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Warum Du LinkedIn 2020 für Dich und Dein Content Marketing mehr Aufmerksamkeit schenken solltest

Warum Du LinkedIn 2020 für Dich und Dein Content Marketing mehr Aufmerksamkeit schenken solltest

Lesezeit: 12 Min | Autor: Britta Behrens

Die Mitgliederzahlen von LinkedIn wachsen in Deutschland rasant an. Aus dem internationalen Netzwerk ist eine Business Content- und Diskussions-Plattform erwachsen. Von dieser Entwicklung solltest Du jetzt auch endlich profitieren und Dich dort positionieren und vernetzen.

Die meisten glauben jetzt immer noch, dass ein LinkedIn-Profil nur Sinn macht, wenn man für ein international agierendes Unternehmen arbeitet. Oder dass das LinkedIn-Profil nur als eine digitale Visitenkarte und für die Darstellung des Lebenslaufs fungiert, um bei Recruitern irgendwie auf dem Radar zu bleiben. Dies ist ein Irrglaube.

LinkedIn bietet so viele Möglichkeiten sich mit Fachexperten, Branchenkollegen, Kunden, potentiellen Neukunden sowie Kooperations- und Geschäftspartnern auszutauschen und zu vernetzen, dass es fahrlässig wäre, diese Chance an sich vorbeiziehen zu lassen.

Fokus auf Business & Reichweite erwünscht

Der erste Vorteil von LinkedIn im Vergleich zu anderen Social Networks wie Facebook, Instagram oder Pinterest ist, dass sich hier berufliches und privates nicht miteinander vermischen und gegeneinander konkurrieren. Die Aufmerksamkeit auf LinkedIn gilt dem geschäftlichen Kontext. Hier möchte man sich über berufliche Fragestellungen austauschen, sucht nach Know-how und Inspiration. Und gleichzeitig gibt man Einblicke in sein berufliches Umfeld und teilt sein Wissen. Es gibt keine Ablenkung.

Der zweite Vorteil von LinkedIn ist, dass Du mit wertvollen Beiträgen, die Dein Netzwerk durch Engagement und Interaktion belohnt, enorme Reichweite erhältst und Du auf diese Weise über Dein Netzwerk hinaus wahrgenommen wirst. Der Algorithmus belohnt Content, der zur Diskussion anregt und einen intensiven Austausch fördert.

Dies hat gleichzeitig zur Folge, dass Du durch Deine eigene Kommunikation neue Kontaktanfragen erhältst. Nicht nur Du selbst erweiterst Dein Netzwerk durch gezieltes Networking. Andere LinkedIn-Mitglieder wollen Teil Deines Netzwerkes sein und fragen Dich an.

Networking – Qualität vor Quantität

Hier solltest Du aber nicht jede Anfrage automatisch bestätigen. Schau Dir das Profil vorab nochmal an. Vor allem, wenn Du keine ergänzende Nachricht zur Anfrage erhalten hast. Dann macht ein schneller, prüfender Blick Sinn. Entdeckst Du gemeinsame Interessen und Kontakte, Aktivitäten auf LinkedIn, Eigenschaften, die Dich persönlich interessieren und weiterbringen, dann steht einer Bestätigung nichts im Weg. Bist Du Dir immer noch unsicher, frag den Kontakt, warum er sich vernetzen möchte. Nach der Antwort, kannst Du immer noch entscheiden, ob Du ihn in dein Netzwerk aufnimmst. Happy Networking.

Man könnte annehmen, je größer das eigene Netzwerk wird, umso größer wird die organische Reichweite für Deinen Content. Wirklich? Wenn Du es nur drauf anlegst, viele Kontakte in Dein Netzwerk einzusammeln ohne Rücksicht darauf, dass diese Kontakte auf LinkedIn überhaupt aktiv sind oder in irgendeiner Form mit Dir eine sich gegenseitig fördernde Beziehung aufbauen möchten, dann sind diese neuen Kontakte nichts wert. Denn findet kein Austausch miteinander statt oder sind sie gänzlich inaktiv, hat man keinerlei Chance Sichtbarkeit in deren Netzwerk zu erlangen und die LinkedIn-Algorithmus wertet diese Beziehung ab und somit auch die Content-Relevanz.

