websites mit AMP. Die meisten davon kommen aus den USA (29.210), aber überraschenderweise gibt es auch in Indonesien (7.586) und Brasilien (6.259) viele Seiten dieses Typs. Auch das Wachstum ist ziemlich groß. Die zuerst genannte Zahl stellt im Vergleich zum Vormonat (!) eine Steigerung von 4,44 Prozent dar. Es gibt also derzeit sehr viele Unternehmen und Websites die AMP implementieren. Google geht mit der großen Annahme des Standards natürlich gerne hausieren.

Verbreitung_AMP_SEO

Die Darstellung zeigt die Verbreitung von AMP. Klarer Spitzenreiter: USA.

Kontrolle

Die Kontrolle bedeutet für Google zwei Dinge: Einmal geht es um die schnelle und sorgenfreie Auslieferung der Daten an den User, sodass dieser möglichst wenig warten muss und Accelerated Mobile Pages gerne benutzt. Und andererseits besitzen sie nun die Datenhoheit über alles, was bei ihnen in diesem Bereich gesucht wird. Denn die Besitzer der Websites liefern ihre Daten nun nicht mehr direkt aus, sondern über die Server von Google. Somit erhält auch nur Google direkte Informationen über die Aktionen des Nutzers. So erfahren sie genaueres über die Bounce-Rate, also wie oft der Nutzer zwischen Seiten hin und her springen muss, um alle Informationen zu finden, die er sucht. Auch die Verweildauern kann Google nun genau nachvollziehen und so also feststellen wie lange sich ein User eine bestimmte Website anschaut. Sogar sämtliche Interaktionen wie Klicks und Scrolls sind nun nachverfolgbar und besitzen das Potenzial ausgewertet zu werden. Bisher werden diese Möglichkeiten von Google wohl noch nicht genutzt, aber wer weiß schon was in der Zukunft noch kommt.

Ein weiterer großer Vorteil für den Konzern ist es, dass die gewonnenen Daten fast absolut exklusiv sind. Facebook und andere Konkurrenzunternehmen haben keinen Zugriff darauf. Allerdings besitzt Facebook seine Instant Articles, die fast ein genaues Gegenstück zu Googles Accelerated Mobile Pages darstellen. Somit hat zwar Facebook keinen Zugriff auf AMP, aber auch Google keinen Zugang zu den Instant-Articles-Daten was den Wettbewerb aufrechterhält.

Weiterhin hat Google auch die vollkommene Kontrolle über den Incentive, also den Anreiz für die Webprogrammierer. So können sie die Vorteile, die AMP bietet jederzeit streichen. Hier sollte man vorsichtig sein. Wenn man zum Beispiel seit drei Monaten AMP implementiert hat, kann es sonst passieren, dass Google zu dem Schluss kommt, dass sie jetzt 80 Prozent der Webseiten im Netz unter ihrem Standard vereinheitlicht haben und ihnen nun leider keine so großen Vorteile beim Suchmaschinenranking mehr bieten können. Wer darauf nicht vorbereitet ist, würde bitter enttäuscht werden.

AMP wird gerne als Open Source bezeichnet. Das ist nur zur Hälfte richtig. Einerseits sind die Accelerated Mobile Pages tatsächlich frei verfügbar. Aber auf der anderen Seite hat Google trotzdem die volle Kontrolle darüber, wer an dem Projekt mitarbeitet und welche Features aufgenommen werden. Es ist also nicht so unabhängig wie man es von Open Source Projekten erwarten würde.

Ein Beispiel hierfür ist die Einbindung von Schriftarten. Bei AMP sind nur zwei Anbieter erlaubt: Google API und Fonts.net. Es gibt aber noch verschiedene andere wie Typekit, die große Bedeutung besitzen, aber durch die Beschränkungen einfach ausgesperrt werden. Hier können Accelerated Mobile Pages wirklich zum Problem werden, besonders wenn das Firmen-Image mit einer bestimmten Schriftart verknüpft ist.

