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Google for Jobs für WordPress – Stellenangebote optimal bereitgestellt

Google for Jobs für WordPress – Stellenangebote optimal bereitgestellt

Lesezeit: 9 Min | Autor: Benjamin Knecht

Neun von zehn Unternehmen geben an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein und damit Schwierigkeiten bei der Anstellung zu haben.

Dies ist über alle Branchen hinweg spürbar. Daher boomt das Employer Branding gerade besonders stark. Insbesondere für Stellenportale und die Business Netzwerke XING und LinkedIn sind Stellenausschreibungen ein lukratives Geschäft.

Google demonstriert erneut seinen Feinsinn, für neue Entwicklungen und reagierte prompt auf diesen langjährigen Trend. Bereits im Jahr 2017 startete Google in den USA mit der Jobsuche Google for Jobs. Nach einem erfolgreichen Rollout in Südamerika wurde die Erweiterung im März 2019 in Deutschland veröffentlicht.

Voraussetzung, um auf Googles Jobsuche gelistet zu werden, ist die Bereitstellung von sogenannten strukturierten Daten.

Exkurs “strukturierte Daten”: Bereits 2011 hatten sich die vier großen Suchmaschinen (Google, Yahoo, Microsoft und Yandex) auf einen Standard zur Strukturierung von Webinhalten verständigt. Die Definition einer universellen Auszeichnungssprache unter schema.org ist das Ergebnis dieser Einigung. Ziel war es, eine “Anleitung” zur Verfügung zu stellen, die helfen sollte, Webinhalte so aufzubereiten, dass Suchmaschinen umstandslos verstehen, worum es sich handelt. Auch für die Darstellung von Stellenausschreibungen wurde ein Standard definiert. Die Notwendigkeit strukturierten Daten geht also auf diese Vereinbarung zurück.

In Google for Jobs werden nun Stellenausschreibungen derjenigen (Job-)Portale platziert, die diese sog. strukturierten Daten bereitstellen. Aber auch andere Webseiten, die ihre Jobangebote auf Basis strukturierter Daten präsentieren, werden in Google for Jobs platziert. So haben alle Arbeitgeber potentiell die Möglichkeit ihre Stellenangebote in Google for Jobs anzeigen zu lassen. Aktuell ist dieser Dienst noch kostenlos, – bleibt abzuwarten, wie lange Google mit der Einrichtung eines weiteren Bezahlservices wartet.

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Der entscheidende Vorteil von strukturierten Daten ist allgemein, dass Google diese als Rich Snippets besonders hervorgehoben darstellt. Alle relevante Jobinformationen können so z.B. in der Übersicht- und in der Detailansicht des Stellenangebots ausgegeben – und von User auf einen Blick erfasst – werden.

Exkurs Rich Snippet: Rich Snippets sind Zusatz-Informationen, die zu einer einzelnen Seite eines Web-Auftritts hinzugefügt werden können. Diese Informationen werden von der Suchmaschine ausgelesen, validiert und bei bestimmten Suchphrasen ausgegeben. Dadurch erhalten die Suchergebnisse, neben den üblichen organischen Ergebnissen, eine sehr prominente Darstellung.

In der Regel werden Rich Snippets auch direkt als erstes Ergebnis unter den bezahlten Anzeigen ausgegeben. Dadurch verbessert sich die Klickrate enorm. Vor allem, wenn sich das Rich Snippet unter den Top 3 Suchergebnissen befindet.

In diesem Anzeigeformat können auch Produktseiten, Sternebewertungen, Kundenrezensionen, Veranstaltungen oder eben auch Stellenangebote ausgegeben werden.

Rich Snippets für Jobs in WordPress

Um für WordPress Websites strukturierte Jobdaten auszugeben, ist der einfachste Weg auf ein Plugin zurückzugreifen, wie beispielsweise Schema Pro. Dieses kostenpflichtige Plugin unterstützt verschiedene Schemata, die von Google als Erweiterung in der Suche ausgegeben werden.

Hier die wichtigsten Schemata für das Onlinemarketing im Überblick:

  • Blogbeitrag
  • Buch
  • Kurs
  • Event
  • Stellenangebot
  • Unternehmensdaten
  • Bewertungen
  • Personenprofil
  • Produkt
  • Rezepte
  • Service- / Dienstleistungen
  • Software Application
  • Videos

Ausführliche Informationen zu den Schemata und unterstützten Eigenschaften sind auf https://schema.org/docs/schemas.html zu finden und dort detailliert erläutert.

Konfiguration strukturierter Daten für Stellenausschreibungen in WordPress

Um strukturierte Daten für die Stellenangebote anzulegen, wird der Standard (Schema) für sog. “Job Postings” benötigt. Nach der entsprechenden Auswahl im WordPress Plugin wird im zweiten Schritt entschieden, auf welchen Seiten oder Beitragstypen das Schema angewandt werden soll.