Dein LinkedIn Profil – Mehr als eine digitale Visitenkarte und CV

Damit Du als attraktiver Netzwerk-Partner von anderen wahrgenommen wirst und LinkedIn deine Expertise, Fähigkeiten und Engagement besser einordnen kann, solltest Du Dein LinkedIn-Profil vollständig pflegen. Neben klassischen Angaben wie Namen, Porträtbild, aktueller Job und Arbeitgeber ist vor allem der Slogan und die Summary enorm wichtig.

Der Slogan steht immer unter deinem Namen samt Bild, wenn Du auf LinkedIn aktiv bist. Hier sollte zur Geltung kommen, wer Du bist und was Du machst. Er sollte Aussagekraft über Dich haben oder eine Botschaft vermitteln, die Neugier weckt, Dein Profil näher zu betrachten.

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Aussagekräftiges LinkedIn-Profil: Cover, Headshot und Slogan sind essentiell

 

Die Summary sollte widerspiegeln, welche Fähigkeiten Du hast und mit welchem Mindset Du unterwegs bist, um die Herausforderungen in deinem Job zu meistern und was Dich gerade antreibt. Ein Blick zurück auf Erfolge sind ebenfalls willkommen. Hier gibt es viele Facetten.

Dieser Bereich ist für die LinkedIn-Suche relevant. Daher nutze passende Keywords, die in Deiner Branche wichtig sind und mit denen Du in Verbindung gebracht werden möchtest.

Skills & Empfehlungen als Reputationsboost

Um ein aussagekräftiges Profil zu haben skizziert Euren beruflichen Werdegang und setzt auch Medienformate als Referenz ein. Dies ist bei jeder beruflichen Station und Job-Position möglich.
Darüber hinaus sind Eure Skills und Empfehlungen enorm wichtig. Damit LinkedIn Euch zu diesen Fähigkeiten als Experte oder wichtige Person einstufen kann, sollte die hinterlegten Fähigkeiten von Eurem Netzwerk regelmäßig bestätigt werden. Eine persönliche Empfehlung von Kunden und Geschäftspartnern sowie Kollegen fällt ebenfalls ins Gewicht. Die Skills sind natürlich auch für Recruiting von besonderer Bedeutung. Und über die Suche oder kostenpflichtige Produkte wie die Talent Solutions auffindbar.

Die Pflege und Vollständigkeit Deines Profils und aktive Bestätigung deines Netzwerkes beeinflusst auch den Social Selling Index und somit auch die organische Reichweite deines publizierten Contents.

Social Selling INDEX – WTF?!

Der Social Selling Index  gehört eigentlich zum kostenpflichtigen LinkedIn Sales Navigator. An ihm sollten Sales Leute ihre Aktivität und Erfolg auf LinkedIn ablesen können. Dieser Index ist aber für jedes LinkedIn Profil einsehbar und hat eine große Relevanz, über die Performance Deines Contents und der Sichtbarkeit deines Profils innerhalb der Suche.

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Der Social Selling Index mit allen 4 Komponenten

 

Wer einen niedrigen Social Selling Index besitzt, wird vom LinkedIn Algorithmus als weniger relevant eingestuft. Die Folge: geringere organische Reichweite deines Contents. Geringere Chance, die richtigen Leute zu erreichen und den LinkedIn-Algo zu triggern. Weniger Chancen durch die eigenen Beiträge neue spannende Kontakte für das Netzwerk zu entdecken und sich zu vernetzen.

Wer bisher glaubte, dass er bereits aktiv Content Marketing auf LinkedIn betreibt, indem er regelmäßig postet, Videos und Artikel veröffentlicht und sich an Diskussionen beteiligt, aber den Aufbau eines vitalen Netzwerks und das eigene Profil total außer Acht gelassen hat, der wird bei der Überprüfung des eigenen SSI schnell feststellen, dass hier noch enorm viel Luft nach oben ist und viel Potential brach liegt.

Social Selling Formel besteht aus 4 Komponenten

Die richtige Mischung macht’s: Guter Content, stetige Kommunikation, gezieltes Networking und eine Prise Personal Branding. Nur wenn Du alle 4 Komponenten berücksichtigst, wird LinkedIn seine enorme Stärke für dich entfalten.