Die Technik

Erkennungsmerkmale der Accelerated Mobile Pages

Entsprechende Websites erkennt man sehr leicht in dem man den Quelltext öffnet. Hier findet man in dem normalen HTML-Tag einen Blitz beziehungsweise die drei Buchstaben AMP. Diese zeigen an, dass es sich um eine Seite mit einer Implementierung des Google-Standards handelt. Das Ganze sieht in etwa so aus: <html amp=”amp”> oder <html (blitz)=”(Blitz)”>
Außerdem müssen normale HTML-Websites, die auf dem Smartphone als AMP erscheinen, auf diese Seite verweisen damit Google diese nicht als duplizierten Inhalt ansieht. Das würde eine Validierung erschweren.
Es ist allerdings auch möglich, AMP-only, also nur mit dem Standard Googles zu programmieren. Da Accelerated Mobile Pages beinahe ganz normales HTML sind, braucht man dann auch keinen speziellen Browser zum Anzeigen.

 

Verhinderung von Duplicate Contant SEO

Die Darstellung zeigt den Unterschied in der Programmierung – Duplicate Contant wird verhindert.

Verschlüsselung mit HTTPS

Wenn man mit AMP eine Website erstellt, ist es sinnvoll diese mit HTTPS abzusichern. Die Lizenz ist inzwischen meist kostenfrei. Man muss nur noch ein Zertifikat bei „Let`s Encrypt“ beantragen und dieses dann in regelmäßigen Abständen erneuern lassen. Hat man einen eigenen Server zur Verfügung, der das alles steuert, ist das sogar kostenfrei. Und dann ist die Website verschlüsselt. Da man spätesten wenn man Werbeinhalte auf der Seite platziert sowieso HTTPS benutzen muss, lohnt es sich, dies auch gleich zu tun.

Extensions

Im Quellcode von Accelerated Mobile Pages existieren viele Elemente, wie zum Beispiel Bilder und Tabellen, die man als Programmierer wie selbstverständlich in die eigenen Websites einbaut. Diese mussten allerdings alle erst einmal von den Entwicklern abstrahiert werden.
Die Implementierungen dieser Elemente nennt man Extensions. Zum Beispiel gibt es amp-analytics. Diese Erweiterung beschreibt wie man eine Webanalyse in eine Website dieser Art einbaut. Das ist nämlich eigentlich schwierig, da Java-Script verboten ist.

Verbote und ihre Umgehung

Das Verbot von Java-Script zog ursprünglich viele andere nach sich. So durfte man keine Formulare, Maps oder interaktiven Infografiken verwenden. Auch externe Kommentarsysteme wie bei Facebook waren nicht erlaubt. Inzwischen gibt es aber verschiedene Extensions, wie zum Beispiel amp-form und amp-iframe, die es erlauben, ähnliche Features einzubauen. Amp-iframes darf allerdings nicht für Werbung genutzt werden. Die Website von IFramely kann außerdem hilfreich sein, falls es noch keine passenden Extensions gibt.

Warum ist AMP so schnell?

Einer der Gründe für die kurze Ladezeit ist die Pre-Party. Diese sorgt dafür, dass vom Browser Aufgaben erfüllt werden, bevor der Nutzer überhaupt eine entsprechende Aktion ausgeführt hat. Die Pre-Party hat drei Teile. Das Preconnecting baut schon eine Verbindung zum Server auf, bevor der User überhaupt auf die entsprechende Website geklickt hat. Das Prefetching lädt die entsprechenden Daten herunter. Und im extremsten Fall kommt noch das Prerendering zum Einsatz, das die Darstellung der Website schon im Voraus berechnet. So soll der Benutzer glauben, dass die Ladezeit gleich null war, da er die Hintergrundvorgänge ja nicht wahrnehmen kann.

Weiterhin wird das Java-Script komplett asynchron ausgeführt. Das bedeutet, dass der Inhalt der Seite komplett unabhängig vom Java-Script geladen wird und dieses erst irgendwann, wenn es fertig ist, hinzukommt.
Außerdem wird nur Inline-CSS verwendet. CSS ist die Sprache die für die Formatierung der Websites zuständig ist. Bei Accelerated Mobile Pages wird das CSS inline, also im HTML-Code geschrieben und nicht in externe Dateien ausgelagert. Dadurch werden Requests an den Server eingespart, was die Ladezeiten weiter verkürzt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Ressourcen stark priorisiert werden. Die Inhalte, die der Nutzer als erstes ohne zu scrollen sieht, werden also auch als erstes geladen und gerendert. Dadurch werden ihm wieder schnellere Aufrufe vorgegaukelt.
Der Prozessor von Smartphones wird durch das Verbot von Selektoren und nicht hardwarebeschleunigten Selektoren sehr entlastet. Selektoren legen fest, welche CSS-Regeln wo angewandt werden und können bei einer großen Zahl von betroffenen Elementen sehr rechenintensiv sein. Animationen fordern einen Prozessor aufgrund des oft hohen grafischen Aufwands ohnehin sehr stark.