Sollen die Jobangebote auf Standard-Inhaltsseiten veröffentlicht werden, kann die Zuweisung auch direkt auf die individuelle URL der Job Postings erfolgen. Das macht gerade bei Unternehmensseiten Sinn, die nur selten Stellenausschreibungen veröffentlichen.

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Sobald das Schema in WordPress eingerichtet ist, werden die spezifischen Konfigurationen für die Jobeigenschaften festgelegt. Diese sind über das Plugin leicht zu pflegen. Pflichtfelder sind gekennzeichnet und erleichtern somit die Eingabe.

Strukturierte Daten für Google for Jobs: Eigenschaften für das Jobposting

Es gibt 9 Datenfelder, die für strukturierte Stellenausschreibungen befüllt werden müssen. Über das Plugin wird entschieden, ob auf bereits bestehende WordPress Inhaltselemente zurückgegriffen wird oder ob für die Ausgabe in Google separate Daten pro Post erstellt werden.

Der Jobtitel beschreibt exakt, am besten in einem Wort, die genaue Tätigkeit. (z.B. Onlinemarketing Manager).

Sollte YOAST auf der Webseite installiert sein, bietet es sich an, den eingestellten Titel zu verwenden. Dafür wird im Dropdown des Titels “Select Other Custom Fields Here” ausgewählt und nach dem Begriff “yoast” oder “wpseo” gesucht. Aus der zur Verfügung gestellten Liste aller YOAST-Variablen, wird die Variable “yoast wpseo title” selektiert, um den YOAST-Title auszuwählen, der bereits im SERP der Seite verwendet wird.

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TIPP: Auf der eigenen Website können Stellen recht unkompliziert dupliziert und mit unterschiedlichen Titeln getestet werden
  • Organisationsname (hiringOrganization)
    Der eingetragene Name des Unternehmens. Hier bietet das Plugin die Möglichkeit auf den WordPress Seitennamen zurückzugreifen. In den meisten Fällen entspricht jedoch der Seitennamen nicht der Organisation, daher empfehlen wir den Firmennamen über ein Freitextfeld einzutragen.
  • URL (url)
    Die spezifische URL, die direkt zum Jobangebot führt. Diese entspricht der URL des WordPress Beitrags. Im Plugin wird dazu der Dropdown-Punkt “Permalink” gewählt.
  • Beschreibung (description)
    Über dieses Datenfeld kann die ausgeschriebene Stelle in einem Fließtext genau beschrieben werden. Hier können z.B. die Aufgabenbereiche, Anforderungen, benötigte Qualifikationen, Kernkompetenten und Arbeitszeiten angegeben werden.Das kann entweder ein Freitext sein, der für jede Stellenbeschreibung individuell gewählt wird oder ein bereits vorhandener Text, wie der Inhalt (Content) oder der Auszug (Excerpt).
  • Date Posted (datePosted)
    Über dieses Datenfeld wird in der Google-Jobsuche ausgegeben, an welchem Datum das Stellengesuch eingestellt wurde. Dieses Datum wird schon in der Kurzvorschau ausgeben. Dieses Datenfeld ist ein Indiz für den Bewerber, wie lange ein Unternehmen schon auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ist bzw. wird über die Aktualität des Jobangebots informiert. Im WordPress Plugin kann dazu der Wert „Publish Date“ gewählt werden.Sollte die gleiche Stellenanzeigen-Seite regelmäßig ein Update erfahren, empfehlen wir den Wert “Last Modify Date” zu wählen. Dadurch wird das Datum automatisch nach einem Update der Stellenbeschreibung aktualisiert.

Wir empfehlen die exakte Adresse des Standortes für das Jobangebot anzugeben. Dadurch erscheint auf der Detailseite der Ausschreibung Google Maps mit dem entsprechenden Pin.

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Damit die Jobanzeige noch spezifischer wird, empfehlen wir ergänzende Daten zu hinterlegen:

Es ist davon auszugehen, dass Google die Anzeigen bevorzugt, die sehr detaillierte Daten liefern. Folglich wird die Klickrate auf Jobs mit einer ausführlichen Beschreibung und entsprechenden Daten verbessert.

Die Richtlinien für die einzelnen Datenfelder werden in der Beschreibung des jeweiligen Schemas aufgelistet. Durch die Erweiterung der Stellenausschreibung kann in der Google-Jobsuche neben der detaillieren Stellenbeschreibung auch das Unternehmenslogo, Rezensionen und Bewertungen ausgegeben werden.