Das Top-SSI-Ranking in der Branche ist ein nettes Gimmick, aber nicht weiter relevant. Wenn Du aktiv auf LInkedIn kommunizierst, Content postest und Dein Profil top gepflegt hast, wirst Du in diesem Ranking immer oben mit an der Spitze stehen. Dieser Score wird global über alle Profile hinweg gemessen und ermittelt, die sich einer bestimmten Branche zugeordnet haben. Da es noch millionenfache Profile gibt, die inaktiv auf LinkedIn sind, bist Du automatisch vorne dabei.

Die Stärke des persönlichen Netzwerks richtig bewerten

Wichtiger ist das Ranking in Deinem ganz persönlichen Netzwerk. Dies signalisiert Dir, ob Du im Vergleich zu Deinen Kontakten einen hohen SSI hast. Hier ist eine Spitzenposition in den oberen 1-5% ein Zeichen, dass Du alle Komponenten, die auf den SSI einzahlen, gut bedienst und aktiver als Dein Netzwerk bist. Dabei solltest Du aber immer die absolute Gesamtzahl im Blick haben. Mit welchem Wert Du diese Position erreichst. Je höher der Wert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du an der Spitze stehst. Daher hat dieses Ranking auch eine Kehrseite. Es kann viel sinnvoller sein, bei einem eigenen hohen SSI-Gesamtwert, dass ich nicht ganz vorne im Ranking stehe. Dies bedeutet dann, dass ich ein sehr aktives Netzwerk habe und mit vielen Personen vernetzt bin, die LinkedIn als Kommunikations- und Content-Plattform verstehen. Daher als Tipp: diese Rankings nicht als Statussymbol sehen, sondern als Orientierung wie vital mein Netzwerk und meine eigenen Aktivitäten sind.

Der Social Selling Index besteht aus 4 Komponenten:

  • Ihre professionelle Marke aufbauen
  • Gezielt die richtigen Kontakte finden
  • Durch Einblicke Interesse wecken
  • Beziehungen aufbauen

Jede Komponente hat einen Anteil von 25% und somit maximal 25 Punkten. Der Index geht von 0-100. Bei einem vollen SSI geht man davon aus, dass LinkedIn inital eine organische Reichweite von 20% seines Netzwerks gewährt. Ist der Wert geringer, sinkt die organische Startreichweite. Die aktivsten und engagiertesten Netzwerkpartner bekommen den Post in den Feed gespült. Anschließend ist die Reichweite davon abhängig, wie diese Kontakte auf den Beitrag reagieren. Kommentieren sie in kurzer Zeit und interessiert sie das Thema, wird der LinkedIn-Algorithmus in als relevant einstufen und breiter ins Netzwerk streuen. Ein Schneeball-Effekt ist die Folge.

Daher ist sukzessiv ein großes Netzwerk an 1. Kontakten und Followern wichtig. Jedoch nicht auf Biegen und Brechen. Denn wenn es passive Kontakte sind, die kein Interesse an mir und meinem Content haben, ist der Kontakt bedeutungslos für mein Content-Marketing und Personal Branding. Alle 4 Komponenten bilden die Erfolgskriterien ab, für ein effektives Social Selling und somit einen langfristigen Beziehungsaufbau: Personal Branding + Content + Kommunikation + Networking

Personal Branding ist ein wichtiger Schlüssel für Social Selling

Die erste Komponente fokussiert sich auf das Personal Branding. Hier ist vor allem entscheiden, dass das LinkedIn-Profil vollständig und ausführlich gefüllt ist. Alle Bereiche sollten sinnvoll dargestellt werden und die berufliche Position und Rolle widerspiegeln. Damit das ganze keine Textwüste bleibt, kannst du mit Icons oder Emoticons arbeiten, die zum beruflichen Kontext passen. So wie oben im Artikel angesprochen, sind Empfehlungen und Skills essentiell, um Deine Personal Brand zu schärfen und LinkedIn zu signalisieren, in welchen Beréiichen Expertise und Reputation vorhanden ist.

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Empfehlungen sind der Social Proof und unterstützen das Personal Branding

 

Neben den selbst beeinflussbaren Faktoren des LinkedIn-Profils spielt auch eine wichtige Rolle, ob Du regelmäßig in Beiträgen Deiner Kontakte getaggt wirst. Dies signalisiert, dass Deine Meinung von deinem Netzwerk gefragt ist und du als wichtiger Gesprächsteilnehmer gilst. Je beeindruckender und professioneller das Profil gepflegt ist und Referenzen sichtbar sind, umso besser ist der 1. Eindruck bei neuen Kontakten. Vor allem bei Kontakten, die Du vorher noch nicht kanntest und nur aufgrund der digitalen Kommunikation auf Dich aufmerksam geworden sind.