Validierung mit dem Chrome Developer Tool

Um eine Website aufzubauen, muss diese auch von Bugs befreit und validiert werden. Google nimmt eine Website nämlich nur dann in die Suchergebnisse auf, wenn sie auch validiert worden ist. Dazu lässt man sich die Website mit Hilfe des Chrome Developer Tools auf dem gewünschten Mobilgerät simulieren. Wenn man dann oben im Browser an die URL die Zeichenkette „#development=1“ anhängt, weiß der Chrome Browser, dass man die Seite entbuggen will und zeigt einem das entsprechende Ergebnis an. Dabei ist zu beachten, dass ausgegebene Warnungen nicht automatisch zum Misslingen der Validierung und zum Ausschluss führen.

Plug-Ins zum Implementieren von Accelerated Mobile Pages

WordPress und Drupal sind zwei mögliche Plug-Ins mit denen sich AMP implementieren lässt. Es handelt sich bei beiden um ziemliche Minimalausführungen. Das ist auch das größte Problem des Standards. Da es sich um eine komplett eigenständige Seitenvariante handelt, ist der Aufwand für kompliziertere Designs erheblich größer als bei HTML.

Schematische Auszeichnung und automatisiertes Testen

Um die Webseiten besser zu strukturieren, ist die schematische Auszeichnung quasi Pflicht. Zwar hat sie noch keine direkten Auswirkungen auf die Rankings bei Google, aber das ist in Zukunft nicht unwahrscheinlich. Die inhaltlich passende Auszeichnung lässt sich über schema.org implementieren.
Ein weiteres Tool ist wichtig, weil selbst der beste Programmierer ab und zu Fehler macht. Diese sind dann oft sehr schwer aufzufinden. Deshalb ist es sinnvoll automatisiert zu testen. Ein gutes Werkzeug für diesen Zweck ist Testomato.

Analyse von Accelerated Mobile Pages

Zur Analyse werden Anbieter wie Google Analytics, comScore, INFOnline und Webtrekk unterstützt.

Beispiel Google Analytics

Mit Google Analytics lassen sich verschiedene Dinge wie zum Beispiel benutzerdefinierte Dimensionen oder auch Ereignisse (Klick, Scroll) tracken.
Man kann entweder in eine bestimmte Hauptproperty tracken oder in mehrere verschieden Properties. Wichtig ist dabei nur, dass man weiterhin in der Lage ist den normalen Traffic vom AMP-Traffic zu unterscheiden. So lässt sich feststellen ob an durch die schnellen Ladezeiten Nutzer gewonnen oder aber auch vielleicht welche verloren hat, weil sie eine zu einfache Möglichkeit haben auf andere Websites abzuspringen.
Dazu benutzt man entweder einen Filter zur Umwandlung der Accelerated Mobile Page in eine separate Datenansicht. Oder man sorgt dafür, dass nur die normale AMP weggetrackt wird und setzt eine benutzerdefinierte Dimension auf AMP. Zur Not kann man auch noch ein spezielles Trackingpixel einbinden.

Monetarisierung

Es wäre sinnlos Benutzer auf die eigene Website zu ziehen, wenn man dadurch keine Einnahmen bekommt. Der Googles Standard unterstützt die meisten wichtigen Werbeanbieter, sodass man sich hier im Normalfall keine Sorgen zu machen braucht. Ist der richtige jedoch nicht dabei, hat man, falls man nicht zu großem technischen Aufwand bereit ist, Pech gehabt. Die Website wird mit einem nicht kompatiblen Anbieter nämlich nicht validiert.
Für Paywalls, also die Sicherung bestimmter zahlungspflichtiger Inhalte gegen unberechtigten Zugriff, gibt es eine spezielle Extension. Sie heißt amp-access. Hier sollte man allerdings sehr vorsichtig sein, da die eingekaufte Paywall nicht unbedingt mit der Extension kompatibel ist.