Sofern für die eigene Website noch kein Logo ausgegeben wird, kann der Logopfad noch als Mikrodaten hinterlegt werden. Der Code dafür ist hier zu finden: https://schema.org/logo.

Über das SEO Plugin YOAST kann das Logo über das Menü „Darstellung in der Suche“ gepflegt werden. Hierüber wird dann die entsprechende Codeerweiterung generiert.

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Wie werden eigene Rich Snippets programmiert?

Handelt es sich um eine HTML/PHP Webseite ohne CMS, müssen die Snippets selbst erstellt werden. In der Dokumentation und Hilfen findet man nützliche Artikel zu den verschiedenen Schemata, die für die eigene Webseite verwendet werden können. (https://developers.google.com/search/docs/data-types/article)

Rich Snippets können über 2 Varianten zu einer Webseite hinzugefügt werden.

Das Schema Pro Plugin für WordPress verwendet die JSON-LD Methode. Dieser Code-Schnipsel wird im Head-Bereich der Webseite eingefügt, um verschiedene strukturierte Daten zu definieren. Auch für die eigene HTML-Webseite bietet sich diese Art der Implementierung an.

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Neben der JSON+LD gibt es zudem die Möglichkeit, die HTML-Struktur verschiedener Elemente mit bestimmten Labels zu setzen und in eine definierte Struktur zu bringen. Diese Mikrodaten können direkt im Content-Bereich, im Footer oder sonstwo auf der Seite ausgegeben werden.

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Im Beispielcode wird ein und dieselbe Bewertung für ein Restaurant in New York definiert. Je nach Präferenz und Möglichkeiten kann entweder das JSON-LD-Format oder die Mikrodaten gewählt werden.

Zu beachten ist, dass die Mikrodaten im Gegensatz zur JSON-LD auf der Webseite sichtbar platziert werden. Durch die CSS-Eigenschaft display: none wird Google diese Mikrodaten nicht mehr auslesen können.

In der Google Dokumentation der Strukturierten Daten befindet sich du ein JSON-LD-Beispiel für Stellenausschreibungen für Google for Jobs (https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting).

Google Jobsuche Darstellung

Die Ergebnisse der Google-Jobsuche bestehen immer aus drei Stellenangeboten, von denen in der Vorschau der Title, der Unternehmensname, der Beschäftigungsstandort und die Quelle der Stellenbeschreibung ausgegeben wird. Abschließend werden in Varianten noch das Veröffentlichungsdatum, der Beschäftigungstyp, das Gehalt oder die Entfernung zum eigenen Standort angezeigt. Je nachdem, welche Daten und wie viel Platz Google zur Verfügung stehen, werden zwei oder drei dieser Beschreibungen ausgespielt.

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Auf der Detailseite der Stellenbeschreibung werden alle Inhalte der strukturierten Daten ausgegeben. Je spezifischer die Daten bzgl. dem Schema Job Posting gegliedert werden, desto einfacher und übersichtlicher ist die Darstellung in der Google Suche. Der potentielle Bewerber kann auf einen Blick alle wichtigen Daten erfassen, wodurch die Klickrate steigen kann.

Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, möglichst viele strukturierte Daten anzugeben, damit der Suchmaschine so viele Datenfelder wie möglich geliefert werden. Das macht die Stellenbeschreibung interessanter und es werden alle relevanten Fragen für den potentiellen Bewerber im Vorfeld beantwortet.

Sind die Daten nicht ordentlich gepflegt, sehen die Suchergebnisse in den Google Rich Snippets unvollständig aus und machen einen eher unprofessionellen Eindruck. Deshalb sollte darauf geachtet werden, alle Datenfelder mit konkreten Inhalten zu füllen, um auch ein einheitliches Erscheinungsbild in den Google Rich Snippets zu erzielen.

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Fazit

Um bei Google for Jobs gelistet zu werden, sind strukturierte Daten die Zugangsvoraussetzungen. Nur so kann Google die gewünschten Daten in einem hervorgehobenen Format ausgeben.

Arbeitgebern bietet Google for Jobs eine gute Möglichkeit ihren Stellenausschreibungen eine bessere Sichtbarkeit und Relevanz zu verleihen. Die meisten großen Stellenportale verwenden bereits strukturierten Daten für ihre Stellenbeschreibungen. Sie positionieren sich in Google for Jobs und bauen so ihre ohnehin dominante Positionierung aus.

Kurz zusammengefasst: Strukturierte Daten verbessern – nicht nur, aber auch – deutlich die Chancen gegenüber Wettbewerbern, wenn es um das Bewerbermanagement geht. Sie tragen zu bessern Suchmaschinenergebnissen bei, erhöhen die Präsenz und damit die Chancen im Recruiting ganz vorne mitzuspielen.