Die richtigen Kontakte sind entscheidend

Die zweite Komponente, gezielt die richtigen Kontakte finden, zeigt Dir an, ob Du ein aktives Netzwerk pflegst. Menschen, die sich mit Dir vernetzen und anschließend auch regelmäßig kommunizieren über Postings, Artikel, Videos, Messages u.v.m. Diese Komponente solltest Du im Blick behalten und Netzwerk-Hygiene betreiben. Wenn Du jetzt mit Deiner LinkedIn-Content-Strategie startest, solltest Du Dir Dein aktuelles Netzwerk anschauen und überlegen, einige deiner inaktiven, plump gesammelten Kontakte auszusortieren.

Content is King – Engagement is Queen

Die dritte Komponente ist die derzeit wirkungsvollste Komponente, wenn Du damit startest Dich aktiv auf LinkedIn zu beteiligen. Hierbei sind natürlich eigene Beiträge relevant. Zusätzlich wird auch beobachtet, wie aktiv Du Dich woanders mit Kommentaren engagierst und in Diskussionen einsteigst. Kommunikation und Content ist keine Einbahnstraße. LinkedIn ist kein purer Distributions- und Promotionkanal. Wenn Du einfach Deine Content-Formate dort publiziert, um sie weiter zu verwerten ohne in die Diskussion einzusteigen, wirst Du wenig bis kaum Rseichweite von LinkedIn bekommen. Es ist wichtig, dass Du Deine Beiträge begleitest. Dein Netzwerk ist Deine Community und diese will sich mit Dir austauschen. Und wenn LinkedIn merkt, dass Du ausschließlich selbstverliebt nur eigene Beiträge postest und woanders auf LinkedIn nicht Erscheinung trittst, wirst Du Reichweite einbüßen.

Dein Netzwerk stetig und weise erweitern

Die vierte und letzte Komponente kannst Du am besten beeinflussen. Hier geht es um die regelmäßige und stetige Steigerung Deines Netzwerks. Hier wird ermittelt, ob Du regelmäßig Kontaktanfragen erhältst, diese annimmst und ob Du selbst proaktiv neue Kontakte in Dein Netzwerk einlädst und ob diese Deine Anfrage akzeptieren. Schickst Du ohne Nachricht Anfragen raus und dies ziemlich willkürlich, weil Dir neue Kontakte z.B. auf der Startseite vorgeschlagen werden, kann es passieren, dass viele diese Anfrage nicht akzeptieren werden.

Dies hat negativen Einfluss auf diese SSI-Komponente. Berücksichtige daher immer, ob es einen Kontext für die Kontaktanfrage gibt und schicke ein paar Stichworte oder einen Einzeiler mit, so dass der neue Kontakt weiß, warum Du Dich mit ihm vernetzen willst. Dies hat garantiert Erfolg. Wie oben beschrieben, lasse selbst nicht jeden x-beliebigen Kontakt in Dein Netzwerk. Und erweitere nicht auf Teufel komm raus Dein eigenes. Es geht um langfristige Beziehungen, die irgendwann für Dich und Deinen Netzwerkpartner wichtig werden können.

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Kontaktanfrage mit persönlicher Nachricht – Erhöht garantiert die Annahme des neuen Kontakts

 

Die Entwicklung der Kommunikation auf LinkedIn beobachten

Als Abschlussinformation kannst Du sowohl beim Branchenranking, was wirklich keine Relevanz für Dich haben sollte, und beim Netzwerk-Ranking ablesen, welche Komponenten stark oder weniger stark ausgeprägt sind. Derzeit ist es offensichtlich, dass die meisten noch LinkedIn als digitale Visitenkartensammlung verstärkt nutzen und die Content-Komponente noch weit zurück hinkt. Nutze dies für Dich aus und beobachte den weiteren Verlauf. Im Moment kannst Du mit Personal Branding und Content Marketing enorme organische Reichweite erzielen, Reputation aufbauen und ein starkes digitales Netzwerk aufbauen.

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SSI-Durchschnitt der Branche und im persönlichen Netzwerk bieten Orientierung über den Status Quo

 

Happy Networking und Social Selling – Let’s do LinkedIn!

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LinkedIn-App auf: Vernetz Dich mit der Autorin des Artikels