Fazit

Wer AMP nutzen will sollte sich vorher überlegen wie viele Plattformen er unterstützen möchte. Es gibt genügend Alternativen. Beispiele sind Feedly und Flipboard.

Prinzipiell sind Accelerated Mobile Pages eigentlich keine gute Idee, da sie sehr viel Komplexität schaffen und stark von der Normalität abweichen. Sie erzwingen viele Dinge, die man in HTML problemlos umsetzen könnte, aber nicht muss. News-Anbieter werden trotzdem kaum darum herumkommen. Obwohl sie auf viele Daten verzichten müssen und alle Vorteile des Standards jederzeit aufgehoben werden könnten, ist er die beste Möglichkeit maximalen Traffic zu generieren. Falls man AMP nutzt, sollte man auf jeden Fall Schema.org einbauen.

Außerdem sollte man den Standard nicht sofort auf der kompletten Webseite einbinden, sondern erst einmal testen. Das geht zum Beispiel indem man nur den Blog oder einen anderen Teil des Ganzen verändert. So lassen sich Aufwand, Verbesserungen und Nutzen sehr viel besser einschätzen und auf den Rest übertragen. Und wenn es einfach nicht funktioniert, dann kann man die Idee einfach verwerfen.

Justus Blümer kann bei eventuellen Fragen auch noch über seinen Facebook-Kanal erreicht werden.

 

 

AMP: Inhaltliche und technische Vor- und Nachteile der neuen Google-Strategie

Dies ist eine schriftliche Zusammenfassung des Webinars „AMP: Vor- und Nachteile der neuen Google-Strategie“ von Justus Blümer. Blümer ist Consultant bei der Firma Wingmen Online Marketing in Hamburg und beschäftigt sich dort hauptsächlich mit der technischen Suchmaschinenoptimierung und analysiert hierfür meist sehr große Websites. Außerdem ist er für die Webanalyse und ihre Implementierung zuständig.

Was ist AMP?

Bei vielen Websites ergibt sich das Problem, dass durch sogenannte „Tracker“ die Ladezeiten verlängert werden bzw. der Prozessor stärker beansprucht wird. Auf einem Desktop sind diese Auswirkungen noch eher harmlos während auf einem Smartphone das Warten auf Internetinhalte erfahrungsgemäß zum Geduldsspiel werden kann. In einem Zitat des Accelerated-Mobile-Pages-Projects heißt es zum Beispiel: „For many, reading on the mobile web is a slow, clunky and frustrating experience – but it doesn‘t have to be that way.“ (auf Deutsch: Für viele ist das Lesen im mobilen Web eine langsame, klobige und frustrierende Erfahrung, aber es muss nicht so sein.“). Zurückführen lassen sich solche Tracker meist auf Werbung aber auch andere Prozesse haben ihre Hand mit im Spiel. Genau nachverfolgen lassen sie sich mit dem Ghostery-Plug-in, das man hier herunterladen kann:
www.ghostery.com/de/

Google, das Unternehmen steht hinter dem Projekt, weiß schon seit einiger Zeit von dem Problem und hat begonnen Gegenmaßnahmen einzuleiten. Seit April 2010 ist zum Beispiel die Ladezeit einer Website ein offizieller Rankingfaktor. Und 2011 entwickelte man das PageSpeed-Tool, das die Ladezeiten auch verringern soll. Man empfahl sogar den eigenen Mitarbeitern bei HTML den Head- und den Body-Text wegzulassen um die eigenen Produkte zu optimieren. Nichts davon brachte allerdings wirklich zufriedenstellende Ergebnisse.

Das Accelerated Mobile Pages Project soll nun die Lösung bringen. Bisher war es üblich für unterschiedliche Plattformen ein sogenanntes responsives Webdesign zu verwenden. Dabei kann die Website sich selbstständig an die Plattform anpassen, benutzt aber sowohl für Smartphones als auch für Desktops denselben Code. Das bedeutet, dass auch sämtliche die Ladezeit verlängernden Overheads auf das Smartphone mitübertragen werden.
AMP dagegen benutzt einen anderen Code, der einfach bestimmte Overheads streicht, wenn er eine mobile Plattform erkennt. Das soll zu einer Beschleunigung führen.

Testet man AMP mit einem Handy auf der Website von Focus dann stellt man fest, dass das Verfahren tatsächlich funktioniert. Ohne Accelerated Mobile Pages braucht die Seite 5,5 Sekunden zum Laden, mit AMP nur 1,14 Sekunden. Auch die übertragenen Daten sind deutlich von ungefähr 1,5 MB auf 835 KB reduziert worden.

Was hat Blümer, der Experte für Suchmaschinenoptimierung, davon?

Eine Website, die mit AMP programmiert wurde, wird von Google tendenziell höher gerankt. Der Effekt ist derzeit aber meist auf News-Publisher beschränkt. Außerdem soll neben den Suchergebnissen durch ein kleines Symbol angezeigt werden, ob es sich um eine Accelerated Mobile Page handelt. Dieses ist bis jetzt allerdings noch nicht live und soll erst in nächster Zeit kommen. Hiervon erhofft man sich Steigerungen der Klickzahlen, da die Konsumenten natürlich schnellere Ladezeiten bevorzugen. Die Frage ist allerdings, ob der Großteil der Nutzer des Internets das überhaupt bemerkt.

Außerdem wird -als Reaktion auf den Klick- die Website von Google gecacht. Das bedeutet, dass man sich gar nicht wirklich auf dem Server des jeweiligen Anbieters befindet, sondern eine Kopie der Website sieht. In Wirklichkeit befindet man sich aber trotzdem auf einem Server von Google. Das ist durchaus vorteilhaft, da die Server von Google technisch sehr weit ausgereift und somit meistens schneller als die der ursprünglichen Publisher sind. Außerdem gibt es bei Lastspitzen keine Probleme, da die Server von Google der Größe des Konzerns entsprechen. So ließen sich zum Beispiel auch Websitenabstürze oftmals verhindern.
Ein Problem der Technologie ist allerdings die Tatsache, dass man auf dem Server von Google nur einen Swipe mit dem Daumen durchführen muss und auf den Websites der Konkurrenz landet. Das kann jede sorgfältige Optimierung sofort zunichtemachen. Deshalb sollte man genau überprüfen, ob es sich lohnt AMP zu implementieren oder ob dies sogar zu Traffic-Verlusten führt, bevor man die entsprechenden Schritte einleitet.

Die Verbreitung von AMP-Websites

Obwohl das AMP-Projekt vor nicht sehr langer Zeit, nämlich 2015, herausgebracht wurde, ist die Verbreitung relativ beeindruckend. Insgesamt existieren laut SimilarTech inzwischen 268.050 Websites mit AMP. Die meisten davon kommen aus den USA (29.210), aber überraschenderweise gibt es auch in Indonesien (7.586) und Brasilien (6.259) viele Seiten dieses Typs. Auch das Wachstum ist ziemlich groß. Die zuerst genannte Zahl stellt im Vergleich zum Vormonat (!) eine Steigerung von 4,44 Prozent dar. Es gibt also derzeit sehr viele Unternehmen und Websites die AMP implementieren. Google geht mit der großen Annahme des Standards natürlich gerne hausieren.

Verbreitung_AMP_SEO

Die Darstellung zeigt die Verbreitung von AMP. Klarer Spitzenreiter: USA.

Kontrolle

Die Kontrolle bedeutet für Google zwei Dinge: Einmal geht es um die schnelle und sorgenfreie Auslieferung der Daten an den User, sodass dieser möglichst wenig warten muss und Accelerated Mobile Pages gerne benutzt. Und andererseits besitzen sie nun die Datenhoheit über alles, was bei ihnen in diesem Bereich gesucht wird. Denn die Besitzer der Websites liefern ihre Daten nun nicht mehr direkt aus, sondern über die Server von Google. Somit erhält auch nur Google direkte Informationen über die Aktionen des Nutzers. So erfahren sie genaueres über die Bounce-Rate, also wie oft der Nutzer zwischen Seiten hin und her springen muss, um alle Informationen zu finden, die er sucht. Auch die Verweildauern kann Google nun genau nachvollziehen und so also feststellen wie lange sich ein User eine bestimmte Website anschaut. Sogar sämtliche Interaktionen wie Klicks und Scrolls sind nun nachverfolgbar und besitzen das Potenzial ausgewertet zu werden. Bisher werden diese Möglichkeiten von Google wohl noch nicht genutzt, aber wer weiß schon was in der Zukunft noch kommt.

Ein weiterer großer Vorteil für den Konzern ist es, dass die gewonnenen Daten fast absolut exklusiv sind. Facebook und andere Konkurrenzunternehmen haben keinen Zugriff darauf. Allerdings besitzt Facebook seine Instant Articles, die fast ein genaues Gegenstück zu Googles Accelerated Mobile Pages darstellen. Somit hat zwar Facebook keinen Zugriff auf AMP, aber auch Google keinen Zugang zu den Instant-Articles-Daten was den Wettbewerb aufrechterhält.

Weiterhin hat Google auch die vollkommene Kontrolle über den Incentive, also den Anreiz für die Webprogrammierer. So können sie die Vorteile, die AMP bietet jederzeit streichen. Hier sollte man vorsichtig sein. Wenn man zum Beispiel seit drei Monaten AMP implementiert hat, kann es sonst passieren, dass Google zu dem Schluss kommt, dass sie jetzt 80 Prozent der Webseiten im Netz unter ihrem Standard vereinheitlicht haben und ihnen nun leider keine so großen Vorteile beim Suchmaschinenranking mehr bieten können. Wer darauf nicht vorbereitet ist, würde bitter enttäuscht werden.

AMP wird gerne als Open Source bezeichnet. Das ist nur zur Hälfte richtig. Einerseits sind die Accelerated Mobile Pages tatsächlich frei verfügbar. Aber auf der anderen Seite hat Google trotzdem die volle Kontrolle darüber, wer an dem Projekt mitarbeitet und welche Features aufgenommen werden. Es ist also nicht so unabhängig wie man es von Open Source Projekten erwarten würde.

Ein Beispiel hierfür ist die Einbindung von Schriftarten. Bei AMP sind nur zwei Anbieter erlaubt: Google API und Fonts.net. Es gibt aber noch verschiedene andere wie Typekit, die große Bedeutung besitzen, aber durch die Beschränkungen einfach ausgesperrt werden. Hier können Accelerated Mobile Pages wirklich zum Problem werden, besonders wenn das Firmen-Image mit einer bestimmten Schriftart verknüpft ist.

Die Technik

Erkennungsmerkmale der Accelerated Mobile Pages

Entsprechende Websites erkennt man sehr leicht in dem man den Quelltext öffnet. Hier findet man in dem normalen HTML-Tag einen Blitz beziehungsweise die drei Buchstaben AMP. Diese zeigen an, dass es sich um eine Seite mit einer Implementierung des Google-Standards handelt. Das Ganze sieht in etwa so aus: <html amp=”amp”> oder <html (blitz)=”(Blitz)”>
Außerdem müssen normale HTML-Websites, die auf dem Smartphone als AMP erscheinen, auf diese Seite verweisen damit Google diese nicht als duplizierten Inhalt ansieht. Das würde eine Validierung erschweren.
Es ist allerdings auch möglich, AMP-only, also nur mit dem Standard Googles zu programmieren. Da Accelerated Mobile Pages beinahe ganz normales HTML sind, braucht man dann auch keinen speziellen Browser zum Anzeigen.

 

Verhinderung von Duplicate Contant SEO

Die Darstellung zeigt den Unterschied in der Programmierung – Duplicate Contant wird verhindert.

Verschlüsselung mit HTTPS

Wenn man mit AMP eine Website erstellt, ist es sinnvoll diese mit HTTPS abzusichern. Die Lizenz ist inzwischen meist kostenfrei. Man muss nur noch ein Zertifikat bei „Let`s Encrypt“ beantragen und dieses dann in regelmäßigen Abständen erneuern lassen. Hat man einen eigenen Server zur Verfügung, der das alles steuert, ist das sogar kostenfrei. Und dann ist die Website verschlüsselt. Da man spätesten wenn man Werbeinhalte auf der Seite platziert sowieso HTTPS benutzen muss, lohnt es sich, dies auch gleich zu tun.

Extensions

Im Quellcode von Accelerated Mobile Pages existieren viele Elemente, wie zum Beispiel Bilder und Tabellen, die man als Programmierer wie selbstverständlich in die eigenen Websites einbaut. Diese mussten allerdings alle erst einmal von den Entwicklern abstrahiert werden.
Die Implementierungen dieser Elemente nennt man Extensions. Zum Beispiel gibt es amp-analytics. Diese Erweiterung beschreibt wie man eine Webanalyse in eine Website dieser Art einbaut. Das ist nämlich eigentlich schwierig, da Java-Script verboten ist.

Verbote und ihre Umgehung

Das Verbot von Java-Script zog ursprünglich viele andere nach sich. So durfte man keine Formulare, Maps oder interaktiven Infografiken verwenden. Auch externe Kommentarsysteme wie bei Facebook waren nicht erlaubt. Inzwischen gibt es aber verschiedene Extensions, wie zum Beispiel amp-form und amp-iframe, die es erlauben, ähnliche Features einzubauen. Amp-iframes darf allerdings nicht für Werbung genutzt werden. Die Website von IFramely kann außerdem hilfreich sein, falls es noch keine passenden Extensions gibt.

Warum ist AMP so schnell?

Einer der Gründe für die kurze Ladezeit ist die Pre-Party. Diese sorgt dafür, dass vom Browser Aufgaben erfüllt werden, bevor der Nutzer überhaupt eine entsprechende Aktion ausgeführt hat. Die Pre-Party hat drei Teile. Das Preconnecting baut schon eine Verbindung zum Server auf, bevor der User überhaupt auf die entsprechende Website geklickt hat. Das Prefetching lädt die entsprechenden Daten herunter. Und im extremsten Fall kommt noch das Prerendering zum Einsatz, das die Darstellung der Website schon im Voraus berechnet. So soll der Benutzer glauben, dass die Ladezeit gleich null war, da er die Hintergrundvorgänge ja nicht wahrnehmen kann.

Weiterhin wird das Java-Script komplett asynchron ausgeführt. Das bedeutet, dass der Inhalt der Seite komplett unabhängig vom Java-Script geladen wird und dieses erst irgendwann, wenn es fertig ist, hinzukommt.
Außerdem wird nur Inline-CSS verwendet. CSS ist die Sprache die für die Formatierung der Websites zuständig ist. Bei Accelerated Mobile Pages wird das CSS inline, also im HTML-Code geschrieben und nicht in externe Dateien ausgelagert. Dadurch werden Requests an den Server eingespart, was die Ladezeiten weiter verkürzt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Ressourcen stark priorisiert werden. Die Inhalte, die der Nutzer als erstes ohne zu scrollen sieht, werden also auch als erstes geladen und gerendert. Dadurch werden ihm wieder schnellere Aufrufe vorgegaukelt.
Der Prozessor von Smartphones wird durch das Verbot von Selektoren und nicht hardwarebeschleunigten Selektoren sehr entlastet. Selektoren legen fest, welche CSS-Regeln wo angewandt werden und können bei einer großen Zahl von betroffenen Elementen sehr rechenintensiv sein. Animationen fordern einen Prozessor aufgrund des oft hohen grafischen Aufwands ohnehin sehr stark.

Validierung mit dem Chrome Developer Tool

Um eine Website aufzubauen, muss diese auch von Bugs befreit und validiert werden. Google nimmt eine Website nämlich nur dann in die Suchergebnisse auf, wenn sie auch validiert worden ist. Dazu lässt man sich die Website mit Hilfe des Chrome Developer Tools auf dem gewünschten Mobilgerät simulieren. Wenn man dann oben im Browser an die URL die Zeichenkette „#development=1“ anhängt, weiß der Chrome Browser, dass man die Seite entbuggen will und zeigt einem das entsprechende Ergebnis an. Dabei ist zu beachten, dass ausgegebene Warnungen nicht automatisch zum Misslingen der Validierung und zum Ausschluss führen.

Plug-Ins zum Implementieren von Accelerated Mobile Pages

WordPress und Drupal sind zwei mögliche Plug-Ins mit denen sich AMP implementieren lässt. Es handelt sich bei beiden um ziemliche Minimalausführungen. Das ist auch das größte Problem des Standards. Da es sich um eine komplett eigenständige Seitenvariante handelt, ist der Aufwand für kompliziertere Designs erheblich größer als bei HTML.

Schematische Auszeichnung und automatisiertes Testen

Um die Webseiten besser zu strukturieren, ist die schematische Auszeichnung quasi Pflicht. Zwar hat sie noch keine direkten Auswirkungen auf die Rankings bei Google, aber das ist in Zukunft nicht unwahrscheinlich. Die inhaltlich passende Auszeichnung lässt sich über schema.org implementieren.
Ein weiteres Tool ist wichtig, weil selbst der beste Programmierer ab und zu Fehler macht. Diese sind dann oft sehr schwer aufzufinden. Deshalb ist es sinnvoll automatisiert zu testen. Ein gutes Werkzeug für diesen Zweck ist Testomato.

Analyse von Accelerated Mobile Pages

Zur Analyse werden Anbieter wie Google Analytics, comScore, INFOnline und Webtrekk unterstützt.

Beispiel Google Analytics

Mit Google Analytics lassen sich verschiedene Dinge wie zum Beispiel benutzerdefinierte Dimensionen oder auch Ereignisse (Klick, Scroll) tracken.
Man kann entweder in eine bestimmte Hauptproperty tracken oder in mehrere verschieden Properties. Wichtig ist dabei nur, dass man weiterhin in der Lage ist den normalen Traffic vom AMP-Traffic zu unterscheiden. So lässt sich feststellen ob an durch die schnellen Ladezeiten Nutzer gewonnen oder aber auch vielleicht welche verloren hat, weil sie eine zu einfache Möglichkeit haben auf andere Websites abzuspringen.
Dazu benutzt man entweder einen Filter zur Umwandlung der Accelerated Mobile Page in eine separate Datenansicht. Oder man sorgt dafür, dass nur die normale AMP weggetrackt wird und setzt eine benutzerdefinierte Dimension auf AMP. Zur Not kann man auch noch ein spezielles Trackingpixel einbinden.

Monetarisierung

Es wäre sinnlos Benutzer auf die eigene Website zu ziehen, wenn man dadurch keine Einnahmen bekommt. Der Googles Standard unterstützt die meisten wichtigen Werbeanbieter, sodass man sich hier im Normalfall keine Sorgen zu machen braucht. Ist der richtige jedoch nicht dabei, hat man, falls man nicht zu großem technischen Aufwand bereit ist, Pech gehabt. Die Website wird mit einem nicht kompatiblen Anbieter nämlich nicht validiert.
Für Paywalls, also die Sicherung bestimmter zahlungspflichtiger Inhalte gegen unberechtigten Zugriff, gibt es eine spezielle Extension. Sie heißt amp-access. Hier sollte man allerdings sehr vorsichtig sein, da die eingekaufte Paywall nicht unbedingt mit der Extension kompatibel ist.

Fazit

Wer AMP nutzen will sollte sich vorher überlegen wie viele Plattformen er unterstützen möchte. Es gibt genügend Alternativen. Beispiele sind Feedly und Flipboard.

Prinzipiell sind Accelerated Mobile Pages eigentlich keine gute Idee, da sie sehr viel Komplexität schaffen und stark von der Normalität abweichen. Sie erzwingen viele Dinge, die man in HTML problemlos umsetzen könnte, aber nicht muss. News-Anbieter werden trotzdem kaum darum herumkommen. Obwohl sie auf viele Daten verzichten müssen und alle Vorteile des Standards jederzeit aufgehoben werden könnten, ist er die beste Möglichkeit maximalen Traffic zu generieren. Falls man AMP nutzt, sollte man auf jeden Fall Schema.org einbauen.

Außerdem sollte man den Standard nicht sofort auf der kompletten Webseite einbinden, sondern erst einmal testen. Das geht zum Beispiel indem man nur den Blog oder einen anderen Teil des Ganzen verändert. So lassen sich Aufwand, Verbesserungen und Nutzen sehr viel besser einschätzen und auf den Rest übertragen. Und wenn es einfach nicht funktioniert, dann kann man die Idee einfach verwerfen.

Justus Blümer kann bei eventuellen Fragen auch noch über seinen Facebook-Kanal erreicht werden.